In der folgenden Hausarbeit wird das zweite Kapitel von „a theory of Justice“ des Philosophen John Rawls aus dem Jahre 1971 dargestellt und kritisch hinterfragt. Der Schwerpunkt wird dabei auf seinen beiden Grundsätzen der Gerechtigkeit liegen. Geprüft werden diese beiden Grundsätze hauptsächlich vor dem Hintergrund eines Textes von Peter Koller auf die Frage nach ihrer möglichen Anwendbarkeit und ihrer Grenzen in der Realität und auf Grundlage eines Textes von Otfried Höffe auf ihre mögliche Umsetzung in unserer heutigen Zeit, in der Globalisierung ein immer größer werdender Einfluss für das menschliche Zusammenleben ist. Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung und Übersicht über das gesamte Werk „a theory of justice“ die als Grundlage für weitere Erläuterungen dient. Im Anschluss wird dann das zweite Kapitel des Buches näher vorgestellt. Dies mit besonderem Augenmerk auf Rawls Hinführung und Formulierung seiner beiden Gerechtigkeitsgrundsätze. Nach der Darstellung des Kapitels wird Rawls Argumentation für seine beiden Grundsätze hinsichtlich ihrer logischen Begründbarkeit auf Grundlage des Textes von Peter Koller kritisch hinterfragt. Neben der Kritik an der logischen Begründung wird im Anschluss der Frage nachgegangen inwieweit die Möglichkeiten existieren die Gerechtigkeitsgrundsätze von Rawls in der Realität umzusetzen und welche Grenzen und Unterschiede zwischen Theorie und Praxis verlaufen. Danach wird vor dem Hintergrund, dass Rawls Buch „a theory of Justice“ vor über 50 Jahren geschrieben wurde außerdem erörtert welche Schwierigkeiten und Grenzen die heutige Zeit für seine Theorie birgt und ob seine Theorie auch die Möglichkeiten und Probleme der Globalisierung mit einbezieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übersicht und Einführung in das Werk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“
3. Die Grundsätze der Gerechtigkeit
4. Kritik an den Gerechtigkeitsgrundsätzen
4.1 Begründung der Grundsätze
4.2 Anwendung der Grundsätze
4.3 Die Grundsätze und Globalisierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit John Rawls' Werk „A Theory of Justice“ auseinander, wobei der Fokus auf den zwei Gerechtigkeitsgrundsätzen liegt. Ziel ist es, deren logische Herleitung sowie ihre praktische Umsetzbarkeit und etwaige Grenzen vor dem Hintergrund moderner Herausforderungen wie der Globalisierung zu hinterfragen.
- Grundlagen der Rawls'schen Gerechtigkeitstheorie und der Urzustand
- Analyse und Kritik der zwei Gerechtigkeitsgrundsätze
- Problematiken bei der praktischen Umsetzung und Durchsetzung
- Die Relevanz von Rawls' Theorie in einer globalisierten Welt
- Diskussion von Universalität versus kulturelle Gebundenheit
Auszug aus dem Buch
3. Die Grundsätze der Gerechtigkeit
Es folgt nun eine Darstellung und Erläuterung des zweiten Kapitels in Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“. Dabei werden die Punkte, die nachher kritisch beleuchtet werden ausführlicher dargestellt und für die Diskussion dieser Arbeit nicht relevante Aspekte nicht in voller Länge erläutert. Wie zuvor beschrieben beziehen sich Rawls Überlegungen auf die Grundstruktur der Gesellschaft, welche die Verteilung der Grundgüter regelt. Grundgüter bilden somit den Gegenstand von Rawls sozialer Gerechtigkeit. Diese Grundgüter sind die Rechte und Freiheiten der Mitglieder, ihre Positionen und Chancen, Wirtschaftliche Aussichten und die sozialen Grundlagen. Rawls Überlegungsweg, an dessen Ende seine beiden Grundsätze stehen beginnt mit der Überlegung, wie vernünftige Menschen im Urzustand die gesellschaftlichen Güter verteilen würden.
Würde angenommen, dass die Güter eine absolute Menge sind, die immer konstant bleibt würde vermutlich eine uneingeschränkte Gleichheit der Güterverteilung festgelegt werden. Da gesellschaftliche Güter jedoch abhängig vom gesellschaftlichen Zusammenwirken sind und ihre Menge somit verringert oder gesteigert werden kann ist die uneingeschränkte Gleichheit in der Realität nicht plausibel. Viel näher läge nach Rawls der Schluss in einer allgemeinen Gerechtigkeitsvorstellung ungleiche Güterverteilung zuzulassen, wenn sie zu einer gesamten Steigerung der gesellschaftlichen Güter führt, welche zum Vorteil aller Mitglieder ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von John Rawls ein und legt den Fokus auf die kritische Untersuchung der Gerechtigkeitsgrundsätze unter Einbeziehung zeitgenössischer gesellschaftlicher Anforderungen.
