Wer kennt sie nicht - die Bilder von Feuer und Brand, die sich den Bürgern fast täglich über das Fernsehen und sonstigen Medien aufdrängen? In Hochhäuser rasende Flugzeuge, die riesige Feuerstürme auslösen, aus Tunnelöffnungen hervorquellende Rauchwolken, irreführende filmische Darstellungen von zerschellenden und in einem Flammenmeer endenden Kraftfahrzeugen: Diese Bilder gehören zum Standardarsenal moderner Massenkommunikation in Nachrichtensendungen und Spielfilmen.
Demgegenüber haben Ingenieure die Aufgabe, sich jenseits aller medienwirksam präsentierten - und oft nicht zutreffend dargestellten - Katastrophen mit der Wirklichkeit von Brandunfällen zu beschäftigen, um aus deren Kenntnis Möglichkeiten zur Verhinderung bzw. Begrenzung künftiger Brandereignisse zu erkunden.
Branderkennung und Löschansteuerungen werden durch Mikroprozessoren wirksam koordiniert.
Brandschutz und Sicherheitstechnik sind deshalb in der Industriegesellschaft mit ihren vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten Themen, mit denen sich der Versorgungs- und Umweltingenieur in der beruflichen Praxis immer wieder auseinanderzusetzen hat. Auf diesem Gebiet werden seit Jahrzehnten durch intensive Forschung und Entwicklung stetige Verbesserungen erzielt.
Inhaltsverzeichnis
1 Autom. Löschanlagen (Wasser- und Gaslöschanlagen sowie Sonderlöschanlagen)
Sprinkleranlagen
Historische Entwicklung von Sprinkleranlagen
Löscherfolge und Wasserschäden
Sprinkler
Art der Auslösung und Öffnungstemperaturen
Wasserverteilung
Wasserleistung
Sprinkler-Übersicht
Ansprechverhalten (Auslöse-Empfindlichkeit)
Allgemeines zu Wasserlöschanlagen
Arten von Sprinkleranlagen:
Nassanlage
Trockenanlage
Tandemanlage
Vorgesteuerte Anlagen – Typ A
Vorgesteuerte Anlagen – Typ B
Europäische Gesetzgebung zum Schutz mit Sprinkleranlagen
Gesetzgebung zu Sprinklern - Hotels
Gesetzgebung zu Sprinklern - Pflegeheime
Gesetzgebung zu Sprinklern - Wohnungen
Sprühwasser-Löschanlagen
Löschen mit Feinsprühsystemen und Wassernebeln
Wassernebel-Feinsprüh-Löschanlage
Schaumlöschanlagen
CO2-Löschanlagen
Spezielle Inertgasgemische als Löschmittel
Pulverlöschanlagen
Explosionsschutzanlagen
2 Autom. Brandmeldeanlagen
Einführung
Brandmeldeanlage – keine neue Erfindung
Aufgabe der Brandmeldeanlage
Automatische Brandmelder
Brandkenngrößen
Aufbau der Brandmeldeanlage
3 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Einleitung
Einsatz von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Funktion, Aufbau und Wirkungsweise von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Rauchabschnittsbildung – Rauchschürzen
Zuluftöffnungen
Seitenwindeinflüsse und Wintertauglichkeit
Richtige Dimensionierung und Ausführung der NRA-Anlage
Aufbau der Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Maschinelle Entrauchungsanlagen
Überprüfungen
Zielsetzung & Themen
Das Werk vermittelt ein fundiertes Verständnis über moderne technische Brandschutzsysteme, deren Funktionsweise, Einsatzgebiete sowie historische Entwicklung, um eine effektive Brandprävention und Schadensbegrenzung zu ermöglichen.
- Automatisierte Löschanlagen (Sprinkler, Sprühwasser, Gas, Pulver)
- Brandmelde- und Rauchabzugssysteme
- Technischer Explosionsschutz
- Internationale Gesetzgebungs- und Richtlinienaspekte
- Wartung und Betriebssicherheit komplexer Anlagen
Auszug aus dem Buch
Historische Entwicklung von Sprinkleranlagen
Vorgänger der heutigen Sprinkleranlagen waren fest installierte, perforierte Rohre und später Rohrleitungen mit offenen Düsen, wie wir diese heute noch bei Sprühflutanlagen kennen. Es ist bekannt, daß 1861 bereits ein geschlossener Sprinklerkopf patentiert wurde.
