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Feministische Sprachkritik

Sprachrohr der Frauenbewegung oder nur eine Modeerscheinung?

Title: Feministische Sprachkritik

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kathrin Vogler (Author)

German Studies - Modern German Literature
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[...] Im ersten Kapitel des Hauptteils wird auf feministische Sprachkritik im Allgemeinen eingegangen, auf die Etymologie des Begriffs und die Entstehungsgeschichte dieser Disziplin. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Rolle der Sprache, die für die Betrachtungsweise der femininen Sprachkritik von großer Bedeutung ist. Im dritten Kapitel werden einige Forschungsgebiete der feministischen Sprachkritik vorgestellt. Neben Sexismus in der Sprache soll außerdem die Berufswelt und die Religion in Augenschein genommen werden. Im vierten Kapitel werden Vorschläge für eine geschlechterneutrale Sprache vorgestellt, und besonders auf das sogenannte Splitting eingegangen. Das fünfte Kapitel beinhaltet negative Reaktionen auf feministische Sprachkritik.
Im Schlussteil wird letztendlich aufgrund der gewonnenen Einblicke eine Antwort auf die Frage gegeben, ob feministische Sprachkritik als Sprachrohr der Frauenbewegung oder lediglich als Modeerscheinung zu betrachten ist. Ein kurzer Ausblick soll die Arbeit abrunden.
Ich habe mich bei der Recherche für die Arbeit hauptsächlich an ältere Forschungsliteratur gehalten, weil ich die Neuerungen aufzeigen wollte, die die überwiegend weiblichen Autorinnen während und nach der Neuen Frauenbewegung entdeckten und zum Besten gaben. Hätte ich sämtliche neue Werke in meine Arbeit eingebracht, hätte diese den Umfang der vorgegebenen Seitenanzahl deutlich überschritten.
Für eine bessere zeitliche Orientierung, ist im Anhang eine chronologische Übersicht über Richtlinien, Verordnungen und Gesetze in der BRD und Europa von 1962 bis 1990 zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Feministische Sprachkritik

1. Begriffsklärung

1.1 Etymologie

1.2 Entstehungsgeschichte

2. Die Rolle der Sprache

3. Forschungsgebiete

3.1 Sexistischer Sprachgebrauch

3.2 Berufswelt

3.3 Religion

3.3.1 Anredeformen für Gott

3.3.2 Frauengerechte Sprache in der Übersetzung der Bibel

4. Vorschläge zu einer geschlechterneutralen Sprache

5. Kritik an der Kritik

III. Konklusion und Ausblick

IV. Anhang

V. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die feministische Sprachkritik im Hinblick auf ihre Relevanz und Wirkung: Es wird analysiert, ob diese Disziplin als ernsthaftes Instrument der Frauenbewegung zur Aufdeckung sprachlicher Missstände dient oder lediglich als kurzlebige Modeerscheinung abgetan werden muss.

  • Etymologische und historische Herleitung des Begriffs Feminismus
  • Die bewusstseinsbildende und realitätsschaffende Rolle der Sprache
  • Sexistischer Sprachgebrauch im Berufsleben und in der Religion
  • Strategien und Methoden zur Etablierung geschlechterneutraler Sprache
  • Debatte um die Wirksamkeit und Kritik an feministischen Sprachregelungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Sexistischer Sprachgebrauch

Wie im vorangegangen Kapitel bereits angesprochen wurde, handelt es sich bei der deutschen Sprache um eine Genussprache, was eine Symmetrie, d.h. eine Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Sprache, so gut wie unmöglich macht. Genus bezeichnet eine grammatikalische Kategorie, die nicht mit der außergrammatikalischen Kategorie Sexus verwechselt werden darf.

Was nun die feministische Sprachkritik der deutschen Sprache im Bezug auf das Genus-Sexus-Dilemma vorwirft, ist, dass sie den männlichen Anspruch auf Dominanz ausdrückt, indem sie für Personen- und besonders für Amts- und Berufsbezeichnungen stets die männliche Form verwendet. Es kommt hierbei gar nicht darauf an, ob tatsächlich nur männliche Personen bezeichnet werden. Eine gemischte Gruppe, oder sogar eine überwiegend aus weiblichen Personen bestehende Gruppe, wird im Regelfall ebenfalls durch eine maskuline Bezeichnung markiert. Diese Bezeichnung wird generisches Maskulinum genannt und ist einer der größten Kritikpunkte der feministischen Linguistinnen.

