Die Nutzung von abgereichertem Uran als panzerbrechender Munition hat insbesondere seit dem Golfkrieg 1991 für einiges an Aufmerksamkeit gesorgt. Seit bekannt werden der militärischen Nutzung von Uran, rückte das Thema durch zahlreiche Publikationen in Medien ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Streitpunkt der Forschung ist nunmehr seit über 20 Jahren, inwiefern Uran den menschlichen Organismus schädigt und in welchem Ausmaß die Umwelt durch Uranmunition in Kriegsgebieten kontaminiert wird. Hierzu werden im Verlauf dieser Hausarbeit die chemisch-toxischen und radio-toxischen Wirkungen von Uran und die daraus resultierenden möglichen Erkrankungen für den Menschen untersucht. Abschließend wird eine von den Vereinten Nationen in Auftrag gegebene Umweltverträglichkeitsstudie zur Analyse von möglich kontaminierten Standorten im Kosovo in Betracht gezogen. Zuvor wird allerdings erläutert, warum das Uran für das Militär so interessant ist und welche militärischen Vorteile sich aus der Nutzung von Uranmunition ergeben. Als Einführung in die Thematik werden relevante Informationen bezüglich des Natururans und des industriell angereicherten Urans behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Uran
2.1 Entdeckung und Geschichte von Uran
2.2 Uranvorkommen und Abbau
2.3 Eigenschaften von Uran
2.4 Industrielle Nutzung
3. Abgereichertes Uran
3.1 Eigenschaften von „depleted uranium“
3.2 Wirkung
3.3 Einsatz in Kriegsgebieten & Tests in Deutschland
4. Gesundheitliche Folgen
4.1 Chemisch-toxische & radio-toxische Wirkung
4.1.1 Externe Strahlenbelastung
4.1.2 Interne Strahlenbelastung
5. Erkrankungen
6. UNEP Bodenuntersuchung
7. Fazit
8. Literatur- und Internetverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die militärische Nutzung von abgereichertem Uran (DU) in panzerbrechender Munition und analysiert deren potenzielle Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt in betroffenen Kriegsgebieten unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Studien.
- Grundlagen zur Gewinnung und den Eigenschaften von Natururan und abgereichertem Uran.
- Militärischer Nutzen und Wirkungsweise von DU-Munition im Vergleich zu Alternativen.
- Bewertung der chemisch-toxischen und radio-toxischen Gesundheitsrisiken durch Strahlenbelastung.
- Analyse der Ergebnisse von Umweltuntersuchungen, insbesondere am Beispiel der UNEP-Studie im Kosovo.
- Diskussion über den kausalen Zusammenhang zwischen DU-Munition und chronischen Erkrankungen bei Veteranen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Wirkung
Bei DU-Munition handelt es sich um panzerbrechende Projektile, die im Gegensatz zu konventioneller Munition eine erheblich größere Durchschlagskraft erzielen. Grundsätzlich werden die Wuchtgeschosse (DU-Munition) zum Zerstören von mittel bis stark gepanzerten Zielen verwendet. Die zerstörerische Wirkung von DU beruht hierbei allein auf seiner kinetischen Energie, ohne das die Beimischung von Sprengstoff notwendig ist. Letztendlich wurde die DU-Munition dank seiner großen Verfügbarkeit, dem günstigen Bereitstellungspreis und seiner pyrophoren Wirkung eingeführt. Bemerkenswert ist, dass sich DU-Geschosse beim Aufprall von selbst schärfen und so stark gepanzerte Ziele leicht durchdringen können.
Die beim Einschlag auf ein Ziel entstehenden Kräfte und Temperaturen haben als Nebeneffekt das Schmelzen und Zerstäuben von DU zur Folge. Zudem entsteht bei der Detonation für die Umwelt schädlicher DU-Staub, welcher dann fein verteilt bis zu 100 m im Zielgebiet in Luft und Boden enthalten ist oder durch Wind bis zu 40 km weit verbreitet werden kann. Größtenteils haben die DU-Aerosole eine Größe kleiner als 5 µm. Nachweislich werden 10-35 % (max. 70 %) der DU-Penetratoren durch Detonation oder Verbrennung zu Aerosolen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die militärische Nutzung von abgereichertem Uran und die damit verbundene wissenschaftliche Kontroverse über gesundheitliche und ökologische Folgen.
