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Die Institutionen der EG / EU im Wandel der Europäischen Integration

Title: Die Institutionen der EG / EU im Wandel der Europäischen Integration

Intermediate Diploma Thesis , 2009 , 34 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jakob Weinrich (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit behandelt die Geschichte der Europäischen Integration und vor allem die verschiedenen Kompetenzen der Organe der EG im Lauf der Entwicklung der EG.
Die Idee einer europäischen Integration und somit einer Union entstand schon im Mittelalter. Beweggründe waren vor allem Friedenssicherung, Supranationalität, Freiheit von Handel und Verkehr, sowie die Machterhaltung des europäischen Kontinents. Der Gedanke der Friedenssicherung konkretisierte sich in einem Zusammenschluss europäischer Staaten, um von Außen her Gefahren abzuwehren. Pierre Dubois, ein französischer Publizist und Jurist, schrieb in seinem Werk „De recuperatione Terrae Sanctae“ (1306) vom Kriegsverbot zwischen christlichen Staaten und von der Befreiung des Heiligen Landes von der Herrschaft der Ungläubigen. König Georg von Podjebrad pochte im Jahre 1464 nach der Besetzung Konstantinopels darauf, Fürstenbündnisse einzugehen, mit dem gemeinsamen Ziel und Zweck, die Türkengefahr abzuwehren. Ansätze im 17. Jahrhundert, wie etwa vom amerikanischen Juristen William Penn, widmeten sich auch dem Prinzip der Freiheit des Handels, welcher aber nur innerhalb eines friedlichen Europas möglich ist. Sein Model der Stimmenabwägung in einem Abstimmungsorgan eines Staatenzusammenschlusses ähnelte dabei dem heutigen Rechtssetzungsorgan der Europäischen Gemeinschaft, dem Rat, in der Stimmenverteilung. Immanuel Kants berühmtes Werk „Zum ewigen Frieden“ wollte den Zusammenschluss auch auf außereuropäische Staaten erweitern, um einen Weltstaat zu gründen, was sich jedoch als unverwirklichbar herausstellte. Seine Ersatzlösung war der „Völkerbund“ ein loser Staatenbund, welcher der nach dem Ersten Weltkrieg geschaffenen League of Nations, dem Vorgänger der UNO, die deutsche Bezeichnung gab. Nach diesem erhielt auch die Europaidee einen neuen Aufschwung, v. A. durch die 1923 gegründete Paneuropäische Bewegung, die sich u. a. an die Entstehung der Vereinigten Staaten anlehnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Vom Mittelalter zur EU, Ein Überblick im Zeitraffer

I.1Die Entwicklung der Europäischen Union

II. Die Institutionen während der Montanunion

II.1. Die Hohe Behörde und der Ministerrat

II.2. Der Gerichtshof und die finanzielle Kontrolle

III. Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft und ihr missglückter Rettungsversuch der Europäischen Politischen Gemeinschaft