So werden z.B. aus 99 Lehrerinnen und einem Lehrer in der sprachlichen Beschreibung dieser Gruppe hundert Lehrer. Daraus geht nicht eindeutig hervor, welches Geschlecht, also Sexus, besagte Personen haben und deswegen werden Personengruppen, die auf diese Art und Weise bezeichnet werden, immer in erster Linie mit Männern assoziiert. Dies stellt nicht nur die Hörer solcher Begriffe vor ein Problem, sondern ebenso die betroffenen Frauen selbst, da sie sich nie ganz sicher sein können, ob sie mit der Bezeichnung überhaupt gemeint sind. In der feministischen Sprachwissenschaft hat sich die Meinung verbreitet, dass Frauen bei solchen Bezeichnungen nicht automatisch mit gemeint sind.

Wer Frauen eindeutig und direkt ansprechen möchte, könnte dies schließlich durch Anhängen eines in-Suffixes an das maskuline Wort tun. Wer eine Frau mit Lehrerin anspricht, hat größere Chancen, dass sie sich auch tatsächlich angesprochen fühlt, als wenn er sie mit Lehrer anredet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung auf, ob feministische Sprachkritik ein Sprachrohr der Frauenbewegung oder eine Modeerscheinung ist, und bettet diese in den Kontext des Grundgesetzes sowie der bisherigen Forschung ein.

II. Feministische Sprachkritik: Dieses Kapitel widmet sich der Definition der Begriffe, beleuchtet die Rolle der Sprache als realitätsbildendes Element und analysiert den Sexismus in Berufsfeldern sowie religiösen Kontexten, inklusive der Anredeformen Gottes und biblischer Übersetzungen.

III. Konklusion und Ausblick: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die feministische Sprachkritik trotz anhaltender Kritik einen festen Platz in der Gesellschaft eingenommen hat und wichtige sprachliche Innovationen bewirkt.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachkritik, Frauenbewegung, Sprachlenkung, geschlechterneutrale Sprache, Sexismus, generisches Maskulinum, Movierung, Splitting, feministische Theologie, Sprachwandel, Gleichberechtigung, Genussprache, Sprachgebrauch, Linguistik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die feministische Sprachkritik und deren Einfluss auf die deutsche Sprache sowie deren Bedeutung für die Frauenbewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Sexismus in der Sprache, der Rolle der Berufswelt, religiösen Anredeformen und der Übersetzung der Bibel sowie der Debatte um geschlechterneutrale Sprachregelungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob die feministische Sprachkritik eine ernstzunehmende wissenschaftliche Disziplin ist, die Missstände aufdeckt, oder ob sie lediglich als bedeutungslose Modeerscheinung zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, indem sie ältere Forschungsliteratur der Neuen Frauenbewegung sowie aktuelle Kritiken und Stellungnahmen auswertet, um verschiedene Perspektiven gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsklärung, die Rolle der Sprache, spezifische Forschungsgebiete (Beruf, Religion), Vorschläge zur Sprachneutralität und die anschließende Kritik an diesen Ansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Feministische Sprachkritik, Sprachlenkung, generisches Maskulinum, Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit.

Warum wird im Zusammenhang mit Gott von einer schwierigen Beschreibung gesprochen?

Da religiöse Vorstellungen und Gebete tief im traditionellen, männlich geprägten Sprachgebrauch verwurzelt sind, stellt die Anpassung an eine geschlechtsneutrale oder weibliche Anrede eine Herausforderung für das religiöse Wertsystem dar.

Was besagt die Kritik von Theodor Ickler an der feministischen Sprachkritik?

Ickler warnt vor einer Überschätzung des Einflusses von Sprache auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und hält den gezielten Eingriff in das Sprachsystem für einen falschen Weg, der die Geschlechterunterscheidung eher verstärkt als abbaut.

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Details

Title
Feministische Sprachkritik
Subtitle
Sprachrohr der Frauenbewegung oder nur eine Modeerscheinung?
College
University of Bamberg
Course
Proseminar Sprachkrise-Sprachkritik
Grade
1,3
Author
Kathrin Vogler (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V143183
ISBN (eBook)
9783640523498
ISBN (Book)
9783640524204
Language
German
Tags
Feministische Sprachkritik Frauenbewegung Frauensprache Sexismus Religion Frauen Männer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Vogler (Author), 2009, Feministische Sprachkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143183
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