2. Übersicht und Einführung in das Werk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“: Das Kapitel erläutert den theoretischen Ursprung von Rawls' Werk und beschreibt das Konzept des Urzustands sowie den Schleier des Nichtwissens als Fundament seiner Gerechtigkeitstheorie.
3. Die Grundsätze der Gerechtigkeit: Hier werden die zwei Gerechtigkeitsgrundsätze Rawls' sowie deren interne Bedingungen wie das Unterschiedsprinzip und die faire Chancengleichheit ausführlich dargestellt.
4. Kritik an den Gerechtigkeitsgrundsätzen: In diesem Hauptteil wird die Theorie von Rawls durch die Perspektive von Peter Koller grundlegend hinterfragt, wobei sowohl die argumentative Begründung als auch die praktische Anwendung und die globale Relevanz kritisch diskutiert werden.
4.1 Begründung der Grundsätze: Dieses Unterkapitel analysiert die logischen Schwachstellen in Rawls' Begründungsversuchen für seine Grundsätze, insbesondere die Problematik des zirkulären Schließens im Urzustand.
4.2 Anwendung der Grundsätze: Es werden hier die praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Grundfreiheiten, der Chancengleichheit und des Unterschiedsprinzips in der realen Gesellschaft aufgezeigt.
4.3 Die Grundsätze und Globalisierung: Dieser Abschnitt thematisiert die Anwendbarkeit einer auf den Rechtsstaat zugeschnittenen Theorie in einer globalisierten Welt, in der internationale Institutionen und interkulturelle Fragen an Bedeutung gewinnen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die kritischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer empirischen Fundierung der Theorie, um sie auf die Realität anwenden zu können.
Schlüsselwörter
John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Gerechtigkeitsgrundsätze, Unterschiedsprinzip, soziale Grundgüter, faire Chancengleichheit, Verfahrensgerechtigkeit, Globalisierung, interkultureller Gerechtigkeitsdiskurs, politische Philosophie, Moralethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem zweiten Kapitel von John Rawls' Werk „A Theory of Justice“ und einer kritischen Auseinandersetzung mit seinen Gerechtigkeitsgrundsätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die logische Herleitung der Gerechtigkeitsprinzipien, die Konzeption des Urzustands, die Herausforderungen der praktischen Umsetzung und die globale Anwendbarkeit der Theorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu prüfen, ob die Rawls'schen Grundsätze in der heutigen Realität – insbesondere unter Bedingungen der Globalisierung – praktikabel und haltbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und einen kritisch-argumentativen Abgleich auf Basis von Texten wie denen von Peter Koller und Otfried Höffe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rawls'schen Gerechtigkeitsprinzipien sowie eine detaillierte Kritik an deren Begründung, praktischer Anwendbarkeit und ihrer Stellung im globalen Kontext.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Unterschiedsprinzip, Chancengleichheit und Globalisierung.
Warum wird der Urzustand als hypothetischer Zustand kritisiert?
Die Kritik besagt, dass die Annahmen über das Verhalten der Menschen im Urzustand hypothetisch sind und die spätere Theoriebildung einseitig auf individualistische und teilbare Güter einschränken.
Inwiefern stellt die Globalisierung eine Herausforderung für Rawls dar?
Rawls' Theorie ist auf einen stabilen Nationalstaat zugeschnitten; in einem globalen Kontext fehlen jedoch Mechanismen für eine interkulturelle Gerechtigkeit und supranationale Institutionen.
Welches Problem ergibt sich bei der „fairen Chancengleichheit“ in der Praxis?
In der Praxis ist es schwierig, zwischen tatsächlicher Begabung und durch soziale Umstände bedingten Ungleichheiten zu unterscheiden, was eine objektive Auswahl unmöglich macht.
Warum ist das „Unterschiedsprinzip“ laut Arbeit schwer umzusetzen?
Es fehlt ein valider Index, um die verschiedenen sozialen Güter miteinander vergleichbar zu machen und die „am schlechtesten Gestellten“ eindeutig zu identifizieren.
- Citation du texte
- Melissa Boltes (Auteur), 2023, Rawls Grundsätze der Gerechtigkeit. Kritik und Möglichkeiten einer Umsetzung in der Realität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1422901