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Zur Übertragbarkeit des Prozesskonzeptes der Verkehrsluftfahrt auf die Kreißsaalprozesse im Krankenhaus

Ein Beitrag zur Patientensicherheit

Titel: Zur Übertragbarkeit des Prozesskonzeptes der Verkehrsluftfahrt auf die Kreißsaalprozesse im Krankenhaus

Bachelorarbeit , 2021 , 97 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Gesundheit - Gesundheitswesen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Prozess der Geburt ist eines der natürlichsten Erlebnisse im Leben eines Menschen. Zugleich ist dieser ein sehr komplexes und vielschichtiges Ereignis. Diese Komplexität spiegelt sich notgedrungen in der Patientensicherheit der Geburtsbegleitung wider. Um die Patientensicherheit zu optimieren und ihr auch in Zukunft gerecht zu werden, ist es notwendig, sie weiterzuentwickeln und neue Ansätze zu ventilieren. Einige Aspekte der heutigen Form der Patientensicherheit stammen ursprünglich aus der Luftfahrt. Gründe hierfür sind der hohe Sicherheitsstandard und die klaren Ablaufstrukturen. Ziel ist es herauszufinden, ob eine Übertragbarkeit der Luftfahrtprozesse auf die Kreißsaalprozesse hinsichtlich der Patientensicherheit sinnvoll und möglich ist. Hierbei stehen die Situationen „normal situation“, „abnormal situation“ und „emergency situation“ aus der Luftfahrt im Fokus. In dieser Abschlussarbeit wird untersucht, ob diese Situationen auf die Kreißsaalprozesse hinsichtlich Physiologie, Pathophysiologie und Pathologie übertragbar sind.

Die gezielten Forschungsfragen lauten folgendermaßen: Welche Prozesse laufen in einem Kreißsaal hinsichtlich der Patientensicherheit und in der Verkehrsluftfahrt ab? Ist eine Übertragbarkeit von spezifischen Prozessen der Luftfahrt auf Prozesse im Kreißsaal möglich und sinnvoll? Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der möglichen Übertragbarkeit von bestimmten Situationen aus der Luftfahrt auf den Kreißsaal: Lassen sich „normal“-, „abnormal“- und „emergency situations“ aus der Luftfahrt auf physiologische-, pathophysiologische- und pathologische Situationen im Kreißsaal übertragen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema und die thematische Einordnung

1.2 Aktueller Forschungsstand und Relevanz

1.3 Zielsetzung, Zielgruppe und konkrete Forschungsfragen

2 Grundlagen

2.1 Patientensicherheit

2.1.1 Grundlagen und Definitionen

2.1.2 Unerwünschte Ereignisse

2.1.3 Unsichere Handlungen

2.1.4 Beitragende Faktoren

2.1.5 Human Factors

2.1.6 Frühwarnsysteme in der innerklinischen Notfallmedizin

2.1.7 „standard operating procedures“ und Checklisten

2.2 Verkehrsluftfahrtprozesse

2.2.1 Grundlagen

2.2.2 Sicherheitskultur

2.2.3 Einflussfaktoren

2.2.4 Standardisierte Sprache

2.2.5 Quick Reference Handbook

2.2.6 Situationen

2.3 Kreißsaal-Prozesse

2.3.1 Der Kreißsaal

2.3.2 Qualität und Qualitätsmanagement

2.3.3 Der Prozess

3 Methodik

3.1 Orientierende selektive Quellenrecherche

3.1.1 Schneeballprinzip und Anwendung der Suchbegriffe

3.1.2 Datenbank der Katholischen Hochschule NRW

3.1.3 Datenbank PubMed

3.2 Evidenzbasierte Medizin

3.3 Übertragbarkeit

4 Ergebnisse

4.1 Verkehrsluftfahrtprozesse

4.2 Kreißsaalprozesse hinsichtlich der Patientensicherheit

4.3 Übertragbarkeit von den Prozessen aus der Verkehrsluftfahrt auf die Kreißsaalprozesse

4.4 Übertragbarkeit von Verkehrsluftfahrtprozessen auf exemplarische Beispiele geburtshilflicher Situationen

4.4.1 Cardiotokogramm

4.4.2 Nabelschnurvorfall

4.5 Weitere Übertragbarkeiten aus der Verkehrsluftfahrt auf den Kreißsaal

4.6 Unterschiede zwischen der Verkehrsluftfahrt und der Kreißsaalprozesse

4.7 Besondere Ergebnisse während der Recherche

5 Diskussion

5.1 Zusammenfassung

5.2 Limitierungen

5.3 Methodenkritik

5.4 Ausblick für den Fachbereich Geburtshilfe

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob und wie spezifische Prozesskonzepte aus der Verkehrsluftfahrt – insbesondere die Kategorisierung von Situationen in „normal“, „abnormal“ und „emergency“ – auf die Kreißsaalprozesse übertragen werden können, um die Patientensicherheit in der Geburtshilfe zu erhöhen.

