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Lernschwierigkeiten in der Schule - Dyskalkulie - zur theoretischen Klärung

Title: Lernschwierigkeiten in der Schule - Dyskalkulie - zur theoretischen Klärung

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hermann Sievers (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Lehr- und Lernstörung der Dyskalkulie auseinander – diese wird u. a. auch als Rechenschwäche bezeichnet.
Der Fachterminus ‘Rechenschwäche’ bezeichnet nicht – wie vermutbar – einen kognitiven Defekt, der auf Seiten der Betroffenen allein für deren Probleme beim Rechnenlernen verantwortlich wäre. Schüler mit einer Rechenstörung weisen weder eine verminderte Intelligenz auf noch liegt eine körperliche oder psychische Krankheit zugrunde, welche die verminderte mathematische Leistungsfähigkeit erklären könnte. Somit stellt der Begriff der Rechenschwäche vielmehr eine Sammelbezeichnung für sehr unterschiedliche Probleme beim Erwerb von Rechenfertigkeiten und konkreter Kompetenzen im Unterrichtsfach
Mathematik dar. Das es sich bei dieser speziellen Form der „Lernbehinderung“ ebenso um eine Lehr- wie auch
um eine Lernstörung handelt, ist eine Sichtweise, die erst seit Kurzem in der Forschung aufgekommen ist. Als Forschungsgegenstand ist die Dyskalkulie einer größeren Fluktuation ihrer Theorie ausgesetzt als die „große Schwester“, die Legasthenie. Dies ist auf den kürzeren Forschungszeitraum und die fehlende Forschungsintensität zurückzuführen. Trotz der nun drei Jahrzehnte umfassenden Erforschung der Rechenschwäche und der großen Anzahl an vorliegenden Studien, wird auch noch in den neusten Veröffentlichungen betont, dass zum Gesamtkomplex ‘Dyskalkulie’ wenig gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
Innerhalb dieser Arbeit wird es zu einer theoretischen Klärung des Phänomens Rechenschwäche kommen. Es folgt zunächst die Auseinandersetzung mit dem begrifflich-definitorischen
Aspekt. Im Anschluss wird die Symptomatik der Rechenschwäche beleuchtet, gefolgt von einer Ursachenforschung. In einem dritten Abschnitt kommt es zur Darstellung eines Kompetenzstufenmodells, das dem entwicklungspsychologischen Ansatz folgt, und das es ermöglicht, Rechenschwächen als unterschiedlich stark ausgeprägte
Entwicklungsrückstände verstehbar zu machen. Der Vorteil dieses Modells liegt darin, dass hierdurch die „Nadelöhre“ und „Meilensteine“ in der Entwicklung mathematischer Fähigkeiten rechenschwacher Kinder ausgemacht und gezielt in „Angriff“ genommen werden können. Da diese Arbeit jedoch nur der theoretischen Klärung der Rechenschwäche dient und nicht unterrichtspraktisch ausgelegt ist, wird der Aspekt der Förderung bzw. Therapie, der überwiegend aus unterrichsbezogenen
Verfahren und Übungen besteht, unterschlagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff und Definition der Dyskalkulie

Begriff der Dyskalkulie

Die Definition von Rechenschwäche

Die Diagnose einer Rechenschwäche

Kritik an der Definition

3. Symptomatik und Ursachen von Rechenschwächen

Symptomatik

Epidemiologie

Ursachen von Rechenschwächen

Selbstkonzept und Angstauslöser Rechenschwäche

4. Rechenschwäche – ein Kompetenzmodell

Zum Kompetenzbegiff

Wann beginnt das Rechnenlernen?

Ein fünfstufiges Entwicklungsmodell

Besondere Hürden für Kinder mit Rechenproblemen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine theoretische Klärung des Phänomens der Rechenschwäche (Dyskalkulie) vorzunehmen. Dabei wird der Fokus insbesondere auf die Auseinandersetzung mit Definitionen, die Identifikation von Symptomen und Ursachen sowie die Darstellung eines entwicklungspsychologischen Kompetenzstufenmodells gelegt, um Rechenprobleme als Entwicklungsrückstände verstehbar zu machen.

  • Begrifflich-definitorische Auseinandersetzung mit der Dyskalkulie
  • Analyse der Symptomatik und der multikausalen Ursachen von Rechenschwächen
  • Einführung in ein fünfstufiges entwicklungspsychologisches Kompetenzmodell
  • Identifikation von „Nadelöhren“ und „Meilensteinen“ beim Erwerb mathematischer Fähigkeiten
  • Untersuchung der Rolle von sekundären Faktoren wie Selbstkonzept und Angst

Auszug aus dem Buch

Stufe 3: Es wird erkannt, dass Zahlen auch die Anzahl von Elementen einer Menge bezeichnen und dass Mengen in Mengen enthalten sind.

Auf dieser Stufe entwickelt sich bei den Kindern das kardinale Verständnis von Zahlen. „Kardinaler Aspekt“ bedeutet, dass das Zahlwort die Anzahl der Objekte einer Menge bezeichnet – also die „Mächtigkeit“ der Menge. Die leitende Frage ist: Wie viele Objekte gehören zur Menge? Welche Einsichten im Einzelnen zu einem kardinalen Verständnis führen, ist jedoch nicht vollständig geklärt (vgl. Fritz/ Ricken 2008, S. 36).

