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Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens

Title: Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens

Intermediate Diploma Thesis , 2005 , 35 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Dipl.-Sozialwiss. Merlin Holthoff (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Das europäische Integrationsbestreben ist nicht zuletzt als Konsequenz der Zerstörungen, mit welchen die beiden Weltkriege Europa überzogen haben, zu verstehen. In einem Europa, das politisch wie wirtschaftlich miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten vermag, sind Sicherheit und Wohlstand von höherer Erreichbarkeit, so die Lehre aus der nationalistisch wie imperialistisch geprägten europäischen Geschichte.
Bis zur heutigen Europäischen Union mit ihren beständig weiterentwickelten supranationalen Charakteristika, hat die Integration in Europa diverse Etappen absolviert. Die am 1.Mai 2004 abgeschlossene Erweiterung der Europäischen Union von 15 auf 25 Mitgliedsstaaten wird zweifelsfrei von Einfluß auf die Geschwindigkeit wie auch die Ausrichtung der zukünftigen Entwicklung der Union sein.
Der unter Federführung von Valéry Giscard d’ Estaing erarbeitete Verfassungsentwurf, der die römischen Gründungs- und andere Vertragswerke ersetzen soll, ist dabei ein entscheidender Schritt für die Fortentwicklung der Europäischen Union. Nach der Unterzeichnung des Verfassungsvertrages durch die Regierungschefs der 25 Mitgliedsstaaten Ende Oktober 2004, wird die Verfassung Anfang 2007 in Kraft treten, vorrausgesetzt sie wird von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert. In einigen Mitgliedsstaaten, darunter Großbritannien, wird per Referendum diese Entscheidung dem Volke überlassen werden. Dabei hat eine im Auftrage der Europäischen Kommission durchgeführte Umfrage unter 25 000 Bürgern aller 25 EU-Mitgliedsstaaten ergeben, daß jeder Dritte nichts von der Existenz der Verfassung weiß. In Großbritannien ist es jeder Zweite. Darüber hinaus ist Großbritannien das einzige Land, in welchem sich eine Ablehnung der Verfassung im Falle der Volksabstimmung abzeichnet.

„Wenn die Briten Europa sagen, dann meinen sie meist den Kontinent. Ihre Insel zählen sie nicht dazu. Somit gehört Skepsis gegenüber der EU fast zur kulturellen Grundausstattung des Landes. Bei Teilen der konservativen Opposition ist daraus im Laufe der Jahre eine offene Feindschaft gegen den vermeintlichen „Brüsseler Superstaat“ geworden.“

Es soll nun im Folgenden die europaskeptische bis –feindliche Haltung der britischen Bevölkerung, und die Wechselwirkung ebendieser in Bezug auf die Politik des Staates gegenüber den europäischen Partnern, beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Teilbereich I :

Einleitung

Teilbereich II:

Großbritanniens Rolle in der Integration Europas im 20. und 21. Jahrhundert

Großbritanniens Politik nach dem Zweiten Weltkrieg

Britischer Widerstand von der Montanunion bis zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft

Großbritanniens Hürden auf dem Kurswechsel zum Beitritt zur Europäischen (Wirtschafts-)Gemeinschaft

Konsequenzen des Beitritts zur Europäischen Gemeinschaft

Die Entwicklung der Europäischen Union unter britischem Einfluß

Einfluß der Presse auf die britische Öffentlichkeit im europäischen Kontext

Großbritanniens Öffentlichkeit gegenüber der europäischen Integration

Teilbereich III:

Die menschliche Psyche als Hort des Feindbildes

Die drei psychischen Instanzen: Das Ich, das Es und das Über-Ich

Reproduktion von Feindbildern innerhalb der britischen Gesellschaft

Teilbereich IV:

Die Rolle des Feindbildes als Fundament der anti-europäischen Politik Großbritanniens

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische und psychologische Verankerung von anti-europäischen Feindbildern in der britischen Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie diese Ressentiments als Hindernis für die europäische Integrationspolitik fungieren und wie sie politisch instrumentalisiert werden, um nationalstaatliche Interessen gegen europäische supranationale Strukturen zu verteidigen.

