Neue Chancen und Risiken des E-Business gilt es bei der strategischen Unternehmensplanung und vor allem in der strategischen Analyse zu berücksichtigen.
Da klassische Analyse-Methoden und Instrumente im E-Business nur teilweise anwendbar sind, ist es das Ziel dieser Arbeit, ein Instrumentarium zu schaffen, das für die strategische Analyse im E-Business geeignet ist.
Dieses Instrumentarium kann aus an das E-Business angepassten und neuen Instrumenten bestehen. Außerdem sollen diese, soweit es der generische Ansatz dieser Arbeit zulässt, operationalisiert werden. Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt, sowie die zentralen Begriffe des E-Business erklärt. Außerdem werden das strategische Informationsmanagement und IT-Strategie von der E-Business-Strategie abgegrenzt.
Anschließend werden die Effekte des E-Business für die strategische Unternehmensplanung zusammengefasst. Auf Basis dieser Erkenntnisse entsteht das Vorgehensmodell zur strategischen E-Business-Analyse. Hierbei werden auch die Analysefelder, die im Rahmen der E-Business-Strategieentwicklung von Bedeutung sind, identifiziert.
Danach werden die vier Stufen des Vorgehensmodells um Methoden und Instrumente ergänzt, welche sich für die spezifischen Problemstellungen bzw. strategischen Herausforderungen der E-Business-Analyse eignen. Als besondere Problemstellung wird hierbei das Vorhandensein von
IV-technischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten betrachtet. Die Methoden und Instrumente sind hierbei generisch gehalten, um eine Anwendbarkeit in unterschiedlichen Unternehmenskontexten zu gewährleisten.
Anhand einer Case Study wird das Vorgehensmodell daraufhin exerziert. Im Anhang findet der praktisch orientierte Leser des Weiteren die Operationalisierung der vorgestellten Methoden und Instrumente.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Ziel der Diplomarbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die strategische Unternehmensplanung
2.1.1 Begriffsbetrachtung
2.1.2 Der strategische Planungsprozess
2.2 E-Business und der strategische Planungsprozess
2.3 Begriffsdefinitionen
2.3.1 E-Business, E-Markets und E-Business-Systeme
2.3.2 Primäre E-Business-Anwendungen
2.3.3 Sekundäre E-Business-Anwendungen
2.3.4 E-Business und Geschäftsmodelle
2.4 Definition und Abgrenzung von E-Business, strategischem Informationsmanagement und IT-Strategie
2.4.1 Strategisches Informationsmanagement und IT-Strategie
2.4.2 E-Business-Strategie
3 Effekte des E-Business für die strategische Unternehmensplanung
3.1 Effekte aus der Market-Based-View
3.2 Effekte aus der Resource-Based-View
3.3 Zusammenfassung der Effekte des E-Business für strategische Unternehmensplanung
4 Vorgehensmodell zur strategischen E-Business-Analyse
4.1 Einordnung der E-Business-Analyse in den strategischen Planungsprozess
4.2 Identifikation der Analysefelder
4.3 Vorgehensschema
4.3.1 Branchen-/Markt- und Geschäftsfeldabgrenzung
4.3.2 Analyse aus der Market-Based-View
4.3.3 Analyse aus der Resource-Based-View
4.3.4 Zusammenführung und Auswertung im SWOT-Portfolio
5 Methoden und Instrumente des Vorgehensmodells
5.1 Einleitung
5.1.1 Methodendefinition
5.1.2 Methoden und Instrumente zur strategischen Analyse und Planung
5.1.3 Anforderungen des E-Business an Methoden und Instrumente
5.2 Strategische Branchen- und Geschäftsfeldabgrenzung im E-Business
5.2.1 Strategische Branchen- und Marktabgrenzung im E-Business
5.2.2 Geschäftsfeldabgrenzung
5.3 Analyse aus der Market-Based-View
5.3.1 Analyse der Makroumwelt und Mikroumwelt
5.3.2 Methoden zur Analyse der Makroumwelt
5.3.2.1 Makroumwelt nach GRANT
5.3.2.2 Szenarioanalyse
5.3.2.3 Analyse der Makroumwelt im E-Business
5.3.3 Analyse der Mikroumwelt/Branchenumwelt
5.3.3.1 Analyse der Marktform
