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Linking Kasus und semantische Rollen bei Wunderlich

Title: Linking Kasus und semantische Rollen bei Wunderlich

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 16 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Tania Michaux (Author)

Didactics for the subject German - Grammar, Style, Working Technique
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Der Begriff Kasus, vom Lateinischen casus, also Fall, hat seinen Ursprung im Griechischen ‚ptotis‘, das Aristoteles zur Bezeichnung der grammatischen Veränderung von Nomen und Verben benutzte. Diese erste Bezeichnung wurde dann von den Stoikern auf die Beugung der Nomina begrenzt.1 Im Deutschen gibt es vier Kasus, nämlich Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv. In anderen Sprachen, den sogenannten Ergativsprachen, wie zum Beispiel dem Baskischen gibt es den Ergativ. Dieser markiert in transitiven Sätzen das Subjekt, wobei er in intransitiven Sätzen nicht markiert.
Ziel der verschiedenen grammatischen Ansätze über Kasus ist die syntaktischen, perspektivischen und semantischen Eigenschaften des Kasussystems zu beschreiben und zu erklären. Wunderlichs Ansatz bedient sich der semantischen Dekomposition und dem Linking, also der Kasuszuweisung. Dies wird in der folgenden Arbeit näher beschrieben. Zuerst wird Wunderlichs Theorie wissenschaftsgeschichtlich eingeordnet, schließlich komme ich auf die Zwei-Ebenen-Semantik zu sprechen, dann befasse ich mich mit der λ-Abstraktion und der Theta-Struktur. Anschließsend werde ich die verschiedenen Constraints auflisten und dann auf den Linkingmechanismus zu sprechen kommen. Diesen werde ich anhand von Beispielen erklären und den besonderen Fall des inhärenten Dativs erläutern. Abschließend werde ich mich dann den Vor- und Nachteilen widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Wissenschaftsgeschichtliche Einordnung

2. Zwei-Ebenen-Semantik

a. Konzeptuelle Struktur

b. Semantische Form

3. λ-Abstraktion und Thetastruktur

4. Constraints

5. Kontextuelle Merkmale und Linkingmechanismus

6. Linking Kasus am Beispiel von transitiven und intransitiven Verben

7. Lexikalischer Dativ

8. Diskussion des Ansatzes

a. Vorteile

b. Nachteile

9. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das grammatische Konzept des "Linkings" innerhalb der lexikalischen Dekompositionsgrammatik von Dieter Wunderlich. Das primäre Ziel ist es, den Mechanismus der Kasuszuweisung zu erläutern, bei dem semantische Rollen und Verbbedeutungen durch Lambda-Abstraktion und Thetastrukturen in syntaktische Strukturen überführt werden.

  • Wunderlichs Theorie der semantischen Dekomposition und Zwei-Ebenen-Semantik.
  • Ableitung der Thetastruktur durch Lambda-Abstraktion.
  • Anwendung von Constraints im Linkingmechanismus.
  • Die Rolle kontextueller Merkmale bei der Kasuszuweisung.
  • Diskussion der theoretischen Stärken und Schwächen des Modells.

Auszug aus dem Buch

4. Constraints

Bei den Constints handelt es sich um Regeln die von den Sprachen eingehalten werden müssen:

a. COHERENCE. Subevents encoded by the predicates of a decomposed SF structure must be connected contemporaneously or causally/consequentially.

b. ICONICITY. In a decomposed SF structure, cause precedes result, and consequences follow their instigation.

c. CONNECTION. In a decomposed SF structure, each predicate must share at least one argument with another predicate, either explicitly or implicitly.

Die Constraints regeln die beiden Ebenen SF und CS. Zu den Constraints gehören unter anderem die Konnexion und die Kohärenz. Die Konnexion besagt, dass in einer dekompositionalen SF jedes Prädikat mindestens ein Argument mit einem anderen Prädikat teilen muss. Das Kohärenz Constraint besagt folgendes: „In einer dekompositionalen SF können die durch die Prädikate kodierten Ereignisse nur kotemporal oder kausal verbunden werden.“

Die Kohärenz verlangt also, dass zwei Prädikate auf die gleiche Zeit referieren, oder dass sie in einem bestimmten Zusammenhang stehen. Die Ikonizität informiert über die Funktion der individuellen Prädikate.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in den Begriff Kasus ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Wunderlichs Ansatz der semantischen Dekomposition und des Linkings zu beschreiben.

