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Krieg. Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung

Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg

Title: Krieg. Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Luscher (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Dreißigjährige Krieg war die größte Katastrophe in der deutschen Geschichte. Was 1618 als Religionskampf begann, entwickelte sich in den kommenden 30 Jahren zu einem europäischen Mächtekampf, in dem es hauptsächlich um wirtschaftliche Interessen ging.
1993 entdeckte der Historiker und Experte für frühneuzeitliche Selbstzeugnisse, Jan Peters, einen einzigartigen Zeitzeugenbericht: Ein Tagebuch, dass das Söldnerleben eines einfachen Mannes im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1625-1649 beschreibt.
Die vorliegende Hauptseminararbeit beschäftigt sich mit dem Dreißigjährigen Krieg als 'Krieg aller Kriege' und dem Zeitzeugenbericht eines einfachen Söldners aus dieser Zeit. Im ersten Teil werden die Vorgeschichte des Krieges im Allgemeinen und das Söldnerleben im Besonderen im großen Krieg näher beleuchtet. Dabei wird auch auf die Frage nach der Bedeutung der Religion in der Frühen Neuzeit eingegangen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung des Dreißigjährigen Krieges aus dem Blickwinkel eines einfachen Söldners. Zu Beginn werden die Entstehungsgeschichte und Überlieferung der Quelle, die Identität sowie die soziale und geographische Herkunft des Söldners dargestellt. Im Fokus der Arbeit steht jedoch die Interpretation des Zeitzeugenberichtes. Dabei soll auch die Frage geklärt werden, inwiefern der Söldner den Krieg religiös ausdeutet und welche Rolle die Religion und Konfession für ihn im Kriegsalltag spielten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL 1: DER DREIßIGJÄHRIGE KRIEG

1 DER DREIßIGJÄHRIGE KRIEG, DER KRIEG DER KRIEGE

1.1 Die Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges

1.1.1 Die Reformation, Ursachen und Folgen

1.1.2 Der Dreißigjährige Krieg unter religiösen Aspekten – Die Bedeutung der Religion in der Frühen Neuzeit

1.2 Das Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg

1.2.1 Was ist ein Söldner?

1.2.2 Der Alltag eines Söldners im Dreißigjährigen Krieg

TEIL 2: WAHRNEHMUNG, DEUTUNG UND BEWÄLTIGUNG DES DREIßIGJÄHRIGEN KRIEGES AUS DEM BLICKWINKEL EINES EINFACHEN SÖLDNERS

2 Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg – Ein Zeitzeugenbericht

2.1 Spurensuche – Anonymer Verfasser ?

2.1.1 Entstehungsgeschichte und Überlieferung der Quelle

2.1.2 Identität, soziale und geographische Herkunft des Söldners

2.2 Interpretation des Berichtes

2.2.1 Die Wahrnehmung des Krieges – Ein Söldner zwischen Himmel und Hölle

2.2.2 Die Deutung des Krieges in den Augen des Verfassers

2.2.3 Die Bewältigung des Krieges und die Bedeutung der Religion für den Söldner Peter Hagendorf in seinen Aufzeichnungen

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Dreißigjährigen Krieg als „Krieg aller Kriege“ und analysiert kritisch den Zeitzeugenbericht eines einfachen Söldners. Das primäre Ziel ist es, den Kriegsalltag aus einer seltenen Perspektive „von unten“ zu beleuchten, die Wahrnehmung von Gewalt sowie die Rolle von Religion und Moral im Leben eines Soldaten dieser Epoche zu hinterfragen.

  • Ursachen und Verlauf des Dreißigjährigen Krieges
  • Analyse eines authentischen Söldner-Tagebuchs
  • Soziale und ökonomische Bedingungen des Söldnerlebens
  • Die Rolle der Religion als pragmatische Lebenshilfe und Rechtfertigung
  • Methodik der geschichtswissenschaftlichen Quelleninterpretation

Auszug aus dem Buch

2.2.1 DIE WAHRNEHMUNG DES KRIEGS – EIN SÖLDNER ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE

„[…] Hier läuft der Rhein durch den Bodensee. Von Lindau nach Bregenz, nach Maienfeld, über die Steige nach Graubünden, nach Chur, die Hauptstadt in Graubünden. Sie reden schon Welsch, ist lauter Berg und Tal“59.

Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch, aus der ersten Hälfe des 17. Jahrhunderts. Es ist der Lebensbericht eines einfachen Mannes, der ohne literarischen Anspruch niederschrieb, was er im ‚Krieg aller Kriege’ erlebt hat. Der Grund seines Schreibens bleibt offen. Er könnte für seine Nachfahren oder auch als Gedächtnisstütze geschrieben haben. Eine Antwort hierauf bleibt er dem Leser allerdings schuldig.

Die Aufzeichnungen beginnen im Jahr 1625. Zunächst begibt sich der Schreiber in Norditalien in venezianische Dienste60. Der Kampf endete für die venezianische Fahne militärisch ohne Rum. In seinen Schilderungen fällt sofort auf, dass der Verfasser ein besonderes Auge für Land und Leute61 und die Landschaft62 zu haben scheint. Im ganzen Bericht spricht er immer wieder von schönen Städten, dem Wein- und Kornanbau63. Er ist ein guter Beobachter64. Recht schnell, scheint er auf den Geschmack des Kriegslebens gekommen zu sein. Umgeben von saftigen Früchten, gutem Wein und der wärmenden Sonne Italiens65, gefiel ihm sein neues Söldnerleben. Sein Alltag wurde zunächst von wenigen Kämpfen und gutem Essen bestimmt. Dies änderte sich allerdings ab dem 24. Juni 1627. Die harte, Kräfte zehrende, aber erfolgreich Belagerung der Stadt Wolfenbüttel gibt ihm einen Geschmack darauf, was ihn in den kommenden 22 Jahren Kriegsalltag erwarten sollte66. Doch schon in der nächsten Stadt, Stade, fand er wieder ein gutes Quartier67.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DER DREIßIGJÄHRIGE KRIEG, DER KRIEG DER KRIEGE: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Krieges in der Reformation sowie die sozioökonomischen Realitäten und die Risiken des Söldnerlebens in der Frühen Neuzeit.

2 Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg – Ein Zeitzeugenbericht: Der Fokus liegt auf der Analyse eines speziellen Söldner-Tagebuchs, wobei Identität, Entstehungsgeschichte, Weltanschauung des Verfassers und die pragmatische Bedeutung von Religion im Kriegsalltag beleuchtet werden.

Schlüsselwörter

Dreißigjähriger Krieg, Söldnerleben, Zeitzeugenbericht, Peter Hagendorf, Frühe Neuzeit, Religionskrieg, Kriegsalltag, Gewalt, Alltagskultur, Historische Quellenanalyse, Militärgeschichte, Reformation, Westfälischer Frieden, Söldnerwesen, Selbstzeugnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges durch die Augen eines einfachen Söldners und untersucht, wie dieser den Kriegsalltag wahrnahm und bewältigte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Vorgeschichte des Krieges, die Lebensumstände von Söldnern, die Rolle von Religion als Lebenshilfe sowie die Interpretation eines einzigartigen Tagebuches.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Krieg aus der Perspektive eines „einfachen Mannes“ zu betrachten, fernab der politischen Strategien der Führungseliten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf der historischen Analyse und Interpretation eines spezifischen Zeitzeugenberichts (Söldner-Tagebuch) unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und wissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärgeschichtliche Einordnung des Dreißigjährigen Krieges und eine tiefgehende Interpretation des besagten Tagebuchs, inklusive Identitätsforschung des Verfassers.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter für diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind Dreißigjähriger Krieg, Söldnerleben, Peter Hagendorf, Frühneuzeitliche Militärgeschichte und die Auswertung von Selbstzeugnissen.

Wer war Peter Hagendorf?

Peter Hagendorf ist der wahrscheinliche Verfasser des untersuchten Tagebuchs; ein Söldner, der seine Erlebnisse über 25 Jahre hinweg in einem handschriftlichen Dokument festhielt.

Welche Rolle spielt die Religion laut dem Autor für die Söldner?

Die Religion dient im untersuchten Bericht nicht als tiefe spirituelle Überzeugung, sondern primär als pragmatische Lebenshilfe und anerzogene Verhaltensnorm in einer existenzbedrohten Zeit.

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Details

Title
Krieg. Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung
Subtitle
Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg
College
University of Tubingen  (Historisches Seminar)
Course
HS - Um Himmels Willen - Religion in Krisen- und Katastrophenzeiten (1500-1800)
Grade
1,3
Author
Sarah Luscher (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V142632
ISBN (eBook)
9783640535965
ISBN (Book)
9783640536177
Language
German
Tags
Wahrnehmung Deutung Bewältigung Krieg Dreissigjähriger Krieg Tagebuch Söldner Sarah Luscher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Luscher (Author), 2007, Krieg. Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142632
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