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Auf der Suche nach Unmittelbarkeit und Authentizität: Das visuelle Konzept von Lars von Triers Breaking the Waves

Title: Auf der Suche nach Unmittelbarkeit und Authentizität: Das visuelle Konzept von Lars von Triers Breaking the Waves

Seminar Paper , 2001 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Babette Kraus (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

In einem Dorf an der rauhen britischen Nordseeküste berät der Ältestenrat einer
kleinen calvinistischen Kirchengemeinde darüber, ob die gläubige, wenngleich naive
und psychisch labile Bess ihren Freund Jan heiraten darf. Widerwillig geben sie
Bess ihre Erlaubnis zur Heirat mit dem „Fremden“ Jan, einem Arbeiter von der
Bohrinsel. Die Hochzeit wird gefeiert, doch ohne Kirchenglocken, die in der
puritanischen Gemeinde als Symbol weltlicher Freude verpönt sind und daher nicht
am Kirchturm hängen dürfen. Nach der Heirat geniesst Bess das Zusammensein mit
ihrem geliebten Jan und macht mit Neugierde ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Als
Jan nach einiger Zeit zurück zur Bohrinsel muss, ist Bess zutiefst verzweifelt und
erleidet einen Zusammenbruch. In der Kirche bittet sie Gott inständig, Jan zu ihr
zurückkehren zu lassen. Jan kehrt nach einem schweren Unfall auf der Plattform
tatsächlich zurück, allerdings vollständig gelähmt. Bess ist von ihrer Mitschuld an
Jans Unfall überzeugt, da sie Jans Rückkehr ungeduldig von Gott erbeten hatte.
Jans Gesundheitszustand verschlechtert sich, doch Bess lässt sich nicht entmutigen.
Sie bittet Gott nur, Jans Leben zu erhalten. Bess Schwägerin Dodo und Jan sind
sich einig darüber, dass es notwendig ist, Bess ein selbständiges und von Jan
unabhängiges Leben zu ermöglichen, auch die Möglichkeit einer neuen
Partnerschaft soll für Bess offenstehen. Um dies zu forcieren, fordert Jan Bess auf,
mit anderen Männern sexuelle Kontakte zu haben und ihm davon zu erzählen. Jan
behauptet, dass dies seinen Lebensmut erhalten könne. Bess versucht trotz ihres
Widerwillens, Jans Wünsche zu erfüllen, wobei ihr eigener Wunsch eigentlich ist, bei Jan bleiben zu dürfen, ein Leben ohne ihn lehnt sie ab. Als es ihr nicht gelingt, Dr.
Richardson, dem sie vertraut, zu verführen, erzählt sie Jan erfundene sexuelle
Abenteuer. Nachdem Jan ihr aber nicht glaubt und sich sein gesundheitlicher
Zustand verschlechtert, beginnt Bess verzweifelt, ähnlich einer Prostituierten, sich
fremden Männern in Kneipen oder im Bus anzubieten. Sie handelt in der
Überzeugung, dieses Opfer sei notwendig, damit Jan geheilt wird. Sie wird
schliesslich aus der kirchlichen Gemeinschaft verstossen und verdammt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Breaking the Waves:

1. 1. Einige Filmdaten

1. 2. Kurzer Filminhalt

2. Auf der Suche nach Authentizität: ästhetische Strategien

2. 1. Das Filmbild in Zusammenhang mit einer Besonderheit: Die strukturierenden „Kapitelbilder“

2. 2. Kameraarbeit

2. 3. Montage

2. 4. Bemerkung zur Nachbearbeitung des Filmmaterials

3. Conclusio: Gedanken zum visuellen Konzept:

Der „Naive Blick“ der Kamera und Bess‘ „direkter Blick“ im Zusammenspiel:

An der Schnittstelle filmischer Wirklichkeit und realem Leben – Wo Unmittelbarkeit und Authentizität entsteht...

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das visuelle Konzept von Lars von Triers Film „Breaking the Waves“ mit dem Ziel herauszuarbeiten, auf welche Weise die filmischen Stilmittel eingesetzt werden, um eine unmittelbare und authentische Vermittlung des Inhalts zu erreichen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die Kameraarbeit und Montage die emotionale Bindung des Zuschauers an die Protagonistin Bess steuern.

