Durch die Finanzkrise im Jahr 2008 ist das Vertrauen der Menschen in das Währungssystem sowie in die dafür verantwortlichen Banken und Zentralbanken deutlich gesunken. Daher war der Andrang nach einer Alternative zum staatlich regulierten Währungssystem, das vollkommen auf die Notwendigkeit einer Bank verzichten kann, sehr groß. Als Lösung dafür bieten sich die seit Jahren immer mehr in den Trend kommenden Kryptowährungen als Heilsbringer an und der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman hatte wohl knapp ein Jahrzehnt später mit seiner prophetischen Aussage die Zukunft richtig vorausgesagt. Denn Kryptowährungen sind digital und können einen bargeldlosen Zahlungsverkehr über ein dezentrales und kryptografisches System ermöglichen, ohne dass sich die beiden Tauschakteure dabei kennen müssen. Zudem werden Kryptowährungen weder durch den Staat oder der Bank reguliert, noch kontrolliert und benötigen auch keine Intermediäre, um eine Transaktion durchzuführen.
Somit stellen sie eine Art Gegenentwurf zum klassischen Zahlungssystem dar. Allen voran gilt der Bitcoin als der Vorreiter aller Kryptowährungen und erweist sich mit einer Marktkapitalisierung von ca. 838 Mrd. US-Dollar als die größte digitale Währung auf dem Markt.
Hinzu kommt, dass das Bitcoin-System die Grundlage für die gesamte Weiterentwicklung von digitalen Währungen ist und es die erste Kryptowährung auf dem Markt war. Zusätzlich zeigt die kritische Auseinandersetzung mit Bitcoin seitens der Medien und aufsichtsrechtlichen Behörden die Notwendigkeit für Staaten, Banken und auch Privatpersonen, sich mit der Thematik Bitcoin ernsthaft zu beschäftigen. Auch weil kaum ein anderer Wirtschaftstrend in den letzten fünf Jahren bei der breiten Masse der Bevölkerung für so viel Gesprächsstoff gesorgt hat, wie der Bitcoin und mittlerweile auch große Unternehmen wie Microsoft, Dell und Starbucks die Kryptowährung als Zahlungsmittel akzeptieren. Zudem hat El Salvador als erstes Land der Welt, den Bitcoin im Herbst vergangenen Jahres als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt.
Ziel der vorliegenden Studienarbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern die Kryptowährung Bitcoin das Potenzial hat, das Zahlungsmittel der Zukunft zu werden. Dabei werden die Funktionen des traditionellen Geldsystems mit dem Bitcoin verglichen und analysiert, um abschließend feststellen zu können, inwieweit der Bitcoin als Geld zu qualifizieren ist und somit auch als brauchbares Zahlungsmittel im Zahlungsverkehr genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Grundlagen der Geldtheorie
- 2.1 Geld
- 2.2 Geldfunktionen
- 2.2.1 Tauschmittel- und Zahlungsmittelfunktion
- 2.2.2 Recheneinheitsfunktion
- 2.2.3 Wertaufbewahrungsfunktion
- 2.3 Geldeigenschaften
- 2.4 Geldformen
- 2.5 Währung
- 2.5.1 Fiatwährung
- 3. Die Kryptowährung Bitcoin
- 3.1 Geschichtlicher Hintergrund und Definition
- 3.2 Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerks
- 3.3 Entstehung von Bitcoins im Netzwerk
- 3.4 Bitcoin in der Praxis
- 3.4.1 Beschaffung
- 3.4.2 Aufbewahrung
- 3.4.3 Bezahlvorgang
- 3.4 Vor- und Nachteile des Bitcoins
- 3.4.1 Vorteile
- 3.4.2 Nachteile
- 4. Analyse des Bitcoins anhand der Geldfunktionen
- 4.1 Eignung als Tausch-/Zahlungsmittel
- 4.2 Eignung als Wertspeicher
- 4.3 Eignung als Recheneinheit
- 5. Schlussbetrachtung und Ausblick
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit untersucht das Potenzial der Kryptowährung Bitcoin als zukünftiges Zahlungsmittel. Das Hauptziel ist es, zu analysieren, inwiefern Bitcoin die Funktionen des traditionellen Geldes erfüllen kann, um seine Qualifizierung als brauchbares Zahlungsmittel im Zahlungsverkehr zu bewerten.
