Das Phänomen der Medienkonvergenz kann sowohl unter konzeptionellen als auch prozessualen Gesichtspunkten betrachtet werden. Dabei lässt sich die Medienkonvergenz an sich in die Elemente Inhalt, Form bzw. Technik und ökonomische Aspekte gliedern.
Die Änderung des Medienverhaltens aufgrund von Web 2.0-Anwendungen lässt sich dahingehend beschreiben, dass sich über alle Generationen hinweg in den letzten Jahren das Medienzeitbudget für Internet in etwa verdoppelt hat. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein noch drastischerer Anstieg auszumachen. Charakterisiert man die Mediennutzung unter motivationalen und situativen Aspekten, ist zu erkennen, dass insbesondere gesellschaftliche Entwicklungen dem Konvergieren der Medien Aufschwung verschafft haben, da Web 2.0-Anwendungen diesen neuartigen Bedarf decken.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbetrachtungen
1.1 Einleitung
1.2 Medienkonvergenz – Definition und grundsätzliche Betrachtung
1.3 Kategorien der Medienkonvergenz
2. Änderung des Medienverhaltens
2.1 Charakterisierung unter zeitlichen Aspekten
2.2 Charakterisierung unter motivationalen und situativen Aspekten
2.3 Exemplarische Betrachtung – TV und Internet
3. Kritische Betrachtung zukünftiger Entwicklungen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Medienkonvergenz und analysiert, wie das Aufkommen von Web 2.0-Anwendungen das menschliche Medienverhalten nachhaltig verändert hat. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern sich die Nutzung klassischer Medien durch neue digitale Interaktionsmöglichkeiten und veränderte Nutzermotive gewandelt hat.
- Grundlagen der Medienkonvergenz (Konzepte und Prozesse)
- Messung von Mediennutzungsdauer und zeitlichen Trends
- Motivationale und situative Einflussfaktoren der Mediennutzung
- Wechselwirkungen zwischen klassischen Medien (TV) und dem Internet
- Zukunftsperspektiven der Medienkonvergenz durch mobile Anwendungen
Auszug aus dem Buch
1.2 Medienkonvergenz - Definition und grundsätzliche Betrachtung
Zunächst stellt sich die Frage, was unter „Konvergenz der Medien“ überhaupt verstanden wird. Allgemein umschreibt der Begriff Konvergenz eine Annäherung oder gar eine Übereinstimmung, im vorliegenden Fall eben zweier oder mehrerer Medien. Hinsichtlich der Medien, gemeinhin als Kommunikationsmittel verstanden, unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Lese-, Hör- und Bildmedien, den sogenannten klassischen Medien, und dem Internet als im Rahmen dieser Arbeit fokussiertes neues Medium. Die Medienkonvergenz, die insbesondere seit 1998 kontinuierlich an Aufmerksamkeit gewann, allerdings bereits 1983 von de Sola Pool unter dem Begriff der „convergence of modes“ angedacht wurde, lässt sich unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: als Konzept und als Prozess.
Erstere Herangehensweise stützt sich grundlegend auf das Prinzip der Mediamorphose gemäß Fidler (1997). Dieses besagt, dass einerseits neue Medien in Abhängigkeit der bereits bestehenden Medien entstehen, andererseits jedoch die Medien älteren Datums beim Aufkommen neuerer sich ebenfalls weiterentwickeln und anpassen. Fidler sieht dabei die Konvergenz als eine der wichtigsten, wenn nicht sogar eine unabdingbare Grundlage für eine solche wechselseitige Transformation an. Allerdings ist in diesem konzeptionellen Rahmen eine vollkommene Verschmelzung zweier Medien, wie in der oben genannten Definition mit „Übereinstimmung“ impliziert wird, nur dahingehen vorgesehen, dass sich neue Einheiten bilden. Es bestehen also - zumindest mittelfristig - beide Medien weiterhin fort und entwickeln sich und darüber hinaus ist die Möglichkeit gegeben, dass ein neues Medium, das aber eben nicht mit einem der ursprünglichen Medien gleichzusetzen ist, entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert Medienkonvergenz sowohl als Konzept als auch als Prozess und erläutert verschiedene Kategorien des Phänomens.
2. Änderung des Medienverhaltens: Hier wird der Wandel des Medienverhaltens durch Web 2.0 anhand von Zeitbudgets sowie motivationalen und situativen Faktoren detailliert beleuchtet und exemplarisch am Zusammenspiel von TV und Internet verdeutlicht.
3. Kritische Betrachtung zukünftiger Entwicklungen: Das Kapitel hinterfragt kritisch, ob eine totale Konvergenz zu erwarten ist oder ob klassische Medien in spezifischen Nutzungssituationen aufgrund ihrer gemeinschaftlichen Struktur weiterhin Bestand haben werden.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Mediamorphose, die veränderte Mediennutzung durch neue Anwendungen und die zukünftige Entwicklung der Konvergenz zusammen.
Schlüsselwörter
Medienkonvergenz, Web 2.0, Medienverhalten, Mediamorphose, Digitalisierung, Internetnutzung, Mediennutzungsdauer, Social Software, Interaktivität, Medienkonvergenz Prozesse, Medienwandel, Nutzerperspektive, Konvergente Medien, Online-Medien, Klassische Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Konvergenz der Medien und wie das Web 2.0 das Mediennutzungsverhalten der Menschen maßgeblich beeinflusst und verändert hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Medienkonvergenz, der quantitativen Entwicklung der Mediennutzungsdauer sowie den qualitativen motivationalen Aspekten der heutigen Mediennutzung.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit fragt nach den Auswirkungen der Medienkonvergenz auf unser tägliches Medienverhalten, insbesondere unter Berücksichtigung der neuen technologischen und sozialen Möglichkeiten des Web 2.0.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die bestehende wissenschaftliche Konzepte, Studien zum Mediennutzungsverhalten und aktuelle Marktdaten synthesiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Medienkonvergenz und eine empirisch gestützte Untersuchung der zeitlichen sowie motivationalen Veränderungen im Medienalltag.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Wesentliche Begriffe sind Medienkonvergenz, Mediamorphose, Web 2.0, Mediennutzungsdauer, Interaktivität und der Wandel von klassischen Medien hin zu digitalen Formen.
Wie hat sich die Bedeutung des Fernsehens im Lichte der Konvergenz verändert?
Das Fernsehen bleibt ein wichtiges Medium, interagiert aber zunehmend mit dem Internet, etwa durch Livestreams oder Video-on-Demand-Angebote der Sender.
Welche Rolle spielen Jugendliche bei der Medienkonvergenz?
Jugendliche fungieren als Vorreiter, da sie einen signifikant höheren Anteil ihres Medienzeitbudgets im Internet verbringen als ältere Bevölkerungsgruppen.
Glaubt die Autorin an das Verschwinden klassischer Medien?
Nein, die Autorin stützt sich auf die Theorie der Mediamorphose und kommt zu dem Schluss, dass klassische Medien aufgrund ihrer gemeinschaftlichen Nutzungssituation auch in Zukunft Bestand haben werden.
Was bedeutet der Begriff "Mediamorphose" in diesem Kontext?
Mediamorphose beschreibt den Prozess, bei dem sich neue Medien in Abhängigkeit von bestehenden Medien entwickeln, während sich letztere gleichzeitig anpassen, anstatt komplett zu verschwinden.
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- Isabella Aberle (Author), 2008, Konvergenz der Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142068