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Umweltschutz als Staatsaufgabe

Title: Umweltschutz als Staatsaufgabe

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 24 Pages

Autor:in: Christian Schroth (Author)

Politics - Environmental Policy
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Mit einem Blick auf die Geschichte der Naturschutzbewegung, angefangen zur Zeit des deutschen Kaiserreichs über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis hin zur modernen Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte, sollen die Entstehung und die Entwicklungslinien dieses Politikfeldes dargestellt werden, ohne dabei inhaltlich in die Tiefe oder sachlich in Details zu gehen. Die leitende Fragestellung bei der Betrachtung soll sein, inwieweit sich die jeweiligen Staaten und Regierungen dem Naturschutz/Umweltschutz als Aufgabe des Staates angenommen haben, welche Institutionen und Maßnahmen von ihnen in Anschlag gebracht wurden und welche gesellschaftlichen und internationalen Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielten.

1994 erhält der Umweltschutz in der Bundesrepublik Deutschland Verfassungsrang durch den Art. 20a im GG, was den Abschluss einer jahrzehntelangen Debatte um seine Einführung bildet. Ob es sich dabei um einen qualitativen Fortschritt in der deutschen Umweltpolitik handelt oder ob dies lediglich einen symbolischen Akt ohne größere direkte Wirkung darstellt, ist umstritten. Im Anschluss an den eher historischen Teil der Arbeit werde ich kurz die Argumente und Bedenken von Verfassungsjuristen rund um die Einführung des Art. 20a GG darstellen und diskutieren.

Abschließend soll noch die Frage diskutiert werden, inwieweit die Gestaltungshoheit über dieses Politikfeld auf der Ebene der Nationalstaaten überhaupt richtig aufgehoben ist. Vielleicht gilt hier ja eine Art umgekehrtes Subsidiaritätsprinzip, also Probleme, die auf höherer Ebene entstehen, sollten auch von autorisierter höherer Ebene mit Lösungsansätzen angegangen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anfänge – Von der bedrohenden zur bedrohten Natur

3. Kaiserreich – die Länder reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen

4. Weimarer Republik und Drittes Reich – Höhen und Tiefen

5. Bundesrepublik – Wirtschaftswachstum und Etablierung eines Politikfelds

5.1. Nachkriegsdeutschland und Wirtschaftswunder

5.2. Sozial-liberale Koalition

5.3. Ära Kohl /Töpfer

5.4. Rot-grüne Koalition

5.5. Umweltpolitik in der große Koalition

6. Deutsche Demokratische Republik – Produktion in der sozialistischen Heimat

7. Umweltschutz als Staatsziel? Der Artikel 20 a GG

8. Fazit und Folgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und Entwicklung der deutschen Umweltpolitik von der Zeit des Kaiserreichs bis zur Gegenwart, mit einem Fokus auf die Rolle des Staates, seiner Institutionen und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei wird analysiert, wie sich der Stellenwert des Umweltschutzes gewandelt hat und inwieweit ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen konkurrieren.

  • Historische Entwicklung der Naturschutzbewegung und Umweltpolitik.
  • Staatliche Institutionalisierung von Umweltschutzmaßnahmen.
  • Spannungsfeld zwischen Ökologie und ökonomischem Wachstum.
  • Verfassungsrechtliche Einordnung des Umweltschutzes (Art. 20a GG).
  • Vergleich der Umweltpolitik in der BRD und der DDR.

Auszug aus dem Buch

2. Anfänge – von der bedrohenden zur bedrohten Natur

Bis weit in das 19. Jahrhundert galt die Natur keineswegs als schützenswertes Gut. Ganz im Gegenteil: es galt die Natur zu bezwingen, zu beherrschen und sie für sich nutzbar zu machen. So wurden mühsam Sümpfe und Moore trockengelegt, um neues Ackerland zu gewinnen oder Flussläufe kanalisiert um die Wasserkraft zu nutzen. Das Verhältnis der Menschen zur Natur war grundsätzlich ein Nutzungsverhältnis, um die Lebensgrundlagen für die Menschen zu schaffen und zu sichern. Der Gedanke „Naturschutz“ oder gar „Umweltschutz“, als Begriff staatlicher Verantwortung für die dauerhafte Erhaltung der Lebensgrundlagen ihrer Bevölkerung, kam noch nicht vor. Es galt umgekehrt, die fragile und von den Mächten der Natur bedrohte Zivilisation zu schützen. Naturschutz war damals zunächst eine absurde Idee.

In der Literatur finden sich zwar Hinweise auf Schutzverordnungen für manche Tierarten, so erließ Ende des 17. Jahrhunderts der Kurfürst Friedrich der Große in Preußen ein Fangverbot für die Nachtigall, allerdings aus ästhetischen Gründen, da der Herrscher die entsprechende Akustik in seiner Umgebung vermisste.

