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Die Rolle der Germanen in Klopstocks „Hermanns Schlacht“

Titre: Die Rolle der Germanen in Klopstocks „Hermanns Schlacht“

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 27 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Magistra Artium Nadine Helms-Heger (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die Rolle der Germanen in Klopstocks "Hermanns Schlacht"

Aufgabe dieser Hausarbeit, deren Inhalt sich direkt an das Seminar II „Die Herausbildung der deutschen Nationalkultur im 18. und 19. Jahrhundert“ anschließt, ist die Beantwortung der Frage nach der Rolle der Germanen in Klopstocks „Hermanns Schlacht“. Dieser Aufgabenstellung werde ich nachgehen, indem ich zunächst den Untersuchungsgegenstand vorstelle, hierbei jedoch den Inhalt von Klopstocks Bardiet im Einzelnen als bekannt voraussetze, da dieser im Seminar bereits ausführlich besprochen wurde.
Der historische Hintergrund der Varusschlacht wird ebenso erläutert wie der Arminiusmythos. Die Frage nach der Entstehung von „Hermanns Schlacht“ wird in Punkt 2.2 beantwortet, bevor unter 2.3 die von Klopstock erdachte Gattung „Bardiet“ erklärt wird. Um die Germanen als Volk beschreiben und charakterisieren zu können, werde ich zunächst das Germanenbild in Tacitus’ „Germania“ erläutern, denn diese Ethnographie ist als eine der Quellen für Klopstocks Bearbeitung des Themas
von tragender Bedeutung. Die in Klopstocks „Hermanns Schlacht“ dargestellten Eigenschaften des Volkes und ihre Abgrenzung zu dem römischen Feind folgen im Anschluss. Im weiteren Verlauf
werde ich die Fragen beantworten wie die Germanen den Krieg gegen die Römer rechtfertigen, welche Rolle die germanischen Götter spielen und was ihnen Natur und Freiheit bedeuten. Welche Aufgabe
haben die Barden und welche Bedeutung haben sie für das Germanenbild? Als einzige Figuren des Bardiets werden der Cheruskerfürst und Held Hermann und seine Frau Thusnelda im folgenden ausführlich vorgestellt und ihr Einfluss auf ihr Volk beschrieben. Insbesondere die Frage, ob die Germanen Klopstocks eine Nation sind, bzw. sich selbst als eine solche verstehen, schließt sich direkt an den Inhalt des Seminars an.
Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammen und gibt somit eine Antwort auf die Fragestellung dieser Hausarbeit. Als Abschluss zeigt das Literaturverzeichnis den für
diese Arbeit erforderlichen Teil der aktuellen Abhandlungen zum Thema sowie alle anderen benutzten Quellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung des Untersuchungsgegenstands

2.1. Die historische Schlacht im Teutoburger Wald und der Arminiusmythos

2.2. Zu Klopstocks „Hermanns Schlacht“

2.3. Die Gattung Bardiet

3. Die Germanen

3.1. Das Germanenbild in Tacitus’ „Germania“

3.2. Das Germanenbild in Klopstocks „Hermanns Schlacht“

3.2.1. Eigenschaften als Volk und der Vergleich mit den Römern

3.2.2. Die Rechtfertigung des Krieges

3.2.3. Götter, Natur und Freiheit

3.2.4. Die Aufgabe der Barden und ihre Bedeutung für das Germanenbild

3.2.5. Der Cheruskerfürst Hermann und seine Frau Thusnelda

3.2.6. Sind die Germanen eine Nation?

4. Die Rolle der Germanen – Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Germanen in Friedrich Gottlieb Klopstocks Drama „Hermanns Schlacht“, um aufzuzeigen, wie der Autor durch die Stilisierung eines historisch verklärten germanischen Volkes ein nationales Identitätsbewusstsein für seine Zeitgenossen schaffen wollte.

  • Historische Einordnung der Varusschlacht und des Arminiusmythos.
  • Analyse des Germanenbildes bei Tacitus im Vergleich zu Klopstocks Darstellung.
  • Die Funktion der Gattung „Bardiet“ zur rhetorischen und nationalen Untermauerung.
  • Die Bedeutung von Göttern, Natur und Freiheit als moralisches Fundament der Germanen.
  • Die Rolle der Barden als intellektuelle Führungspersönlichkeiten und Identitätsstifter.
  • Die Fragestellung nach der Existenz einer „germanisch-deutschen“ Nation.

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Die Rechtfertigung des Krieges

Das bellum iustum, ein antikes Rechtfertigungsmuster, das besonders bei der Beurteilung der Gerechtigkeit eines Krieges Anwendung fand, wird von Klopstock genutzt, um den germanischen Freiheits- und Verteidigungskrieg gegenüber dem Angriffs- und Eroberungskrieg der Römer zu legitimieren und infolgedessen die Germanen auf- und die Römer abzuwerten. Der germanisch-römische Gegensatz wird damit weiter verdeutlicht. Die Darstellung der Germanen ist also eng mit der Rechtfertigung des Krieges verbunden. Sie betrachten ihren eigenen Krieg als gerechtfertigt, da sie sich und ihre Freiheit gegen den römischen Angriff verteidigen. Sie haben die Römer dabei nicht provoziert oder ihnen sonst irgendeinen Grund für den Beginn eines Krieges gegeben und halten sich deshalb für unschuldig („Wodan! unbeleidigt von uns,/Erhoben sie ihr Beil gegen dein freies Volk!“). Aufgrund dieses Unrechts, das die Römer ihnen antun, fühlen sich die Germanen im Recht, in diesem Krieg Rache für Niederlagen früherer Schlachten und für das Eindringen in ihre idyllische Heimat zu nehmen.

