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Frauen in der Emigration - Ihre Rolle im Exil zwischen Anpassung und Selbstbehauptung

Titre: Frauen in der Emigration - Ihre Rolle im Exil zwischen Anpassung und Selbstbehauptung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 20 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Luscher (Auteur)

Histoire de l'Europe - Nouvelle Histoire, Union européenne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Nach dem Beginn der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit fanden die Frauen aus dem Blickwinkel der Forschung lange Zeit keine Beachtung. Die Aufmerksamkeit der Forschung und Wissenschaft lag in den ersten Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fast ausschließlich auf der Emigration der Männer. Berühmte Exilantinnen gibt es wenig. Nur in Zusammenhang mit männlichen Exilierten tauchten Frauen hin und wieder auf, dann allerdings meist als „die Frau von“ oder „die Frau an seiner Seite“. Erst in den 80er Jahren begann die systematische Untersuchung der Situation der Frauen im Exil. Besonders bei der Erforschung der Alltagssituation war es erforderlich, mit Zeitzeuginnen zu sprechen. Die Frage nach den Lebensumständen, der Wohnsituation und dem Gelderwerb, um nur einige Bereiche zu nennen, spielten in diesem Zusammenhang eine spezifische Rolle.

Zur Geschichte des Exils gehört die Geschichte der Frauen. Frauen ergriffen lebenstüchtig Initiative und vollbrachten viel kleines Heldentum. Von den nach 1933 aus dem durch die Nationalsozialisten beherrschten Deutschland vertriebenen Flüchtlingen waren etwa die Hälfte Frauen. Diese verdienten häufig den Lebensunterhalt für sich und/oder ihre Ehemänner bzw. Familien in Berufen, die sie nicht gelernt hatten. Sie spendeten ihren verzweifelten Männern Trost und gaben ihnen Hoffnung, eine Hoffnung, die sie selbst teils nicht besaßen. Im Exil übten sie die unterschiedlichsten Tätigkeiten aus und verzichteten dabei, zugunsten des Mannes, häufig auf ihre ursprünglichen Berufe. Andere tauschten ihr Hausfrauendasein gegen die Erwerbstätigkeit ein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL 1: EMIGRATION UND EXIL – RAHMENBEDINGUNGEN UND DEFINITIONEN

1 Geschichtlicher Hintergrund

1.1 Anlässe und historische Rahmenbedingungen der Emigration

1.2 Zahlen und Fakten

2 Definitionen und Erläuterungen zum besseren Verständnis

2.1 Die Emigration

2.2 Das Exil

TEIL 2: STATIONEN DER EMIGRATION UND DIE SPEZIFISCHE ROLLE DER FRAUEN

3 Der Weg in die Fremde

3.1 Der Abschied

3.2 Die Flucht

3.3 Die Ankunft

4 Das Alltagsleben und die Lebensbedingungen im Exil

4.1 Der tägliche Existenzkampf der Frauen - Frauen mit Familie oder Ehemann im Exil

4.2 Die weiblichen „Emigrationsberufe“

4.3 Der Spracherwerb

5 Das Exil der Frauen: Chance oder Barriere?

5.1 Das Exil als Beitrag zur Veränderung des Rollenbildes – Emanzipation der Frauen?

5.2 Das Exil als Chance oder als Rückschritt?

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifische Rolle von Frauen während der Emigration aus dem nationalsozialistisch beherrschten Deutschland in die USA. Dabei wird analysiert, wie Frauen durch ihren Pragmatismus und ihre Anpassungsfähigkeit die materielle Existenz der Familien sicherten, welche Auswirkungen der Rollentausch auf ihre Identität hatte und inwiefern das Exil für sie sowohl eine Barriere als auch eine Chance zur Emanzipation darstellte.

  • Historische Rahmenbedingungen und Definitionen von Emigration und Exil
  • Phasen der Flucht und die Organisation des Neuanfangs in den USA
  • Alltagsbewältigung und der tägliche Existenzkampf der Frauen
  • Der Einfluss des Spracherwerbs auf die soziale Integration
  • Veränderung von Geschlechterrollen und die Auswirkungen auf die Emanzipation

Auszug aus dem Buch

3.1 DER ABSCHIED

Jeder Weg in die Fremde war ein individueller. Der eine kaufte sich ein Ticket, packte seine Koffer und ging, andere mussten illegal über Grenzen fliehen, sahen ständig ihr Leben bedroht und konnten sich lange Zeit nicht sicher fühlen.

Dass viele illegal ausreisten, beziehungsweise flüchteten, lag größtenteils an der Reichsfluchtsteuer, die 1931 zur Verhinderung von Kapitalflucht und aufgrund der hohen Reparationsforderungen an Deutschland zum Ausgleich des Haushaltes eingeführt worden war. Diese bekam ab 1933 jedoch einen ganz anderen Stellenwert. Da sie sich nach diesem Zeitpunkt hauptsächlich gegen jüdische Menschen richtete, könnte sie auch als „Menschenfluchtsteuer“ angesehen werden. Die Steuer betrug 25 Prozent des steuerpflichtigen Vermögens. Hinzu kam die Judenvermögensabgabe von 20 später 25 Prozent, so dass alle, die nach 1938 emigrierten 50 Prozent ihres Vermögens verloren. Wurden diese Abgaben geleistet, hatten die Exilanten so gut wie keine Überlebenschance, schon deshalb flohen viele illegal über die Grenzen und versuchten damit zu retten, was zu retten war. Bereits hier ergriffen die Frauen Initiative, nähten Geld in die Kleidung ein und bereiteten die Flucht vor.