2. Uran: Dieses Kapitel erläutert die Entdeckung, Geschichte, die natürlichen Vorkommen sowie die physikalischen Eigenschaften und die industrielle Verarbeitung von Uran.
3. Abgereichertes Uran: Es werden die speziellen Eigenschaften von abgereichertem Uran, sein Einsatz als panzerbrechende Munition und die Historie der Verwendung sowie Tests in Deutschland behandelt.
4. Gesundheitliche Folgen: Hier werden die potenziellen chemisch-toxischen und radio-toxischen Gefahren durch externe und interne Strahlenbelastung für den Menschen analysiert.
5. Erkrankungen: Dieses Kapitel untersucht die im Zusammenhang mit dem Golfkrieg und dem Balkan-Konflikt auftretenden Krankheitssymptome und prüft kritisch mögliche kausale Zusammenhänge mit DU-Munition.
6. UNEP Bodenuntersuchung: Es wird die durchgeführte Umweltstudie der Vereinten Nationen im Kosovo detailliert beschrieben und deren Ergebnisse bezüglich Bodenkontamination kritisch bewertet.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nach aktuellem Forschungsstand keine signifikanten Gesundheitsrisiken für die Allgemeinbevölkerung durch DU-Munition nachweisbar sind, wobei weitere Vorsichtsmaßnahmen dennoch empfohlen werden.
8. Literatur- und Internetverzeichnis: Zusammenstellung der verwendeten Quellen, Fachpublikationen und Internetressourcen für die vorliegende Arbeit.
Schlüsselwörter
abgereichertes Uran, DU-Munition, radio-toxische Wirkung, chemisch-toxische Wirkung, Golfkriegssyndrom, Bodenkontamination, UNEP-Studie, panzerbrechende Munition, Strahlenbelastung, Uran-Isotope, Umweltverträglichkeit, Uraninit, Krieg und Umwelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz von abgereichertem Uran (DU) in militärischer Munition und beleuchtet kritisch die damit verbundenen gesundheitlichen und ökologischen Risiken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die Eigenschaften von Uran, die militärische Wirkungsweise von DU-Geschossen, die gesundheitliche Gefährdung durch Strahlenbelastung sowie die Ergebnisse von Bodenanalysen in Kriegsgebieten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis des wissenschaftlichen Forschungsstandes zu klären, inwieweit abgereichertes Uran tatsächlich für beobachtete Erkrankungen bei Veteranen oder Zivilisten verantwortlich gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung von vorhandenen Studien und Untersuchungsberichten, unter anderem von UN-Einrichtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Aspekte der Munition, die medizinisch-toxikologische Bewertung von Uran im menschlichen Körper sowie die Darstellung konkreter Umwelt-Bodenuntersuchungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind abgereichertes Uran, DU-Munition, radio-toxische Wirkung, Golfkriegssyndrom und Bodenkontamination.
Wie unterscheidet sich DU-Munition von konventioneller Munition?
DU-Munition besitzt eine extrem hohe Dichte, was zu einer deutlich höheren Durchschlagskraft gegen Panzerungen führt, wobei das Material zudem pyrophore Eigenschaften aufweist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur UNEP-Bodenuntersuchung im Kosovo?
Die Autor zeigt auf, dass die durchgeführten Proben zwar Kontaminationen aufzeigen, diese jedoch in den meisten Fällen unterhalb kritischer Grenzwerte liegen, wenngleich weiterhin Vorsicht geboten ist.
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- Benedikt Breitenbach (Author), 2009, Uranbelastung von Kriegsgebieten - Einsatz von DU-Munition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143557