  • Rolle Großbritanniens im europäischen Integrationsprozess seit 1945
  • Psychologische Analyse mittels Freuds Instanzentheorie zur Entstehung von Feindbildern
  • Einfluss der britischen Medienlandschaft auf die öffentliche Wahrnehmung der EU
  • Wechselwirkung zwischen innenpolitischer Instrumentalisierung und europäischer Isolierung

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Feindbildes als Fundament der anti-europäischen Politik Großbritanniens

Das Vorhandensein alter Feindbilder ist gewiß keine britische Eigenheit, sehr wohl aber die bewußte und häufige politische Instrumentalisierung der auch von diesen genährten und auf Unwissen beruhenden europa-feindlichen Ressentiments. Die im Verlaufe der Zeit hervorgebildeten Aversionen des britischen Volkes gegen die europäische Integration und Brüssel im Speziellen stehen in enger Wechselwirkung mit der Politik des Landes. Sei es Margaret Thatchers Politik gegen die Währungsunion oder die John Majors gegen das EU-Exportverbot britischen Rindfleisches während des BSE-Skandals, der Widerstand gegen die EU wurde zum Synonym für erfolgreiche britische Politik.

Dabei sind viele der Probleme welchen Großbritannien im Verlaufe der europäischen Integrationsgeschichte begegnete durch die zögerliche Haltung der landeseigenen Politik selbstverschuldet. Sei es der Rückzug aus den Messina-Verhandlungen zur Gründung der EWG oder der späte Beitritt zum Europäischen Wechselkursmechanismus, stets befand sich Großbritannien im Zweifelsfall auf Seiten der Integrationsgegner, und trat dann aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, freilich zu schlechteren Bedingungen, im Nachhinein dennoch bei. Sich daraus ergebende Probleme wurden Europa zugeschrieben, etwaige Vorteile hingegen der eigenen Regierung angerechnet.

Das dadurch in seinem Werden begünstigte Feindbild Europa wurde so beständig stärker in der Gesellschaft verwurzelt. Es ist auf politischer wie auf allgemein gesellschaftlicher Basis ein Faktor mit dem man rechnen muß, sei es bei Wahlen oder der Unterstützung der gegebenen Regierung wie auch ihrer Politik. Die dabei entstehende Problematik einer anti-europäisch eingestellten Gesellschaft wie auch der beständig erstarkenden Isolierung des Landes auf europäischer Ebene wurde stillschweigend als Kollateralschaden ignoriert. Das Feindbild selbst, innenpolitisch vielfach ausgenutzt um gegen Europa Stimmung zu erzeugen und die eigene Machtbasis zu halten oder gegebenenfalls auszubauen, hat es an sich, einer gesellschaftlichen Eigendynamik in der Reproduktion seiner selbst zu verfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung erläutert den europäischen Integrationsprozess und identifiziert die skeptische bis feindliche Haltung Großbritanniens als zentralen Untersuchungsgegenstand.

Großbritanniens Rolle in der Integration Europas im 20. und 21. Jahrhundert: Dieses Kapitel zeichnet die politische Geschichte Großbritanniens in der EU nach, von der Nachkriegszeit bis zu den Spannungen im Zuge des Irak-Krieges.

Großbritanniens Politik nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Fokus liegt auf der frühen, durch das Commonwealth geprägten Ablehnung einer supranationalen europäischen Integration unter Churchill.

Britischer Widerstand von der Montanunion bis zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft: Es wird analysiert, wie wirtschaftliche Bedenken und Souveränitätsängste zur Ablehnung der frühen europäischen Institutionen führten.

Großbritanniens Hürden auf dem Kurswechsel zum Beitritt zur Europäischen (Wirtschafts-)Gemeinschaft: Dieses Kapitel behandelt die gescheiterten Beitrittsversuche und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die 1973 schließlich zum Beitritt führten.