5.3.3.2 Branchenstrukturmodell
5.3.3.3 Strategische Kunden- und Wettbewerberanalyse
5.3.3.4 Zusammenfassung der Analyse der Mikroumwelt im E-Business
5.3.4 Erfolgsfaktoren im E-Business
5.3.5 Analyse der E-Affinität des Marktes
5.3.6 Ermittlung von Chancen und Risiken über Geschäftsmodell
5.3.7 Zwischenergebnis: Chancen und Risiken im E-Business
5.4 Analyse aus der Resource-Based-View
5.4.1 Ressourcen als Grundlage für die Unternehmensrentabilität
5.4.2 Methode zur Identifikation der Ressourcen im E-Business
5.4.3 Instrumente und Methoden zur Bewertung der Ressourcen im E-Business
5.4.3.1 Konkurrenz-/Best-Practice-Analyse zur Ressourcenbewertung
5.4.3.2 VRIO-Framework als Instrument zur Analyse aus der Resource-Based-View
5.4.3.3 Analyse der IT-Ressourcen bzgl. ihrer Standardisierung/Kompatibilitätsgrad
5.4.3.4 IT-Systemanalyse
5.5 Zusammenführung und Auswertung im SWOT-Portfolio
5.5.1 Bestimmung des Geschäftssystems
5.5.2 Identifikation der Erfolgsfaktoren
5.5.2.1 Neuordnung der Erfolgsfaktoren durch E-Business
5.5.2.2 Instrumente zur Identifikation von Erfolgsfaktoren im E-Business
5.5.3 Beurteilung der Stärken und Schwächen
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein geeignetes Instrumentarium für die strategische Analyse im E-Business zu schaffen, da klassische Analyse-Methoden den spezifischen Anforderungen des E-Business nur teilweise gerecht werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration von E-Business-Anwendungen in die strategische Unternehmensplanung, um unternehmensinterne sowie makroökonomische Veränderungen effektiv zu erfassen und Wettbewerbsvorteile nachhaltig zu sichern.
- Effekte des E-Business auf die strategische Unternehmensplanung.
- Analyseansätze durch Market-Based-View und Resource-Based-View.
- Vorgehensmodell zur E-Business-Analyse inklusive operationalisierbarer Instrumente.
- Erfolgsfaktorenanalyse und deren Transformation im E-Business.
- Fallstudienbasierte Anwendung der entwickelten Instrumente.
Auszug aus dem Buch
2.3.4 E-Business und Geschäftsmodelle
Im Zuge von E-Business ist sehr häufig von neuen internetbasierten Geschäftsmodellen die Rede. Daher wird in diesem Abschnitt kurz die Definition des Geschäftsmodellbegriffs betrachtet sowie die Einordnung des E-Business in das Geschäftsmodell. Geschäftsmodelle greifen im allgemeinen auf die Modelltheorie zurück, wobei sie die vereinfachte Abbildung eines realen Systems zum Ziel haben. Außerdem ist die Darstellung der grundlegenden Geschäftsprozesse und der Architektur für Produkt-, Service- und Informationsflüsse ein weiterer zentraler Punkt der Geschäftsmodelltheorie.
Geschäftsmodelle sind vielfach einsetzbar. In der Planungsphase haben sie eine Vorbildfunktion, um die Planung besser auszurichten. In der Analysephase fördern sie das Funktionsverständnis für das zu analysierende Unternehmen, indem Prozesse abgebildet und analysiert werden. Geschäftsmodelle werden häufig als Optimierungswerkzeuge eingesetzt. Sie bilden das bestehende Geschäftssystem nach, analysieren und optimieren es und bauen auf diesen Ergebnissen das Soll-Modell, welches erreicht werden soll, auf. Sie stellen also eine individuelle Konfiguration von Unternehmens- und Prozesskomponenten dar, welche es zum Ziel haben, die jeweiligen Unternehmenspotenziale so weit wie möglich auszuschöpfen. Um eine umfassendere Darstellung zu ermöglichen, wird das Geschäftsmodell in 4 Teilmodelle gegliedert:
1. Das Prozessmodell beschreibt, durch welche Prozesse Werte geschaffen werden.
2. Das Teilnehmermodell identifiziert alle Teilnehmer, die an der Wertschöpfung beteiligt sind.
3. Im Erlösmodell wird beschrieben, wie Erlöse erzielt werden sollen. Auch wird hier die gewünschte Aufteilung der Erlöse auf die Teilnehmer behandelt.
