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Kreditrisikomanagement unter Basel II

Credit Risk Management under the terms of Basel II

Title: Kreditrisikomanagement unter Basel II

Master's Thesis , 2007 , 66 Pages , Grade: passed

Autor:in: Marc Howland (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit ist dem Zweck gewidmet, unter Anwendung verschiedener regulatorischer Kreditrisikomessmethoden, die elementaren Wirkungsmechanismen bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen und der Kreditkonditionen zu verdeutlichen, um Aussagen der aufgestellten Hypothese einzelfallbezogen und im Gesamtkontext der deutschen Kreditwirtschaft zu analysieren und zu verifizieren.

Für das Risiko, dass Kreditverluste höher ausfallen als erwartet, brauchen Banken ein Eigenkapitalpolster. Dieses Grundkonzept der Basel-II-Rahmenvereinbarung wurde bereits im bisherigen Basler-I-Akkord umgesetzt. Dem Kreditrisikomanagement fällt dabei die Aufgabe zu, die Kreditrisiken unter anderem zu ermitteln und zu bemessen, um sicherzustellen, dass ein ausreichendes Eigenkapitalpolster zur Kreditrisikoabdeckung verfügbar ist. Dabei entstehen den Instituten Risikokosten, die im Rahmen der Kreditkonditionierung angemessen vergütet werden sollen. Die neuen Methoden zur Kreditrisikomessung, die der Berechnung der Eigenkapitalanforderung zugrunde liegen, bilden dabei die Grundlage des Kreditrisikomanagements. Im Vergleich zu Basel-I, das nur eine risikopauschale Eigenkapitalunterlegung forderte, soll Basel-II sich nun stärker an den tatsächlichen Kreditrisiken der Schuldner ausrichten. Vor diesem Hintergrund wurde die folgende Arbeitsthese aufgestellt:

Die Basel-II-Rahmenvereinbarung zur Kreditrisikomessung trägt zu einer „verbesserten“ Eigenkapitalanforderung im Sinne von Risikodifferenzierung und Entlastung bei und führt zu risikoadäquaten Kreditkonditionen.

Anmerkung des Autors: Die Arbeit trägt gleichfalls zum Verständnis bei, mit welchem Bewertungs- und Ermessensspielraum nach Basel-II Risikopositionen mit Eigenkapital zu unterlegen sind. Gerade im Kontext der Finanzkrise wird verständlich, dass Basel-II mithin kontraproduktiv sein könnte und ein größerer Risikoappetit begünstigt wird. Der Ruf nach einer Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen ist daher nachvollziehbar - Basel-III könnte eine adäquate Antwort geben!

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Basel II - Die neuen Eigenkapitalanforderungen

2.1 Quantitative Mindestkapitalanforderungen

2.2 Qualitative Bankenaufsicht und Offenlegungspflichten

2.3 Wesentliche Änderungen

3 Management von Kreditrisiken aus regulatorischer Sicht

3.1 Kreditrisikomessung und –steuerung

3.1.1 Definitionen und Erläuterungen relevanter Begriffe

3.1.2 Risikogewichte im Standardansatz

3.1.3 Risikogewichte im IRB-Ansatz

3.2 Eigenkapitalanforderung als Risikopuffer

3.3 Risikokosten in der Kreditkalkulation

4. Auswirkungen für die deutsche Kreditwirtschaft

4.1 Quantitativer Vergleich der Ansätze im Einzelnen

4.1.1 Basel-I-Ansatz versus Standardansatz

4.1.2 Standardansatz versus IRB-Ansatz

4.1.3 Wirkungsweise und Interpretation der IRB-Formeln

4.2 Risikokosten und Kreditkonditionen

4.3 Weitere gesamtkreditwirtschaftliche Implikationen

5 Zusammenfassende Würdigung

Summary

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit analysiert die Auswirkungen der regulatorischen Vorgaben von Basel II auf das Kreditrisikomanagement in Deutschland. Ziel ist es, den funktionalen Zusammenhang zwischen risikodifferenzierter Eigenkapitalunterlegung und risikoadäquater Kreditkonditionierung zu untersuchen und die Arbeitsthese zu verifizieren, dass Basel II zu verbesserten Anforderungen und einer präziseren Kreditpreisgestaltung führt.

  • Vergleich der Kreditrisikomessansätze (Standardansatz vs. IRB-Ansatz)
  • Einfluss von Risikokomponenten auf die Eigenkapitalanforderungen
  • Analyse der Auswirkungen auf Kreditkonditionen und Risikokosten
  • Betrachtung der gesamtkreditwirtschaftlichen Implikationen (QIS 5)
  • Diskussion der Prozyklizität und der Anreizstrukturen für Banken

Auszug aus dem Buch

(1) „Klassisches Kreditgeschäft“ und Kreditrisiko (Credit risk)

Der Kreditbegriff kommt aus dem lateinischen Wort credere (glauben, vertrauen). In diesem Sinne kann ein Kreditgeschäft so interpretiert werden, dass der Kreditgeber sein Vertrauen in die Fähigkeit und Bereitschaft des Kreditnehmers setzt, seine Schuldverpflichtungen zu erfüllen. In rechtlicher Hinsicht ist ein Kredit i. e. S. ein Darlehen – befristet zur Verfügung gestellte Zahlungsmittel (Geldleihe)42 - gemäß §§ 607 BGB, dass sog. „klassische Kreditgeschäft“ (s. Abschnitt 1, weitere Abgrenzung für die Bearbeitung).

