Die vorliegende Modulprüfung wurde im Rahmen der Großexkursion Balkan 2023 erstellt. Ziele der Großexkursion sind die Länder Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Der vorliegende Exkursionsbericht bezieht sich auf den Exkursionstag in der Stadt Mostar. Während dieses Exkursionstags liegt ein thematischer Schwerpunkt auf Jugoslawienkrieg und dessen Auswirkungen auf Mostar sowie dem Besuch des ‚Museums of Genocide and War‘, weshalb sich die vorliegende Arbeit mit ebendiesen Themen beschäftigt. Der fachwissenschaftliche Teil dieser Arbeit skizziert zunächst den Jugoslawienkrieg in der Stadt Mostar. Daraufhin wird eine kurze Einführung in das Thema ‚Kriegsmuseen‘ gegeben. Im methodisch-didaktische Teil der Arbeit wird vor allem auf das Museum als Lernort eingegangen. Zusätzlich soll die Vor- und Nachbereitung eines Museumsbesuchs thematisiert werden. Abschließend findet eine Begründung der gewählten Exkursionsstruktur statt. Außerdem wird aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HAUPTTEIL
2.1 Tagesplanung
2.2 Fachwissenschaftlicher Teil
2.2.1 Jugoslawienkrieg in der Stadt Mostar
2.2.2 Kriege im Museum
2.3 Fachdidaktischer Teil
2.3.1 Lernort Museum
2.3.2 Vor- und Nachbereitung eines Museumsbesuchs
2.4 Begründung der Exkursionsstruktur
3. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit thematisiert die didaktische Konzeption eines Exkursionstages in der Stadt Mostar, mit einem zentralen Fokus auf den Jugoslawienkrieg und dessen Darstellung im „Museum of Genocide and War“. Das Ziel ist es, den Museumsbesuch als außerschulischen Lernort theoretisch fundiert in den Exkursionsverlauf zu integrieren und eine strukturierte Vor- und Nachbereitung zu begründen.
- Historische Aufarbeitung des Jugoslawienkrieges in Mostar
- Analyse von Kriegsmuseen und deren musealer Narrativität
- Didaktische Potenziale von Museen als Orte historischer Bildung
- Strukturierung und Konzeption von Exkursionsprogrammen
- Bedeutung von Vor- und Nachbereitung für den Lernerfolg
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Kriege im Museum
In vielen Ländern gibt es sogenannte ‚Militärhistorische Museen‘, welche sich gezielt mit bestimmten Kriegen auseinandersetzen (vgl. BRAIT 2023, S. 32). Ein Großteil dieser Museen beschäftigt sich sowohl mit den Auslösern von Krieg und Gewalt als auch mit den Folgen für Gesellschaften und Einzelpersonen. Allerdings befinden sich ‚Militärhistorische Museen‘ oder auch ‚Kriegsmuseen‘ dabei in einem Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik (vgl. THIEMEYER 2010, S. 15). So ist „museale Kriegsdarstellung [...] immer ein politischer Akt, weil [...] die Ziele der musealen Kriegsdarstellung und die Inhalte der Ausstellungen politisch sind“ (ebd.). Politische Ziele von Kriegsausstellungen können dabei u.a. Friedenserziehung, Tourismus, Traditionspflege oder die Einspeisung der Geschehnisse in das kollektive Gedächtnis sein (vgl. ebd., S. 15), da sie „Erinnerungen über die Lebensdauer der Erlebnisgeneration hinaus aufbewahren“ (ebd., S. 16).
