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Der interreligiöse Dialog im Islam. Theologische Grundlagen

Title: Der interreligiöse Dialog im Islam. Theologische Grundlagen

Term Paper , 2020 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eniz Brkić (Author)

Theology - Islamic theology
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Die Projektförderung im Bereich des interreligiösen Dialogs soll die Verständigung und den Austausch über die Grenzen einzelner Religionsgemeinschaften hinweg und zwischen Anhängern verschiedener Glaubensrichtungen ermöglichen, ausbauen und verstetigen. Ziele sind ein besseres Verständnis füreinander zu ermöglichen, das wechselseitige Interesse an den jeweiligen Glaubensgrundlagen wie auch der praktischen Religionsausübung zu steigern und Anreize zu setzen, sich auf sachlicher Basis über Gemeinsamkeiten wie Unterschiede der jeweiligen Religionsgemeinschaften bewusst zu werden.

Vor diesem Hintergrund werden vor allem Maßnahmen gefördert, die sich an Multiplikatoren aus den Bereichen Religion, Gesellschaft und Politik – also z.B. haupt- und ehrenamtliche Mitglieder der verschiedenen religiösen Gemeinschaften – richten. Gegenstand der Förderung kann hierbei auch deren Vernetzung sein.

Es ist verständlich, dass es kein einheitliches Verständnis des interreligiösen Dialogs und seiner Ziele gibt, aber ich glaube, dass wir das Verständnis vieler aktiver Teilnehmer zum Ausdruck bringen, wenn wir es definieren als eine Form der Kommunikation, die durch Konversation und Handeln das Verständnis verbessert und Brücken für die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern verschiedener Religionen baut, für ein friedliches Zusammenleben, Toleranz und gegenseitigen Respekt. Das Ziel ist es also nicht, Meinungs- und Glaubensunterschiede zu beseitigen, sondern diese Unterschiede als solche zu verstehen und zu akzeptieren. Respekt und positives Engagement bedeuten nicht, dass Unterschiede in Lehre und Interpretation irrelevant sind. Es bedeutet nur, dass diese Unterschiede in einem freien und offenen Gespräch diskutiert werden müssen. Dialog bedeutet, andere zu verstehen und über sie zu lernen, sie nicht zu erobern oder zum Schweigen zu bringen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Interreligiöser Dialog - nicht verstandene (missverstandene) Idee

2.1 Die Ziele des interreligiösen Dialogs

3. Theologische Grundlagen des interreligiösen Dialogs im Islam

4. Erben des Buches – Leute der Schrift (ahl al-kitāb)

5. Nicht-Muslime im Leben des Propheten Muḥammad

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologischen Grundlagen für einen interreligiösen Dialog aus islamischer Perspektive und erörtert, wie ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft auf Basis koranischer Prinzipien und historischer Vorbilder des Propheten gedeutet werden kann.

  • Bedeutung theologischer Grundlagen für den Dialog
  • Differenzierung des Dialogbegriffs im Islam
  • Koranische Begründung für religiöse Vielfalt
  • Historische Praxis des Propheten Muhammad im Umgang mit Nicht-Muslimen
  • Förderung dialogischer Kompetenz in modernen Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

5. Nicht-Muslime im Leben des Propheten Muḥammad

Ich möchte hier an ein praktisches islamisches Engagement für das Zusammenleben und die interreligiöse Wertschätzung und Zusammenarbeit anhand von Beispielen aus dem Leben des Propheten Muḥammad erinnern. Ich mache das, weil wir leider viel häufiger von Konflikten zwischen Religionen hören als von ihrer Zusammenarbeit; denn die tägliche Berichterstattung über und in Bezug auf Gewalt im Namen des Islam und der Muslime betrifft zweifellos uns alle und das Bild, das über den Islam dargestellt wird beeinflusst. Ebenso hat die leise Rhetorik in Bezug auf die multiethnische und multireligiöse Natur dieses Landes viele dazu veranlasst, die Möglichkeit des Zusammenlebens hier in Frage zu stellen. Diese Rhetorik hat manche von uns fast von ihrer Wahrheit überzeugt, obwohl das Zusammenleben in diesem Land seit Jahrzehnten spontan stattgefunden hat. Deshalb möchte ich an einige Beispiele der interreligiösen Zusammenarbeit des Propheten Muḥammad erinnern, möge der Friede Gottes auf ihm sein, und so das Vertrauen in die Zusammenarbeit und das Zusammenleben von uns allen stärken.