Nach dem Kreditwesengesetz wird der Kreditbegriff weiter gefasst und beinhaltet alle Kreditpositionen, die einem Adressenausfallrisiko unterliegen. Beispielsweise auch außerbilanzielle Geschäfte, wie Aktien.43

Überleitend kann nun das damit verbundene Kreditrisiko definiert werden: Der Begriff „Kreditrisiko“ ist im wissenschaftlichen Schrifttum mit unterschiedlichen Ausprägungen definiert. Weiterhin lässt sich unter Basel-II eine explizite Definition nicht finden. Es existieren allerdings verschiedene Erklärungen und Hinweise:

Basel-II definiert u. a. den Begriff „Kreditausfall“ als Ereignis der Zahlungsunfähigkeit und des Zahlungsverzugs des Schuldners. Weiterhin ist eine laufende Bonitätseinschätzung des Kreditnehmers vorgeschrieben.44 Sie soll vor allem damit die Gefahr erfassen, wenn sich die Bonität des Schuldners nach Beginn der Kreditlaufzeit verschlechtert (Bonitätsrisiko).45 Weiterhin wird der Begriff „Kreditrisiko“ als Möglichkeit einer nicht vertragskonformen Erfüllung der Schuldnerverpflichtungen verstanden.46

In der wissenschaftlichen Literatur lässt sich folgende Definition finden, die die oben genannten Erklärungen erfassen: Unter Kreditrisiko wird das Risiko von Verlusten infolge des Ausfalls eines Kreditnehmers verstanden, der seinen Rückzahlungsverpflichtungen überhaupt nicht, nur zum Teil oder zu einem späteren Zeitpunkt als vertraglich vereinbart nachkommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hier erfolgt die thematische Abgrenzung der Arbeit auf das Kreditrisikomanagement unter Basel II sowie die Formulierung der zentralen Arbeitsthese zur Eigenkapitalanforderung und Kreditkonditionierung.

2 Basel II - Die neuen Eigenkapitalanforderungen: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und den Aufbau des Drei-Säulen-Modells von Basel II und vergleicht es mit dem bisherigen Basel-I-Standard.

3 Management von Kreditrisiken aus regulatorischer Sicht: Es werden die methodischen Konzepte zur Kreditrisikomessung, die Definition der Risikoparameter und die Berechnung von erwarteten sowie unerwarteten Verlusten behandelt.

4. Auswirkungen für die deutsche Kreditwirtschaft: Dieser Hauptteil analysiert die quantitativen Folgen der regulatorischen Änderungen für Unternehmen und das Retailsegment unter Verwendung von Simulationsbeispielen.

5 Zusammenfassende Würdigung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der Arbeitsthese und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung in Richtung Basel III.

Schlüsselwörter

Basel II, Kreditrisikomanagement, Eigenkapitalanforderung, Standardansatz, IRB-Ansatz, Ausfallwahrscheinlichkeit, Risikogewicht, Kreditkonditionierung, Erwarteter Verlust, Unerwarteter Verlust, Bankenaufsicht, Risikokosten, Bonität, Eigenmittelunterlegung, Prozyklizität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Kreditrisikomanagement im Rahmen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) und deren Auswirkungen auf die Kapitalunterlegung und Kreditkonditionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten gehören die quantitative Mindestkapitalanforderung, der Vergleich zwischen Standardansatz und verschiedenen IRB-Ansätzen sowie die Einflüsse auf die Kreditwirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Verifizierung der These, dass Basel II durch risikodifferenzierte Verfahren zu einer präziseren Eigenkapitalanforderung und damit zu risikoadäquaten Kreditkonditionen führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse regulatorischer Konzepte sowie auf eigene Simulationsberechnungen zur Verdeutlichung der Risikogewichtsfunktionen und deren Einfluss auf die Eigenkapitalkosten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die quantitative Auswirkungsanalyse, indem er die Auswirkungen der unterschiedlichen Messansätze auf verschiedene Forderungsklassen (Unternehmen, KMU, Retail) gegenüberstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Basel II, Kreditrisikomanagement, Eigenkapitalanforderung (EKA), IRB-Ansatz, Risikodifferenzierung und Kreditkonditionierung.

Wie wirkt sich der IRB-Ansatz konkret auf die Eigenkapitalanforderung aus?

Der IRB-Ansatz ermöglicht durch die bankinterne Ermittlung von Risikoparametern (PD, LGD, etc.) eine genauere Risikodifferenzierung, was für viele Kredite zu einer Entlastung der Eigenkapitalanforderung im Vergleich zur pauschalen Regelung führt.

Welche Rolle spielt die Größenanpassung (Faktor S) für KMU?

Der Jahresumsatz S fungiert bei KMU im IRB-Ansatz als Korrekturfaktor, der bei kleineren Unternehmen zu einer vorteilhafteren Risikobewertung und damit zu einer geringeren Kapitalbelastung beitragen kann.

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Details

Title
Kreditrisikomanagement unter Basel II
Subtitle
Credit Risk Management under the terms of Basel II
College
University of Hagen
Course
Masterstudiengang, Master of Business Administration Nr. 30080; Studienzug 2
Grade
passed
Author
Marc Howland (Author)
Publication Year
2007
Pages
66
Catalog Number
V143258
ISBN (eBook)
9783640524761
ISBN (Book)
9783640524570
Language
German
Tags
BASEL-II BASEL-III Finanzmanagement Bankenaufsicht Kreditrisiko Risikomanagement BaFin Baseler Ausschuss Eigenkapitalanforderungen IRB-Ansatz Standardansatz Marc Howland Masterarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Howland (Author), 2007, Kreditrisikomanagement unter Basel II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143258
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