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Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für die politische Bildung als Bestandteil der Berufsbildung

Title: Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für die politische Bildung als Bestandteil der Berufsbildung

Bachelor Thesis , 2009 , 46 Pages , Grade: gut

Autor:in: Marion Pape (Author)

Health - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Erarbeitung stellt sich die Frage, wie aus den Grundgedanken des Konstruktivismus und den Zielen politischer Bildung, übertragen auf den Lernprozess eine Fachdidaktik für die politische Bildung in der Berufsbildung gestaltet werden kann.
Wie müsste ein Analyseraster aussehen, um Anwendung und Durchführung zu sichern und systematisch zu evaluieren, denn nicht nur die Lernenden sollten sich letztendlich der Überprüfung stellen müssen. Politische Bildung im Dialog, im Diskurs und in Eigenregie der Lernenden müsste deren Nachhaltigkeit zugute kommen. Darüberhinaus kann sie den Lehrenden die tägliche Arbeit erleichtern. Man könnte sich den Grundgedanken, der dieser Erarbeitung zugrunde liegenden Vorstellung des Erwerbs von politischer Mündigkeit, in Form einer hermeneutischen Spirale vorstellen. Der Lernende tritt an einer bestimmten Stelle, ob durch persönliches Interesse oder durch eine Lehrveranstaltung motiviert, in die Spirale ein. Erwirbt neue Erkenntnisse und Sichtweisen, folgt der Spirale und steigt irgendwo freiwillig, oder begründet mit dem Ende der Veranstaltung, Ausbildung etc. wieder aus. Wird ein Thema oder ein Aspekt in folgenden Lerngeschehen, ob nun in Veranstaltungen oder privaten Diskussionen wieder berührt, betritt der Lernende die Spirale an anderer Stelle wieder, ausgestattet mit der erworbenen Reflexivität, betrachtet er eine neue Situation von anderer Warte, aber unter Bezug auf das bereits vorher Erworbene. So fällt ihm in Folge, aufgrund der Gewinnung persönlicher Ansichten und Erkenntnisse und dem Wissen darüber, bzw. mithilfe der folgenden Reflexion, vielleicht beim Diskutieren mit Menschen mit politischem „Stammtischwissen“ nicht erst das Notwendige ein, wenn die Diskussion bereits beendet ist. Er erkennt Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten und nutzt sie. Nicht zuletzt findet sich hier eines der Ziele politischer Bildung, sich eben reflektiert mit realem politischem Handeln auseinanderzusetzen.
Durch die Verbindung von, der ohnedies dem Anspruch politischer Bildung
entsprechender Subjektorientierung, mit dem Ziel politischer Mündigkeit, ausgewiesen durch die angestrebten Kompetenzen als Ziel beruflicher Bildung, im Hinblick auf Taxonomiestufen zur Planung und Bewertung, mit Fokus auf im Rahmen von beruflicher Bildung möglicher reflexiver Praxis, soll in dieser Erarbeitung eine anwendbare Fachdidaktik für die politische Bildung im Rahmen der Berufsbildung entstehen.

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Konstruktivistische Ansätze in der pädagogischen Praxis

2.2 Ermöglichungsdidaktik

2.3 Reflexive Praxis in der Pädagogik

2.3.1 Politische Bildung

2.3.2 Berufsbildung

3 Perspektiven der politischen Bildung in der pädagogischen Praxis

3.1 Politische Bildung in der Neuzeit

3.1.1 Hintergründe

3.1.2 Ziele

3.1.3 Aktuelle Herausforderungen

3.2 Politikunterricht in der beruflichen Bildung

3.2.1 Hintergründe

3.2.2 Ziele

3.2.3 Institutionelle Bedingungen

3.2.4 Rahmenrichtlinien und Lehrpläne und deren Verfallsdatum

4 Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für Inhalte der politischen Bildung