- Grundlagen der Geldtheorie und die Funktionen von Geld.
- Historischer Hintergrund und Definition der Kryptowährung Bitcoin.
- Eigenschaften, Entstehung und praktische Nutzung des Bitcoin-Netzwerks.
- Vor- und Nachteile von Bitcoin als Zahlungsmittel.
- Detaillierte Analyse der Eignung von Bitcoin als Tauschmittel, Wertspeicher und Recheneinheit im Vergleich zu Fiatwährungen.
- Schlussfolgerungen und Ausblick bezüglich der Etablierung von Bitcoin im globalen Zahlungsverkehr.
Auszug aus dem Buch
3.2 Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerks
Wie bereits festgehalten wurde basieren Bitcoins auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk, welche aus dessen gleichberechtigten Teilnehmern besteht. Diese Teilnehmer verwenden alle eine bestimmte Software, die sogenannte Bitcoin-Client Software, die für jeden frei zugänglich ist (Open-Source Software) und im Januar 2009 vom Bitcoin-Erfinder selbst bereitgestellt wurde.42 Erst durch diese Software ist es möglich Bitcoins zu transferieren und zu erzeugen, wodurch schlussendlich, die in Nakamotos Whitepaper beschriebenen elektronischen Zahlungen auch möglich sind, da die Software den Zugang zu dem Bitcoin-Netzwerk und dessen Technologie gewährt. 43 Dieses Peer-to-Peer Netzwerk ist zudem dezentralisiert und basiert auf einer von allen Teilnehmern genutzten und verwalteten Datenbank. Innerhalb dieser Datenbank, auch Blockchain genannt, werden alle mit Bitcoin getätigten Transaktionen gespeichert, welche zudem öffentlich und für jeden einsehbar sind, was es somit auch sehr transparent macht. Die Blockchain fungiert dabei wie ein kollektives Buchführungssystem, womit es auch das Verdoppeln oder Fälschen von Bitcoins unmöglich macht.
Ein Bitcoin ist folglich ein rein digitaler Wert innerhalb dieses Netzwerks, bestehend aus einer digitalen Zeichenkette. Die Transaktionen finden zudem an pseudonyme Adressen, auch Bitcoin Adressen genannt, statt, welche von den Nutzern in beliebiger Anzahl generiert werden können. Es ist zudem kein Intermediär für die Transaktionen erforderlich, da diese direkt über das Netzwerk zwischen den Teilnehmern erfolgen, weshalb es auch zu keinen Zeitverzögerungen bei den Transaktionen kommt, unabhängig von wo diese getätigt werden. In einem Konsensverfahren bestätigen die Nutzer zudem immer die Gültigkeit und Validität jeder einzelnen Transaktion auf der Blockchain. Um sich vor Cyberangriffen zu schützen und die wahre Identität der Nutzer anonym zu halten, sieht die Bitcoin Software zusätzlich ein asymmetrisches Verschlüsselungssystem für die jeweiligen Transaktionen vor. Anhand des eigenen privaten Schlüssels kann jeder Nutzer jedoch problemlos nachweisen, dass er für die Bitcoins auf den öffentlich einsehbaren Bitcoin-Adressen zugriffsberechtigt ist.44 Darüber hinaus ermöglicht das Bitcoin-Netzwerk ca. sieben Transaktionen pro Sekunde.45 Aufgrund der Dezentralität ist es zudem auch nicht möglich, dass eine Bank oder ein Staat einen Einfluss auf dieses Bitcoin-Ökosystem nehmen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der Finanzkrise 2008 als Auslöser für das Interesse an Kryptowährungen und formuliert die Forschungsfrage zur Eignung von Bitcoin als Zahlungsmittel der Zukunft.
2. Grundlagen der Geldtheorie: Erläutert die Definition von Geld, seine wesentlichen Funktionen (Tauschmittel, Recheneinheit, Wertaufbewahrung) und verschiedene Geldformen und Währungstypen.