Im Allgemeinen kommen Museen fünf wesentliche Aufgaben zu: das Sammeln, das Bewahren, das Forschen, das Ausstellen und das Vermitteln (vgl. BRAIT 2023, S. 17-31). Allerdings machen Museen nur einen kleinen Teil der gesammelten und bewahrten Objekte für die Öffentlichkeit zugänglich (vgl. ebd., S. 16-17). So sind „museale Ausstellungen [...] speziell arrangierte Orte [...], deren Ausstellungsinhalte (Exponate) selektiert [...] und inszeniert werden“ (BRILL 2019, S. 72), wodurch Museen eine bestimmte Geschichte erzählen (vgl. HEESE 2014, S. 16). „Die Sicht auf [...] die Geschichte folgt dabei immer einer bestimmten Perspektive“ (HOOPER-GREENHILL 2000, zitiert nach THIEMEYER 2010, S. 17). Dies begründet sich durch den Konstruktcharakter und die Perspektivität von Geschichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Ziel der Exkursion nach Mostar ein und skizziert den Aufbau der Modulprüfung, die den Fokus auf den Jugoslawienkrieg und den Besuch des Museums legt.
2. HAUPTTEIL: Dieser Abschnitt behandelt die detaillierte Tagesplanung, analysiert den Jugoslawienkrieg in Mostar sowie die museale Aufarbeitung von Kriegen und erörtert die didaktische Einbettung des Museumsbesuchs.
3. FAZIT: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Bedeutung der Standortkonzeption sowie die Notwendigkeit einer reflexiven Vor- und Nachbereitung für den Lernerfolg angehender Lehrkräfte.
Schlüsselwörter
Mostar, Jugoslawienkrieg, Museum, Museumspädagogik, Exkursionsdidaktik, Historisches Lernen, Konstruktcharakter, Perspektivität, Museale Kriegsdarstellung, Außerschulischer Lernort, Stadtexkursion, Geschichtsbewusstsein, Vorbereitung, Nachbereitung, Kriegserinnerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und didaktischen Gestaltung eines Exkursionstages in Mostar, der den Besuch des „Museum of Genocide and War“ als zentrales Element beinhaltet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Geschichte des Jugoslawienkrieges in Mostar, die Funktion von Kriegsmuseen, die Bedeutung musealer Inszenierungen sowie die pädagogische Strukturierung von Museumsbesuchen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktisch fundierten Konzepts für eine Exkursion, die Teilnehmende dazu befähigt, historische Narrative im Museum kritisch zu hinterfragen und den Museumsbesuch in einen Lernprozess zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche zur Museumspädagogik, Geschichtsdidaktik sowie regionalgeographischen Inhalten zur Stadtgeschichte von Mostar.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Tagesplanung, fachwissenschaftliche Hintergründe zum Krieg, fachdidaktische Überlegungen zum Museum als Lernort sowie eine Begründung für die gewählte Struktur des Exkursionstages.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Museumspädagogik, Jugoslawienkrieg, Exkursionsdidaktik, Konstruktcharakter von Geschichte und Perspektivität.
Warum ist eine Vor- und Nachbereitung für den Museumsbesuch unerlässlich?
Ohne Vor- und Nachbereitung droht ein Museumsbesuch zur folgenlosen Abwechslung zu werden. Eine Vorbereitung schafft die notwendigen Kompetenzen, während die Nachbereitung den Lernerfolg nachhaltig festigt.
Was macht Mostar als Exkursionsstandort besonders relevant?
Mostar dient als Ort, an dem die stadtgeschichtliche Chronologie und die traumatischen Ereignisse des Jugoslawienkriegs direkt erfahrbar sind, was eine kritische Auseinandersetzung mit historischer Bildung ermöglicht.
Welche Rolle spielt die „Aura des Originals“ in der Arbeit?
Die Arbeit betont, dass die physische Begegnung mit Exponaten im Museum eine ästhetische und kognitive Dimension bietet, die durch zweidimensionale Lehrmittel nicht ersetzt werden kann.
Wie unterscheidet sich das „Museum of Genocide and War“ von anderen Museen?
Das Museum fungiert als Lernort für eine politisierte Kriegsdarstellung, wobei die Autoren hervorheben, dass die Art und Weise der musealen Inszenierung maßgeblich darüber bestimmt, wie Geschichte wahrgenommen wird.
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- Maximilian Witzke (Author), 2023, Das 'Museum of genocide and war' in Mostar als Lernort im Rahmen einer Balkanexkursion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431536