„Patents are an important element in the innovation system {...}. How patents are managed can foster or hinder innovation and can expand or restrict access to the fruits of federally funded biomedical research {...}
That the system works does not prove that it is near an optimum. The patent system is filled with arbitrary rules, such as the patent term, and arcane but important practices {...}. The wealth of public rhetoric justifying the patent system as essential – while very likely true – is ironic given the dearth of empirical analysis that policymakers need to assess its costs and benefits
Bar-Shalom, Cook-Deegan, 2002, S. 663/671
Dieses Zitat spiegelt schon 2002 wider, was auch heute bezüglich des amerikanischen Patentsystems diskutiert wird. Das System ist mit Abstrichen als wirksam zu bewerten – jedoch gibt es erhebliche Probleme mit den gegenwärtigen Regelungen. Diese werden sowohl in der algemeinen Literatur, als auch speziell innerhalb des Artikels von Sean M. O´Connor, der meinem Kommentar zugrunde liegt, analysiert und diskutiert. Dabei liefert der Autor wichtige Anregungen
für Verbesserungsvorschläge, speziell hinsichtlich der legislativen Entwicklung in der Folge des Bayh Dole Acts und den zahlreichen nicht-staatlichen Initiativen.
Im Folgenden werde ich zunächst in einer deskriptiven Analyse den Inhalt des Papiers kurz zusammenfassen um danach Kritikpunkte, Verbesserungsvorschläge und weiter Ansatzpunkte, die von O´Connor nicht aufgegriffen werden, anzuführen und die Arbeit in den Kontext des aktuellen Diskurses zu stellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltsbeschreibung
3. Kommentar
3.1 Grundsätzliche Probleme des Patentsystems
3.1.1 Universitäten als erfolglose Unternehmen ohne Produkte
3.1.2 Bayh Dole als Angriff auf das Prinzip der Wissenschaft
3.1.3 Probleme der March In Rights und ihre Wichtigkeit
3.1.4 Genpatente – eine moralische Dimension
3.2 Vorschläge zur Verbesserung des Systems: Open Innovation
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch den Artikel von Sean M. O'Connor über Implikationen des Patentsystems in der Stammzellenforschung. Ziel ist es, die Auswirkungen des Bayh-Dole-Acts auf universitäre Forschung und Kommerzialisierung zu hinterfragen und Ansätze für ein effizienteres, innovationsförderndes System aufzuzeigen.
- Kritik an der Kommerzialisierung universitäter Forschung
- Herausforderungen durch das Patentsystem (Bayh-Dole-Act)
- Ethische und wissenschaftstheoretische Aspekte von Genpatenten
- Potenziale von Open Innovation in der Biotechnologie
- Regulierung und öffentliche Interessen in der Medizinforschung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Universitäten als erfolglose Unternehmen ohne Produkte
Bayh Dole wurde vor allem deshalb 1980 verabschiedet um die vielversprechenden neuen Technologien - vor allem eben die Biotechnologie – zu unterstützen und Amerika wieder stärker in den Innovationswettkampf einzubeziehen (Litan et al., 2007; Rai, Eisenberg, 2002). Die Kommerzialisierung der Forschung, die durch Bayh-Dole gefördert werden sollte, und der Technology Transfer zwischen den Universitäten wurden durch das Gesetz tatsächlich enorm gesteigert: so entstanden aus amerikanischen Universitäten seit 1980 mehr als 2200 Firmen zur Kommerzialisierung von Forschungsprodukten (Schofield, 2004).
Darüber hinaus hat sich beispielsweise zwischen 1991 und 1996 die Lizenzierungsquote der Universitäten um 75% gesteigert (AUTM, 1997). Das Feld der Biotechnology wurde von Bayh Dole geradezu geschaffen (Leaf, 2005) – eine $43 Milliarden Industrie. Als unintendierte Folge ergaben sich die TTOs – Technology Transfer Offices – als neue potentielle Geldquelle für Universitäten. Diese sind für die Kommerzialisierung der universitären Forschung zuständig. Eben diese Kommerzialisierung konzentriert sich aber, wie Litan et al. (2007) ausführen auf einige wenige erfolgreiche Universitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des amerikanischen Patentsystems in der biomedizinischen Forschung und skizziert den Aufbau der eigenen Analyse.
