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Textverstehen und Textverständlichkeit

Title: Textverstehen und Textverständlichkeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 26 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Madeleine Jansen (Author)

French Studies - Linguistics
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Das Thema "Textverstehen und Textverständlichkeit" gilt innerhalb der Linguistik und angrenzenden Wissenschaften als Klassiker und ist im Bereich der sogenannten Verständlichkeitsforschung anzusiedeln. Seit den 70er Jahren wenden sich Forscher vermehrt diesem Thema zu, sodass in den 70er und 80er Jahren zahlreiche Arbeiten entstanden sind.
Der Begriff des Textverstehens steht für die Bereiche der Forschung, die sich mit den Verstehensprozessen von Menschen befassen, d.h. es geht um die Frage, wie Verstehen funktioniert und wodurch es beeinflusst wird. Historisch gesehen geht der Begriff des Textverstehens auf die Hermeneutik zurück, in deren Rahmen das Problem des Verstehens und Auslegens von Texten schon in den vergangenen Jahrhunderten im Zentrum des theoretischen und praktischen Interesses gestanden hat. Im Rahmen dieser Arbeit soll die Tradition der Hermeneutik jedoch zugunsten der Kognitionswissenschaft vernachlässigt werden, da letztere die Hermeneutik weitgehend ignoriert, indem sie sich eher als szientifische Wissenschaft versteht. Mit der Entwicklung einer fachübergreifenden Kognitionswissenschaft wird dabei die Frage nach der theoretischen Erklärung der in Prozessen des Sprachverstehens eingebundenen kognitiven Strukturen zu einem zentralen Problem.
Im Gegensatz zum Textverstehen ist der Begriff der Textverständlichkeit auf die Verständlichkeit von Texten ausgerichtet. Dabei geht es um die Frage, welche Texteigenschaften das Verständnis eines Textes erleichtern bzw. erschweren und wie man Texte in der Praxis optimieren kann.
Die Verständlichkeitsforschung gewinnt also sowohl durch die Hermeneutik als auch durch die Kognitionswissenschaft eine theoretische Basis des Textverstehens, von der aus praktische Fragen zur Textverständlichkeit formuliert werden können (vgl. Biere 1991: 1f.).
In den folgenden Ausführungen soll es nun zunächst um den Begriff des Textverstehens allgemein und aus kognitionswissenschaftlicher Sicht gehen, dabei wird der Verstehensprozess an einem konkreten Modell erläutert. Der zweite und umfangreichere Teil der Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Ansätzen zur Textverständlichkeit, die die relevanten Dimensionen der Textstruktur sowie Methoden der Verständlichkeitsmessung aufzeigen. In einem letzten Schritt sollen Anregungen zur praktischen Textoptimierung dargestellt werden, wobei die Frage, ob Textverständlichkeit einen Einfluss auf die Verstehens- und Behaltensleistung eines Rezipienten hat, beantwortet werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Textverstehen

2.1 Textverstehen aus kognitionswissenschaftlicher Sicht

2.1.1 Darstellung des propositionalen Ansatzes

2.1.2 Das Modell der zyklischen Textverarbeitung

3. Textverständlichkeit

3.1 Ansätze zur Textverständlichkeit

3.1.1 Lesbarkeitsforschung

3.1.2 Das Hamburger Modell der Textverständlichkeit

3.1.3 Der deduktive Ansatz der Textverständlichkeit

4. Praktische Anwendung: Perspektiven der Textoptimierung

4.1 Textoptimierung: Sprachliche Einfachheit

4.2 Textoptimierung: Semantische Kürze/Redundanz

4.3 Textoptimierung: Kognitive Gliederung/Ordnung

4.3.1 Vorstrukturierungen (advance organizer)

4.3.2 Sequentielles Arrangieren

4.3.3 Zusammenfassungen

4.3.4 Hervorhebungen und Unterstreichungen

4.3.5 Überschriften und Randbemerkungen

4.3.6 Fragen

4.4 Textoptimierung: Motivationale Stimulanz

4.4.1 Konfliktgenerierende Fragen

4.4.2 Inkongruenter Rückbezug auf Bekanntes

4.4.3 Inkongruente/widersprüchliche Alternativen

4.4.4 Neuheit und Überraschung

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Textverstehens sowie die Dimensionen der Textverständlichkeit, um daraus fundierte Strategien für die praktische Textoptimierung abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Identifikation von Texteigenschaften, die den Verstehens- und Behaltensprozess beim Rezipienten erleichtern.

  • Grundlagen des Textverstehens aus kognitionswissenschaftlicher Perspektive.
  • Vergleich verschiedener Ansätze zur Messung von Textverständlichkeit.
  • Analyse verständlichkeitsfördernder Merkmale auf sprachlicher und struktureller Ebene.
  • Einfluss der motivationalen Stimulanz auf den Rezeptionsprozess.
  • Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für pragmatische Texte.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Darstellung des propositionalen Ansatzes

Bereits seit den 70er Jahren hat sich zur Beschreibung von Wissensstrukturen des Lesers einerseits und semantischen Inhalten von Texten andererseits die Darstellung in Propositionen bewährt. Kintsch zufolge wird eine Proposition als der „grundlegende Bestandteil einer Wissensstruktur“ angesehen (Kintsch, 1974, zit. nach Grabowski 1991: 30). Weiter „stellt (sie) eine Verbindung mehrerer Konzepte dar und besteht aus einem Prädikat (P) und einem oder mehreren Argumenten (A)“ (Grabowski 1991: 30).

