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Strategien zur Realisierung von verschiedenen Fokustypen im Deutschen

Titel: Strategien zur Realisierung von verschiedenen Fokustypen im Deutschen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Alexander Windeck (Autor:in)

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der verschiedenen grundlegenden Strategien,die Sprecher sowohl auf tonaler als auch artikulatorischer Ebene verwenden, um neuartige oder besonders relevante Informationen innerhalb eines Diskurses von
kontextuell gegebenen oder weniger relevanten abzuheben, ein Phänomen, das als „Fokussierung“ bezeichnet wird.
Zu diesem Zweck werde ich hauptsächlich die Ergebnisse der Studien von BAUMANN et al. (2007) und HERMES et al. (2008) heranziehen, die sich in ihren Experimenten jeweils ganz konkret um diese Fragestellung bemühten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Fokustypen

3. Tonale Strategien

3.1. Akzenttypen und Tonhöhe

3.2. Tonhöhenauslenkung

4. Artikulatorische Strategien

4.1. Wortdauer

4.2. Lippenöffnung und Vokaldauer

4.3. Vokalformanten

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die verschiedenen tonalen und artikulatorischen Strategien, die Sprecher im Deutschen einsetzen, um unterschiedliche Fokustypen innerhalb eines Diskurses zu realisieren und relevante Informationen von Hintergrundinformationen abzuheben.

  • Analyse von Fokusstrukturen (breiter Fokus, enger Fokus, kontrastiver Fokus)
  • Untersuchung tonaler Parameter wie Akzenttypen, Tonhöhe und Tonhöhenauslenkung
  • Analyse artikulatorischer Parameter wie Wortdauer und Lippenöffnung
  • Nachweis von Hyperartikulation zur Markierung von Fokusgraden

Auszug aus dem Buch

3.2. Tonhöhenauslenkung

Zusätzlich zu der stark vergrößerten Anzahl an steigenden Tonbewegungen und dem erhöhten absoluten Frequenzbereich auf nuklearen Akzentsilben wurde in der Studie von BAUMANN et al. noch eine weiteres Phänomen gefunden, nämlich stärkere Tonhöhenauslenkung (pitch excursion). Tonhöhenauslenkung wurde berechnet als die Differenz der Tonhöhe zwischen einem Gipfelton und dem nächsten davor liegenden tiefen Akzentton bezogen auf den zeitlichen Abstand der beiden zueinander (BAUMANN et al. 2007: 1031). Damit beschreibt die pitch excursion also nicht nur wie weit der Frequenzbereich zwischen einem tiefen und einem hohen Akzent auseinander liegt, sondern insbesondere wie schnell oder abrupt der tonale Wechsel vollzogen wird.

Einer zuerst von GUSSENHOVEN formulierten These nach sorgt eine stärkere Tonhöhenauslenkung für eine Wahrnehmung gesteigerter Prominenz beim Hörer und zwar selbst dann, wenn die absolute erreichte Tonhöhe eines Akzents eigentlich niedriger ist als die eines vergleichbaren Gipfeltons, der jedoch nur mit geringer Tonhöhenauslenkung erreicht wurde (GUSSENHOVEN 2004 : 85). Tatsächlich zeigen die Ergebnisse von BAUMANN et al., dass der Grad der pitch excursion im Durchschnitt bei Zielworten im weiten Fokus am niedrigsten war, gesteigert bei eng fokussierten Elementen und am höchsten bei Akzentsilben, die einen kontrastiven Fokus bildeten (BAUMANN et al. 2007: 1031).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Fokusbegriff zu definieren und die zugrunde liegenden experimentellen Studien von Baumann et al. sowie Hermes et al. vorzustellen.

2. Fokustypen: Hier werden verschiedene Kategorien der Fokussierung, wie der breite, enge und kontrastive Fokus, definiert und anhand von Beispielen im Kontext von Informationsgehalt und Hintergrund abgegrenzt.

3. Tonale Strategien: Dieses Kapitel befasst sich mit der intonatorischen Umsetzung von Fokus, wobei spezifisch die Rolle von Akzenttypen, Tonhöhenbewegungen und die messbare Tonhöhenauslenkung untersucht werden.

4. Artikulatorische Strategien: Das Kapitel analysiert, wie physische Parameter wie Artikulationsdauer, Lippenöffnung und Formantverschiebungen zur Hervorhebung fokussierter Elemente beitragen.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass Sprecher eine abgestufte Hierarchie der Prominenz durch eine Kombination aus tonalen und artikulatorischen Modifikationen realisieren.

Schlüsselwörter

Fokussierung, Tonale Strategien, Artikulatorische Strategien, Akzenttypen, Tonhöhenauslenkung, Wortdauer, Lippenöffnung, Vokalformanten, Hyperartikulation, Breiter Fokus, Enger Fokus, Kontrastiver Fokus, Phonetik, Sprachwissenschaft, Prominenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien, die Sprecher im Deutschen nutzen, um fokussierte Informationen innerhalb eines Diskurses gegenüber dem Hintergrund hervorzuheben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themenfelder sind die tonalen Merkmale (Akzent, Tonhöhe) und die artikulatorischen Merkmale (Dauer, Lippenöffnung) der Fokusmarkierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Sprecher nicht nur zwischen Fokus und Nicht-Fokus unterscheiden, sondern durch systematische Modifikationen verschiedene Grade der Prominenz ausdrücken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden Ergebnisse aus zwei experimentellen Studien ausgewertet, die akustische Analysen und kinematische Messungen (Elektromagnetischer Artikulograph) von Sprachdaten nutzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung tonaler Strategien (Akzenttypen, Pitch Excursion) und artikulatorischer Strategien (Dauer, Vokalformanten, Lippenöffnung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Fokus, Hyperartikulation, Tonhöhe, Akzentuierung und phonetische Strategien der Prominenzmarkierung.

Wie unterscheidet sich der kontrastive Fokus von anderen Fokustypen?

Ein kontrastiver Fokus weist eine deutlich stärkere Emphase, höhere Tonhöhenauslenkung und eine längere Artikulationsdauer auf, da er korrigierend auf den vorangegangenen Diskurs einwirkt.

Was besagt die Gussenhovensche These zur Tonhöhenauslenkung?

Die These postuliert, dass eine schnellere oder stärkere Tonhöhenauslenkung beim Hörer eine gesteigerte Prominenz bewirkt, selbst wenn die absolute Tonhöhe niedriger ausfällt.

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Details

Titel
Strategien zur Realisierung von verschiedenen Fokustypen im Deutschen
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Alexander Windeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V143675
ISBN (eBook)
9783640547333
ISBN (Buch)
9783640551347
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phonetik Fokus Fokustypen Intonation Fokussierung Artikulation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Windeck (Autor:in), 2009, Strategien zur Realisierung von verschiedenen Fokustypen im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143675
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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