Den Kampf gegen den Terrorismus führen die Vereinten Nationen bereits seit über fünfzig Jahren, doch die veränderte Weltpolitische Situation nach dem Ende des Kalten Krieges, beeinflusste die Quantität sowie die Qualität der Terrorismusbekämpfung stark. Seit den Anschlägen des 11. September 2001 steht die Terrorismusbekämpfung nicht nur in den Sicherheitsstrategien der Westlichen Staaten an oberster Stelle, sondern es wurde auch nach Wegen für eine verbesserte Internationale Zusammenarbeit gesucht. Aus diesem Grund wurden Organisationen und Netzwerke wie die NATO, die OSZE, die EU und im besonderen Maße die UN zu wichtigen Instrumenten der gemeinsamen Terrorismusbekämpfung und der Terrorismusprävention. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Untersuchung inwiefern die UN von anderen Organisationen im Bereich der Terrorismusbekämpfung, Strategien und Praktiken übernehmen kann um dadurch ihren Arbeitserfolg zu optimieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien und Methoden
3. Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UN
3.1 Der Normative Bereich
3.1.1 Die Rolle des Sicherheitsrats
3.1.2 Die Rolle der Generalversammlung
3.1.3 Die Rolle des Sekretariats
3.2 Der Legislative Bereich
3.2.1 Counter- Terrorism Committee
3.2.2 United Nations Office on Drugs and Crime
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der Vereinten Nationen (UN) bei der Terrorismusbekämpfung und analysiert, inwieweit die Organisation Strategien und Praktiken anderer internationaler Akteure übernehmen kann, um ihren Arbeitserfolg zu optimieren.
- Analyse der Stärken und Schwächen des UN-Systems in der Sicherheitsarbeit.
- Untersuchung normativer Grundlagen wie der Rolle des Sicherheitsrats und der Generalversammlung.
- Evaluation legislativer Mechanismen, insbesondere des Counter-Terrorism Committee (CTC) und des UNODC.
- Vergleich mit anderen Organisationen wie NATO, OSZE und EU.
- Überprüfung der Hypothese zur verbesserten internen und externen Vernetzung der UN.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Rolle des Sicherheitsrats
Dem Sicherheitsrat kommt innerhalb der UN eine wichtige Rolle zu, denn er ist das einzige Organ was Beschlüsse fassen kann, die für alle Mitglieder bindend sind. Nach Artikel 39(Kapitel VII) der Charta kann der Sicherheitsrat wenn er eine Bedrohung feststellt, (z.B. Unterstützung von Terroristen) Sanktionen gegen einzelne Staaten verhängen. Weiterhin ist er in der Lage, militärische Operationen zu genehmigen oder Ermittlungen gegen terroristische Gruppen zu veranlassen.
(vgl: Aita: 2005)
Nach dem 11. September 2001 unternahm der Sicherheitsrat eine Reihe von wichtigen Schritten im Kampf gegen den Terrorismus. Der wahrscheinlich wichtigste Schritt in dieser Zeit war der Erlass der Resolutionen 1368 und 1373 wodurch das „Counter-Terrorism Committee“ (CTC) ins Leben gerufen wurde. Die Resolution 1368 wurde am 12. September und die Resolution 1373 am 28. September 2001 beschlossen und sind die wichtigsten Eckpunkte der UN im Kampf gegen den Terrorismus. Die Resolution 1368 erklärt den Terrorismus zu einer Gefahr für den Frieden und der Sicherheit der Welt, die Resolution 1373 geht bereits weiter und zwingt die Mitgliedsstaaten der UN zu konkreten Handlungen. Das der Sicherheitsrat sich in dieser Phase dem Problem des Terrorismus annimmt zeigt die tragweite der Anschläge, war dies doch sonst ein Thema das im Rahmen der General Versammlung behandelt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Arbeit in drei Teile und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Optimierung der Terrorismusbekämpfung durch die UN auf Basis einer Lösungs-Hypothese vor.
2. Theorien und Methoden: Hier wird der theoretische Rahmen durch den Institutionalismus begründet, um die kooperative Arbeit und den Informationsaustausch zwischen überstaatlichen Organisationen zu erklären.
3. Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UN: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Organe und Instrumente der UN im Kampf gegen den Terrorismus.
3.1 Der Normative Bereich: Untersuchung der normativen Schlüsselrolle der UN durch universelle Mitgliedschaft und Völkerrecht sowie der Rollen von Sicherheitsrat, Generalversammlung und Sekretariat.
3.1.1 Die Rolle des Sicherheitsrats: Analyse der bindenden Beschlussfähigkeit des Sicherheitsrats und der Bedeutung zentraler Resolutionen wie der 1373 nach den Anschlägen vom 11. September.
3.1.2 Die Rolle der Generalversammlung: Darstellung der Generalversammlung als Gremium für strategische Ziele und die Bemühungen um eine globale Anti-Terror-Strategie trotz mangelnder rechtlicher Bindungskraft.
3.1.3 Die Rolle des Sekretariats: Erörterung der Rolle des Generalsekretärs und der Bedeutung von Experten-Arbeitsgruppen für die Formulierung kohärenter Strategien innerhalb des UN-Systems.
3.2 Der Legislative Bereich: Fokus auf die praktische Umsetzungsebene und die Prävention von Terrorismus durch spezialisierte Institutionen.
3.2.1 Counter- Terrorism Committee: Untersuchung des CTC als zentrales Überwachungsinstrument für die Einhaltung von UN-Resolutionen durch die Mitgliedstaaten.
3.2.2 United Nations Office on Drugs and Crime: Analyse der Rolle des UNODC bei der Kriminalitäts- und Terrorismusprävention durch technische Hilfe und Kapazitätsaufbau.
Schlüsselwörter
Vereinte Nationen, UN, Terrorismusbekämpfung, Sicherheitsrat, Resolution 1373, Generalversammlung, Counter-Terrorism Committee, UNODC, Institutioneller Ansatz, Terrorismusprävention, Internationale Zusammenarbeit, Kapazitätsaufbau, Völkerrecht, Sicherheitspolitik, Krisenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Vereinten Nationen im globalen Kampf gegen den Terrorismus und hinterfragt deren Effektivität sowie die Möglichkeiten zur Optimierung durch den Vergleich mit anderen Organisationen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch den Institutionalismus, die normative Macht der UN durch Völkerrecht sowie die legislative und praktische Arbeit spezifischer Organe wie des Sicherheitsrats und des UNODC.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ergründen, wie die UN durch bessere Vernetzung und das Lernen von anderen internationalen Organisationen ihren Kampf gegen den Terrorismus erfolgreicher gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen institutionalistischen theoretischen Rahmen und wendet eine vergleichende Analyse der Arbeitsweisen verschiedener UN-Gremien und externer Organisationen an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in den normativen und den legislativen Bereich, in denen die spezifischen Funktionen, Erfolge und Defizite von Institutionen wie dem Sicherheitsrat, dem CTC und dem UNODC kritisch betrachtet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Terrorismusprävention, internationale Kooperation, Sicherheitsrat, UN-Resolutionen und institutionelle Adaption.
Warum ist die Abgrenzung des Begriffs Terrorismus ein Problem für die UN?
Die UN-Mitgliedstaaten finden aufgrund unterschiedlicher politischer Interessen und Sichtweisen auf Phänomene wie Staatsterrorismus oder legitime Befreiungskämpfe bisher keinen Konsens für eine einheitliche, völkerrechtlich bindende Definition von Terrorismus.
Welche Rolle spielt das Counter-Terrorism Committee (CTC)?
Das CTC fungiert als wichtigstes Überwachungsorgan für die Umsetzung der Resolution 1373, wertet Staatenberichte aus und bietet Unterstützung bei der Implementierung von Anti-Terror-Maßnahmen.
Welches zentrale Defizit identifiziert die Arbeit in der UN-Terrorismusbekämpfung?
Ein wesentliches Problem ist der bürokratische Aufwand sowie die fehlende Vernetzung und ein Mangel an eigenen geheimdienstlichen Kapazitäten, wodurch die UN bei der Faktenprüfung von Sanktionen stark von ihren Mitgliedstaaten abhängig ist.
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- Dr. Christian Wanner (Author), 2008, Die UN im Kampf gegen den Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142888