Die Emigrantin Charlotte Stein-Pick schildert beispielsweise den Abschied von der Heimat sehr ausführlich. Besonders die Abschiedsszene am Bahnhof hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt. Sie beschreibt diesen Augenblick als Abschied auf Leben und Tod, als Abschied von allem, was sie liebte und zurücklassen musste. Wie viele andere wurde Charlotte Stein-Pick gezwungen, sich von der Heimat loszureißen und in eine Zukunft zu gehen, die von vorneherein mit Ungewissheit belastet war.

Für die meisten war der Entschluss zur Emigration nicht leicht, trotz der sich zuspitzenden politischen Lage. Viele hatten zwar Angst, besaßen jedoch nicht den Mut, daraus die Konsequenzen zu ziehen, denn der Weg in die Fremde bedeutete, alle Brücken zum bisherigen Leben abzubrechen und er war zudem von Zukunftsangst und Abschiedsschmerz geprägt. Die Trennung von der Heimat, von Deutschland und Europa, stellte die Emigrantinnen vor eine erste Zerreißprobe. Einerseits waren sie glücklich und erleichtert, dem Terror zu entkommen, andererseits fiel es ihnen schwer, sich von in Deutschland zurückbleibenden Freunden und Familienangehörigen zu verabschieden und die berufliche und materielle Sicherheit zurückzulassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die politischen Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Verfolgung und liefert statistische Daten zum Ausmaß der Emigrationswellen.

Definitionen und Erläuterungen zum besseren Verständnis: Hier werden die in der Literatur oft unscharf verwendeten Begriffe "Emigration" und "Exil" voneinander abgegrenzt und kontextualisiert.

Der Weg in die Fremde: Das Kapitel beschreibt den individuellen Abschied von der Heimat, die traumatischen Erfahrungen der Flucht und die Herausforderungen der Ankunft im Zielland.

Das Alltagsleben und die Lebensbedingungen im Exil: Diese Sektion beleuchtet den täglichen Existenzkampf, die Übernahme ungewohnter Berufe durch Frauen sowie die zentrale Bedeutung des Spracherwerbs.

Das Exil der Frauen: Chance oder Barriere?: Abschließend wird kritisch diskutiert, ob die durch das Exil erzwungenen Rollenveränderungen eine echte Emanzipation darstellten oder lediglich eine zusätzliche Belastung bedeuteten.

Schlüsselwörter

Emigration, Exil, Frauen, Nationalsozialismus, Flucht, Alltagsbewältigung, Existenzkampf, Rollenbild, Emanzipation, USA, Integration, Identität, Sprache, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Schicksal weiblicher Emigranten, die ab 1933 vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland in die USA flohen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Lebensbedingungen im Exil, die Organisation der Flucht, der Erwerb der fremden Sprache und der Wandel traditioneller Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Frauen die Herausforderungen des Exils bewältigten und inwiefern die Situation sowohl eine Barriere als auch eine Chance für ihre persönliche Emanzipation darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Quellen, biographische Fallgeschichten und soziologische Darstellungen der Emigration ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Phasen der Emigration, den täglichen Überlebenskampf der Frauen, die Wahl ihrer "Emigrationsberufe" und die Frage nach dem Rollentausch innerhalb der Familie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Emigration, Exil, Frauenrolle, Emanzipation, Existenzkampf und Identitätswandel charakterisieren.

Welche Bedeutung hatte die Reichsfluchtsteuer für die Emigrantinnen?

Sie zwang viele Familien dazu, ihr Vermögen zu einem großen Teil abzugeben, was die Überlebenschancen im Exil massiv verschlechterte und viele Frauen zur illegalen Flucht und zur Übernahme der materiellen Familienverantwortung zwang.

Warum war der Spracherwerb für die Frauen so entscheidend?

Die Sprache war der Schlüssel zur sozialen Integration, zur Vermeidung von Isolation und zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit im fremden Land.

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Résumé des informations

Titre
Frauen in der Emigration - Ihre Rolle im Exil zwischen Anpassung und Selbstbehauptung
Université
University of Tubingen  (Institut für Zeitgeschichte)
Cours
PS: Abschied von der "deutschen Freiheit" - Die Westernisierung der BRD, 1945-1970
Note
1,0
Auteur
Sarah Luscher (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
20
N° de catalogue
V142705
ISBN (ebook)
9783640539154
ISBN (Livre)
9783640539871
Langue
allemand
mots-clé
Frauen Emigration Rolle Exil Anpassung Selbstbehauptung Sarah Luscher
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Luscher (Auteur), 2004, Frauen in der Emigration - Ihre Rolle im Exil zwischen Anpassung und Selbstbehauptung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142705
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Extrait de  20  pages
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