In der letzten Zeit wird die Kritik an den Schulen immer lauter. Die Menschen beschweren sich darüber, dass an den Schulen zu wenig gelernt wird. Weiterhin würden sich die Schüler und Schülerinnen nicht bzw. kaum für den vermittelten Stoff interessieren, ihre Aufgaben nur oberflächlich bearbeiten, sehr viel schummeln, um gute Noten zu bekommen und schließlich das meiste gleich wieder vergessen. Diese Kritik wurde vor allem durch die PISA-Ergebnisse bestätigt, weshalb seit dieser Studie das selbstbestimmte Lernen immer wieder stärker betont wird. Durch die Interpretation der Ergebnisse dieser PISA-Studie wurde deutlich gemacht, dass das Ausmaß selbstbestimmten Lernens relevant für den Lernerfolg ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Geschichte
4. Heutiger Stand
5. Teilkomponenten, die das selbstbestimmte Lernen beeinflussen
6. Selbstbestimmtes Lernen in der Schule
6.1 Selbstbestimmtes Lernen vs. Fremdbestimmung in der Schule
6.2 Methoden in der Schule
7. Selbstbestimmtes Lernen jenseits der Institutionen
8. Schluss
9. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des selbstbestimmten Lernens, analysiert dessen historische Wurzeln sowie aktuelle Relevanz und prüft die Umsetzungsmöglichkeiten in schulischen und außerschulischen Kontexten.
- Kritische Analyse der aktuellen Schulsituation im Kontext der PISA-Ergebnisse.
- Theoretische Fundierung und historische Entwicklung des selbstbestimmten Lernens.
- Identifikation der psychologischen Kernkomponenten wie Motivation, Volition und Lernstrategien.
- Bewertung verschiedener Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihres Grades an Selbstbestimmung.
Auszug aus dem Buch
6. Selbstbestimmtes Lernen in der Schule
In der Schule kann erst dann von selbstbestimmtem Lernen gesprochen werden, wenn die Schüler bei relevanten Themen, die sonst nur von der Institution oder den Lehrern beschlossen werden, mitbestimmen dürfen und auch ihre Entscheidungen treffen können. Darüber hinaus müssen sie selbst bestimmen können, was sie für wichtig und auch für bedeutend halten.
6.1 Selbstbestimmtes Lernen versus Fremdbestimmung in der Schule
Meistens sind Lernprozesse sowohl fremd- als auch selbstbestimmt. So kann der Lerner normalerweise festlegen, wann er sich mit dem Lerngegenstand beschäftigen möchte und wie lange. Außerdem kann er sich aussuchen, wo er lernen möchte und zu welcher Tageszeit. Weiterhin kann er meist sogar das Lernthema wählen. Demgegenüber gibt der Lehrer dann die Konzeption und den Termin der Leistungsüberprüfung vor. Somit kann man sagen, dass bei autonomen Lernprozessen die Selbstbestimmung am größten und im Unterricht, der vom Lehrer bestimmt wird, am geringsten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik an Schulen und verknüpft diese mit der Relevanz des selbstbestimmten Lernens infolge der PISA-Studie.
2. Definition: Dieses Kapitel definiert selbstbestimmtes Lernen als Entscheidungsfreiheit über Ziele, Inhalte, Lernwege, Zeiten und Orte.
3. Geschichte: Hier werden die historischen Ursprünge des Konzepts beleuchtet, insbesondere durch die Humanistische Pädagogik und Reformpädagogen wie Maria Montessori.
4. Heutiger Stand: Das Kapitel konstatiert den aktuellen Nachholbedarf an deutschen Schulen hinsichtlich der praktischen Umsetzung selbstbestimmter Lernformen.
5. Teilkomponenten, die das selbstbestimmte Lernen beeinflussen: Es werden notwendige Voraussetzungen wie Motivation, Volition, Neugier sowie kognitive und metakognitive Lernstrategien dargelegt.
6. Selbstbestimmtes Lernen in der Schule: Dieses Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Mitbestimmung im Unterricht sowie den Methoden der Umsetzung.
6.1 Selbstbestimmtes Lernen vs. Fremdbestimmung in der Schule: Eine Analyse des Kontinuums zwischen autonomer Lernprozessgestaltung und lehrerzentrierter Vorgabe.
6.2 Methoden in der Schule: Evaluierung verschiedener Unterrichtsmodelle wie Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Projektunterricht und Freiarbeit.
7. Selbstbestimmtes Lernen jenseits der Institutionen: Betrachtung von Lernformen außerhalb formaler Institutionen, wie z.B. Unschooling.
8. Schluss: Zusammenfassung der zentralen Voraussetzungen für ein erfolgreiches selbstbestimmtes Lernen.
9. Resümee: Die Autorin reflektiert persönliche Erfahrungen mit verschiedenen Unterrichtsformen und bewertet die Bedeutung von Interesse und Motivation.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmtes Lernen, Schule, PISA-Studie, Motivation, Volition, Lernstrategien, Freiarbeit, Projektunterricht, Maria Montessori, Reformpädagogik, Fremdbestimmung, Metakognition, Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Unschooling.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bedeutung und der praktischen Anwendung des selbstbestimmten Lernens, insbesondere im schulischen Bildungskontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Lernbegriffs, die psychologischen Voraussetzungen beim Lerner sowie der Vergleich verschiedener Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie selbstbestimmtes Lernen den Lernerfolg beeinflussen kann und welche Strukturen notwendig sind, um diese Autonomie zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch die persönliche Reflexion der Autorin und praktische Beobachtungen aus einem Orientierungspraktikum ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Teilkomponenten, eine kritische Betrachtung des Schulalltags und die Vorstellung konkreter Unterrichtskonzepte wie Freiarbeit und Projektunterricht.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Charakteristische Begriffe sind Selbstbestimmtes Lernen, Motivation, Volition, Reformpädagogik und Unterrichtsmethoden.
Inwiefern beeinflusst der Leistungsdruck das selbstbestimmte Lernen?
Die Arbeit führt aus, dass starker Leistungsdruck und die strikte Vorgabe von Lernzielen innerhalb von Schulen die Autonomie des Lernenden einschränken und somit die Bereitschaft zum selbstbestimmten Lernen hemmen können.
Warum ist laut der Autorin Maria Montessoris Pädagogik für das Thema relevant?
Montessori betonte bereits früh die Bedeutung der Freiarbeit, in der Lernende durch intrinsische Motivation und die Wahl des Lerngegenstandes zu einer tieferen Auseinandersetzung und echtem Lernerfolg gelangen.
- Citation du texte
- Christine Sitter (Auteur), 2006, Selbstbestimmtes Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142563