4.1 Allgemeine Grundlage der Erarbeitung

4.2 Ziele

4.3 Besonderheiten

4.3.1 Kompetenzerwerb der Lernenden im Hinblick auf Messbarkeit und Bewertung

4.3.2 Herausforderungen der politischen Bildung im Hinblick auf die Berufsbildung

4.3.3 Reflexivität mehr als ein Schlagwort!

4.4 Schematisierung der Lehrveranstaltung

4.5 Analyseraster

5 Ausarbeitung eines Konzepts für den Politikunterricht in der beruflichen Bildung am Beispiel des Unterrichtsthemas „Rassismus“

5.1 Interpretierte hypothetische Ausgangslage

5.1.1 Lehrplan für das Fach Politik / Gesellschaftslehre

5.1.2 Besonderheiten der Berufsfelder im Hinblick auf die politische Bildung

5.2 Aspekte der Unterrichtsplanung

5.2.1 Inhaltsauswahl

5.2.2 Didaktische Analyse anhand des Analyserasters

5.2.3 Analyseraster des genannten Beispiels zum Thema „Rassismus“ von Lernerseite

6 Fazit

7 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine anwendbare, reflexive und konstruktivistische Fachdidaktik für die politische Bildung im Rahmen der Berufsbildung zu entwickeln, um Lernenden zu politischer Mündigkeit zu verhelfen und die tägliche Arbeit der Lehrenden durch ein systematisches Analyseraster zu unterstützen.

  • Konstruktivistische Ansätze und Ermöglichungsdidaktik in der beruflichen Praxis.
  • Reflexive Praxis als zentrales Element zur Förderung der Urteils- und Handlungskompetenz.
  • Herausforderungen der politischen Bildung in der modernen Berufsbildung.
  • Entwicklung und Anwendung eines Analyserasters zur Unterrichtsgestaltung.
  • Praktische Erprobung am Unterrichtsbeispiel „Rassismus“.

Auszug aus dem Buch

2.1 Konstruktivistische Ansätze in der pädagogischen Praxis

Konstruktivistische Lerntheorien begründen sich laut VOß (2002) auf folgenden Kernthesen: So zeigt sich hier Lernen durch den Einsatz eigener Werte, Überzeugungen, Muster und Vorerfahrungen. Diese sind darüberhinaus an Kultur und Konvention gebunden. Als Bedrohung für das Lernen und somit als neuralgischen Punkt der konstruktivistischen Ansätze, wie sie zu Beginn der 90er Jahre, begründet aus den Untersuchungen von GLASERSFELD gestaltet wurden, erweist sich eine Einschränkung der Schülerkonstruktion im Rahmen des Unterrichts. Nötig, bzw. folgerichtig ist somit eine Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden, die es dem Lernenden ermöglicht eine eigene Perspektive auf sein Lernen einzunehmen. Dazu muss der Lernende metakognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben und sich darin erproben können. Zentrale Merkmale sind die Annahme eines individuellen aktiven Lernprozesses, die Betonung der Situativität und die Wichtigkeit einer Lerngemeinschaft.

Für die Gestaltung einer konstruktivistischen Lehrveranstaltung, gleich welchen Inhaltes ergaben sich daraus bestimmte Vorgaben, wie z.B. dass der Wissenserwerb in Zusammenhänge und Situationen eingebettet werden muss. Daneben müssen authentische Lernkontexte und Problemsituationen geschaffen werden. Diese Situationen müssen sich als vom Lernenden veränderbar und gestaltbar zeigen, damit daraus transferierbare Situationen entstehen können. Ein weiteres Instrument auf dem Weg zu Reflexivität ist eine Rückschau. Denn nur aus ihr heraus kann der Lernende Wissen und Bedeutung über den Lerngegenstand selbst herstellen und erhält so die Möglichkeit Perspektiven und Betrachtungsweisen zu wechseln. (vgl. ARNOLD 2003)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet die politische Bildung in der heutigen Bildungslandschaft und begründet die Notwendigkeit einer fachdidaktischen Wendung vom Objekt zum Subjekt in der Berufsbildung.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert konstruktivistische Lerntheorien, die Ermöglichungsdidaktik und das Konzept der reflexiven Praxis als Fundament für die angestrebte Didaktik.