3. Die Kryptowährung Bitcoin: Stellt den geschichtlichen Hintergrund und die Definition von Bitcoin vor, erklärt die Funktionsweise des Bitcoin-Netzwerks, die Entstehung von Bitcoins durch „Mining“ und die praktische Anwendung beim Beschaffen, Aufbewahren und Bezahlen sowie die Vor- und Nachteile.
4. Analyse des Bitcoins anhand der Geldfunktionen: Untersucht detailliert, inwiefern Bitcoin die klassischen Geldfunktionen (Tausch-/Zahlungsmittel, Wertspeicher, Recheneinheit) erfüllt und vergleicht es mit Fiatwährungen.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zusammen, dass Bitcoin die Geldfunktionen nur bedingt erfüllt und noch nicht als ausgereiftes Zahlungsmittel angesehen werden kann, beleuchtet aber auch positive Aspekte und zukünftiges Potenzial.
Schlüsselwörter
Bitcoin, Kryptowährung, Zahlungsmittel, Geldtheorie, Blockchain, Dezentralisierung, Fiatwährung, Wertspeicher, Recheneinheit, Tauschmittel, Volatilität, Mining, Wallet, Finanzkrise, Digitale Währung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Bitcoin als Zahlungsmittel der Zukunft, indem sie dessen Eigenschaften und Funktionen mit denen des traditionellen Geldsystems vergleicht und analysiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Grundlagen der Geldtheorie, die Funktionsweise und Eigenschaften der Kryptowährung Bitcoin, ihre Vor- und Nachteile sowie eine detaillierte Analyse ihrer Eignung als Tauschmittel, Wertspeicher und Recheneinheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Bitcoin das Potenzial hat, das Zahlungsmittel der Zukunft zu werden, und ob es als Geld qualifiziert werden kann, das im Zahlungsverkehr brauchbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse, indem sie die Funktionen des traditionellen Geldsystems mit Bitcoin vergleicht und dessen Eignung als Geld evaluiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Grundlagen der Geldtheorie, die Eigenschaften und die praktische Nutzung von Bitcoin sowie eine detaillierte Analyse der Eignung von Bitcoin als Tausch-/Zahlungsmittel, Wertspeicher und Recheneinheit behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Bitcoin, Kryptowährung, Zahlungsmittel, Geldtheorie, Blockchain, Dezentralisierung, Fiatwährung, Wertspeicher, Recheneinheit, Tauschmittel, Volatilität, Mining, Wallet, Finanzkrise, Digitale Währung.
Warum entstand Bitcoin laut der Arbeit als Reaktion auf die Finanzkrise 2008?
Die Finanzkrise 2008 führte zu einem massiven Vertrauensverlust in das traditionelle Währungssystem und die Banken, wodurch der Wunsch nach einem unabhängigen und dezentralen Zahlungssystem wie Bitcoin entstand.
Wie wird die Wertaufbewahrungsfunktion von Bitcoin bewertet?
Bitcoin eignet sich aufgrund seiner erheblichen Wertschwankungen und der fehlenden realen Hinterlegung nicht gut als Wertaufbewahrungsmittel im ökonomischen Sinne, da die Kaufkraft nicht stabil über längere Zeiträume gesichert ist.
Welche Hauptkritikpunkte gibt es an Bitcoin als Recheneinheit?
Hauptkritikpunkte sind die Schwierigkeit für Menschen, Dezimalzahlen bei Preisen von Gütern in Bitcoin zu erfassen, und die Notwendigkeit ständiger Preisanpassungen aufgrund der hohen Kursschwankungen, was die Vergleichbarkeit von Gütern erschwert.
Welche Rolle spielt die Dezentralität des Bitcoin-Netzwerks?
Die Dezentralität des Bitcoin-Netzwerks bedeutet, dass Transaktionen ohne die Kontrolle oder Regulierung einer dritten Partei (wie Banken oder Staaten) erfolgen, was die Vision eines Peer-to-Peer-Cash-Systems erfüllt.
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- Jordan Cruse (Autor), 2022, Bitcoin. Das Zahlungsmittel der Zukunft?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1435739