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Schwarze Pädagogik: Geschichte und Methoden

Title: Schwarze Pädagogik: Geschichte und Methoden

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Manuel Berg (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Schwarze Pädagogik, an was denken wir, wenn wir diesen Begriff lesen? Was genau ist die schwarze Pädagogik? Welche Zivilisation herrschte ihrer Zeit vor, und durch welche Ansichten wurden die Menschen damals geleitet? Welche Umwälzungen in der Gesellschaft führten zu einem Umdenken der Menschen, und inwiefern trug die Industrialisierung zur Entstehung der schwarzen Pädagogik bei? Warum ging man plötzlich weg von der „Hege“ und „Pflege“ des Kindes? Musste sich demnach ein Kind in seiner Umwelt erst einmal behaupten? Was war ihre Vorstellung der Erziehung? Was trieb die Menschen hin zur schwarzen Pädagogik? Welche Eigenschaft kennzeichnet die „schwarze Pädagogik“? War sie legitim? Welche Gesetze lagen ihr zugrunde? Was bedeutet es, wenn man von der kindlichen Natur redet? Waren die Menschen früher sehr naturverbunden? Hat sich das im Laufe der Zeit geändert? Beherrscht die Natur den Menschen, oder der Mensch die Natur? Welche „schwarzen“ Seiten hatte man früher in den Menschen ausgemacht, und wie wollte man ihnen beikommen? Welche Rolle spielte die Natur damals, und welche Lebensbedingungen herrschten vor? In Anbetracht der Bezeichnung „schwarz“, würde man von etwas „Bösem“, etwas „Grausamem“ ausgehen. Aber wer oder was war grausam? Was ist die Schattenseite der Pädagogik? Das Kind? Die Eltern? Die Bevölkerung? Kann sich die schwarze Pädagogik rechtfertigen, und wenn ja, welche Methoden wären zu vertreten? Welche Folgen hatte die schwarze Pädagogik für das Kind? ... Ich bin der Meinung, dass, sowie sich im 18. Jahrhundert die Natur des Kindes dem erzieherischen Handeln des Erwachsenen beugen musste - um dem Kinde seines Willen zu „berauben“ - so hatte sich die „schwarze Pädagogik“ im Endeffekt der Vernunft des gereiften Menschen zu unterwerfen. Der Mensch wollte im Kinde die Natur „bändigen“, sozusagen die „naturale Materie Kind“ nach eigenen Vorstellungen „formen“ und nur die Vernunft hervorbringen. Er versuchte das Unmögliche möglich zu machen, die Natur des Kindes und den Verstand zu trennen. Dieses Paradoxon, unter dem Synonym der „schwarzen Pädagogik“, war insofern zum Scheitern verurteilt, als dass es im Zuge der Schöpfungsgeschichte als gegeben dafür angesehen werden kann, dass die Vernunft ein Geschenk Gottes ist und damit fester Bestandteil einer Person. Man kann sie nicht formen oder sie dem Körper entreißen. Somit steht für mich fest, dass die „schwarze Pädagogik“ nie Bestand haben konnte, da, und das wissen wir heute, wir Menschen über die ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Hintergründe der „schwarzen Pädagogik“

2.1 Die Zivilisierung zur Zeit des 18. Jahrhunderts

2.2 Der Beginn der Pädagogik

3 Emanzipation, das gegennaturalistische Motiv

4 Der Krieg der Pädagogik

5 Rechtfertigungsversuche der schwarzen Pädagogik

6 Die Methoden der „schwarzen Pädagogik“

7 Schulstrafen

8 Kritik an der schwarzen Pädagogik

9 Aktueller Fall schwarzer Pädagogik in Transsylvanien

10 Eigene Stellungnahme

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Hausarbeit untersucht die historische Genese, die ideologischen Grundlagen und die praktischen Methoden der sogenannten „schwarzen Pädagogik“ vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne. Ziel ist es, die Verbindung zwischen erzieherischem Zwang, der Unterdrückung kindlicher Natur und gesellschaftlichen Machtstrukturen aufzuzeigen sowie aktuelle Missstände in heutigen Erziehungsprojekten kritisch zu reflektieren.