2. Inhaltsbeschreibung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Thesen von Sean M. O'Connor bezüglich der Rechte an Forschungsergebnissen in der Stammzellenforschung zusammen.
3. Kommentar: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Patentsystem, wobei moralische und wissenschaftstheoretische Gegenargumente zum aktuellen Stand angeführt werden.
3.1 Grundsätzliche Probleme des Patentsystems: Dieses Kapitel analysiert systematische Schwächen wie den Wandel von Universitäten zu gewinnorientierten Institutionen und die Gefährdung wissenschaftlicher Offenheit.
3.1.1 Universitäten als erfolglose Unternehmen ohne Produkte: Es wird diskutiert, wie der Fokus auf Lizenzgewinne die eigentliche Innovationsleistung von Universitäten behindert.
3.1.2 Bayh Dole als Angriff auf das Prinzip der Wissenschaft: Dieser Abschnitt untersucht den Konflikt zwischen der Kommerzialisierung durch Patente und den wissenschaftlichen Normen des Austauschs.
3.1.3 Probleme der March In Rights und ihre Wichtigkeit: Die Arbeit erörtert, warum die vom Autor geforderte Abschaffung der March-In Rights kritisch zu sehen ist und welche Schutzfunktion diese innehaben.
3.1.4 Genpatente – eine moralische Dimension: Dieses Kapitel befasst sich mit den ethischen Problemen, die durch die Patentierung von genetischem Material entstehen.
3.2 Vorschläge zur Verbesserung des Systems: Open Innovation: Hier werden Lösungsansätze wie "Open Innovation" und "Patent Pools" als Alternativen oder Ergänzungen zum bestehenden System vorgestellt.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Kritik an O'Connor und betont die Notwendigkeit eines ganzheitlicheren, kollaborativen Ansatzes für die Innovationsförderung.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Stammzellenforschung, Patentrecht, Bayh-Dole-Act, Biotechnologie, Kommerzialisierung, Technologietransfer, Open Innovation, March-In Rights, Genpatente, Innovation, Forschungsförderung, geistiges Eigentum, Wissenschaftsethik, Patente, Forschungstools.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Kommentierung eines Artikels von Sean M. O'Connor über die Rolle von geistigen Eigentumsrechten in der Stammzellenforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Auswirkungen des Bayh-Dole-Acts auf die akademische Forschung, die Problematik der Kommerzialisierung und die ethischen Implikationen bei der Patentierung von Genen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die einseitigen Annahmen des kommentierten Artikels zu hinterfragen und durch wissenschaftstheoretische sowie empirische Argumente zu ergänzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Inhaltsanalyse, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung auf Basis existierender wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsbeschreibung des Ausgangstextes, eine detaillierte Kritik am Patentsystem inklusive der "March-In Rights" und Vorschläge für alternative Innovationsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Biotechnologie, Patentrecht, Open Innovation und Technologietransfer.
Warum sieht der Autor den Bayh-Dole-Act kritisch?
Die Arbeit argumentiert, dass das Gesetz Universitäten zu profitorientierten Institutionen macht, was den eigentlichen wissenschaftlichen Fortschritt durch Geheimhaltung und Patentdickichte behindern kann.
Welche Alternative schlägt der Autor für das Patentsystem vor?
Es wird das Konzept der "Open Innovation" sowie der Einsatz von Patent-Pools empfohlen, um Kollaboration statt Konkurrenz zu fördern.
Wie steht der Autor zu Genpatenten?
Der Autor betont die moralische Dimension und warnt davor, dass solche Patente nicht nur einzelne Entdeckungen, sondern weitreichende "Baupläne" blockieren könnten.
- Quote paper
- Johannes Lenhard (Author), 2009, Kommentar zu „Intellectual Property Rights and Stem Cell Research: Who Owns The Medical Breakthroughs? Sean M. O´Connor, 3/15/2005 , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142227