Nach islamischen historischen Quellen als der liebe Gott Muḥammad für Seinen Boten an das Volk auserwählte konnte der Muḥammad es überhaupt nicht ertragen. Er war verängstigt und leicht verwirrt. Nach einer transformativen Begegnung mit dem Ğibrīl (Engel Gabriel) bezweifelte er kurz seine Argumentation. In diesen schwierigen Momenten der persönlichen Ängste wurde er von zwei Personen getröstet: seiner Frau Ḫadīğah und einem frommen alten Christen, Waraqah b. Nawfal. Waraqah war einer der wenigen Konvertiten zum Christentum in Makkah und Umgebung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Setzt den theoretischen Rahmen, indem der Glaube als menschlicher Wert definiert und die Problematik exklusiver Ideologien in der pluralistischen Welt beleuchtet wird.

2. Interreligiöser Dialog - nicht verstandene (missverstandene) Idee: Klärt Begrifflichkeiten und betont, dass Dialog Kommunikation und gegenseitiges Verständnis zum Ziel hat, nicht die Einigung auf eine Einheitsreligion.

2.1 Die Ziele des interreligiösen Dialogs: Grenzt den Dialog von Mission (Daʿwah) und polemischen Debatten ab und definiert ihn als notwendiges Instrument für sozialen Zusammenhalt.

3. Theologische Grundlagen des interreligiösen Dialogs im Islam: Leitet aus koranischen Versen die Verpflichtung zu zivilisierter Kommunikation, Friedensstiftung und respektvollem Umgang mit Andersgläubigen ab.

4. Erben des Buches – Leute der Schrift (ahl al-kitāb): Analysiert die besondere Stellung von Juden und Christen im Koran als Teilhaber eines gemeinsamen monotheistischen Erbes.

5. Nicht-Muslime im Leben des Propheten Muḥammad: Illustriert anhand historischer Ereignisse, wie der Prophet durch Bündnisse und Vertrauen ein praktisches Miteinander mit Nicht-Muslimen vorlebte.

6. Fazit: Plädiert für eine kontextbezogene Auslegung religiöser Texte durch muslimische Gelehrte, um die Rolle des Islams als inspirationsstiftende Kraft in der modernen Welt zu stärken.

Schlüsselwörter

Interreligiöser Dialog, Islam, Koran, Friedenskultur, Offenbarung, Ahl al-kitāb, Prophet Muhammad, Monotheismus, Theologie, Pluralismus, Zusammenleben, Dialogische Kompetenz, Sunna, Soziale Gerechtigkeit, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit exploriert die theologischen Fundamente innerhalb des Islams, die einen respektvollen und friedlichen interreligiösen Dialog ermöglichen und fordern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Kernpunkte sind das koranische Verständnis von Diversität, die praktische Lebensführung des Propheten im Umgang mit Nicht-Muslimen und die Notwendigkeit dialogischer Kompetenz im modernen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den interreligiösen Dialog von Missverständnissen zu befreien und theologisch zu begründen, warum Muslime zum Aufbau von Brücken zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften aufgerufen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologisch-textanalytische Arbeit, die koranische Quellen und historische Überlieferungen (Hadithe) sowie wissenschaftliches Fachwissen heranzieht.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die begriffliche Definition des Dialogs, die koranischen Aufrufe zu zivilem Umgang sowie historische Fallbeispiele des Propheten als Modelle für zwischenmenschliches Handeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dialog, Islam, Pluralismus, Frieden, Koran und das prophetische Erbe.

Welche Rolle spielt die "Gemeinschaft der Bucherben" in der Argumentation?

Sie dient als theologische Brücke, da der Koran Juden und Christen aufgrund der gemeinsamen monotheistischen Wurzeln einen besonderen Status einräumt.

Warum ist das historische Handeln des Propheten Muhammad für heutige Debatten relevant?

Es bietet authentische Beispiele für ein gesellschaftliches Zusammenleben, das auf Vertrauen, Vertragstreue und Schutz der Rechte Andersgläubiger basiert, und entkräftet somit Vorwürfe einer grundsätzlichen Unverträglichkeit.

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Details

Title
Der interreligiöse Dialog im Islam. Theologische Grundlagen
College
University of Osnabrück  (Institut für Islamische Theologie)
Course
Interreligiöse und interkulturelle Studien
Grade
1,0
Author
Eniz Brkić (Author)
Publication Year
2020
Pages
13
Catalog Number
V1430900
ISBN (PDF)
9783346981776
ISBN (Book)
9783346981783
Language
German
Tags
Islam Interreligiöser Dialog Interreligiöse und interkulturelle Studien Theologische Grundlagen des Dialogs im Islam Ziele des interreligiösen Dialogs Erben des Buches – Leute der Schrift (ahl al-kitāb) Nicht-Muslime im Leben des Propheten Muḥammad
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eniz Brkić (Author), 2020, Der interreligiöse Dialog im Islam. Theologische Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430900
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