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Das antagonistische Verhältnis von weiblicher Kultur und beruflich organisierter Arbeit

Title: Das antagonistische Verhältnis von weiblicher Kultur und beruflich organisierter Arbeit

Bachelor Thesis , 2002 , 40 Pages , Grade: 2,8

Autor:in: Astrid Reiß (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Der Wandel in der Frauenerwerbstätigkeit, in Bildung und Ausbildung, in den familialen Lebensformen und vor allem in Orientierungen der Frauen selbst wird allgemein als Hinweis dafür gewertet, dass auch Frauen vom Prozess der Individualisierung erfasst werden. Das Muster der weiblichen Normalbiografie löst sich auf. Eine größere Vielfalt von Lebensformen werden Frauen zugänglich. Die Lebensführung der Frauen wird stärker bestimmt und abhängig von der Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig aber bleibt der entscheidende Aspekt ihrer Lebenslage, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, unangetastet.
Berufstätigkeit und Elternschaft sind entwicklungsbedeutsame Lebensthemen. Für Frauen ist es heute noch keine Selbstverständlichkeit, Berufstätigkeit und Mutterschaft gleichermaßen als Entwicklungspotenzial zu nutzen. Im Gegenteil: Man muss davon ausgehen, dass Frauen in ihrer Entwicklung eingeschränkt und behindert werden. Für die Mehrzahl der Männer steht außer Frage, beide Entwicklungen miteinander verbinden zu können.
Wenn man das Verhältnis „Frau - Beruf“ untersucht, erhält man Einblick in eine besondere Komplexität und Gegensätzlichkeit zwischen den Anforderungen an berufliche Arbeit und den biografisch erworbenen Dispositionen des weiblichen Arbeitsvermögens und den damit ständig verbundenen Aufgaben im familiären Reproduktionsbereich.
In der vorliegenden Arbeit sollen Aufstiegschancen und -hindernisse von Frauen auf Facharbeiterebene differenzierter diskutiert werden. Dabei sollen Widersprüchlichkeiten bei der Lebens- und Berufsplanung und der beruflichen Tätigkeit aufgezeigt werden. Besonders berücksichtigt werden Berufe von Frauen, ihre Berufsausübung und Weiterbildung. Außerdem werden Barrieren aufgezeigt, die es den Frauen systematisch erschweren, beruflich aufzusteigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die Ausrichtung der Geschlechter auf die Berufe

2.1 Die berufliche Sozialisation im weiblichen Lebensverlauf

2.1.1 Die weiblichen Berufsinteressen

2.1.2 Chancengleichheit auf dem Lehrstellenmarkt

2.1.2.1 Weibliche Jugendliche mit 10-klassigem Schulabschluss im dualen System der Berufsausbildung

2.1.2.2 Weibliche Studienberechtigte (Sekundarstufe II) im dualen System der Berufsausbildung

2.1.3 Die schulische Berufsausbildung von jungen Frauen

2.2 Die Erwerbstätigkeit im weiblichen Lebensverlauf

2.2.1 Der berufliche Aufstieg der Frau

2.2.2 Schichtspezifische Spannungen

3 Typische Strukturmerkmale von Frauenberufen

3.1 Das Verhältnis von geschlechtlicher Arbeitsteilung

3.1.1 Allgemeine Definition von Beruf

3.1.2 Die Frauenkarriere

3.2 Schlechtere Arbeitsbedingungen und geringere Löhne in Frauenberufen

4 Die Veränderung der beruflichen Strukturmerkmale

4.1 Die Veränderung der Berufsinhalte

4.2 Die Änderung des Sozialstatus

4.3 Der Geschlechtswandel und die Folgen für die Berufsinhalte

5 Die Weiterbildung von Frauen

5.1 Die Weiterbildungsteilnahme von Frauen

5.2 Die gesetzlichen Regelungen zur Gleichstellung von Mann und Frau

5.3 Die berufliche Weiterbildung von Frauen

5.3.1 Die betriebliche Weiterbildung von Frauen in Facharbeiterberufen

5.3.2 Die geförderte Weiterbildung nach SGB III

5.3.3 Die geförderte Weiterbildung nach Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

5.4 Die Teilnahme von Frauen am Fernunterricht

5.5 Die Teilnahme von Frauen an formalisierter Weiterbildung

5.6 Fazit zur berufliche Weiterbildung der Frauen

6 Zusammenfassende Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Aufstiegschancen und -hindernisse von Frauen auf der Facharbeiterebene kritisch zu beleuchten und dabei das antagonistische Verhältnis zwischen „weiblicher Kultur“ und den Anforderungen der beruflich organisierten Arbeit aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie geschlechtsspezifische Sozialisation und strukturelle Barrieren die berufliche Laufbahn und Weiterbildung von Frauen beeinflussen.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und ihrer Auswirkungen auf Frauenberufe.
  • Untersuchung der Widersprüche zwischen beruflicher Tätigkeit und privatem Reproduktionsbereich.
  • Identifikation systematischer Barrieren, die den beruflichen Aufstieg von Frauen behindern.
  • Evaluation der Weiterbildungsbeteiligung von Frauen und ihrer Effektivität zur Verbesserung der beruflichen Situation.
  • Diskussion politischer und gesellschaftlicher Ansätze zur Förderung der Gleichstellung im Erwerbsleben.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der berufliche Aufstieg der Frau

Lebensverläufe von Frauen unterscheiden sich sehr deutlich von denen der Männer. Eine Angleichung zwischen den Geschlechtern hat zwar schon in vielen Bereichen des Lebens stattgefunden und Frauen haben heute auch schon ein eigenständiges Berufsleben, gleichzeitig sind aber die Lebensverläufe von Frauen unterschiedlicher geworden (vgl. Lauterbach u. a. in: Beckmann 1994, 179). Obwohl Frauen nicht mehr traditionell leben, sondern eigenständig, sind sie doch fast immer für die Familie zuständig.

