Mit einer Untersuchungsmethodik der qualitativen Forschung, dem problemzentrierten Interview, wird sich in dieser Arbeit näher beschäftigt. Zunächst wird ein Einstieg in die qualitative Forschung gegeben und wichtige Grundlagen zum weiteren Verständnis vorgestellt. Den ersten Schwerpunkt der Arbeit bildet das problemzentrierte Interview mit seinem theoretischen Hintergrund, der Durchführung und Anwendung, sowie Vor- und Nachteilen.
Im Rahmen eines Forschungsauftrages des Bundesinstituts für Sportwissenschaft wurden Fokusinterviews mit Trainern, Athleten und Funktionären von Spitzensportverbänden durchgeführt und vier davon im zweiten Teil der Arbeit näher analysiert und ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Das Interview in der qualitativen Forschung
2.2 Die Grounded Theory
3. Das problemzentrierte Interview
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.2 Kennzeichen
3.3 Instrumente
3.4 Gestaltung des PZI
3.5 Auswertungsprozess
3.6 Möglichkeiten und Grenzen
4. Qualitative Marktforschung in der Praxis
4.1 Darstellung der Untersuchung
4.2 Untersuchungsmethodik
4.3 Die Auswertungsstrategie und ihre Instrumente
4.4 Auswertung
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Qualitätsmanagement in Spitzenverbänden des Sports durch den Einsatz qualitativer Forschungsmethoden. Ziel ist es, durch problemzentrierte Interviews mit verschiedenen Stakeholdern – wie Trainern, Athleten und Funktionären – relevante Qualitätskriterien zu identifizieren, die Mediennutzung zu analysieren und Stärken sowie Schwächen in den Verbänden aufzuzeigen.
- Grundlagen der qualitativen Forschung und Grounded Theory
- Theorie und Anwendung des problemzentrierten Interviews (PZI)
- Qualitative Marktforschung in der sportökonomischen Praxis
- Analyse der Qualitätskriterien aus Stakeholder-Perspektive
- Bewertung von Organisationsstrukturen in Sportverbänden
Auszug aus dem Buch
3.2 Kennzeichen
Mit dem theoretischen Hintergrund des PZI lassen sich drei Grundgedanken nach Witzel feststellen. Die Problemzentrierung, die Gegenstands- sowie die Prozessorientierung.
Sicherlich ist das zentrale Kriterium, das der Problemzentrierung, wie auch schon der Name vermuten lässt. Dabei kommt diesem Kriterium sogar eine doppelte Bedeutung zu. Zum einen geht es darum, dass der Forscher sich schon im Voraus mit einer bestimmten gesellschaftlichen Problemstellung auseinandersetzt und diese offenlegt und systematisiert. Des Weiteren kann er mit Hilfe von verschiedenen Strategien während dem Gespräch das Problem präzisieren und herausfinden, wo relevante Kriterien bezüglich der von ihm untersuchten Problemstellung liegen (vgl. Witzel, 1985, S.4 ff).
Der zweite Grundgedanke, der der Gegenstandsorientierung, schließt sich aus dem Zusammenhang der Methodenkombination. Es soll sichergestellt sein, einen Zugang zu einer Problemstellung zu gewinnen (sich an einem Gegenstand zu orientieren), unabhängig von standardisierten Verfahren oder Methodenlehrbüchern. Dabei werden die einzelnen Methoden als Teilelemente verstanden und durch Gewichtung und Modifizierung im Forschungsfeld angeordnet. Es können sowohl Gruppendiskussionen, als auch standardisierte Fragebögen als Einstieg in ein Forschungsfeld dienen, die dann im Interview durch detaillierte Nachfragemöglichkeiten des Interviewers vertieft werden (vgl. Witzel, 1985, S. 6 f).
Mit der Prozessorientierung bezieht man sich auf den gesamten Forschungsablauf, der den Leitgedanken der Grounded Theory aufnimmt. Auch hier spricht Witzel von einem Erkenntnisgewinn durch ein induktiv-deduktives Wechselspiel, bei dem es durch den aufbauenden Verstehungsprozess zu einer kontrollierten Absicherung und Erweiterung der Interpretation kommt. (vgl., Witzel, 1985, S.8). Es können durch gezielte Nachfrage, widersprüchliche Aussagen aufgeklärt und dadurch neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der qualitativen Sozialforschung mit Fokus auf das problemzentrierte Interview als Werkzeug zur Wissensgewinnung.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläuterung der qualitativen Forschung und der Grounded Theory als methodisches Fundament der Untersuchung.
3. Das problemzentrierte Interview: Detaillierte Darstellung des PZI, seiner Kennzeichen, Instrumente, Gestaltung und des komplexen Auswertungsprozesses.
4. Qualitative Marktforschung in der Praxis: Anwendung der erlernten Theorie auf eine Untersuchung des Qualitätsmanagements in verschiedenen Sport-Spitzenverbänden.
5. Schlussbemerkung: Reflexion über die durchgeführte Projektarbeit und Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse in die sportökonomische Praxis.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Problemzentriertes Interview, PZI, Grounded Theory, Sportökonomie, Spitzenverband, Qualitätsmanagement, Stakeholder, Leitfadeninterview, Transkription, Fallanalyse, Datenerhebung, Interviewtechnik, Sozialforschung, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die qualitative Marktforschung im sportökonomischen Kontext und stellt das problemzentrierte Interview als eine geeignete Methode vor, um tiefgreifende Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Stakeholdern in Sportverbänden zu gewinnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der qualitativen Forschung, die spezifische Methode des problemzentrierten Interviews und deren praktische Anwendung im Bereich des Qualitätsmanagements von Sport-Spitzenverbänden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erforschung von Qualitätskriterien und der Mediennutzung in Sportverbänden durch die Analyse von Stakeholder-Meinungen, um Stärken und Schwächen der Verbände besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Methode des problemzentrierten Interviews (PZI), die sich an der Grounded Theory orientiert und durch halbstandardisierte Instrumente wie Leitfäden unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung in das PZI und die praktische Auswertung von Experteninterviews mit Vertretern aus verschiedenen Ruder-, Tennis- und Leichtathletikverbänden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie qualitative Forschung, PZI, Grounded Theory, Sportökonomie und Stakeholder-Analyse geprägt.
Warum wird im Rahmen der Untersuchung eine Personifizierung mit dem Verband bei einigen Befragten festgestellt?
Dies ist häufig auf langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten und eine tiefe emotionale Bindung zum Sport zurückzuführen, die dazu führt, dass sich Akteure stark mit den Zielen und Problemen ihres Verbandes identifizieren.
Welche Rolle spielen Postskripte bei den durchgeführten Interviews?
Das Postskriptum dient dazu, situative Rahmenbedingungen und Eindrücke des Interviewers, die während des eigentlichen Gesprächs nicht im Transkript erfasst wurden, für die spätere Auswertung festzuhalten.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem Vorgehen bei den analysierten Fällen?
Die Unterschiede zeigen sich vor allem im Grad der emotionalen Bindung an den Verband sowie in der Art der Unterstützung, die die verschiedenen Akteure (Funktionäre, Trainer, Athleten) von ihrem Dachverband erwarten oder erhalten.
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- Anna Wallebohr (Author), 2009, Qualitative Marktforschung in Theorie und Praxis. Das problemzentrierte Interview am Beispiel der Sportökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142098