Die wertorientierte Führung hat sich in den letzten Jahren als Standard etabliert.
Diese Tatsache führt zur Akzeptanz des Kapitalmarktes als Referenz für die Beurteilung von Investitionsprojekten und für Entlohnungsmechanismen.
Vor diesem Hintergrund scheint es wesentlich, dass der Kapitalmarkt mit wertorientierten Informationen versorgt wird. Die bestehenden Reporting-Standards genügen diesem Anspruch jedoch nicht. Untersuchungen verdeutlichen den fehlenden Zusammenhang zwischen Kapitalmarktdaten und traditioneller Rechnungslegung. Zwischen Gewinnzahlen und Aktienkursperformance kann
beispielsweise kein signifikanter Zusammenhang gefunden werden.
In jüngster Zeit haben Wissenschaft und Anwender der externen Finanzpublizität von Unternehmen daher verstärkt auf die Notwendigkeit eines neuen Informationsmediums, des Value Reporting, hingewiesen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserläuterung: Was ist Value Reporting?
3 Darstellung des Value Reporting-Systems
3.1 Welche Idee steht hinter Value Reporting?
3.2 Welche Zielsetzung hat Value Reporting?
3.3 Wo und wie wird Value Reporting eingesetzt?
3.4 Welche Grundsätze gelten für das Value Reporting?
3.5 Wie ist ein Value Reporting-System aufgebaut?
3.5.1 Das Modell von PWC
3.5.2 Das Konzept von Ruhwedel/Schultze
3.5.3 Die Einteilung nach Müller/Fischer
3.5.3.1 Total return reporting
3.5.3.2 Value added reporting
3.5.3.3 Strategic advantage reporting
3.6 Wie werden die Daten des Value Reporting generiert ?
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "Value Reporting" als Instrument der wertorientierten externen Unternehmensberichterstattung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine transparente Kommunikation über vergangene Wertschaffung, Steuerungsgrößen und Zukunftsperspektiven Informationsasymmetrien zwischen Management und Kapitalmarkt abgebaut und somit Kapitalkosten gesenkt werden können.
- Grundlagen und Definitionen des Value Reporting
- Struktur und Konzeptionelle Modelle der wertorientierten Berichterstattung
- Die drei Säulen: Total Return, Value Added und Strategic Advantage Reporting
- Erfassung und Kategorisierung immaterieller Werte (Intellectual Capital)
- Integration von Management-Instrumenten wie der Balanced Scorecard
- Methoden der Datengenerierung für das Reporting
Auszug aus dem Buch
3.5.3.1 Total return reporting
Der Total Shareholder Return umfasst alle durch den Anleger aufgrund seines Investments erzielten Erträge. Das „Total return reporting“ nimmt im Rahmen des Value Reporting die retrospektive Rolle ein. Es sollte Angaben über die Aktienkursentwicklung, ausgeschüttete Dividenden und Bezugsrechte enthalten.
Sollten verschiedene Aktiengattungen eines Unternehmens börsennotiert sein, sind nach diesem Modell die Daten zu den jeweiligen Gattungen getrennt anzugeben. Zur Darstellung der Kursentwicklung der Aktie sollte neben einer detaillierten Übersicht über die betreffende Periode eine Langzeitbetrachtung des Kursverlaufs über zehn Jahre hinweg benutzt werden. Es ist hierbei nicht nur die absolute Entwicklung anzugeben, sondern auch die Entwicklung im Vergleich zu bestimmten Indizes.
Außerdem ist eine Kommentierung der Kursentwicklung vorzunehmen und bei deutlichen Kursausschlägen in Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen sind diese zu erläutern. Darüber hinaus sollten Informationen zu den Umsätzen der Aktie bereitgestellt werden. In diesem Zusammenhang wäre auch eine Darstellung von Muster-Depots denkbar, die die Wertentwicklung eines einmal investierten Betrags aufzeigen. Es muss jedoch die jeweilige Berechnungsmethode angegeben werden, um die Angaben nachvollziehbar und mit anderen Unternehmen vergleichbar zu machen.
Dividenden und Dividendenrenditen sind sowohl inklusive als auch exklusive der Steuergutschrift anzugeben. Darüber hinaus wird empfohlen ergänzende Kennzahlen und Ergebnisstufen wie EBIT und EBITDA anzugeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einführung erläutert die Bedeutung der wertorientierten Führung und die Notwendigkeit, den Kapitalmarkt durch ein neues Informationsmedium jenseits der traditionellen Rechnungslegung besser zu informieren.
2 Begriffserläuterung: Was ist Value Reporting?: Dieses Kapitel definiert Value Reporting als wertorientierte Zusatzberichterstattung, die darauf abzielt, Informationsasymmetrien zwischen internen und externen Stakeholdern zu verringern.
3 Darstellung des Value Reporting-Systems: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert die Ideen, Ziele, Grundsätze und verschiedenen Modellansätze (wie PWC oder Müller/Fischer) für die praktische Umsetzung des Value Reporting.
4 Resümee: Das Kapitel fasst zusammen, dass Value Reporting ein effizientes Mittel zur Senkung der Kapitalkosten ist, jedoch eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Abwägung seitens des Unternehmens erfordert.
Schlüsselwörter
Value Reporting, wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Kapitalmarkt, Zusatzberichterstattung, Total Return Reporting, Value Added Reporting, Strategic Advantage Reporting, Immaterielle Werte, Intellectual Capital, Balanced Scorecard, Informationsasymmetrie, Kapitalkosten, Unternehmenskommunikation, Investor Relations
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Value Reporting als modernem Instrument der externen Unternehmensberichterstattung, um den Kapitalmarkt transparent über wertorientierte Kennzahlen zu informieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Begriffs, den strukturellen Aufbau von Reporting-Systemen, die Bedeutung immaterieller Werte und die Methoden zur Generierung der benötigten Unternehmensdaten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen des Value Reporting für die Senkung der Kapitalkosten und die Verbesserung der Kapitalmarkteffizienz darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und Modelle, die von Experten und Arbeitskreisen wie der Schmalenbach-Gesellschaft entwickelt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Modellansätze (PWC, Ruhwedel/Schultze, Müller/Fischer) detailliert gegenübergestellt sowie Instrumente wie die Balanced Scorecard und das Intellectual Property Statement erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Kernbegriffe sind Value Reporting, Shareholder Value, wertorientierte Steuerung, Kapitalmarktkommunikation und die Bewertung immaterieller Vermögenswerte.
Warum wird das Modell von Müller/Fischer für die Analyse bevorzugt?
Die Autorin wählt diesen Ansatz, da er eine dreigeteilte Struktur bietet, die alle relevanten Teilbereiche des Value Reporting (Total Return, Value Added, Strategic Advantage) umfassend abdeckt.
Wie bewertet die Autorin das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen des Value Reporting?
Sie betont, dass Unternehmen vor der Veröffentlichung zusätzlicher Informationen eine genaue Kosten-Nutzen-Abwägung durchführen müssen, da die indirekten Kosten den Mehrwert des Reportings theoretisch mindern könnten.
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- Semra Öztürk (Author), 2009, Value Reporting, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142268