Die mit der folgenden Hausarbeit hat sich der Autor die Aufgabe gestellt, den Begriff Literacy, oder auch sein deutsches Pendant Literalität, näher zu beleuchten. Der Titel der Hausarbeit lautet „Der Begriff ‚Literacy‘ im internationalen und im akademischen
Umfeld“. Auf gewisse Art und Weise ergibt sich aus diesem Titel bereits eine kurze Einführung in den Ablauf der vorliegenden Arbeit. Zunächst soll es um den internationalen Diskurs gehen. Das bedeutet hier, wie der Begriff „Literacy“ international, und besonders im Rahmen der UNESCO (United Nations educational, scientific and cultural organization – Organisation der vereinten
Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur), gebraucht wird. Das heißt, wie er definiert wird, aber auch, inwieweit sich die UNESCO im 20. Jahrhundert und in den letzten Jahren mit dem Begriff auseinandergesetzt hat. Es soll gezeigt werden,
inwiefern der Begriff Literacy ein Teil der Agenda der UNESCO ist und war, beziehungsweise, welche Bedeutung der Verbreitung von primärer Bildung, im Rahmen der Planung der vereinten Nationen, zugekommen ist. Im zweiten Teil soll aufgezeigt werden, wie der Begriff Literacy in der akademischen Welt gebraucht wird. Das bedeutet auch hier zunächst, dass festgehalten werden soll,
wie einzelne Disziplinen innerhalb der Wissenschaften den Begriff fassen und ihn definieren. In einem weiteren Abschnitt soll hier gezeigt werden, welche Rolle der Begriff vor Allem auch in der universitären Lehre spielt. Als wie wichtig wird er dort angesehen? Gilt er gar als eine Art „Basic Skill“ für die Generation von Studierenden, die in naher Zukunft
ihren Abschluss an Hochschulen erreichen werden?
Als Exkurs soll auch hier der Begriff Medienkompetenz als eine Art Fortführung des Literacy-Begriffes kurz skizziert werden.
Weiterhin bleibt anzumerken weshalb in dieser Arbeit fast durchgehend der Begriff Literacy und nicht der deutsche Begriff Literalität verwendet werden. Dieses hat einen pragmatischen Grund. Ein Großteil der Fachliteratur, die sich mit diesem Phänomen
auseinandersetzt stammt aus dem angelsächsischen Sprachraum. Auch sind nur wenige Veröffentlichungen der UNESCO auf Deutsch erhältlich. Diese Sprachhürde steht teilweise auch für eine völlig andere Vorstellung über die Definition des Begriffs.
Um also beide Begriffe nicht zu vermischen, und so den Eindruck zu erwecken, sie meinten dasselbe, bleibt der folgende Text bei der englischen Version.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Der Begriff Literacy im Verständnis der UNESCO
2.1 Ein Begriff im historischen Wandel
2.2 Die sechs Dakar-Goals
2.3 Die Millenium Development Goals
3. Der Begriff Literacy im akademischen Umfeld
3.1 Literacy als Verantwortung der Institution Universität
3.2 Der Begriff Medienkompetenz
4. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Wandel des Begriffs „Literacy“ sowohl im internationalen Kontext der UNESCO als auch innerhalb der akademischen Welt. Dabei wird analysiert, wie sich Definitionen über die Jahrzehnte entwickelt haben und welche Rolle diese Kompetenz für Individuen in modernen Gesellschaften sowie für Bildungsinstitutionen spielt.
- Historische Entwicklung des Literacy-Begriffs bei der UNESCO
- Die Dakar-Goals und Millenium Development Goals als bildungspolitischer Rahmen
- Information Literacy als Überlebensfertigkeit im akademischen Umfeld
- Methoden der institutionellen Evaluation (Institutional Quotient)
- Verwandtschaft des Literacy-Begriffs mit dem Konzept der Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
2. Der Begriff Literacy im Verständnis der UNESCO
Zunächst muss zum Begriff Literacy gesagt werden, dass er als schwer fassbar gelten muss. Es gibt für ihn viele verschiedene Definitionen, auf die im späteren Verlauf des Textes noch eingegangen werden soll. Sie alle haben jedoch – mehr oder minder – starke Verbindungen zu einem Grundgedanken. Sie alle verweisen auf eine bestimmte Fähigkeit: „[...] an individuals ability to understand printed text and to communicate through print.“ (Wagner, 2001, S. 4) Der Begriff unterliegt über die Zeit einem starken Wandel. Es geht jedoch stets um den Umgang mit Medien, wenn zu Beginn der Begriffsentwicklung auch nur um das Medium der Schrift und des Schreibens.