Wie sehr die Germanen die bei den Römern übliche Despotie verachten wird im Folgenden deutlich: Brutus findet als Mörder des Tyrannen Cäsar Siegmars besondere Beachtung. Er gilt als Held und sei es wert, „ein Nachkomme Thuiskons zu seyn.“ Wie bereits erwähnt, können sie also auch nicht verstehen, wie die römischen Krieger für die Herrschsucht eines Einzelnen, in diesem Falle Kaiser Augustus, kämpfen können. Somit wird erneut bestätigt, dass der Angriff der Römer aus einem niederen Beweggrund wie den der Herrschsucht nicht gerecht ist. Siegmar argumentiert, dass auch die Götter den Krieg aus diesem Grund verurteilen werden: „Wie furchtbar wird euch die Urne des ernsten Gottes tönen, wenn er’s euch nun sagen wird, daß euer Krieg ein Krieg der Herrschsucht und nicht der Gerechtigkeit ist.“ Im letzten Drittel des Bardiets (S. 114-118) findet eine sehr einseitige Diskussion zwischen Hermann und dem römischen Gefangenen Valerius über die Gerechtigkeit des Krieges statt, die jeder für sich für sein Volk beansprucht. Hermann lässt den Römer jedoch gar nicht erst ausführlich argumentieren, sondern fährt ihm ins Wort: „Valerius: [...] Gerecht ist ein Krieg, wenn../Hermann: Schweig’ hiervon. Du sollst bei Wodans Altare von dieser ernstvollen Sache nicht sprechen, von der du ohne Das nicht sprechen kannst. [...]“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die Rolle der Germanen in Klopstocks Werk zu analysieren und deren Bedeutung für die Herausbildung der deutschen Nationalkultur zu erörtern.

2. Vorstellung des Untersuchungsgegenstands: Das Kapitel erläutert den historischen Kontext der Varusschlacht sowie den Arminiusmythos und definiert die von Klopstock verwendete Gattung des Bardiets.

3. Die Germanen: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und vergleicht das Germanenbild des Tacitus mit Klopstocks dichterischer Ausgestaltung, wobei zentrale Motive wie Götterglaube, Freiheit und die Rolle des Nationalhelden behandelt werden.

4. Die Rolle der Germanen – Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Inszenierung der Germanen als Mittel zur Identitätsstiftung und als Plädoyer für einen deutschen Nationalstolz.

Schlüsselwörter

Klopstock, Hermanns Schlacht, Germanen, Arminius, Bardiet, Tacitus, Nationalkultur, Freiheitskampf, Patriotismus, Barden, Varusschlacht, nationale Identität, bellum iustum, Nation, Vaterland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Darstellung der Germanen in Klopstocks Bardiet „Hermanns Schlacht“ im Kontext der Entwicklung eines deutschen Nationalgefühls im 18. und 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die zentralen Themen umfassen die historische Aufarbeitung der Varusschlacht, den literarischen Arminiusmythos, das Germanenbild bei Tacitus im Vergleich zu Klopstock sowie die Funktion von Barden und der Gattung Bardiet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass Klopstock die Germanen als patriotisches Identitätssymbol nutzt, um das deutsche Nationalbewusstsein zu stärken und dem Dichterstand eine bedeutende Rolle zuzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit historischer Kontextualisierung und dem Vergleich primärer literarischer Quellen mit zeitgenössischen ethnographischen Beschreibungen.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die antithetische Darstellung von Germanen und Römern, die Rechtfertigung des Krieges (bellum iustum), die Verknüpfung von Religion, Natur und Freiheit sowie die Stilisierung von Hermann als Nationalheld.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Untersuchung charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Klopstock, Germanenbild, Patriotismus, Nation, Bardiet, Arminius, Identitätsstiftung und Nationalkultur.

Wie unterscheidet sich Klopstocks Bild der Germanen von dem des Tacitus?

Während Tacitus die Germanen als „Barbaren“ beschreibt, stilisiert Klopstock sie als edle, reine und homogene Nation, um ein positives Gegenbild zur römischen Zivilisation zu schaffen.

Warum wird den Barden in Klopstocks Werk eine so hohe Bedeutung beigemessen?

Klopstock wertet die Barden auf, um die Bedeutung des Dichterstandes als motivierende, identitätsstiftende und moralische Instanz im Staatsgefüge zu unterstreichen und für Intellektuelle gesellschaftliche Anerkennung einzufordern.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der Germanen in Klopstocks „Hermanns Schlacht“
Université
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II - Neuere Deutsche Literatur)
Cours
Die Herausbildung der deutschen Nationalkultur im 18. und 19. Jahrhundert
Note
1,3
Auteur
Magistra Artium Nadine Helms-Heger (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
27
N° de catalogue
V143145
ISBN (ebook)
9783640542345
Langue
allemand
mots-clé
Klopstock Hermanns Schlacht Germanen Barden Cherusker Hermann Thusnelda Varus Arminius Varusschlacht Arminiusmythos Nation Nationalkultur Bardiet Tacitus Germania bellum iustum Götter Volk Römer Germanenbild Ethnographie Natur Freiheit
Sécurité des produits
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Citation du texte
Magistra Artium Nadine Helms-Heger (Auteur), 2006, Die Rolle der Germanen in Klopstocks „Hermanns Schlacht“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143145
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Extrait de  27  pages
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