III.1. Die EVG

III.2 Die EPG

IV. Die Verträge von Rom: die Organe während der EWG und EAG

IV.1 Die Struktur von EWG und EAG

IV.2 Die Fusion

IV.3 Der Europäische Rechnungshof

IV.4 Exkurs: Die EFTA als Gegenstück zur EWG

IV.5 Die EPZ

V. Die Einheitliche Europäische Akte- Ein großer Schritt in Richtung Europäische Union

V.1 Allgemeines

V.2 Die Versammlung wird zum Parlament und die Kommission zum Verwaltungsorgan

V.3 Der EuGH

V.4 Der Europäische Rat- Organ kraft Gewohnheit

VI. Die Gründung der Europäischen Union und die Änderungen für die Institutionen durch den Vertrag von Maastricht

VI.1. Der Vertrag und die neuen Politiken

VI.2. Der Rat

VI.3. Das Parlament

VI.4. Der EuGH

VI.5. Der Rechnungshof

VII. Der Vertrag von Amsterdam

VII.1. Generelle Änderungen

VII.2. Die neuen Rechtsetzungsorgane, der Rat und das Parlament

VII.3. Die Kontrollorgane : der EuGH und der Europäische Rechnungshof

VIII. Umgestaltungen durch den Vertrag von Nizza

VIII.1. Der Rat und Das Parlament

VIII.2. Die Kommission

VIII.3. EuGH und EuG

VIII.4. Die Einzelnen Organe und der Status Quo der Zuständigkeiten

VIII.4.1. Der Ministerrat

VIII.4.2. Das Parlament

VIII.4.3. Die Kommission

VIII.4.4 Der EuGH, das EuG und der Europäische Rechnungshof

VIII.4.5 Der Europäische Rat

IX. Das Scheitern der Verfassung für Europa und der Vertrag von Lissabon

IX.1. Die gescheiterte Verfassung für Europa

IX.2. Der Vertrag von Lissabon

X. Epilog

XI. Chronologie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die historische Entwicklung und die institutionelle Evolution der Europäischen Gemeinschaften (EG) hin zur heutigen Europäischen Union (EU). Das Hauptziel ist es, die strukturellen Veränderungen und Kompetenzerweiterungen der wichtigsten Organe – Rat, Kommission, Parlament und Gerichtshof – im Kontext der verschiedenen Gründungsverträge und Reformschritte von der Montanunion bis hin zum Vertrag von Lissabon aufzuzeigen.

  • Historische Herleitung des europäischen Integrationsgedankens.
  • Die Entwicklung von der Montanunion (EGKS) über EWG und EAG bis zur heutigen EU.
  • Strukturelle Analyse der Reformen durch die Verträge von Maastricht, Amsterdam und Nizza.
  • Institutionelle Rolle und Machtverschiebung zwischen Kommission, Rat und Parlament.
  • Einfluss der Rechtsprechung auf die institutionelle Selbständigkeit des EuGH.

Auszug aus dem Buch

Die Institutionen während der Montanunion

Die hauptsächliche Aufgabe der Montanunion bestand darin, die Erzeugung sowie den Handel von Kohle und Stahl und somit den damals wichtigsten Rüstungsressourcen, von Deutschland und Frankreich durch ein supranationales Organ zu kontrollieren. Die EGKS richtete auf dem Gebiet ihrer Mitgliedstaaten eine zollfreie Zone ein.

II.1. Die Hohe Behörde, der Ministerrat und die Gemeinsame Versammlung

Mit dem am 23.7.1952 in Kraft getretenen Vertrag über die Gründung zur EGKS entstand die Hohe Behörde, im Gegensatz zur heutigen EU-Kommission, als deren Hauptrechtsetzungs- und Kontrollorgan. Sie bestand aus neun Mitgliedern, war unabhängig, weisungsungebunden und benötigte somit für die Rechtsverbindlichkeit ihrer Entscheidungen keine Zustimmung der einzelnen Vertreter Mitgliedstaaten. Für rechtswirksame Entscheidungen war sie auch berechtigt, Umlagen auf die Erzeugung von Kohle und Stahl zu erheben, Anleihen aufzunehmen, ohne eine Zustimmung der Mitgliedstaaten einholen zu müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vom Mittelalter zur EU, Ein Überblick im Zeitraffer: Das Kapitel skizziert die historischen Vorläuferideen einer europäischen Einigung von den Friedensvorstellungen des Mittelalters bis hin zur politischen Realität nach dem Zweiten Weltkrieg.

II. Die Institutionen während der Montanunion: Hier werden die ersten supranationalen Strukturen analysiert, die primär auf die Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion ausgelegt waren.

III. Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft und ihr missglückter Rettungsversuch der Europäischen Politischen Gemeinschaft: Dieses Kapitel behandelt das Scheitern der EVG und die damit verbundenen Herausforderungen für eine europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

IV. Die Verträge von Rom: die Organe während der EWG und EAG: Es wird die Etablierung des gemeinsamen Marktes und die Schaffung der Institutionen für die EWG und EAG dargelegt.