  • Historische Einordnung der Pädagogik in das 18. Jahrhundert und die Industrialisierung.
  • Analyse des gegennaturalistischen Motivs und des „Krieges“ gegen die kindliche Natur.
  • Dokumentation verschiedener Methoden der Züchtigung und Disziplinierung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung autoritärer Erziehungskonzepte.
  • Untersuchung moderner Auswüchse schwarzer Pädagogik am Fallbeispiel Transsylvanien.

Auszug aus dem Buch

Die Methoden der „schwarzen Pädagogik“

„Also niemand ist dessen sowohl schuldig als ihr, so sollt ihr ein Rütlein nehmen zu euch, das allzeit oben stecket in der Dielein oder in der Wand, und so es eine Unzucht treibet oder ein böses Wort spricht, so sollt ihr damit einen Schmitz ihm tun auf den Blanken.“

Dies ist eher eine Untertreibung der Zustände, die in und außerhalb der Klosterschulen bis in das 19. Jahrhundert herrschten. Die zu meist verwendeten Strafen waren Fasten, Einsperren, Rutenstreiche, Geisselhiebe oder das Aufstülpen eines Eselkopfes. Im Mittelalter ging man mit Straftätern nicht zimperlich um, geringe Strafen wurden mit dem Pranger, mit Peitschenhieben, mit Rosenkranztragen oder Abhacken von Fingern und Ohren geahndet. Schwere Delikte wurden auf eher sadistische Art und Weise bestraft, unter anderem mit dem Herausschneiden der Zunge, Enthauptungen, lebendiges Begraben, rädern, vierteilen, ertränken, aufspießen oder verbrennen. Daneben gab es auch Geldbußen, welche am häufigsten verhängt wurden. Mit in dieses Strafmaß eingeschlossen waren Kinder. Nur Jungen und Mädchen unter 7 Jahren galten als strafunmündig. Von 7-14 Jahren galten sie als eingeschränkt strafmündig, was bedeutete, dass sie schon des Landes verwiesen, oder körperlich gezüchtigt wurden, selten hat man Kinder in diesem Alter hingerichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung hinterfragt den Begriff der schwarzen Pädagogik und wirft grundlegende Fragen zur Erziehungsgeschichte, zur kindlichen Natur und zu den Hintergründen autoritärer Erziehungsmethoden auf.

2 Historische Hintergründe der „schwarzen Pädagogik“: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Disziplinierung im 18. Jahrhundert im Kontext der Industrialisierung und des beginnenden bürgerlichen Selbstverständnisses.

2.1 Die Zivilisierung zur Zeit des 18. Jahrhunderts: Untersuchung des Zivilisationsprozesses, der nicht mehr auf äußere Kontrolle, sondern auf zunehmende Selbstkontrolle und Gewissensbildung setzte.

2.2 Der Beginn der Pädagogik: Darstellung der philosophischen Wende, in der Erziehung als Mittel verstanden wurde, um den Menschen durch Zucht aus seinem „Rohzustand“ zur Vernunft zu führen.

3 Emanzipation, das gegennaturalistische Motiv: Analyse der theoretischen Rechtfertigung der Erziehung als ein notwendiger Kampf zwischen der Vernunft des Erziehers und dem Eigensinn des Kindes.

4 Der Krieg der Pädagogik: Beschreibung der moralischen Erziehung als einen „Heiligen Krieg“ gegen die als böse empfundene Triebnatur des Kindes.

5 Rechtfertigungsversuche der schwarzen Pädagogik: Erläuterung der Motivation hinter den grausamen Erziehungspraktiken, die oft als „Liebe“ zum Kind oder medizinische Notwendigkeit getarnt wurden.

