Aufgaben, Stand und Entwicklung der Entsorgungslogistik in der BRD


Hausarbeit, 2001

28 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 EINLEITUNG
1.1 Historie
1.2 Heutiger Stand der Entsorgung
1.2.1 Entsorgung der Wirtschaftsunternehmen – Risikopotentiale
1.2.2 Entsorgung der privaten Haushalte
1.3 Definition Entsorgungslogistik
1.3.1 Aufgaben der Entsorgungslogistik
1.3.2 Stand der Entsorgungslogistik

Kapitel 2 ABFALLWIRTSCHAFT
2.1 Abfallentstehung in Wirtschaftsunternehmen
2.2 Abfallentstehung in privaten Haushalten
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Kapitel 3 ENTSORGUNG
3.1 Duales System Deutschland AG
3.2 Der Grüne Punkt
3.3 Entsorgung durch andere Fachbetriebe

Kapitel 4 TRANSPORT UND UMSCHLAGSYSTEME
4.1 Transportsysteme
4.2 Umschlagsysteme
4.3 Makrologistik
4.4 Mikrologistik

Kapitel 5 ENTWICKLUNG DER ENTSORGUNGSLOGISTIK
5.1 Recycling
5.2 Bio- und Kompostanlagen

Kapitel 6 FAZIT UND AUSBLICK

1 EINLEITUNG

1.1 Historie

Mit Beginn des Zeitalters der Industrialisierung begann in Westeuropa die Entsorgung von Produktionsgütern und Materialien aus der Massenproduktion.

Von einer umweltbewussten Entsorgung unter heutigen Gesichtspunkten kann man in diesem Zusammenhang jedoch keineswegs sprechen, da Abwässer und Abfälle unbehandelt in die Kanalisation, in Flüsse oder Gewässer geleitet wurden, oder auf oftmals ungeeignete Deponien verbracht wurden.1

Die „Nachwirkungen“ dieser nachlässigen Vorgehensweise mit betrieblichen Abfällen sind zum Teil noch heute spürbar
(z.B. Schwermetallbelastung des Rheins).

Einen positiven Einfluß hatte die einsetzende Industrialisierung jedoch auf die Entsorgung von privatem Abfall.

Wurden Haushaltsabfälle vormals noch sorglos auf der Straße oder in Hinterhöfen entsorgt, so wurden aus gesundheitlich-hygienischen Aspekten im Laufe der Zeit Abortgruben, Kanalisationen und staatlich organisierte Müllabfuhren etabliert.

1.2 Heutiger Stand der Entsorgung

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre in der Europäischen Union im allgemeinen und in der Bundesrepublik Deutschland im besonderen führte zu einem hohen Lebensstandard sowie zu einem wachsendem Konsumbedürfnis der Gesellschaft.

Aufgrund dieses Prozesses sind im gleichen Zeitraum die zu entsorgenden Abfallmengen privater, öffentlicher und industrieller Erzeuger drastisch angestiegen.

Des weiteren ist zu beobachten, dass durch neuartige Produktionsverfahren und spezielle Werkstoffe das Risiko- und Gefahrenpotential der zu entsorgenden Güter ebenfalls kontinuierlich zugenommen hat.

Der Zunahme der Abfallmengen und ihres Gefährdungspotentials steht der Entsorgung ein unverhältnismäßig großer Nachholbedarf für die Entwicklung, Beschaffung und Sicherung der Entsorgungswege gegenüber.1

Die heutige Situation der Entsorgung kann anhand der folgenden Beispiele exemplarisch dargestellt werden:

- Der vorhandene Deponie- und Haldenraum in der Bundesrepublik Deutschland ist derart begrenzt, dass in einigen Regionen bereits die Maximalkapazität erreicht bzw. überschritten wurde.
- Die Kapazitäten der 48 Großverbrennungsanlagen sind ebenfalls begrenzt. Die meisten Anlagen müssen ständig
(d.h. im 24-Stunden-Betrieb) über alle Linien gefahren werden, um die angelieferten Abfallmengen bewältigen zu können. Nach Abschluss des Verbrennungsprozesses verbleiben teils hoch schadstoffreiche Rückstände in den Anlagen.
- Die Entsorgungskosten steigen kontinuierlich an. Dies muss u.a. auf die mengenmäßige Erhöhung von Spezialabfällen zurückgeführt werden.
Der Schwerpunkt der heutigen und zukünftigen Entsorgung und den damit verbundenen Aufgaben der Entsorgungslogistik liegt also eindeutig bei der Entsorgung von betrieblichen, bzw. privaten Abfällen der Wirtschaftsunternehmen bzw. der privaten Haushalte.

1.2.1 Entsorgung der Wirtschaftsunternehmen –

Risikopotentiale

Die Entsorgungssituation in Wirtschaftsunternehmen wird, basierend auf der oben beschriebenen allgemeinen Situation, von diversen unternehmerischen Risiken begleitet, von denen hier zwei exemplarisch genannt werden sollen.

Wie bereits erwähnt, stiegen die Kosten für die Entsorgung von betrieblichen Abfällen in der Vergangenheit stetig an und werden auch zukünftig weiter steigen.

Für Wirtschaftsunternehmen bedeutet diese Situation ein entscheidendes Kostenrisiko. Es ergeben sich hieraus grundsätzlich drei unterschiedliche Kostenfaktoren:

- Beseitigungskosten (Deponierung und Verbrennung)
- Verwertungskosten (Recycling)
- Störfallkosten (Störung der Entsorgung mit kausalem

Einfluß auf die Produktion)1

Neben dem Kostenrisiko sieht sich ein Wirtschaftsunternehmen auch einem Imagerisiko ausgesetzt.

Durch die erhöhte Sensibilisierung der Bevölkerung, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, in Umweltfragen
(Stichwort: „Atomtransporte“), ist das Umweltbewusstsein eines Unternehmens von enormer Wichtigkeit.

Werden Umweltverstöße öffentlich, verliert ein Unternehmen nachweislich an Glaubwürdigkeit (Stichwort: „Shell-Ölplattform“) und riskiert so seinen dauerhaften Fortbestand.

Zusammenfassend kann man bezüglich der Risikopotentiale für hiesige Wirtschaftsunternehmen vorausschauend sagen, dass sie nur dann eine langfristige Sicherung ihrer Produktion gewährleisten können, wenn sie eine gesicherte, rechtlich einwandfreie und kostenoptimale Entsorgung durchführen.

Heute lässt sich jedoch bereits feststellen, dass die Sicherung der Entsorgung für Wirtschaftsunternehmen eine zukunftsorientierte Aufgabe von zentraler Bedeutung ist.2

1.2.2 Entsorgung der privaten Haushalte

Ein großer Teil der Haushaltsabfälle wird heutzutage noch immer auf Deponien abgelagert. Da die Kapazität der circa 7.500 Deponiestandorte in der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Haushaltsabfälle eng begrenzt ist, müssen Alternativwege der Entsorgung bestritten werden.

Auch der Druck auf die politischen Kräfte, besonders seit der Regierungsbeteiligung der Partei Bündnis 90/Die Grünen, wächst stetig. Eines neues Umweltbewusstsein der Bevölkerung verleitet außerdem auch den Handel und die Industrie dazu, mehr Verantwortung im Sinne der Vermeidung und Verminderung von Haushaltsabfällen zu übernehmen.

Die Einführung des dualen Abfallwirtschaftssytems erzwingt dauerhaft eine verstärkte Wertstoffrückgewinnung aus den privaten Haushalten.1

1.3 Definition Entsorgungslogistik

Der Begriff „Entsorgungslogistik“ geht auf eine Zusammenführung der Begriffe „(Abfall-) Entsorgung“ und „Logistik“ zurück.