Konsequenzen des Beitritts zur Europäischen Gemeinschaft: Hier werden die wirtschaftlichen Belastungen und die daraus resultierenden politischen Konflikte, insbesondere unter Margaret Thatcher, beleuchtet.

Die Entwicklung der Europäischen Union unter britischem Einfluß: Die Analyse konzentriert sich auf die Jahre von Maastricht bis zu den Spannungen während der Regierung Major und Blair.

Einfluß der Presse auf die britische Öffentlichkeit im europäischen Kontext: Das Kapitel untersucht die Rolle der Boulevardpresse bei der gezielten Verbreitung euro-skeptischer Stimmungen.

Großbritanniens Öffentlichkeit gegenüber der europäischen Integration: Zusammenfassende Darstellung der tief verwurzelten Antipathien und des Unwissens in der britischen Bevölkerung gegenüber der EU.

Die menschliche Psyche als Hort des Feindbildes: Theoretische Fundierung der Arbeit durch Freuds Instanzentheorie zur Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung von Feindbildern.

Die drei psychischen Instanzen: Das Ich, das Es und das Über-Ich: Erläuterung der psychologischen Strukturen, die zwischen individuellen Trieben und gesellschaftlich vermittelten Normen vermitteln.

Reproduktion von Feindbildern innerhalb der britischen Gesellschaft: Erklärung, wie Feindbilder über Generationen hinweg durch Erziehung und soziale Instanzen reproduziert werden.

Die Rolle des Feindbildes als Fundament der anti-europäischen Politik Großbritanniens: Synthese der Ergebnisse, die aufzeigt, wie die bewusste Nutzung von Feindbildern zur innenpolitischen Machtstabilisierung dient.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Europäische Union, Integration, Feindbild, Instanzentheorie, Sigmund Freud, Euroskeptizismus, Presse, Souveränität, Identität, Sozialisation, Innenpolitik, Geschichte, Kontinentaleuropa, Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Großbritannien eine traditionell distanzierte und teils feindselige Haltung gegenüber der europäischen Integration einnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die politische Geschichte der britischen EU-Mitgliedschaft, die Rolle der Medien bei der Feindbildpflege und die psychologischen Mechanismen hinter der Bildung kollektiver Antipathien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen innenpolitischer Instrumentalisierung von Europa-Skepsis und den psychologischen Grundlagen der Feindbildbildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert historische Analyse der britischen Außenpolitik mit tiefenpsychologischen Erklärungsmodellen nach Sigmund Freud.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Chronologie der EU-Mitgliedschaft, den Einfluss der Medien und die theoretische Herleitung der Feindbildreproduktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Euroskeptizismus, Souveränität, Feindbild, soziale Reproduktion und europäische Integration.

Warum spielt die britische Boulevardpresse eine so große Rolle für den Autor?

Der Autor sieht in der Boulevardpresse einen entscheidenden "Stoßtrupp", der durch Vereinfachung und Ressentiments die europafeindliche Stimmung in der Bevölkerung kontinuierlich nährt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf den "Souveränitätsverlust"?

Der Autor argumentiert, dass der befürchtete Souveränitätsverlust durch den Gewinn an tatsächlichem politischen Einfluss innerhalb einer stärkeren EU kompensiert werden könnte.

Wie kann das "Feindbild Europa" laut Autor entkräftet werden?

Durch Bildungsprogramme, Schüleraustausch und die Bereitstellung objektiver Informationen soll die rationale Instanz des "Ich" gestärkt werden, um irrationalen Feindbildern entgegenzuwirken.

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Details

Title
Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens
College
University of Hannover  (Philosophische Fakultät)
Grade
Gut
Author
Dipl.-Sozialwiss. Merlin Holthoff (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V142793
ISBN (eBook)
9783640519484
ISBN (Book)
9783640521005
Language
German
Tags
Europäische Union Politikwissenschaft European Studies Europäische Integration Europäische Verfassung Internationale Politik International Relations Grobritannien Grobritanniens Europapolitik Großbritanniens Öffentlichkeit Britische Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialwiss. Merlin Holthoff (Author), 2005, Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142793
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