Die Notwendigkeit von Erziehung in der Schule ist nicht strittig und der Bildungsauftrag ebenso wichtig. Daher beschäftigt sich die Autorin dieser Arbeit sowohl mit dem Erziehungs- als auch mit dem Bildungsauftrag der Schulen. Zu Beginn werden wichtige Begriffe erläutert. Es folgt eine Darstellung der Bildung und Erziehung als Aufgabe der Schule unter Einbeziehung rechtlicher Aspekte. Der Autorin ist es wichtig, den Fokus auf die Erziehung zu legen, da dies meist die schwierigere Aufgabe darstellt. Aus diesem Grund beschäftigt sich ein großes Kapitel mit der Frage, wie Erziehung in der Schule erfolgreich sein kann. Den Abschluss bilden ein inhaltliches und persönliches Fazit.
Die Schule gilt gemeinhin als Bildungsinstitution. Sie vergibt Bildungsabschlüsse und hat Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber einen Bildungsauftrag. Dieser Bildungsauftrag ist der Schule kraft Gesetzes zugeteilt worden. Es geht in der Schule jedoch nicht nur um Unterricht, es geht ebenfalls um Erziehung. Die Schule soll den Heranwachsenden, neben dem Vermitteln von Wissensbeständen, helfen, sich zu selbstbewussten, kritischen und toleranten Persönlichkeiten zu entwickeln. Gesellschaftlich wird jedoch noch viel mehr von der Schule erwartet. Sie soll Gesundheits-, Verkehrs-, Umwelt-, Friedens-, Medien-, Arbeits- und interkulturelle Erziehung leisten. Weiterhin soll sie integrativ, antirassistisch, demokratisch, sozial, politisch, religiös und moralisch erziehen. Was Erziehung jedoch ist oder sein soll, ist alles andere als klar. Zu viele verschiedene Auslegungen gibt es. Die große Vielzahl an Erziehungsaufgaben an die Schule ist vermutlich nicht nur ein Zeichen der gesellschaftlichen Überforderung von Schulen, sondern ein Krisensymptom.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bildung und Erziehung: Die theoretischen Grundbegriffe
2.1 Bildung und Schulbildung
2.2 Erziehung
3 Bildung und Erziehung als Aufgabe der Schule
3.1 Bildung als Aufgabe der Schule
3.2 Erziehung als Aufgabe der Schule
3.2.1 Rechtscharakter und Zweck erzieherischer Maßnahmen in der Schule
4 Wie kann schulische Erziehung erfolgreich werden?
4.1 „Erziehender Unterricht“
4.2 Die Ganztagsschule
4.3 Unterstützung durch Kollegium und Schulleitung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den komplexen Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen und analysiert, wie pädagogische Fachkräfte diesen Herausforderungen durch gezielte Erziehungsmaßnahmen und Kooperationen gerecht werden können.
- Differenzierung des Bildungs- und Erziehungskonzeptes
- Rechtliche Grundlagen und Zielsetzungen erzieherischer Maßnahmen
- Methoden zur Realisierung von „erziehendem Unterricht“
- Potenziale von Ganztagsschulkonzepten für Erziehungsprozesse
- Bedeutung der kollegialen Kooperation und schulischer Führung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Rechtscharakter und Zweck erzieherischer Maßnahmen in der Schule
Eltern und Lehrer ziehen bei der Erziehung oft nicht an einem Strang. Oftmals wird der Lehrer als Gegner wahrgenommen. Streitigkeiten zwischen Eltern und Lehrern haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Häufig drohen Eltern sogar mit einem Rechtsanwalt. Trotz einer möglichen Androhung einer zivilrechtlicher Schadensersatzforderung oder die Erstattung einer Strafanzeige etwa durch tätlich angegriffene Schüler oder Lehrer, darf sich die Schule ihrer Verantwortung für die Erziehung der Schüler nicht entziehen (Böhm, 2001, S. V).
Erzieherische Maßnahmen haben eine hohe pädagogische und erzieherische Auswirkung auf Schüler und dienen der Gewährleistung einer geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule. Sie können von jedem Lehrer ohne Bedenken in eigener pädagogischer Verantwortung getroffen werden (Böhm, 2001, S. 1). Erzieherische Maßnahmen beruhen auf dem generellen Erziehungsauftrag der Schule und ist von Erziehungs- oder Ordnungsmaßnahmen abzugrenzen (Böhm, 2001, S. 3). Erzieherische Maßnahmen müssen immer auf die Einsicht des Schülers gerichtet sein, da der pädagogisch-erzieherische Wert ansonsten fraglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den erweiterten Erziehungsauftrag der Schule und legt den Fokus auf die Schwierigkeit, diesen neben dem Bildungsauftrag erfolgreich umzusetzen.
2 Bildung und Erziehung: Die theoretischen Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Bildung“ als individuellen Entwicklungsprozess und „Erziehung“ als absichtsvolle Einflussnahme auf die Persönlichkeit.
3 Bildung und Erziehung als Aufgabe der Schule: Es wird analysiert, wie die verschiedenen Schulformen den Bildungsauftrag erfüllen und wie Schulen rechtlich verpflichtet sind, auch erzieherisch auf die Entwicklung der Kinder einzuwirken.
4 Wie kann schulische Erziehung erfolgreich werden?: Das Kapitel stellt verschiedene Ansätze wie den „erziehenden Unterricht“, die Ganztagsschule und die Notwendigkeit von Kooperationen im Kollegium zur Gestaltung erfolgreicher Erziehungsprozesse vor.
5 Fazit: Das Fazit betont, dass Erziehung ein zentraler Teil der pädagogischen Arbeit ist, der weit über die bloße Wissensvermittlung hinausgeht und professionalisierte Kompetenzen sowie eine Kooperationskultur erfordert.
Schlüsselwörter
Bildung, Erziehung, Erziehungsauftrag, Bildungsauftrag, Erziehender Unterricht, Ganztagsschule, Schulleitung, Lehrerausbildung, Schulgesetz, Schulpädagogik, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogische Maßnahmen, Mündigkeit, Kooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der dualen Aufgabe der Schule, sowohl Bildung zu vermitteln als auch einen Erziehungsauftrag gegenüber Kindern und Jugendlichen zu erfüllen.
Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen theoriebasierte Definitionen von Erziehung und Bildung, deren Umsetzung in unterschiedlichen Schulformen sowie die rechtliche Einordnung erzieherischer Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch „erziehenden Unterricht“ und eine starke Schulkultur erfolgreich auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler einwirken können.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Schulpädagogik und einer Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?
Im Hauptteil werden konkrete Konzepte für die Schulpraxis diskutiert, darunter der erziehende Unterricht in drei Stufen, die Ganztagsbeschulung und die Rolle der Kooperation innerhalb des Kollegiums.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Erziehungsauftrag, pädagogische Verantwortung, Schulkultur, Kooperation und Erziehender Unterricht.
Welche Rolle spielt die Schulleitung beim Erziehungsauftrag?
Die Schulleitung fungiert als „pädagogische Führung“, die Rahmenbedingungen schafft, Konzepte evaluiert und die notwendige Kooperation innerhalb des Kollegiums fördert.
Wie unterscheidet sich der „erziehende Unterricht“ von herkömmlichem Unterricht?
Er verzichtet nicht nur auf die reine Vermittlung von Stoff, sondern nimmt das Sozialverhalten und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler gezielt als Unterrichtsgegenstand in den Fokus.
- Citation du texte
- Annabell Liebetrau (Auteur), 2019, Institution Schule. Zwischen Bildungs- und Erziehungsauftrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1420153