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Ausbildungschancen für jugendliche Migranten in der Bundesrepublik Deutschland

Ein Beitrag zur Diskussion der verminderten Chancen bei der Ausbildungsplatzvergabe für junge Migranten und den strukturellen Folgen

Titre: Ausbildungschancen für jugendliche Migranten in der Bundesrepublik Deutschland

Dossier / Travail , 2009 , 19 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Lars Lorbeer (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Immer häufiger treffen in Deutschland Menschen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen aufeinander, müssen miteinander leben und voneinander lernen. Es wurden verschiedene Kommissionen gegründet, um die Integration dieser Menschen zu fördern, Probleme zu erörtern und um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ein Bericht der „Unabhängigen Kommission Zuwanderung“ enthält folgende Aussagen: „Deutschland braucht Zuwanderinnen und Zuwanderer. Die Steuerung der Zuwanderung nach Deutschland und die Integration der Zugewanderten werden zu den wichtigsten politischen Aufgaben der nächsten Jahrzehnte gehören.“
Dieser großen Aufgabe der Integration muss sich jedes Land stellen, welches Zuwanderung wünscht und zulässt, denn Zuwanderung und Integration bilden eine Einheit. Eine gelungene Integration bedeutet aber, für die in Deutschland lebenden Ausländer und Zuwanderer eine gleichberechtigte Teilnahme am kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben gewährleisten zu können. Entscheidend ist hierbei, dass die Ausländer und Zuwanderer ihre kulturellen Identitäten nicht aufzugeben brauchen.
Letztendlich entscheiden faire Zugangschancen zu den zentralen Institutionen wie z. B. Schule und Ausbildungsplatz einer Gesellschaft, ob jemand integriert und somit als gleichberechtigter Bürger anerkannt ist. Durch die Beseitigung von Hindernissen und die Bekämpfung von Diskriminierung spezieller Menschengruppen kann eine Integration gefördert werden. Da jedoch viele Migranten mit Familien kommen, sind auch die Familien zu integrieren, insbesondere die Kinder. Der Erfolg im Bildungssystem, in der beruflichen Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt ist für die jungen Migranten entscheidend für ihre spätere berufliche Zukunft und ihre Lebenschancen.

==
Vgl. BiB: Bevölkerung. Fakten – Trends – Ursachen – Erwartungen – Die wichtigsten Fragen, S.15.
Vgl. ebd., S.17.
Vgl. Häußermann, Hartmut/Kapphan, Andreas: Integrationspolitik der Städte – ein Paradigmenwechsel. S.17.
Vgl. ebd., S.17.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Ausbildungssystem in Deutschland

1.1 Das duale Schulsystem in Deutschland

1.2 Zugangschancen junger Migranten zu einer beruflichen Ausbildung

1.3 Jugendliche Migranten ohne Berufsabschluss

2 Die Selektion von Auszubildenden mit Migrationshintergrund durch die Betriebe

2.1 Kompetenz in der Schule

2.2 Kultur und Familie

2.3 Sprachliche Kompetenz

3 Strukturelle Folgen für die Gesellschaft

3.1 Erfolgschancen von jugendlichen Migranten beim Bewerbungsverfahren

3.2 Verbleib von Migranten ohne einen betrieblichen Ausbildungsplatz

Fazit

Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Barrieren und Herausforderungen für Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Zugang zur dualen Berufsausbildung in Deutschland und analysiert, welche strukturellen Folgen daraus für die betroffenen Personen und die Gesellschaft resultieren.

  • Das duale Ausbildungssystem und seine Zugangsvoraussetzungen für Schulabsolventen.
  • Die Selektionsmechanismen und Diskriminierungspraktiken durch Betriebe bei der Ausbildungsplatzvergabe.
  • Die Bedeutung von Kompetenznachweisen, kulturellen Zuschreibungen und Sprachkenntnissen im Bewerbungsprozess.
  • Die strukturellen Auswirkungen wie Arbeitslosigkeit oder die Notwendigkeit zur Selbstständigkeit als Ausweg.

Auszug aus dem Buch

2.1 Kompetenz in der Schule

Das unzureichende kulturelle Kapital und die durch Immigration bedingten Startnachteile sind nicht die alleinigen Ursachen für die Bildungsbenachteiligung Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Die Organisation Schule erzeugt diese Benachteiligungen zum Teil selbst. Die Schule hat einen erheblichen Anteil an der Produktion und Reproduktion ethnischer Bildungsgleichheit. Die Organisation Schule hat wesentliche Bedürfnisse, die sich in ihrer Selbsterhaltung und im Unterrichtsprinzip mit homogenen Klassen wiederfinden. So wären signifikante Änderungen der Unterrichts- und Erziehungsstrategien für die Existenz und Funktionstüchtigkeit der Schule bedrohende Elemente. Um die vorhandenen Strategien umsetzten zu können, benötigt die Organisation Schule kompatible Schüler, die den Unterrichtsanforderungen der Schule entsprechen. Bei SchülerInnen, die einen Migrationshintergrund haben, besteht die Befürchtung, dass sie besondere Probleme bereiten können und dadurch gefährdeter sind als andere, in ein Teilsystem der Schule für Problemschüler abgesondert zu werden. Christian Imdorf fasst das so zusammen, dass durch die Schule getroffene Entscheidungen, ungleiche Wirkungen auf Schüler haben können. Wenn es sich dabei auch noch um ein Kollektivmerkmal wie die nationale Herkunft oder die Kultur handelt, wodurch Nachteile für bestimmt Personen oder Gruppen entstehen, kann von einer intentionellen Diskriminierung durch die Organisation Schule gesprochen werden.

