Diese Arbeit zielt darauf ab, die Chancen und Risiken für Industrieunternehmen zu identifizieren, die sich aus der Beschäftigung von Doppelernährerpaaren mit Kindern und Alleinerziehenden ergeben. Sie beabsichtigt, sowohl die Vorteile als auch die Nachteile dieser Arbeitskräftegruppen zu untersuchen und eine umsetzbare Strategie zu entwickeln, um einen gemeinsamen Konsens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu erreichen.
Der Anstieg der Beschäftigung von arbeitenden Müttern und die daraus resultierende Veränderung des Arbeitnehmerkreises stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Diese Entwicklung bietet sowohl Chancen als auch Risiken, die in dieser Arbeit aus der Perspektive der Industrie untersucht werden. Es wird analysiert, welche spezifischen Vor- und Nachteile sich für Unternehmen ergeben, wenn sie Doppelernährerpaare mit Kindern und Alleinerziehende beschäftigen. Dabei wird auf die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen dieser Arbeitnehmergruppen eingegangen. Die Arbeit schlägt vor, wie Unternehmen durch Anpassung ihrer Strategien und Arbeitsmodelle einen Konsens finden und somit eine Win-Win-Situation für beide Seiten schaffen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichtliche Entwicklung der Familie und Problemstellung
2 Ist-Situation des veränderten Arbeitnehmerkreises
2.1 Doppelverdienst in Familien meist erforderlich
2.2 Unterhaltsgesetz versus Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2.3 Formen des veränderten Arbeitnehmerkreises
2.3.1 Doppelversorgermodell
2.3.2 Doppelkarrierepaare
2.3.3 Alleinerziehende
2.4 Lange Arbeitszeiten von Vätern
2.5 Steigende Anzahl von gut ausgebildeten Frauen
2.6 Exkurs in andere EU-Länder
2.6.1 Frankreich
2.6.2 Dänemark
3 Ziele von Unternehmen
3.1 Gewinne maximieren
3.1.1 Produktpolitik
3.1.2 Kommunikationspolitik
3.1.3 Kontrahierungspolitik
3.1.4 Distributionspolitik
3.2 Kosten minimieren
3.2.1 Variable Kosten
3.2.2 Fixe Kosten
3.3 Wettbewerbsfähigkeit schaffen und erhalten
3.3.1 Innovationen
3.3.2 Globale Wettbewerbsfähigkeit
3.3.3 Flexible Einsetzbarkeit Arbeitnehmer
3.3.4 Firmenimage
4 Diskrepanz zwischen der Ist-Situation und den Zielen der Unternehmen
4.1 Machbarkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt hauptsächlich bei den Unternehmen
4.2 Kinderbetreuung
4.3 Politische Rahmenbedingungen
4.3.1 Ehegattensplitting
4.3.2 Teilzeitarbeit
4.3.3 Rechtsanspruch auf eine Kindertagesstätte
4.3.4 Betreuungsgeld („Herdprämie“)
5 Risiken
5.1 Teilzeitarbeit
5.1.1 Teilzeitarbeit für Frauen
5.1.2 Teilzeitarbeit für Männer
5.2 Ausfallzeiten
5.2.1 Aufgrund Krankheit des Kindes/der Kinder
5.2.2 Allgemeine Verpflichtungen von Eltern
5.2.3 Ausfall des Partners
5.3 Kosten für familienfreundliche Arbeitsstellen
5.3.1 Home Office
5.3.2 Kinderhort
5.3.3 Einrichtung Arbeitsplätze aufgrund Teilzeitarbeit
5.3.4 Vermehrte organisatorische Kosten
5.4 Risiken speziell für die Beschäftigung von Vätern
5.5 Risiken speziell für die Beschäftigung von Alleinerziehenden
6 Chancen
6.1 Nutzung der gut ausgebildeten Frauen
6.2 Verringerung der Kosten auf Grund von Vermeidung Fluktuation
6.3 Chancen bei der Beschäftigung von Teilzeitarbeitskräften
6.3.1 Senkung Krankenstand bei Teilzeit
6.3.2 Erhöhte Produktivität bei Teilzeit
6.4 Kinderbetreuungszuschuss für Unternehmen
6.5 Bindung der Eltern an den Wohnort
6.6 Verbesserung Unternehmensimage durch Familienfreundlichkeit
7 Mögliche Umsetzung für Unternehmen mit Reflektion
7.1 Unternehmen
7.1.1 Flexible Arbeitszeiten
7.1.1.1 Gleitzeit
7.1.1.2 Teilzeit
7.1.1.3 Sabbatical
7.1.2 Flexibler Arbeitsort
7.1.3 Betriebliche Kinderbetreuung
7.1.4 Audit
7.1.5 Vorbild der Führung
7.2 Arbeitnehmer
7.3 Politischer Rahmen
7.4 Qualitative Sozialforschung
7.4.1 Zielsetzung
7.4.2 Datenerhebung
7.4.3 Datenauswertung
7.4.3.1 Unternehmen
7.4.3.2 Arbeitende Eltern
7.4.4 Ergebnis
8 Fazit
9 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Potenziale, die für Unternehmen durch die Beschäftigung von Eltern in modernen Familienmodellen (Doppelkarrierepaare, Alleinerziehende) entstehen, mit dem Ziel, Strategien zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzuzeigen.