1. Wissenschaftsgeschichtliche Einordnung: Dieses Kapitel verortet Wunderlichs Grammatiktheorie im Kontext der semantischen Dekomposition und stellt die grundlegenden Repräsentationsebenen vor.

2. Zwei-Ebenen-Semantik: Es wird die Unterscheidung zwischen konzeptueller Struktur und semantischer Form erläutert, wobei die Architektur des Modells veranschaulicht wird.

3. λ-Abstraktion und Thetastruktur: Hier wird erklärt, wie die Prädikat-Argument-Struktur durch die λ-Operation in eine Thetastruktur überführt wird.

4. Constraints: Das Kapitel definiert regelbasierte Einschränkungen wie Konnexion, Kohärenz und Ikonizität, die den Linkingprozess steuern.

5. Kontextuelle Merkmale und Linkingmechanismus: Es wird eingeführt, wie theta-theoretische Rollen durch Merkmale wie [+/-hr] und [+/-lr] charakterisiert und für die Kasuszuweisung genutzt werden.

6. Linking Kasus am Beispiel von transitiven und intransitiven Verben: Dieser Abschnitt illustriert den Linkingmechanismus anhand konkreter deutscher Beispielsätze.

7. Lexikalischer Dativ: Das Kapitel behandelt Ausnahmen im Linking, bei denen lexikalische Spezifikationen die Standard-Zuweisung überschreiben.

8. Diskussion des Ansatzes: Kritische Würdigung der Vor- und Nachteile des Modells, insbesondere im Hinblick auf relative syntaktische Positionen.

9. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse und der Leistungsfähigkeit des Modells trotz der kritisierten Einschränkungen.

Schlüsselwörter

Kasus, Linking, Semantische Dekomposition, Zwei-Ebenen-Semantik, Thetastruktur, λ-Abstraktion, Constraints, konzeptuelle Struktur, semantische Form, Kasuszuweisung, Theta-Rollen, Syntax, Verbbedeutungen, grammatische Theorie, Merkmalsabgleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Theorie von Dieter Wunderlich zur Kasuszuweisung (Linking) in der lexikalischen Dekompositionsgrammatik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die semantische Zerlegung von Verben, die Hierarchie von Argumenten und die Verbindung von semantischen Rollen mit syntaktischen Kasusformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Prozess des Linkings – also die Zuweisung von Kasus basierend auf semantischen Strukturen – durch Wunderlichs Modell methodisch nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der semantischen Dekomposition und stützt sich auf die Prinzipien der Zwei-Ebenen-Semantik sowie der Lambda-Abstraktion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Ebenen der Grammatik, den Linkingmechanismus, Constraints sowie die Anwendung der Theorie auf transitive, intransitive und ditransitive Verben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kasus, Linking, semantische Dekomposition, Thetastruktur und kontextuelle Merkmale.

Wie unterscheidet sich die konzeptuelle Struktur von der semantischen Form?

Die konzeptuelle Struktur ist sprachunabhängig und basiert auf Weltwissen, während die semantische Form sprachgebunden ist und die hierarchische Struktur für die Syntax vorgibt.

Was ist die Funktion der sogenannten „kontextuellen Merkmale“?

Diese Merkmale ([+/-hr] und [+/-lr]) kodieren die relative hierarchische Position von Theta-Rollen, was den Merkmalsabgleich beim Linking ermöglicht.

Warum wird der „lexikalische Dativ“ als besonderer Fall betrachtet?

Der lexikalische Dativ tritt auf, wenn ein Verb spezifische Anforderungen an ein Argument stellt, die von der Default-Linking-Regel abweichen und diese somit überschreiben.

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Details

Title
Linking Kasus und semantische Rollen bei Wunderlich
College
University of Cologne
Course
Hauptseminar: Kasus
Grade
1.7
Author
Tania Michaux (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V143650
ISBN (eBook)
9783640547265
ISBN (Book)
9783640551378
Language
German
Tags
Linking Kasus Rollen Wunderlich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tania Michaux (Author), 2009, Linking Kasus und semantische Rollen bei Wunderlich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143650
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