Die bereits unter Punkt 1.1 angesprochenen schlechten Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch die angeblich fehlende Ausbildungsreife, sowie sprachliche und schulische Defizite, müssen hier nochmal angesprochen werden. Die BA/BIBB Bewerberbefragung 2006 steht zu diesen Erklärungsversuchen im Widerspruch. Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass ein weiterführender Schulabschluss bzw. gute Noten im Abschlusszeugnis bei Bewerben mit Migrationshintergrund keine Verbesserung der Zugangschancen bedeutet. Die unterschiedliche berufliche Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen, mit und ohne Migrationshintergrund, ist entgegen den dominanten öffentlichen Diskussionen also allein durch Schulleistungen nicht zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Integration von Migranten in das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem ein und definiert den Fokus der Untersuchung auf Schule, Ausbildung und Berufseinstieg.

1 Ausbildungssystem in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das duale System und beleuchtet die erschwerten Zugangschancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund, wobei die Problematik der Ausbildungsreife diskutiert wird.

2 Die Selektion von Auszubildenden mit Migrationshintergrund durch die Betriebe: Hier werden die Auswahlkriterien von Betrieben analysiert, wobei insbesondere die Rolle von schulischen Leistungen, kulturellen Stereotypen und der Sprachkompetenz bei der Bewerberselektion kritisch betrachtet werden.

3 Strukturelle Folgen für die Gesellschaft: Das Kapitel behandelt die Konsequenzen aus dem fehlenden Zugang zur betrieblichen Ausbildung, darunter die Folgen für den Arbeitsmarkt sowie die verstärkte Tendenz zur Selbstständigkeit.

Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont, dass soziale Benachteiligung und betriebliche Selektionspraktiken die Hauptfaktoren für den erschwerten Ausbildungszugang darstellen, nicht primär ethnische Merkmale.

Schlüsselwörter

Ausbildungschancen, Migrationshintergrund, duales System, betriebliche Selektion, Bildungsbenachteiligung, Arbeitsmarkt, Ausbildungsplatzvergabe, Schulerfolg, Sprachkompetenz, soziale Integration, Selbstständigkeit, Diskriminierung, Altbewerber, Berufsabschluss, Humankapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule in die duale Berufsausbildung in Deutschland erfahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das deutsche Ausbildungssystem, die Auswahlkriterien von Betrieben, die Rolle von Schule und Familie sowie die strukturellen Folgen für die betroffenen Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Gründe für die verminderten Chancen bei der Ausbildungsplatzvergabe zu analysieren und aufzuzeigen, dass diese nicht allein durch Schulleistungen, sondern durch strukturelle Diskriminierung und betriebliche Selektion bedingt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und Statistiken, wie z.B. die BA/BIBB-Bewerberbefragungen und weitere bildungssoziologische Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das duale Ausbildungssystem, die Selektionskriterien der Betriebe (Schule, Kultur, Sprache) sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen und individuellen Folgen detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ausbildungsplatzvergabe, Migrationshintergrund, Selektionsmechanismen, soziale Benachteiligung und betriebliche Ausbildungsreife charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Schule bei der Benachteiligung von Migranten?

Laut der Arbeit erzeugt die Organisation Schule durch den Fokus auf Homogenität und die Reproduktion bestehender Strukturen teilweise selbst Benachteiligungen, die den späteren Ausbildungszugang erschweren.

Warum weichen viele junge Migranten in die Selbstständigkeit aus?

Da der Zugang zum regulären Arbeitsmarkt aufgrund fehlender Ausbildungsabschlüsse und betrieblicher Barrieren oft verschlossen bleibt, wird die Selbstständigkeit häufig als notwendige Alternative zur Integration wahrgenommen.

Wie bewerten die Betriebe die Rolle der Sprache?

Betriebe nutzen die Sprachkompetenz häufig als schlagkräftiges Argument, um Selektionsentscheidungen zu rechtfertigen, auch wenn diese Argumentation laut Studien oft nicht durch tatsächliche betriebliche Anforderungen gestützt ist.

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Titre
Ausbildungschancen für jugendliche Migranten in der Bundesrepublik Deutschland
Sous-titre
Ein Beitrag zur Diskussion der verminderten Chancen bei der Ausbildungsplatzvergabe für junge Migranten und den strukturellen Folgen
Université
University of Hamburg  (Fakultät in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Note
1,7
Auteur
Lars Lorbeer (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
19
N° de catalogue
V142741
ISBN (ebook)
9783640539208
ISBN (Livre)
9783640539949
Langue
allemand
mots-clé
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Citation du texte
Lars Lorbeer (Auteur), 2009, Ausbildungschancen für jugendliche Migranten in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142741
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Extrait de  19  pages
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