- Demografischer Wandel und veränderte Anforderungen an den Arbeitnehmerkreis
- Unternehmensziele im Spannungsfeld zwischen Kostenminimierung und Mitarbeiterbindung
- Risiken und betriebswirtschaftliche Chancen familienfreundlicher Maßnahmen
- Empirische Analyse der gelebten Vereinbarkeit durch qualitative Sozialforschung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kommunikationspolitik
Bei der Kommunikationspolitik werden Informationen, die auf den Markt gerichtet sind, gestaltet und an den Kunden übermittelt. Hierzu zählen unter anderem:
Klassische Werbung: Zum Beispiel über Beiträge in Fachzeitschriften.
Öffentlichkeitsarbeit: Zum Beispiel Stellungnahmen zu öffentlichen Streitpunkten.
Sponsoring: Zum Beispiel finanzielle Beteiligungen des Unternehmens an sozialen Einrichtungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Geschichtliche Entwicklung der Familie und Problemstellung: Betrachtet den historischen Wandel von traditionellen Frauenrollen hin zur aktuellen Situation, geprägt durch sinkende Geburtenraten und den Wunsch gebildeter Frauen nach beruflicher Teilhabe.
2 Ist-Situation des veränderten Arbeitnehmerkreises: Analysiert, wie finanzielle Notwendigkeiten und neue gesetzliche Rahmenbedingungen neue Familienmodelle und einen veränderten Arbeitsmarkt erfordern.
3 Ziele von Unternehmen: Beschreibt die betriebswirtschaftlichen Kernziele – Gewinnmaximierung, Kostenminimierung und Wettbewerbssicherung – und deren Relevanz für die Arbeitnehmerstrategie.
4 Diskrepanz zwischen der Ist-Situation und den Zielen der Unternehmen: Identifiziert die Kluft zwischen den unternehmerischen Bedürfnissen nach Flexibilität und den realen Bedingungen für Eltern sowie den politischen Rahmenbedingungen.
5 Risiken: Beleuchtet die arbeitgeberseitigen Bedenken hinsichtlich Teilzeitarbeit, Ausfallzeiten und der Kostenstruktur familienfreundlicher Arbeitsplätze.
6 Chancen: Hebt die Vorteile einer familienfreundlichen Personalpolitik hervor, wie die Nutzung qualifizierten Fachwissens, Reduzierung von Fluktuationskosten und Imagegewinn.
7 Mögliche Umsetzung für Unternehmen mit Reflektion: Diskutiert konkrete Instrumente wie flexible Arbeitszeiten, Home Office, Audits und Führungskultur, ergänzt durch eine qualitative Untersuchung.
8 Fazit: Fasst zusammen, dass Unternehmen bei der Vereinbarkeit noch zu wenig tun und das Risiko besteht, dass Eltern aufgrund betrieblicher Vorurteile benachteiligt werden.
9 Ausblick: Prognostiziert, dass der drohende Fachkräftemangel Unternehmen zukünftig zu einem Umdenken und zum aktiven Umsetzen familienfreundlicher Strukturen zwingen wird.
Schlüsselwörter
Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Teilzeit, Doppelkarrierepaare, Familienfreundliche Personalpolitik, Kinderbetreuung, Unternehmenskultur, Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftemangel, Arbeitnehmerkreis, Elternzeit, Flexibilität, Arbeitsplatz, Sabbatical, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Konfliktfelder und Potenziale im Kontext der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus Sicht von Unternehmen und Arbeitnehmern.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Themen umfassen den Wandel der Familienmodelle, Unternehmensziele wie Kosten- und Gewinnoptimierung sowie die spezifischen Risiken und Chancen der Beschäftigung von Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den Zielen von Unternehmen und den Bedürfnissen arbeitender Eltern aufzuzeigen sowie Strategien zur besseren Umsetzung von Familienfreundlichkeit zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer eigenen qualitativen Sozialforschung durch Interviews mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Was steht im Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die betriebswirtschaftliche Sicht auf familienfreundliche Maßnahmen, untersucht die politische Rahmenbedingungen und reflektiert die Ergebnisse der Interviews.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Teilzeit, Familienfreundliche Personalpolitik und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie stehen die interviewten Unternehmen zu familienfreundlichen Angeboten?
Die Interviewergebnisse zeigen, dass Unternehmen sich zwar oft selbst als familienfreundlich bezeichnen, in der Praxis jedoch meist nur eingeschränkte Konzepte umsetzen, da die ökonomische Gewinnmaximierung für sie Priorität hat.
Welche Rolle spielen Kinder für die Karriere der befragten Eltern?
Die Befragung der Eltern verdeutlicht, dass viele von ihnen Nachteile bei Karriere, Gehalt und Wiedereinstiegsmöglichkeiten wahrnehmen und Elternschaft oft als berufliches Hindernis empfinden.
- Citation du texte
- Sigrid Kryschak (Auteur), 2015, Chancen und Risiken der Beschäftigung von Doppelernährerpaaren und Alleinerziehenden. Eine strategische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1436244