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Vortheorie zur funktionalen Inszenierung von Stars im Formatfernsehen

Title: Vortheorie zur funktionalen Inszenierung von Stars im Formatfernsehen

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Raphael Hoffmann (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Werke von Autoren, welche die rhetorische Oratorperspektive als Herangehensweise an diese Thematik wählten, findet man kaum. Wenn der Star gegenüber dem Publikum fungiert, verbietet es sich aber, allein den Blickwinkel des Stars einzunehmen. Umgekehrt reicht es nicht, den Star mit den Augen des Publikums zu betrachten.
Die (psychologischen) Kategorien ,,Aufmerksamkeit’’ und ,,Identität’’ zeugen von meiner Grundannahme, dass das Phänomen ,,Star’’ kein Mysterium ist (wenngleich es Publikum und Star als ein solches erscheinen mag). Der Star ist demnach kein außergewöhnlicher Mensch, er ist vielmehr eine von den Medien inszenierte Person, die dem Publikum im Image erfahrbar wird (Kapitel III a). Eine definitorische Charakterisierung des Stars erübrigt sich von selbst, indem den thematisch medialen Abschnitten empirisch begründete Überlegungen zur Aufmerksamkeitsökonomie vorausgeschickt werden: Nicht das Startum als solches ist letztlich interessant, sondern die Funktion des Stars.
Es zeigt sich nebenbei, dass mit den Kategorien ,,Aufmerksamkeit’’ und ,,Identität’’ nicht nur – das ist Ziel der Arbeit – eine theoretische Grundlage für die rhetorisch-mediale Inszenierung von Stars im Formatfernsehen gebildet werden kann (Kapitel IV b), sondern auch subjektive Erlebnisberichte von Star und Publikum erklärt werden können (Kapitel III b). Es handelt sich um vortheoretische Überlegungen, da der Prozess der Prominenzierung (bzw. Inszenierung) als solcher unbehandelt bleibt. Auch habe ich es unterlassen, näher auf soziologisch-mediale Theorien einzugehen (etwa auf das Thema ,,Agenda-Setting’’), um den Fokus voll und ganz auf die Hauptthematik richten zu können: Die Funktion des thematischen Star-Bezugs im Formatfernsehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Identität und Aufmerksamkeit als rhetorische Operatoren

a. Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitsbindung

b. Rhetorik: Zusammenspiel von sozial-tatsächlichem Identitätsbild und Meinungen

III. Image und Star als funktionale Größen in den Massenmedien

a. Image als Aufmerksamkeits-Austauschvakuum

b. Der Star als Sprunghilfe zwischen Format und Alltagswelt

IV. Der identische Vergleich als Problem: Formatidee und Alltagswelt

a. Zum Grund-Telos des Formatfernsehens

b. Provokation und Issuebildung: Der Star als inszenierte Formatkonstante

V. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die funktionale Rolle von Stars im Formatfernsehen und analysiert, wie diese als rhetorische Operatoren zwischen der Alltagswelt der Zuschauer und der virtuellen Formatwelt vermitteln, um Aufmerksamkeitsökonomien zu steuern und Identifikationsprozesse zu ermöglichen.

  • Rhetorische Inszenierungsstrategien von Stars
  • Die Psychologie der Aufmerksamkeitsbindung
  • Das Konzept des Star-Images als Austauschvakuum
  • Der Star als Sprunghilfe zwischen Format und Alltag
  • Die Bedeutung von Provokation und Inszenierung

Auszug aus dem Buch

b. Der Star als Sprunghilfe zwischen Format und Alltagswelt

Jedes Fernsehformat weist für sich eine Eigengesetzlichkeit auf, es erhebt den Anspruch der Selbstreferentialität. Gemäß der rhetorischen Angemessenheitsformel muss so jedem Format ein Verhaltensmaßstab inhärent sein: Das System funktioniert, soweit das Verhalten der eingebundenen Figuren von strukturgebenden Regeln determiniert wird.

Der Star ist in diesem System aber nicht nur Figur (wie wir im realen Leben soziale Figuren sind), er verkörpert gleichzeitig eine zu erstrebende reale Norm (in all seiner alltäglichen Widersprüchlichkeit). Diese mediale ,,Einspannung des Stars zwischen sozialer Normativität und Einzigartigkeit als Person’’ ermöglicht erst den Identifikationsprozess. Eine solche Charakterisierung des Stars ( – nicht des Star-Images!) gewinnt an Plausibilität, wenn man sich die Unmöglichkeit des Stars vor Augen führt, sein real-gesellschaftliches Leben mit dem Formatleben zu verbinden: Der Star bewegt sich als Person immer entweder im realen oder im irrealen Bereich. Es ist allein sein Image, dass die Brücke zwischen den Bereichen darstellt.