In der schulischen und beruflichen Ausbildung machen sie Bildungsfortschritte und Entwicklungen in Richtung eigenes Leben – in der Phase der Familiengründung aber fallen sie zurück in ihre tradierte Rolle und übernehmen die Zuständigkeiten für die Familie und den Haushalt. Die unmittelbare Folge ist eine eigene Beeinträchtigung individueller Lebensgestaltung (vgl. Lauterbach, 180). Will die Frau beruflich aufsteigen, dann braucht sie die männlichen Modelle der Lebensführung. Konkret heißt das, Arbeitsmarkt-Individualisierung, berufszentrierte Lebensführung und damit geschlechtshierarchische Arbeitsteilung (vgl. Frerichs u. a. 1993, 147).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Frauenerwerbstätigkeit ein und skizziert den Widerspruch zwischen Individualisierungsprozessen und der nach wie vor geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.

2. Die Ausrichtung der Geschlechter auf die Berufe: Dieses Kapitel untersucht die geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Einfluss auf die Berufswahl sowie die daraus resultierenden Benachteiligungen für Frauen im dualen System.

3 Typische Strukturmerkmale von Frauenberufen: Hier werden die Merkmale von Berufen, die primär von Frauen besetzt sind, analysiert, insbesondere im Hinblick auf den geringen gesellschaftlichen Status und die schlechte Entlohnung.

4 Die Veränderung der beruflichen Strukturmerkmale: Dieses Kapitel diskutiert die historischen und aktuellen Dynamiken, die dazu führen, dass sich Inhalte, Sozialstatus und Geschlechterzusammensetzung von Berufen wandeln können.

5 Die Weiterbildung von Frauen: Es wird die Teilnahmesituation von Frauen an verschiedenen Formen der Weiterbildung analysiert und evaluiert, inwieweit diese Programme tatsächlich Aufstiegschancen bieten oder nur bestehende Strukturen festigen.

6 Zusammenfassende Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Dringlichkeit, das antagonistische Verhältnis zwischen Arbeit und Familie als gesellschaftliches Problem anzuerkennen, um nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Frauenberufe, Erwerbstätigkeit, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, berufliche Sozialisation, Weiterbildung, Karriere, Facharbeiterebene, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Strukturwandel, Aufstiegshindernisse, Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, Qualifikation, Berufsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das konfliktreiche Verhältnis zwischen der sogenannten „weiblichen Kultur“ und der organisierten Arbeitswelt, mit besonderem Fokus auf die berufliche Situation von Frauen auf Facharbeiterebene.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die geschlechtsspezifische Sozialisation, die segmentierte Struktur von Frauenberufen, Barrieren beim beruflichen Aufstieg sowie die Wirksamkeit von Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die strukturellen Ursachen aufzuzeigen, die trotz formaler Gleichberechtigung dazu führen, dass Frauen im Erwerbsleben benachteiligt werden und ihre beruflichen Entwicklungspotenziale nicht voll ausschöpfen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Sekundärdaten, insbesondere Berufsbildungsberichten und soziologischen Studien zur Frauenforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Ausrichtung der Geschlechter auf Berufe, den Merkmalen von Frauenberufen, der Veränderung beruflicher Strukturen sowie einer detaillierten Analyse der Weiterbildungsteilnahme von Frauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenberufe, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, berufliche Sozialisation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Aufstiegshindernisse geprägt.

Wie beeinflusst die Familienphase den beruflichen Werdegang von Frauen laut dieser Arbeit?

Die Autorin argumentiert, dass die Phase der Familiengründung häufig zu einem Rückfall in tradierte Rollenmuster führt, was individuelle Lebensgestaltung einschränkt und Aufstiegschancen nachhaltig behindert.

Warum wird im Dokument von einem "antagonistischen Verhältnis" gesprochen?

Der Begriff beschreibt den unauflösbaren Widerspruch, in dem Frauen stehen: Sie müssen einerseits den Anforderungen der beruflich organisierten Arbeit entsprechen, sind aber gleichzeitig durch ihre Rolle im familiären Reproduktionsbereich in ihrer Flexibilität und Karriereentwicklung systematisch blockiert.

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Details

Title
Das antagonistische Verhältnis von weiblicher Kultur und beruflich organisierter Arbeit
College
University of Hagen  (Kultur und Soziale Verhaltenswissenschaften)
Grade
2,8
Author
Astrid Reiß (Author)
Publication Year
2002
Pages
40
Catalog Number
V14290
ISBN (eBook)
9783638197359
Language
German
Tags
Verhältnis Kultur Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Reiß (Author), 2002, Das antagonistische Verhältnis von weiblicher Kultur und beruflich organisierter Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14290
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