Um Textinhalte darzustellen, können Texte in sogenannte Propositionslisten umgewandelt werden, die die semantische Struktur eines Textes wiedergeben. Handelt es sich dabei um die Propositionalisierung längerer Texte, so werden die Propositionen fortlaufend durchnummeriert.

Eine auf diese Art ermittelte Inhaltsangabe eines Textes nennt man (propositionale) Textbasis. In dieser Textbasis erfolgt eine Auflistung der Propositionen in der Reihenfolge, in der auch ihre Prädikate im Text auftauchen (vgl. Grabowski 1991: 37). Zur Veranschaulichung sei das folgende Beispiel gegeben:

Text: Die Griechen lieben schöne Kunstwerke. Als die Römer die Griechen besiegten, imitierten sie die Griechen und lernten so, schöne Kunstwerke zu schaffen.

Textbasis: P1 (LIEBEN, GRIECHEN, KUNSTWERKE) P2 (SCHÖN, KUNSTWERKE) P3 (ALS, P4, P5) P4 (BESIEGEN, RÖMER, GRIECHEN) P5 (IMITIEREN, RÖMER, GRIECHEN) P6 (LERNEN, RÖMER, P8) P7 (KONSEQUENZ, P5, P6) P8 (SCHAFFEN, RÖMER, P2) (Kintsch et al., 1975, zit. Nach Grabowski 1991: 39)

Eine solche Textbasis bildet also die semantische Struktur eines Textes ab, wobei es sich bei dem Strukturbildungsprinzip um das der Hierarchie handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Textverstehens und der Textverständlichkeit sowie Umriss der Zielsetzung und Struktur der Arbeit.

2. Textverstehen: Untersuchung von Verstehensprozessen aus kognitionswissenschaftlicher Sicht, inklusive des propositionalen Ansatzes und des Modells der zyklischen Textverarbeitung.

3. Textverständlichkeit: Darstellung theoretischer Konzepte zur Messung von Textverständlichkeit, insbesondere die Lesbarkeitsforschung, das Hamburger Modell und deduktive Ansätze.

4. Praktische Anwendung: Perspektiven der Textoptimierung: Konkrete Strategien zur Verbesserung der Verständlichkeit durch sprachliche Einfachheit, semantische Redundanz, kognitive Gliederung und motivationale Stimulanz.

5. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Verständlichkeitsforschung für die moderne Textgestaltung.

Schlüsselwörter

Textverstehen, Textverständlichkeit, Kognitionswissenschaft, Propositionaler Ansatz, Textbasis, Kohärenz, Lesbarkeitsforschung, Hamburger Modell, Textoptimierung, Advance Organizer, Arbeitsgedächtnis, Mathemagenes Verhalten, Motivationale Stimulanz, Informationsverarbeitung, Subsumption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die wissenschaftlichen Disziplinen des Textverstehens und der Textverständlichkeit und deren Anwendung in der Praxis zur Optimierung von Texten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen kognitive Modelle der Textverarbeitung, Methoden zur Messung der Verständlichkeit sowie gestaltungstechnische Aspekte wie Gliederung und Wortwahl.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse aufzuzeigen, wie Texte durch spezifische Modifikationen verständlicher und einprägsamer gestaltet werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Modellen der Textrezeption, darunter die Kognitive Lerntheorie und die Informationstheorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze zum Textverstehen sowie praktische Anleitungen zur Textoptimierung, unterteilt in Dimensionen wie Einfachheit, Ordnung und Motivation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Textverständlichkeit, Kohärenz, Kognitive Gliederung und die verschiedenen Ansätze von Groeben oder Kintsch & van Dijk.

Was unterscheidet das Textverstehen von der Textverständlichkeit?

Das Textverstehen bezieht sich auf den psychologischen Prozess im Individuum, während die Textverständlichkeit auf die Eigenschaften des Textes fokussiert, die diesen Prozess erleichtern können.

Warum ist das "Hamburger Modell" für die Textoptimierung relevant?

Es bietet ein strukturiertes Rating-Verfahren, das durch Faktoren wie "Einfachheit" oder "Gliederung" eine quantitative Einschätzung der Textqualität ermöglicht.

Welche Rolle spielen „Advance Organizer“?

Sie dienen als kognitive Vorstrukturierungen, die dem Lernenden helfen, neue Informationen in bestehende Wissensstrukturen effizienter einzuordnen.

Wie lässt sich Interesse in Texten durch "konfliktgenerierende Fragen" steigern?

Durch das Aufwerfen kognitiver Konflikte oder überraschender Informationen wird die Neugier des Rezipienten geweckt, was laut Forschung zu einer tieferen Informationsverarbeitung führt.

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Details

Title
Textverstehen und Textverständlichkeit
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Romanistik)
Course
Grundlagen der Textlinguistik
Grade
1-2
Author
Madeleine Jansen (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V143389
ISBN (eBook)
9783640546299
ISBN (Book)
9783640546008
Language
German
Tags
Textverstehen Textverständlichkeit Propositionaler Ansatz Lesbarkeitsforschung Hamburger Modell Deduktiver Ansatz Textoptimierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Madeleine Jansen (Author), 2009, Textverstehen und Textverständlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143389
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