Demgemäß ist auch die Vertrauenswürdigkeit des Stars gegenüber seinen Rezipienten zu beurteilen: Der Star, als Kenner beider Bereiche überführt den Rezipienten aus der Alltagswelt in die Formatwelt. Reale Werte und Ideen kann er dem Rezipienten nur deshalb erfahrbar machen, weil er sich während der Vermittlung im anderen Bereich, also im Format, bewegt. (Abstrakte) Werte wären aber keine Werte mehr, wenn sie real erfahrbar wären. Bewegt sich der Star also im irrealen Formatbereich, so erlöschen für ihn die realen Werte; er sieht sie jetzt als Teil des Formatsystems.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung zur Rolle von Stars ein und definiert den rhetorischen Zugang als Mittel, um das Phänomen der Prominenz jenseits von Mystifizierungen zu erklären.

II. Identität und Aufmerksamkeit als rhetorische Operatoren: Hier wird das Konzept der Aufmerksamkeitsbindung erörtert und aufgezeigt, wie Identitätskonstrukte durch den Vergleich mit Objekten entstehen und rhetorisch manipuliert werden können.

III. Image und Star als funktionale Größen in den Massenmedien: Das Kapitel erläutert, warum Zuschauer nicht in die reale Person des Stars, sondern in dessen medial konstruiertes Image investieren, welches als Austauschvakuum fungiert.

IV. Der identische Vergleich als Problem: Formatidee und Alltagswelt: Dieser Abschnitt analysiert das Grund-Telos des Formatfernsehens und untersucht, wie Stars als Sprunghilfen eingesetzt werden, um Zuschauer in fremde Formatwelten zu ziehen und dort zu binden.

V. Schluss: Die Zusammenfassung resümiert die Star-Funktionen und bestätigt die mediale Konstruktion einer virtuellen Lebenswelt, in der das Fernsehen zur prägenden Kulturmetapher wird.

Schlüsselwörter

Formatfernsehen, Star, Aufmerksamkeit, Identität, Rhetorik, Aufmerksamkeitsbindung, Image, Inszenierung, Prominenzierung, Austauschvakuum, Sprunghilfe, Format, Medialität, Konstruktivität, Identifikationsprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rhetorische und soziologische Funktion von Stars im Formatfernsehen und wie diese als mediale Konstanten zur Zuschauerbindung eingesetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Aufmerksamkeitsökonomie, der rhetorischen Inszenierung, der Identitätstheorie und der Frage, wie Medien virtuelle Welten erzeugen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Phänomen "Star" logisch herleitbar zu machen, indem die Funktion des Stars als "Sprunghilfe" zwischen Alltagswelt und Formatfernsehen analysiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen rhetorischen Analyseansatz, der soziologische Theorien zur Aufmerksamkeit (z.B. nach Georg Franck) und medientheoretische Konzepte einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Es werden die Mechanismen der Aufmerksamkeitsbindung, die Bildung von Star-Images und die Art und Weise, wie Formate durch Provokation Zuschauer gewinnen, detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Formatfernsehen, Aufmerksamkeitsökonomie, Image-Austauschvakuum, Sprunghilfe und Identitätskonstruktion.

Warum investieren Fans laut dieser Arbeit in das Image und nicht in die Person?

Da eine direkte Kommunikation zwischen Fan und Star meist unmöglich ist, wird das mediale Image zum primären Investitionsobjekt, das soziale und persönliche Funktionen übernimmt.

Welche Rolle spielt das Dschungel-Camp als Fallbeispiel?

Das Dschungel-Camp dient als Beispiel für die Höchstleistung des Formatfernsehens, da es durch etablierte Stars (Ethos) und emotionale Provokation (Pathos) höchste Aufmerksamkeit erzielt.

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Details

Title
Vortheorie zur funktionalen Inszenierung von Stars im Formatfernsehen
College
University of Tubingen  (Seminar für Allgemeine Rhetorik)
Course
Imagestrategien im Formatfernsehen
Grade
1,0
Author
Raphael Hoffmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V142255
ISBN (eBook)
9783640525317
ISBN (Book)
9783640525768
Language
German
Tags
Stars Fernsehen Inszenierung Format Rhetorik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raphael Hoffmann (Author), 2008, Vortheorie zur funktionalen Inszenierung von Stars im Formatfernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142255
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