In den USA wurde 1874 ein unter Federspannung geschlossener Sprinkler mit Schmelzglied von einem Klavierfabrikanten namens Henry Parmelee zum Patent angemeldet. Eine verbesserte Version ließ Parmalee dann in seinem eigenen Werk einbauen. Dies war die erste automatische Sprinkleranlage der Welt.
Größere Anlagen wurden dann in New England gebaut. Damals kann es in amerikanischen Textilbetrieben, in denen Baumwolle von den Plantagen der Südstaaten verarbeitet wurde, immer wieder zu verheerenden Brandkatastrophen. Das leicht brennbare Material in den Fabrikations- und Lagerhallen bot beste Bedingungen für eine schlagartige Ausbreitung von Bränden. In solchen Fällen gab es für die Feuerwehr keine Chance, in dem Inferno das Wasser an den Brandherd zu bringen. Die Folge war eine totale Zerstörung, mit der oft der Ruin des Bauherrn oder Betreibers der baulichen Anlage einherging.
Ortsfest verlegte Wasserrohre waren der erste Vorläufer der heutigen Löschanlagen. Die Rohre reichten bis ins Innere der Gebäude hinein, ihre Absperrventile befanden sich außerhalb und mussten von Hand geöffnet werden. Dies hatte in den meisten Fällen zur Folge, dass von der Entdeckung eines Brandes bis zum Zeitpunkt, bei dem das Ventil betätigt wurde, zuviel Zeit verging. Ein weiterer Nachteil der ersten Installationen war das buchstäbliche Gießkannenprinzip: Über dem Brand wurde zuwenig und in den übrigen Bereichen unnötig viel Wasser freigesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Autom. Löschanlagen (Wasser- und Gaslöschanlagen sowie Sonderlöschanlagen): Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen automatischen Löschtechnologien, von klassischen Sprinklersystemen bis hin zu CO2- und Pulverlöschanlagen, inklusive ihrer spezifischen Einsatzgebiete und Wirkungsweisen.
2 Autom. Brandmeldeanlagen: Hier werden die Aufgaben, der Aufbau und die verschiedenen Sensortechnologien von Brandmeldeanlagen detailliert beschrieben, um eine frühzeitige Branderkennung sicherzustellen.
3 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen zur Freihaltung von Rettungswegen und zur Verzögerung der Brandausbreitung durch kontrollierte Entrauchung.
Schlüsselwörter
Brandschutz, Sprinkleranlagen, Brandmeldeanlagen, Rauchabzug, Explosionsschutz, Löschmittel, Brandkenngrößen, Brandsicherheit, Schadensbegrenzung, Anlagentechnik, Wartung, industrielle Sicherheit, Personenschutz, Objektschutz, Wassernebel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen Anlagentechnik im Brandschutz für Sonderbauten und erläutert verschiedene Systeme zur Branderkennung, Brandbekämpfung und Rauchableitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Sprinkleranlagen, automatischen Brandmeldeanlagen sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) und dem technischen Explosionsschutz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein umfassendes Verständnis über die Funktionsweisen, Einsatzvoraussetzungen und die notwendige Wartung moderner Brandschutzanlagen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten technischen Zusammenstellung und Auswertung existierender Regelwerke, Patente und technischer Dokumentationen sowie Erfahrungswerten der Brandschutztechnik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Aufbau und Funktionsweise verschiedener Löschanlagen, Melderarten (Rauch, Flammen, Wärme) sowie die Gesetzgebung und Wartungsanforderungen in verschiedenen Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Brandschutz, Sprinkleranlagen, Brandmeldeanlagen, Rauchabzug, Explosionsschutz, Löschmittel und Anlagentechnik.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Nassanlagen und Trockenanlagen bei Sprinklern wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend für den Einsatzort: Nassanlagen sind für frostsichere Bereiche konzipiert, während Trockensysteme für frostgefährdete Räume eingesetzt werden, um Schäden an den Leitungen zu vermeiden.
Was macht die HRD-Technik im Explosionsschutz so effektiv?
Die High-Rate-Discharge-Technik (HRD) erkennt Druckanstiege in Millisekunden und setzt Löschpulver extrem schnell frei, um Explosionen bereits in der Entstehungsphase zu unterdrücken.
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- Rainer Jaspers (Author), 2009, Anlagentechnik im Brandschutz für bauliche Anlagen besonderer Art oder Nutzung (Sonderbauten), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142644