V. Die Einheitliche Europäische Akte- Ein großer Schritt in Richtung Europäische Union: Dieses Kapitel erläutert die institutionellen Reformen, die insbesondere die Rolle des Parlaments und die Entscheidungsfindung im Rat modifizierten.

VI. Die Gründung der Europäischen Union und die Änderungen für die Institutionen durch den Vertrag von Maastricht: Fokus liegt auf der neuen Säulenstruktur und der Ausweitung der Kompetenzen im Kontext der Union.

VII. Der Vertrag von Amsterdam: Untersuchung der weiteren Stärkung demokratischer Prinzipien und der institutionellen Anpassungen innerhalb der Union.

VIII. Umgestaltungen durch den Vertrag von Nizza: Detailanalyse der organisatorischen Anpassungen, insbesondere im Hinblick auf die Erweiterung der EU und die Arbeitsweise der Organe.

IX. Das Scheitern der Verfassung für Europa und der Vertrag von Lissabon: Darstellung der Krise des Verfassungsprojekts und der anschließenden Neuausrichtung durch den Reformvertrag.

X. Epilog: Eine abschließende Betrachtung der institutionellen Entwicklung der EU im Vergleich zu klassischen staatlichen Strukturen.

XI. Chronologie: Eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Daten und Vertragsschlüsse im europäischen Integrationsprozess.

Schlüsselwörter

Europäische Union, EGKS, Europäische Gemeinschaften, Institutionelles Gefüge, Vertragsreformen, Vertrag von Rom, Vertrag von Maastricht, Vertrag von Nizza, Vertrag von Lissabon, Supranationalität, Kommission, Europäisches Parlament, EuGH, Integrationsgeschichte, Kohle- und Stahlindustrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische und rechtliche Entwicklung der Institutionen der Europäischen Gemeinschaften und der EU von ihren Anfängen nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Vertrag von Lissabon.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der Wandel der Entscheidungskompetenzen, die Entwicklung von supranationalen Organen und die Auswirkungen der verschiedenen EU-Reformverträge auf die Machtverteilung zwischen Rat, Kommission und Parlament.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den institutionellen Wandlungsprozess der europäischen Integration systematisch nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich die Organe von anfangs sektoralen Strukturen zu den heute etablierten Institutionen der Union entwickelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechts- und integrationswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Gründungsverträgen, Sekundärliteratur und historischer Chronologie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die einzelnen Verträge – von der Montanunion bis Lissabon – hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die institutionelle Architektur der Union detailliert beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Supranationalität, institutionelles Gleichgewicht, Vertragsreformen, sowie die spezifischen Verträge (Rom, Maastricht, Nizza, Lissabon) und die zentralen Akteure wie EuGH und Europäisches Parlament.

Warum war die "Hohe Behörde" der Montanunion so besonders?

Die Hohe Behörde war das erste wirklich supranationale Organ mit der Kompetenz, eigenständig und weisungsungebunden Entscheidungen zu treffen, die für die Mitgliedstaaten rechtsverbindlich waren, was sie deutlich von heutigen rein intergouvernementalen Ansätzen abgrenzte.

Welche Rolle spielte der Europäische Gerichtshof (EuGH) bei der Stärkung der EU?

Durch seine Rechtsprechung entwickelte sich der EuGH zu einem maßgeblichen Faktor der europäischen Integration, indem er die Wirksamkeit der Verträge sicherte und die EU durch die Auslegung von Kompetenzen hin zu einem verfassungsähnlichen System prägte.

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Details

Title
Die Institutionen der EG / EU im Wandel der Europäischen Integration
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Jakob Weinrich (Author)
Publication Year
2009
Pages
34
Catalog Number
V143344
ISBN (eBook)
9783640526642
ISBN (Book)
9783640526765
Language
German
Tags
Europarecht Kommission Europarat Rat der EU Europäische union EG EU Organe EU
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jakob Weinrich (Author), 2009, Die Institutionen der EG / EU im Wandel der Europäischen Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143344
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