Im Prozess des Rechnenlernens stellt diese Integration aus Zählwissen und Mengenwissen ein erstes bedeutsames „Nadelöhr“ dar, das nicht alle Kinder problemlos meistern. So verstehen rechenschwache Kinder die Frage ‘Wie viele ... sind es?’ nicht. Sie fangen auf die Frage hin erneut bei „eins“ mit dem Zählen der Objekte an oder wenden das letzte Zahlwort wie einen Namen auf das zuletzt gezählte Objekt an – z.B. „Dies ist das sechste Auto“ wie „Dies ist das rote Auto“. Antworten Kinder nach dem Zählvorgang hingegen mit ‘sechs Autos’, ist dies ein Hinweis darauf, dass sie mit dem Zahlwort eine Mengenangabe verbinden, also den kardinalen Aspekt der Zahlen verstanden haben. Mit diesem Verständnis sind sie nun in der Lage neue Rechenstrategien zu entwickeln. Sie lösen bspw. Additionsaufgaben wie ‘3+4’ nicht mehr in dem sie von „eins“ bis „drei“ auf dem Zahlenstrahl aufwärts zählend beginnen, um danach von „drei“ bis „sieben“ weiter zu zählen, sondern sie werden sofort bei „drei“ mit dem Zählen beginnen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass mit dem Erwerb der Kardinalität ein konzeptueller Wechsel eingeleitet wird, da nun ein erstes Verständnis dafür vorliegt, dass der erste Summand als Teilmenge in der Summe, welche die Gesamtmenge darstellt, enthalten ist (vgl. Fritz/ Ricken 2008, S. 35-37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Lehr- und Lernstörung Dyskalkulie ein und skizziert den theoretischen Aufbau der Arbeit sowie die Zielsetzung der theoretischen Klärung ohne unterrichtspraktische Ausrichtung.

2. Begriff und Definition der Dyskalkulie: Das Kapitel behandelt den synonymen Gebrauch von Begriffen, die Definition der WHO sowie die diagnostische Problematik und Kritikpunkte am aktuellen Verständnis der Rechenschwäche.

3. Symptomatik und Ursachen von Rechenschwächen: Hier werden die Erkennungsmerkmale und die epidemiologischen Daten erörtert sowie die multikausalen Ursachen (genetisch, neuropsychologisch, psychologisch) in einem Übersichtsmodell zusammengefasst.

4. Rechenschwäche – ein Kompetenzmodell: Der Hauptteil erläutert das fünfstufige entwicklungspsychologische Modell nach Fritz und Ricken, beleuchtet das beginnende Rechnenlernen und arbeitet spezifische Hürden für rechenschwache Kinder heraus.

5. Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst die wesentlichen theoretischen Erkenntnisse zur Dyskalkulie zusammen und betont die Bedeutung des Kompetenzmodells für die Identifikation von Förderbedarfen.

Schlüsselwörter

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Rechenstörung, Kompetenzmodell, Mathematiklernen, Kardinalität, Diagnosekriterien, Teil-Teil-Ganze-Konzept, Entwicklungsrückstand, Lernstörung, Arbeitsgedächtnis, Schulleistung, Rechenstrategien, Teilleistungsstörung, Lernblockaden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Klärung der Lehr- und Lernstörung Dyskalkulie, auch bekannt als Rechenschwäche oder Rechenstörung, bei Schulkindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Definition und Diagnose von Rechenschwächen, die Analyse von Symptomen und Ursachen sowie die Anwendung eines entwicklungspsychologischen Kompetenzmodells zur Beschreibung mathematischer Lernprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Rechenschwächen theoretisch zu fundieren und als unterschiedlich stark ausgeprägte Entwicklungsrückstände verstehbar zu machen, um so Ansatzpunkte für das Verständnis der Lernschwierigkeiten zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese aktueller Forschungsliteratur, Studien und theoretischer Modelle basiert, anstatt eine eigene empirische Studie durchzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Dyskalkulie, die Untersuchung von Symptomatik und Ursachen sowie die detaillierte Darstellung eines fünfstufigen Kompetenzmodells, das die Meilensteine und Hürden der mathematischen Entwicklung aufzeigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dyskalkulie, Rechenschwäche, Kompetenzmodell, mathematische Lernstörung, Kardinalität, Diagnostik und das Teil-Teil-Ganze-Konzept.

Warum ist die WHO-Definition von Rechenschwäche laut der Arbeit problematisch?

Die Arbeit kritisiert, dass das Intelligenzkriterium der WHO dazu führen kann, dass Kinder im unteren Normalbereich keine Förderung erhalten, da die geforderte Diskrepanz zur Rechenleistung nicht erreicht wird.

Welche Rolle spielt das "Teile-Ganzes-Konzept" bei der Entwicklung mathematischer Fähigkeiten?

Dieses Konzept gilt als Schlüsselkompetenz, da das Verständnis, dass Mengen in Teile zerlegt und wieder zusammengesetzt werden können, die Basis für ein effizientes Lösen von Rechenaufgaben und Textaufgaben darstellt.

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Details

Title
Lernschwierigkeiten in der Schule - Dyskalkulie - zur theoretischen Klärung
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Bildungswissenschaften)
Course
Schulalltag in der Moderne
Grade
1,0
Author
Hermann Sievers (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V142207
ISBN (eBook)
9783640537952
ISBN (Book)
9783640537730
Language
German
Tags
Rechenschwäche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hermann Sievers (Author), 2008, Lernschwierigkeiten in der Schule - Dyskalkulie - zur theoretischen Klärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142207
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