(Abfall-)Entsorgung

[...] seit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (1996) Oberbegriff für Abfallverwertung und Abfallbeseitigung. Im Gegensatz zum früheren Abfallrecht werden auch Rest- oder Wertstoffe wie ungebrauchte Produktionsreste oder recyclingfähiges Altpapier vom Abfallbegriff erfasst.

Die Abfallentsorgung schließt alle Maßnahmen und technische Verfahren bis zur Verwertung oder Beseitigung einer Sache ein. Vorrangig sollen Abfälle ohne weitere Prioritätensetzung stofflich oder energetisch verwertet werden, die Beseitigung wird auf das unvermeidliche Maß reduziert. Die Grenzen zwischen energetischer Verwertung und thermische Behandlung (Beseitigung) sind fließend (Abfallverbrennung).1

Logistik

[...] Bezeichnung für Material- und Informationsprozesse, die der Optimierung der Raumüberwindung und Zeitüberbrückung sowie der Minimierung der Lagerhaltung dienen. [...]2

Die Entsorgungslogistik ist als ein Teilgebiet des Gesamtsystems der Logistik anzusehen und umfaßt ein weites Spektrum.

Der wichtigste Aspekt im Rahmen der Entsorgungslogistik ist aber der primäre Umgang mit Abfallstoffen jeder Art und Güte und deren Rückführung in den Wirtschaftskreislauf unter Vermeidung von Umweltschäden.

1.3.1 Aufgaben der Entsorgungslogistik

Die Entsorgungslogistik befasst sich mit der Sammlung, dem Transport, Umschlag und der Lagerung aller in den Industriebetrieben, im Handel bzw. auf dem privaten Sektor anfallenden Abfall-, Rest- und Schadstoffe.

Das Gestaltungsfeld der Entsorgungslogistik ist die Beseitigung der bereits angefallenen Abfälle mit der Zielvorgabe zu einer Wieder- bzw. Weiterverwertung oder aber einer Reduzierung der Entsorgungsgüter zu kommen.1

Entsprechend dieser Vorgabe ist es außerdem die Aufgabe der Entsorgungslogistik, zukunftsorientierte Technologien für Förder-, Lager- und Handhabungsaufgaben zu entwickeln.

Sämtliches unternehmerisches Handeln muss von der Entsorgungslogistik so beeinflusst und ausgerichtet werden, dass der Vermeidung und der Verminderung von Abfällen innerhalb eines Wirtschaftsunternehmens zukünftig große Gewichtung zukommt.

Die Logistik soll u.a. die Steuerung der Materialflüsse der Produktion mit dem Ziel der Abfallminimierung, im Sinne ihrer Aufgabe der Organisations- und Informationsverarbeitung, vornehmen.1

Bei der organisatorischen Abwicklung übernimmt die Bundesrepublik Deutschland eine Art Vorbildfunktion.

Sie lässt die Entsorgung über die einzelnen Bundesländer administrieren, wobei diese die Aufgaben an die Städte und Gemeinden weitervergeben.

[...]


1 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.13

1 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.14

1 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.17ff

2 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.20

1 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.20

1 Vgl. http://www.wissen.de (Definition Entsorgung)

2 Vgl. http://www.wissen.de (Definition Logistik)

1 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.21

2 Vgl. Rinschede/Wehking (Entsorgungslogistik I – Grundlagen, Stand und Technik), S.24

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Aufgaben, Stand und Entwicklung der Entsorgungslogistik in der BRD
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Autoren
Jahr
2001
Seiten
28
Katalognummer
V14362
ISBN (eBook)
9783638197830
ISBN (Buch)
9783656205296
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
14-Punkt-Schrift. Vollständige Zitierung in den Fußnoten, daher kein extra ausgewiesenes Literaturverzeichnis.
Schlagworte
Aufgaben, Stand, Entwicklung, Entsorgungslogistik
Arbeit zitieren
Boris Guzijan (Autor)Christian Gerling (Autor)Michael Grünert (Autor), 2001, Aufgaben, Stand und Entwicklung der Entsorgungslogistik in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14362

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