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Kinderzeichungen- Kulturelle Determination

Objektdarstellungen als kulturell bestimmtes Phänomen

Título: Kinderzeichungen- Kulturelle Determination

Ensayo , 2009 , 7 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Maike Jaeger (Autor)

Psicología - Psicología del desarrollo
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1.Einleitung
Kinderzeichnungen sind keine universellen Phänomene, sondern sie unterliegen historischen Veränderungen ebenso wie soziokulturellen Einflüssen.
Schon lange ermittelt die experimentelle Psychologie mit der Methode des Experiments die Zeit- und kulturübergreifenden „Gesetze“ menschlichen Verhaltens. Lange Zeit hat man die Stufenfolge zeichnerischen Gestaltens oder eben bestimmte Eigenschaften der Kinderzeichnung für universelle Phänomene gehalten. Erst in den letzten Jahren wurde deutlich, wie sehr doch menschliches Verhalten durch kulturelles Wissen vermittelt wird. Dies kann man sowohl im Kulturvergleich als auch im historischen Vergleich feststellen. Sieht man das Zeichensystem der Kinderzeichnung als „Bildsprache“ an, so werden Einflüsse der entsprechenden Kultur auf das übernommene Sprachsystem erklärbar. Das heißt jedoch nicht, dass Universalitäten ausgeschlossen sind. Ähnlich wie bei den verbalen Sprachen, wo manche Sprachen alle Möglichkeiten des Phonemsystems ausschöpfen und andere Sprachen sich nur auf eine gewisse Auswahl konzentrieren, ist es bei der Bildsprache der Kinderzeichnungen. Sie fügt sich vorerst aus einem grundsätzlich gleichen Repertoire von „Graphemen“ zusammen. Aber auch hier gibt es, neben den kombinierbaren universellen Zeichen (falsche Rechtwinkligkeit oder die Transparenz in den Zeichnungen), facettenreiche Merkmale der Kinderzeichnung, die sich über die Kulturen hinweg finden lassen.
In meiner Darstellung bezieh ich mich auf folgende Literatur:

1. Schuster,M, (2000). Psychologie der Kinderzeichnung. Göttingen: Hogrefe
2. Meili- Dworetzki, G. (1982). Spielarten des Menschenbildes. Ein Vergleich der Menschenzeichnung schweizerischer und japanischer Kinder. Huber:Bern
3. Brem- Gräser, L. (1995). Familie in Tieren. München: Reinhardt
4. Mills, J.C & Crowly, R.J. (2006). Therapeutische Metaphern für das Kind und das Kind in uns. Donauworth, Auer.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Empirische Vorgehensweise

3. Kultureller Vergleich der Körperdarstellungen

4. Objektdarstellungen als kulturell bestimmtes Phänomen

4.1 Zeichnerische Erziehung- Blickorientierung vs. Schemadarstellungen

4.2 Auswirkungen auf die Darstellung mit Berücksichtigung der Geschlechter

5. Exkurs: Ergänzungsklasse

6. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss kultureller Prägungen auf die künstlerische Ausdrucksweise von Kindern anhand eines Vergleichs zwischen japanischen und schweizerischen Kinderzeichnungen. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche soziokulturelle Kontexte und Erziehungspraktiken die Art und Weise beeinflussen, wie Kinder Menschen und Objekte bildnerisch darstellen.

  • Vergleichende Analyse von Kinderzeichnungen aus Japan und der Schweiz
  • Einfluss kultureller Leitbilder auf die grafische Gestaltung
  • Bedeutung der sozialen Umgebung für die Geschlechtsidentifikation in Zeichnungen
  • Unterscheidung zwischen universellen Entwicklungsschritten und kulturellen Spezifika
  • Die Rolle der "Bildsprache" als Spiegel gesellschaftlicher Werte

Auszug aus dem Buch

Augenpartie

Japanische Kinder differenzieren besonders früh das Gesicht mit seinen Hauptteilen. Die Augen sind meist aufrecht eingesetzt und wirken nicht mongolisch. Das übergroße ovale mandelförmige Auge wird immer dicht ausgefüllt und bleibt selten leer. Die schweizerischen Kinder hingegen zeichnen oft leere Rundungen und lassen kleine Stellen inmitten des Liniengebildes frei oder markieren einen einfachen Punkt als Pupille. Dieser schwarze Punkt- Pupille- steht im Kontrast zur hellen Iris.

Große Augen sind in der japanischen Kultur typisch für das Baby/ Kleinkind und spiegeln den Charme des Kindergesichtes wider. Das Ideal der Japanerin ist es möglichst großen Augen zu haben. Das eigene mongolische Auge genießt zwar hohes Ansehen in der darstellenden und neuen Kunst, nicht aber in der Realität. Angestrebt wird u.a. durch die kosmetische Chirurgie, die Angleichung an ein vom westlichen Schönheitsideal möglichst großes Auge ohne Mongolenfalte. Wenn man die Augenfärbung der Japaner mit der europäischen Augenfärbung vergleicht, fällt auf, dass das Farbspektrum zu dem farbenreichen europäischen Augen sehr dunkel und nur aufgehellt durch die Widerspiegelung des Lichtes wirkt. Im Vorschulalter unterscheiden die japanischen Kinder noch nicht den Umriss der Augen von Pupille und Iris. Jedoch wird dies im späteren Alter berücksichtigt. Der Vollständigkeit halber achten sie auch auf die richtig horizontal hingesetzte Gesamtform des Auges und berücksichtigen, gegenüber der relativen Vernachlässigung der Schweizer Zeichner, die Augenbraue.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert, dass Kinderzeichnungen keine universellen Phänomene sind, sondern durch soziokulturelle Kontexte und historische Einflüsse geprägt werden.