  • Patientensicherheit im klinischen Umfeld
  • Prozessanalyse in der zivilen Luftverkehrsbranche
  • Übertragbarkeit von Sicherheitsstandards und Checklisten
  • Umgang mit „Human Factors“ in Hochrisikobereichen
  • Analyse geburtshilflicher Notfallsituationen

Auszug aus dem Buch

Mögliches Praxisbeispiel:

Ein ausführlicheres Beispiel für eine „abnormal situation“ wäre der plötzliche und unplausible Anstieg der Öltemperatur eines einzelnen Triebwerkes. Während sich Triebwerk zwei, je nach Modell zusätzlich drei und vier in einem Bereich zwischen 80°C – 100°C bewegen und untereinander nur um wenige Grad voneinander abweichen, steigt Triebwerk eins plötzlich auf 130°C. Nun liest der „Non-Flying Pilot“ die genaue Verfahrensanweisung aus dem QRH laut mit standardisierter Sprache vor, damit dieser sich mit dem „Flying-Piloten“ strikt an die SOPs halten kann. In diesem Fall würde im QRH nach ENGINE HIGH OIL TEMP („abnormal procedures“) gesucht werden. Die erste Anweisung dort könnte sein, die Last des Triebwerkes zu verringern, z.B. indem der stromerzeugende Generator von diesem Triebwerk abgekoppelt wird. Nun ist es möglich, dass die Temperatur stetig bis zu einem Normalwert sinkt, z.B. weil der angekoppelte Generator defekt, bzw. festgelaufen war. Unter Umständen ist sogar eine Rückkehr zur „normal situation“ vorgesehen. Sollte das beschriebene Abkoppeln des Generators keinen Erfolg zeigen, also die Öltemperatur des Triebwerkes weiterhin hoch bleiben oder sogar weiter steigen, könnte um Triebwerkschäden vorzubeugen, der nächste Schritt im QRH das Abschalten des Triebwerkes sein. Mit vier Triebwerken wäre das Weiterfliegen mit enormen Sicherheitseinbußen verbunden und eine Landung ist indiziert. Das Risiko einer Verschärfung der Situation ist gestiegen, denn die Ursache für den Temperaturanstieg ist unbekannt und ein Ausfall weiterer Triebwerke möglich. Allerdings besteht aktuell noch keine direkte Gefahr für Personen in der Luft oder am Boden. Bei einem Flugzeug mit weniger Triebwerken könnte das QRH sofort eine „emergency situation“ vorsehen. Die Definition einer „emergency situation“ folgt im nächsten Punkt (2.2.6.3).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Patientensicherheit im Kreißsaal und Vorstellung der zentralen Forschungsfragen zur Übertragbarkeit von Luftfahrtprozessen.

2 Grundlagen: Theoretische Fundierung der Begriffe Patientensicherheit, Luftfahrtprozesse und Kreißsaalprozesse inklusive der Definitionen von Notfall- und Routineszenarien.

3 Methodik: Beschreibung der orientierenden, selektiven Quellenrecherche und des methodischen Vorgehens unter Einbeziehung von Fachdatenbanken.

4 Ergebnisse: Darstellung der übertragenen Prozesse und Tabellen, die eine strukturierte Gegenüberstellung von Situationen aus der Luftfahrt und der Geburtshilfe ermöglichen.

5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse, Reflexion der Limitationen und abschließende Empfehlungen für eine prozessuale Weiterentwicklung in der geburtshilflichen Praxis.

Schlüsselwörter

Patientensicherheit, Verkehrsluftfahrt, Kreißsaal, Geburtshilfe, Human Factors, SOPs, Checklisten, Normalbetrieb, Problemsituation, Notfallsituation, Qualitätsmanagement, CTG, Sicherheitskultur, Evidenzbasierte Medizin, Simulationstraining.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das übergeordnete Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit von Prozesskonzepten aus der zivilen Luftverkehrsbranche auf die geburtshilflichen Prozesse im Krankenhaus, um die Patientensicherheit zu verbessern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf drei Hauptbereiche: Patientensicherheit, Verkehrsluftfahrtprozesse und Kreißsaalprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie die in der Luftfahrt etablierten Kategorisierungen von Situationen („normal“, „abnormal“, „emergency“) auf klinische Situationen in der Geburtshilfe angewendet werden können.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Autorin führte eine orientierende, selektive Quellenrecherche in medizinischen und fachspezifischen Datenbanken durch, ergänzt durch Fallbeispiele aus der klinischen Praxis.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der drei Themenfelder dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse und Gegenüberstellung der Prozessstrukturen, inklusive der Verwendung von SOPs und Checklisten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Kernbegriffe sind Patientensicherheit, Human Factors, Standard Operating Procedures (SOPs), Notfallmanagement und die Übertragbarkeit von Sicherheitsstrategien.

Warum spielt das Cardiotokogramm (CTG) in der Arbeit eine Rolle?

Das CTG dient als praxisnahes Beispiel, um die drei Situationskategorien (normal, suspekt, pathologisch) nach FIGO-Kriterien und die daraus resultierenden Handlungsanweisungen zu verdeutlichen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Übertragbarkeit?

Sie kommt zu dem Schluss, dass eine reine 1:1-Übertragung nicht denkbar ist, da sich die anthropogenen Faktoren unterscheiden, jedoch bietet die Strukturierung nach dem Luftfahrt-Vorbild einen hohen Nutzwert für das Fehlermanagement im Krankenhaus.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Übertragbarkeit des Prozesskonzeptes der Verkehrsluftfahrt auf die Kreißsaalprozesse im Krankenhaus
Untertitel
Ein Beitrag zur Patientensicherheit
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen  (Gesundheitswesen)
Veranstaltung
Bachelorstudiengang: Hebammenkunde (Midwifery)
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
97
Katalognummer
V1433499
ISBN (PDF)
9783346986832
ISBN (Buch)
9783346986849
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hebamme, Hebammenkunde, Midwife, Midwifery, Gesundheitswesen, Kreißsaal, Krankenhaus, Prozesskonzept, Verkehrsluftfahrt, Patientensicherheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Zur Übertragbarkeit des Prozesskonzeptes der Verkehrsluftfahrt auf die Kreißsaalprozesse im Krankenhaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1433499
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Leseprobe aus  97  Seiten
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