Erst mit der zunehmenden Industrialisierung der Gesellschaft und der daraus resultierenden rapiden Abholzung von Wäldern, der Ausbreitung und Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verschwinden von ursprünglichen Landschaften bildete sich langsam eine gesellschaftliche Bewegung heraus. Träger dieser überaus heterogenen Bewegung waren vor allem Einzelpersönlichkeiten aus dem Bürgertum, bürgerlich geprägte Jugendorganisationen und zahllose Heimatvereine. Schmoll kategorisiert deren Motive folgendermaßen: utilitaristische Motive, ästhetische Motive, ethische Motive, soziale Interessen, Erinnerungs und Gedächtnisarbeit, ökologische Motive und nationalkulturelle, völkische Motive.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Überblick über die deutsche Naturschutzbewegung und Umweltpolitik und führt die Fragestellung zur Rolle des Staates ein.

2. Anfänge – Von der bedrohenden zur bedrohten Natur: Das Kapitel beschreibt das vormoderne Nutzungsverhältnis zur Natur und die Entstehung erster Naturschutzbewegungen im 19. Jahrhundert.

3. Kaiserreich – die Länder reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen: Der Abschnitt erläutert die Gründung zahlreicher Naturschutzorganisationen und die ersten gesetzlichen Schutzmaßnahmen auf Länderebene im Kaiserreich.

4. Weimarer Republik und Drittes Reich – Höhen und Tiefen: Hier wird die Etablierung des Naturschutzes in der Weimarer Verfassung und die ideologische Instrumentalisierung im NS-Regime dargestellt.

5. Bundesrepublik – Wirtschaftswachstum und Etablierung eines Politikfelds: Dieses Kapitel analysiert die institutionelle Entwicklung der Umweltpolitik in der BRD, von der Wiederaufbauphase bis zur großen Koalition.

6. Deutsche Demokratische Republik – Produktion in der sozialistischen Heimat: Der Text vergleicht die Umweltpolitik in der DDR mit der in der Bundesrepublik und beleuchtet die ökologischen Folgen der realsozialistischen Planwirtschaft.

7. Umweltschutz als Staatsziel? Der Artikel 20 a GG: Das Kapitel diskutiert die juristische Bedeutung und die verfassungsrechtliche Wirkung der Aufnahme des Umweltschutzes in das Grundgesetz 1994.

8. Fazit und Folgerungen: Abschließend wird das antagonistische Verhältnis von Ökonomie und Ökologie zusammengefasst und ein Paradigmenwechsel für zukünftige Umweltpolitik gefordert.

Schlüsselwörter

Umweltpolitik, Naturschutz, Staatsaufgabe, Art. 20a GG, Nachhaltigkeit, Industriegesellschaft, Ökonomie, Ökologie, Umweltschutzgesetzgebung, Bundesrepublik, DDR, Geschichte, Verbände, Klimaschutz, Umweltbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des Naturschutzes und der Umweltpolitik in Deutschland vom Kaiserreich bis ins Jahr 2009.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die staatliche Steuerung von Umweltbelangen, das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Wachstum und Umweltschutz sowie der Wandel gesellschaftlicher Einstellungen zur Natur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu analysieren, wie Regierungen und Staaten den Naturschutz als Staatsaufgabe definiert und welche politischen Institutionen und Maßnahmen sie dabei eingesetzt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um die Entwicklungslinien des Politikfeldes Umweltpolitik anhand von Literatur und Dokumenten nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die Entwicklung von der frühen Industrialisierung bis zur Umweltpolitik unter der großen Koalition 2009 beschreiben, inklusive eines speziellen Kapitels zur Umweltpolitik in der DDR.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Umweltpolitik, Naturschutz, Staatsaufgabe, Art. 20a GG, Nachhaltigkeit und das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ökologie.

Wie bewertet der Autor den Artikel 20a GG?

Der Autor diskutiert kritisch, ob es sich dabei um einen echten qualitativen Fortschritt oder lediglich um einen zahnlosen symbolischen Akt handelt, da das Staatsziel konkurrierenden nationalen Interessen nachgeordnet bleibt.

Welche Rolle spielte die DDR bei der Umweltpolitik?

Die Arbeit beschreibt, dass die DDR zwar früh Institutionen für Naturschutz gründete, diese jedoch ideologisch in ein zentralistisches System einbettete und ökonomische Ziele bei der Braunkohleförderung stets priorisierte.

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Details

Title
Umweltschutz als Staatsaufgabe
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für politische Wissenschaft)
Course
40 Jahre deutsche Umweltpolitik
Author
Christian Schroth (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V141986
ISBN (eBook)
9783640496044
ISBN (Book)
9783640495979
Language
German
Tags
Geschichte Naturschutz Umweltschutz im 3. Reich Umweltschutz DDR Ökonimie und Ökologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schroth (Author), 2009, Umweltschutz als Staatsaufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141986
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