2. Empirische Vorgehensweise: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Untersuchung, bei der Zeichnungen von japanischen und schweizerischen Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren verglichen wurden.

3. Kultureller Vergleich der Körperdarstellungen: Es werden spezifische Unterschiede in der zeichnerischen Umsetzung von Körpermerkmalen, wie Größe, Kopfformen, Haaren und Augenpartien, zwischen beiden Kulturen detailliert analysiert.

4. Objektdarstellungen als kulturell bestimmtes Phänomen: Hier wird untersucht, warum sich in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Zeichenstile entwickeln und wie die Erziehung die perzeptive Verarbeitung beeinflusst.

4.1 Zeichnerische Erziehung- Blickorientierung vs. Schemadarstellungen: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie unterschiedliche Ansätze in der Erziehung und der Stellenwert von Kunst und Schrift die zeichnerische Entwicklung der Kinder prägen.

4.2 Auswirkungen auf die Darstellung mit Berücksichtigung der Geschlechter: Der Fokus liegt hier auf dem Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder und der Geschlechtsidentität auf die zeichnerische Gestaltung.

5. Exkurs: Ergänzungsklasse: Ein ergänzender Fallbericht über japanische Kinder in der Schweiz zeigt, wie sich kulturelle Identität und fremde Einflüsse in sogenannten Mischformen überlagern.

6. Schlußbetrachtung: Das Fazit unterstreicht, dass Kinderzeichnungen als kulturelle Ausdrucksmittel dienen und nicht einseitig nach westlichen Maßstäben bewertet werden sollten.

Schlüsselwörter

Kinderzeichnung, Kulturvergleich, Japan, Schweiz, Menschenbild, Bildsprache, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Schemadarstellung, visueller Realismus, kulturelle Prägung, künstlerische Entwicklung, Erziehung, Psychologie, interkulturelle Kompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse kultureller Einflüsse auf die Entwicklung und Gestaltung von Kinderzeichnungen durch einen direkten Vergleich zwischen japanischen und schweizerischen Kindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die anatomische Darstellung des Menschen, der Einfluss von Erziehungspraktiken, die Bedeutung des Geschlechts bei der Gestaltung sowie die kulturell unterschiedliche Wahrnehmung von Details.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Kinderzeichnungen als kulturell bedingte Ausdrucksformen zu verstehen sind, die soziale und kulturelle Prägungen widerspiegeln, statt sie nur als universelle Entwicklungsstadien zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es wurde eine empirische Vergleichsstudie herangezogen (basierend auf Daten von Meili-Dworetzki), die Zeichnungen hunderter Kinder beider Nationen über einen Zeitraum von zwei Jahren auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Körperdarstellungen (Kopf, Auge, Mund, Körperbau), die Untersuchung von Objektdarstellungen sowie den Einfluss der schulischen und familiären Erziehung auf den Zeichenstil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Kinderzeichnung, Kulturvergleich, Bildsprache, Sozialisation, visueller Realismus und kulturelle Prägung.

Warum zeichnen japanische Kinder anatomische Merkmale wie Augen und Münder oft anders als Schweizer Kinder?

Die Unterschiede resultieren aus einer Kombination von kulturellen Schönheitsidealen, der unterschiedlichen Bedeutung von Körpermerkmalen in der jeweiligen Gesellschaft und einer früher einsetzenden Differenzierung bei den japanischen Kindern.

Welche Rolle spielt das Geschlecht bei den untersuchten Zeichnungen?

In Japan zeigt sich eine stärkere geschlechtsspezifische Differenzierung in der Zeichnung, etwa bei Frisuren oder dem Lächeln, was mit den dortigen gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbildern korreliert.

Was verdeutlicht der Exkurs über die japanische Ergänzungsklasse in der Schweiz?

Er zeigt, dass Kinder ihre kulturelle Identität in Zeichnungen zwar weitgehend bewahren, jedoch unter dem Einfluss einer fremden Umwelt Mischformen entwickeln, was die Anpassungsfähigkeit kultureller Ausdrucksweisen belegt.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Bewertung von Kinderzeichnungen?

Es wird gefolgert, dass westlich geprägte Bewertungsmaßstäbe, die Details als Anzeichen für Intelligenz oder Reife deuten, unzureichend sind, da Zeichnungen primär als Ausdruck kultureller Muster zu sehen sind.

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Detalles

Título
Kinderzeichungen- Kulturelle Determination
Subtítulo
Objektdarstellungen als kulturell bestimmtes Phänomen
Universidad
University of Cologne  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät Institut für Psychologie)
Calificación
2,3
Autor
Maike Jaeger (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
7
No. de catálogo
V142319
ISBN (Ebook)
9783640520183
ISBN (Libro)
9783640522149
Idioma
Alemán
Etiqueta
Menschenzeichnung Zeichnerische Erziehung- Blickorientierung vs. Schemadarstellungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maike Jaeger (Autor), 2009, Kinderzeichungen- Kulturelle Determination, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142319
Leer eBook
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