4. Das Transaktionsmodell beschreibt den Prozess des Zusammenkommens der Wertschöpfungspartner, um Transaktionen durchzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Ziel der Diplomarbeit: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von E-Business-Anwendungen und definiert das Ziel, ein geeignetes Instrumentarium für die strategische Analyse im E-Business zu entwickeln.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die strategische Unternehmensplanung und definiert zentrale E-Business-Begriffe sowie deren Abgrenzung zum strategischen Informationsmanagement.
3 Effekte des E-Business für die strategische Unternehmensplanung: Hier werden die Auswirkungen des E-Business auf die Unternehmensplanung aus der Perspektive der Market-Based-View und Resource-Based-View untersucht.
4 Vorgehensmodell zur strategischen E-Business-Analyse: Es wird ein vierstufiges Vorgehensschema zur strategischen E-Business-Analyse innerhalb des Planungsprozesses vorgestellt.
5 Methoden und Instrumente des Vorgehensmodells: Dieses zentrale Kapitel ergänzt die vier Stufen des Modells um konkrete Methoden und Instrumente zur internen und externen Analyse.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse und bestätigt die praktische Anwendbarkeit des entwickelten Vorgehensmodells sowie der Analyseinstrumente.
Schlüsselwörter
E-Business, Strategische Unternehmensplanung, Market-Based-View, Resource-Based-View, SWOT-Analyse, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungskette, Branchenanalyse, IT-Strategie, Erfolgsfaktoren, Prozessoptimierung, Benchmarking, Internetökonomie, Wettbewerbsvorteile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Analyse im E-Business. Ziel ist es, ein Instrumentarium zu schaffen, mit dem Unternehmen Chancen und Risiken digitaler Geschäftsmodelle systematisch erfassen und in ihre strategische Planung integrieren können.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven bilden das Fundament?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Market-Based-View, die den Fokus auf Branchenstrukturen legt, und die Resource-Based-View, die unternehmensinterne Ressourcen und Fähigkeiten zur Wettbewerbsvorteilsgenerierung in den Mittelpunkt stellt.
Was ist das Ziel der Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage adressiert die Notwendigkeit, klassische Managementinstrumente an die Anforderungen des E-Business anzupassen, um kleinen und mittleren Unternehmen einen zielgerichteten und wirtschaftlichen Einsatz von IT-Strategien zu ermöglichen.
Welche Methodik wird für die Analyse angewandt?
Das Vorgehen basiert auf einem vierstufigen Modell, das von der Branchenabgrenzung über externe und interne Analysen bis zur Zusammenführung im SWOT-Portfolio reicht, ergänzt durch spezifische Fragebögen zur Operationalisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des strategischen Informationsmanagements, die Analyse von Branchentriebkräften, die Identifikation von Erfolgsfaktoren durch Business Intelligence und die methodische Bewertung von Ressourcen im E-Business.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Neben E-Business und strategischer Planung sind Begriffe wie VRIO-Framework, Wertschöpfungskette, Internetökonomie und Wettbewerbsvorteile zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie unterscheidet sich die Online- von der stationären Strategie bei Hugendubel?
Die Analyse zeigt, dass beim Online-Buchhandel (Amazon vs. Hugendubel) der Fokus stark auf IT-Infrastruktur, effizienter Logistik und datengesteuertem Kundenservice liegt, während im stationären Modell physische Aspekte wie die Ladenlage und persönliche Beratung dominieren.
Warum ist das "VRIO-Framework" für die Analyse essenziell?
Das VRIO-Framework wird genutzt, um die Ressourcen eines Unternehmens auf ihre strategische Relevanz, Seltenheit, Imitierbarkeit und organisatorische Integrierbarkeit zu prüfen und so deren Potenzial für nachhaltige Wettbewerbsvorteile im E-Business zu bestimmen.
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- Carlo Weimer (Author), 2005, Strategische Analyse im E-Business. Analyseinstrumente und deren Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142320