6 Die Methoden der „schwarzen Pädagogik“: Dokumentation physischer und psychischer Strafmethoden, die historisch angewandt wurden, um den Willen von Kindern zu brechen.

7 Schulstrafen: Betrachtung der rechtlichen Verankerung von Körperstrafen an Schulen und deren allmählicher Abschaffung im Laufe des 20. Jahrhunderts.

8 Kritik an der schwarzen Pädagogik: Darstellung der Gegenbewegungen zur autoritären Erziehung und der Etablierung von Menschenrechten für Kinder.

9 Aktueller Fall schwarzer Pädagogik in Transsylvanien: Fallstudie über heutige, dubiose Auslandsprojekte für „Problemkinder“, in denen teils archaische Erziehungsmethoden praktiziert werden.

10 Eigene Stellungnahme: Reflexion des Autors über die Notwendigkeit einer gewaltfreien, respektvollen Erziehung im Einklang mit aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

schwarze Pädagogik, Erziehungsgeschichte, Disziplinierung, Züchtigung, Kindeswohl, Vernunft, Industrialisierung, Gehorsam, Pädagogik des 18. Jahrhunderts, Kindheit, Triebkontrolle, Gewalt, autoritäre Erziehung, Menschenrechte, Selbstbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert das Konzept der schwarzen Pädagogik, ihre historische Entstehung im 18. Jahrhundert und die grausamen Methoden, die eingesetzt wurden, um Kinder unter dem Deckmantel der Vernunft und Erziehung zu disziplinieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Zivilisierung, die theoretischen Hintergründe des Kampfes gegen die kindliche Natur, die Entwicklung von Strafmethoden und die moderne Reflexion über Gewalt in der Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mechanismen der schwarzen Pädagogik zu entlarven, ihre historische Rechtfertigung zu hinterfragen und aufzuzeigen, warum diese Konzepte auch in der heutigen Zeit, etwa in umstrittenen Auslandsprojekten, weiterhin problematisch sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Auswertung von historischen Quellen und aktuellen Medienberichten, um die Kontinuität und die Auswirkungen autoritärer Erziehungsmethoden darzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig untersucht?

Im Hauptteil werden die historischen Hintergründe, die theoretische Emanzipation der Pädagogik als „Krieg“ gegen das Kind, die spezifischen physischen Züchtigungsmethoden und die spätere gesellschaftliche Kritik an diesen Praktiken behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Schwarze Pädagogik, Disziplinierung, Gehorsam, kindliche Natur, Züchtigung, Gewaltspirale und Erziehungsgeschichte sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Fall in Transsylvanien?

Der Autor sieht in diesem Fall eine bedauerliche Fortsetzung alter feudaler und autoritärer Strukturen. Er kritisiert das Jugendamt für die fehlende Transparenz und die Tatsache, dass traumatisierte Jugendliche dort teilweise in einer Art „Straflager“ landen, statt eine angemessene Therapie zu erhalten.

Welches Fazit zieht der Autor zur heutigen Erziehung?

Der Autor plädiert nachdrücklich für eine gewaltfreie, philantropische Erziehung auf Augenhöhe. Er begrüßt die gesetzliche Verankerung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung und betont, dass Fehlerhaftigkeit zur menschlichen Natur gehört und nicht durch Zucht „wegtrainiert“ werden kann.

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Details

Title
Schwarze Pädagogik: Geschichte und Methoden
College
University of Osnabrück  (Erziehungswissenschaften)
Course
Grundlagen I: Kritische Erziehungswissenschaft Theoriegeschichte und aktuelle Bedeutung
Grade
2,0
Author
Manuel Berg (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V143321
ISBN (eBook)
9783640519965
ISBN (Book)
9783640521357
Language
German
Tags
Schwarze Pädagogik Geschichte Methoden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Berg (Author), 2008, Schwarze Pädagogik: Geschichte und Methoden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143321
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