Würde man allerdings diese Fähigkeit, nämlich das verfügen über Literacy, auf schriftliche Kommunikation begrenzt sehen, würde man wohl zu kurz greifen. Der Begriff Literacy umfasst im heutigen Verständnis und Gebrauch verschiedener Non-Governmental-Organisations (im Folgenden NGOs) wie auch zum Beispiel der UNESCO viel mehr als diesen kurzen Grundgedanken, der allerdings bis heute immer noch in der Definition vorhanden ist. Im folgenden Textabschnitt soll die historische Entwicklung des Begriffes innerhalb des Verständnisses der UNESCO innerhalb der letzten 60 Jahre beleuchtet werden. Der Begriff ist in diesem Zeitraum keineswegs statisch. Er wandelt sich vielmehr stetig und wird zunehmend komplexer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Begriff Literacy im internationalen und akademischen Diskurs zu beleuchten und begründet die Wahl des englischen Begriffs gegenüber der deutschen Entsprechung Literalität.
2. Der Begriff Literacy im Verständnis der UNESCO: Dieses Kapitel zeichnet die historische Wandlung des Begriffs bei der UNESCO nach, von rudimentären Lese- und Schreibfertigkeiten bis hin zu einem komplexen Konzept der Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, eingebettet in die Dakar- und Millenium-Entwicklungsziele.
3. Der Begriff Literacy im akademischen Umfeld: Hier wird untersucht, wie Universitäten Literacy als Bündel von Informationskompetenzen interpretieren und welche Verantwortung diese Institutionen bei der Vermittlung dieser „Survival Skills“ tragen, ergänzt durch einen Exkurs zur Medienkompetenz.
4. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Literacy keinen starren Definitionen unterliegt, sondern stets kontextabhängig modifiziert wird und in einer informationsgeprägten Gesellschaft eine zunehmend kritische Bedeutung für die Mündigkeit des Einzelnen erlangt.
Schlüsselwörter
Literacy, UNESCO, Literalität, Functional Literacy, Dakar-Goals, Millenium Development Goals, Information Literacy, Medienkompetenz, Bildung, Lebenslanges Lernen, Institutional Quotient, Medienpädagogik, soziale Teilhabe, Empowerment, Conscientization
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Bedeutungsebenen des Begriffs „Literacy“ (Literalität) und wie dieser von internationalen Organisationen wie der UNESCO und innerhalb des universitären Lehrbetriebs konzeptualisiert wird.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Begriffsgeschichte im UNESCO-Kontext, der Relevanz von Informationskompetenz für Studierende sowie der theoretischen Verwandtschaft zu verwandten Konzepten wie Medienkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Wandel des Literacy-Begriffs aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass dieser von einer rein technischen Fähigkeit (Lesen/Schreiben) zu einem umfassenden Konzept für gesellschaftliche Teilhabe und mündiges Handeln avanciert ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur, internationalen bildungspolitischen Dokumenten der UNESCO und Modellen zur institutionellen Evaluation basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die UNESCO-Perspektive mit ihren Entwicklungszielen (Dakar/Millenium) und die akademische Perspektive, in der Literacy als Antwort auf die zunehmende Informationsflut betrachtet wird.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Literacy, UNESCO, Information Literacy, Medienkompetenz, Bildungsagenda und gesellschaftliche Mündigkeit.
Was besagt das Konzept des „Institutional Quotient“ (IQ)?
Der IQ ist ein Modell, um zu messen, wie gut eine Universität darauf vorbereitet ist, Informationskompetenz (Information Literacy) systematisch in ihr Curriculum zu integrieren.
Welche Rolle spielt Paulo Freire in der Begriffsbestimmung von Literacy?
Freire erweiterte das Verständnis entscheidend, indem er Literacy mit „Conscientization“ (Bewusstwerdung) verknüpfte, was die Befähigung zu kritischem Denken und zum aktiven Gestalten gesellschaftlicher Strukturen betont.
- Quote paper
- Jens Aedtner (Author), 2008, Der Begriff „Literacy“ im internationalen und im akademischen Umfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143241