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Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008

Titel: Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008

Seminararbeit , 2008 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janine Schott (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei meinem diesjährigen Besuch des Wave-Gotik-Treffens fiel mir verstärkt das nahezu schauspielerische Verhalten der Besucher auf. Die Selbstinszenierung dieser spielte offenbar eine solch entscheidende Rolle, dass viele vor allem wegen der Gäste oder aber um sich selbst zu präsentieren nach Leipzig reisten. Doch kann diese Selbstdarstellung als Teil der Aufführung gesehen werden? Ist es Theater? Kunst? Oder doch „nur“ Rollenverhalten außerhalb des Kunstverständnisses?

„Jede Inszenierung, so nehme ich an, ist ein Vorgang des Handelns, aber nicht jedes Handeln ist (Teil einer) Inszenierung. Jede Inszenierung ist eine ästhetische Operation, aber nicht jede ästhetische Operation ist (Teil einer) Inszenierung. Jede Inszenierung ist ein ästhetischer Vorgang, aber nicht jede Inszenierung ist eine Operation der Kunst. “

In meiner Arbeit möchte ich diese Fragen klären. Dabei bin ich auf die Arbeit des Soziologen Erving Goffman und des Psychologen Mark Snyder getroffen, deren Theorien ich kurz vorstellen und dann auf die Selbstinszenierung der Besucher des WGT beziehen werde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Gothic-Szene

2. Das Wave-Gotik-Treffen

2.1 Tag 1: Die Ankunft

2.2 Tag 2: Agra-Gelände und Viktorianisches Picknick

2.3 Tag 3: Stadtrundgang

3. Der Inszenierungsbegriff

3.1. „Wir alle spielen Theater“: Die Bedeutung der Selbstinszenierung bei Erving Goffman

3.2. Theatralität und Persönlichkeit: Das Modell des Self-Monitoring von Mark Snyder

4. Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das auffällige, beinahe schauspielerische Verhalten der Besucher des Wave-Gotik-Treffens (WGT) und geht der Frage nach, inwiefern dieses als Form der Theatralität und Selbstdarstellung innerhalb einer spezifischen Szene verstanden werden kann. Dabei wird analysiert, ob die bewusste Inszenierung als Teil einer künstlerischen Aufführung oder als soziales Rollenverhalten im Alltag zu deuten ist.

  • Phänomenologie der Gothic-Szene und deren Ästhetik
  • Strukturen des Wave-Gotik-Treffens als Veranstaltungsraum
  • Soziologische Betrachtung der Selbstinszenierung nach Erving Goffman
  • Psychologische Aspekte der Persönlichkeitsdarstellung (Self-Monitoring nach Mark Snyder)
  • Theatralität als Kommunikationsform zwischen Individuum und Publikum

Auszug aus dem Buch

3.1. „Wir alle spielen Theater“: Die Bedeutung der Selbstinszenierung bei Erving Goffman

„Auf der Bühne werden Dinge dargestellt, die echt, dabei aber nur unzureichend geprobt sind. Und was wohl noch entscheidender ist: Auf der Bühne stellt sich ein Schauspieler in der Verkleidung eines Charakters vor anderen Charakteren dar, die wiederum von Schauspielern gespielt werden; das Publikum ist der dritte Partner innerhalb der Interaktion – ein wichtiger Partner und dennoch einer, der nicht da wäre, wenn die Vorstellung Wirklichkeit wäre.“

Der Soziologe Erving Goffman fasst die Welt als Bühne auf. Die Menschen sind demnach Schauspieler, die ihre Rolle spielen. Gleichzeitig sind sie jedoch auch Zuschauer, das Publikum. Durch Selbstdarstellung beeinflussen sie die Meinung ihres Gegenübers bzw. versuchen es. Das Selbst, der Charakter, ist dabei nichts als das Resultat der einzelnen „Aufführungen“. Diese behavioristische Sichtweise schließt die Möglichkeit angeborener Verhaltensweisen aus.

Laut der Theorie Goffmans handelt es sich demnach bei jeder Interaktion, an der mehr als 2 Leute beteiligt sind, um einen theatralen Vorgang.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor schildert seine Beobachtungen zum schauspielerischen Verhalten der WGT-Besucher und führt in die Fragestellung ein, ob es sich dabei um Kunst oder alltägliches Rollenverhalten handelt.

1. Die Gothic-Szene: Es wird die historische Entstehung der Gothic-Szene aus der Punk-Bewegung nachgezeichnet und die Bedeutung von Ästhetik, Individualität und Lebensgefühl für die Szene-Mitglieder erläutert.

2. Das Wave-Gotik-Treffen: Der Ablauf des Festivals wird exemplarisch an drei Tagen beschrieben, wobei der Fokus auf dem zur Schau gestellten Verhalten der Besucher und deren Interaktion mit der Umwelt liegt.

3. Der Inszenierungsbegriff: Dieser Abschnitt bietet einen theoretischen Unterbau, indem er die Konzepte von Erving Goffman zur sozialen Interaktion und Mark Snyders Modell des Self-Monitoring für die Analyse fruchtbar macht.

4. Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008: Hier werden die Theorien auf das WGT angewandt, wobei die Schlussfolgerung gezogen wird, dass das Festival eher eine Ansammlung verschiedener Aufführungen als ein einzelnes Theaterstück darstellt.

Schlüsselwörter

Wave-Gotik-Treffen, WGT, Gothic-Szene, Theatralität, Selbstdarstellung, Selbstinszenierung, Erving Goffman, Mark Snyder, Self-Monitoring, Rollenverhalten, Ästhetik, Aufführungsanalyse, Identität, Publikum, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhalten der Besucher des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig unter theaterwissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Theatralität, der Selbstinszenierung im Alltag und die soziopsychologischen Mechanismen, die Menschen dazu bewegen, sich in einer Subkultur besonders zu präsentieren.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die ausgeprägte Selbstdarstellung der WGT-Besucher als bewusste theatrale Aufführung oder als bloßes Rollenverhalten außerhalb eines expliziten Kunstverständnisses zu klassifizieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus teilnehmender Beobachtung (Feldstudie) und einer literarischen Analyse soziologischer und psychologischer Theorien von Goffman und Snyder.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Darstellung des WGT-Ablaufs und eine theoretische Fundierung, in der die Begriffe Inszenierung und Self-Monitoring auf die beobachteten Szenen angewendet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Theatralität, Selbstdarstellung, Gothic-Szene, Self-Monitoring und die metaphorische Welt als Bühne.

Wie unterscheidet Snyder zwischen verschiedenen Besuchertypen?

Er unterscheidet zwischen High-Self-Monitorern, die ihre Darstellung bewusst steuern, um einen Eindruck zu erzeugen, und Low-Self-Monitorern, denen eine konsistente Selbstwahrnehmung wichtiger ist als die Außenwirkung.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich des "Theaters"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das WGT kein klassisches Theaterstück ist, sondern eine Ansammlung zahlloser individueller Aufführungen, bei denen das bewusste "Sich-Produzieren" vor einem Publikum im Vordergrund steht.

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Details

Titel
Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Alles Theater, oder? Einführung in die Aufführungsanalyse
Note
1,0
Autor
Janine Schott (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V143314
ISBN (eBook)
9783640526345
ISBN (Buch)
9783640526185
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theaterwissenschaft Aufführungsanalyse Selbstdarstellung erving goffman Mark Snyder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Schott (Autor:in), 2008, Theatralität als publikumszentrierte Selbstdarstellung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens 2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143314
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Leseprobe aus  15  Seiten
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