3 Perspektiven der politischen Bildung in der pädagogischen Praxis: Hier werden die historischen Hintergründe, Zielsetzungen und institutionellen Herausforderungen der politischen Bildung sowie deren Rolle im Politikunterricht der beruflichen Bildung analysiert.

4 Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für Inhalte der politischen Bildung: Dieses Kapitel führt das zentrale Instrument der Arbeit ein – ein Analyseraster, das zur systematischen Planung und Evaluation von Inhalten dienen soll.

5 Ausarbeitung eines Konzepts für den Politikunterricht in der beruflichen Bildung am Beispiel des Unterrichtsthemas „Rassismus“: Die praktische Erprobung des entwickelten Analyserasters findet hier anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels für die Fachoberschule statt.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Potenzial des Konzepts für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in der politischen Bildung.

7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Berufsbildung, Konstruktivismus, Ermöglichungsdidaktik, Reflexive Praxis, Mündigkeit, Analyseraster, Politikunterricht, Kompetenzerwerb, Subjektorientierung, Didaktik, Rassismus, Handlungsfähigkeit, Urteilskompetenz, Berufsschule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Politikunterricht in der beruflichen Bildung, das auf konstruktivistischen Ansätzen basiert und die aktive Mitgestaltung der Lernenden in den Fokus rückt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Förderung politischer Mündigkeit, die Anwendung reflexiver Praxis durch Lernende und Lehrende sowie die Überwindung des Technologiedefizits in der Politikdidaktik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Erstellung eines anwendbaren Analyserasters, das es ermöglicht, Politikunterricht planvoll zu gestalten, systematisch zu evaluieren und die Leistungsbewertung transparenter zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die konstruktivistische Didaktik und das Konzept der reflexiven Praxis (Reflective Practice) als theoretische Grundlage, ergänzt durch eine praktische Erprobung mittels eines Analyserasters.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen dargelegt, die Perspektiven der politischen Bildung in der Berufsschule diskutiert und das Analyseraster zur Unterrichtsgestaltung detailliert vorgestellt und angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Politische Bildung, Berufsbildung, Konstruktivismus, Reflexive Praxis und Mündigkeit charakterisieren.

Wie unterscheidet sich dieses Konzept von herkömmlicher Didaktik?

Im Gegensatz zur traditionellen Erzeugungsdidaktik, bei der der Lehrende den Inhalt vorgibt, setzt dieses Konzept auf Subjektorientierung, Ermöglichung von Lernprozessen und die aktive Einbindung der Lernenden bei der Inhalts- und Zielplanung.

Warum ist das Thema "Rassismus" als Fallbeispiel gewählt worden?

Das Thema bietet ein breites Spektrum an persönlichen Bezügen und hohes Konfliktpotenzial, was es ideal für die Anwendung des Analyserasters macht, um politisches Urteilsvermögen und Handlungskompetenz zu fördern.

Welche Rolle spielen die Schüler bei der Anwendung des Rasters?

Die Schüler nutzen das Raster zur Selbsteinschätzung und zur Mitplanung des Unterrichts, wodurch sie Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen und ihre Lernfortschritte aktiv reflektieren.

Kann das Analyseraster auch zur Notengebung genutzt werden?

Ja, das Raster bietet eine strukturierte Basis für die Leistungsbewertung, indem es die Selbsteinschätzung der Lernenden in den Prozess integriert und so die Notengebung objektiver und transparenter gestaltet.

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Details

Title
Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für die politische Bildung als Bestandteil der Berufsbildung
College
University of Applied Sciences Münster  (Institut für berufliche Lehrerbildung)
Grade
gut
Author
Marion Pape (Author)
Publication Year
2009
Pages
46
Catalog Number
V143388
ISBN (eBook)
9783640538874
ISBN (Book)
9783640539765
Language
German
Tags
Reflexive Fachdidaktik Bildung Bestandteil Berufsbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Pape (Author), 2009, Reflexive konstruktivistische Fachdidaktik für die politische Bildung als Bestandteil der Berufsbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143388
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