  • Analyse der ästhetischen Kontraste zwischen den „Kapitelbildern“ und den narrativen Filmsequenzen
  • Untersuchung der Bedeutung der Handkamera als Instrument zur Erzeugung von Nähe
  • Betrachtung der Montage-Technik als Mittel zur Verdichtung und Rhythmisierung
  • Deutung der Rolle von Bess als „reine Tore“ und Opferfigur im filmischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2. 2. Kameraarbeit:

Im Zentrum der spezifischen filmästhetischen Sprache von BREAKING THE WAVES steht das Konzept der „Subjektiven Kamera“, das an spezielle Kameratechniken gebunden ist. Im folgenden werde ich die Besonderheiten dieser Kameraarbeit beschreiben und dabei die Funktion des Kamerakonzeptes in Bezug auf den Filminhalt untersuchen.

„Bei BREAKING THE WAVES war die Idee, den Film zu geniessen, das heisst, die Freude am Leben und am Filmemachen auf die Leinwand zu bringen. (...) Deshalb war ein Teil meiner Entscheidung: die Freude zurückgewinnen. Dafür musste ich die Technik vollständig rausschmeißen. Ich bin sicher, ich werde in Zukunft wieder etwas mehr Technik einsetzen. Aber so arbeite ich nun mal: Zunächst musste ich sie radikal loswerden. Deshalb die Handkamera, die uns freimachte.“

Lars von Trier setzt die Handkamera in BREAKING THE WAVES konsequent als wichtiges, den ästhetischen Stil konstituierendes und erzähltechnisches Instrument ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Breaking the Waves: Dieses Kapitel liefert die grundlegenden Filmdaten sowie eine kurze Zusammenfassung der Handlung über die Protagonistin Bess und ihre Beziehung zu Jan.

2. Auf der Suche nach Authentizität: ästhetische Strategien: Hier werden die theoretischen Überlegungen zur visuellen Gestaltung eingeführt, um Lars von Triers Absicht hinter der ästhetischen Form zu erörtern.

2. 1. Das Filmbild in Zusammenhang mit einer Besonderheit: Die strukturierenden „Kapitelbilder“: Es wird die Funktion der acht statischen Kapitelbilder als Kontrast zur rauen Erzählweise der Filmhandlung analysiert.

2. 2. Kameraarbeit: Dieses Kapitel fokussiert auf den Einsatz der Handkamera, den „naiven Blick“ und die damit erzeugte, unmittelbare Nähe zum Geschehen.

2. 3. Montage: Die Montagetechnik, insbesondere der Einsatz von Jump Cuts, wird als Mittel zur inhaltlichen Verdichtung und zur Darstellung der sprunghaften Wahrnehmung untersucht.

2. 4. Bemerkung zur Nachbearbeitung des Filmmaterials: Der Abschnitt diskutiert die digitale Farbnachbearbeitung und wie diese das visuelle Gesamtkonzept beeinflusst.

3. Conclusio: Gedanken zum visuellen Konzept: Zusammenfassend wird die Konstruktion des „naiven Blickes“ reflektiert und Bess in der Tradition der „reinen Toren“ verortet.

Schlüsselwörter

Breaking the Waves, Lars von Trier, Filmanalyse, Handkamera, Unmittelbarkeit, Authentizität, Kameraarbeit, Montage, Kapitelbilder, Bess, visuelles Konzept, Subjektive Kamera, Filmstil, Opfermotiv, Reißschwenk

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit der filmästhetischen Analyse von Lars von Triers Werk „Breaking the Waves“ unter besonderer Berücksichtigung des visuellen Konzepts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die eingesetzten ästhetischen Strategien, insbesondere das Wechselspiel zwischen Kameraführung, Schnitttechnik und der digitalen Nachbearbeitung, um eine möglichst authentische Wirkung zu erzielen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit das visuelle Konzept des Regisseurs dessen Intention entspricht, den Filminhalt für das Publikum unmittelbar und authentisch erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmästhetische Analyse, die mit Zitaten von Regie und Kameramann arbeitet und die stilistischen Entscheidungen anhand von Filmszenen interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Kapitelbilder, die Kameraarbeit mit der Handkamera, die elliptische Montagetechnik sowie die digitale Farbnachbearbeitung als Teil der Bildgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „naiver Blick“, Handkamera, Unmittelbarkeit, Authentizität, Montage sowie der Charakter der Protagonistin Bess.

Wie werden die „Kapitelbilder“ im Film stilistisch begründet?

Die Kapitelbilder werden als bewusster ästhetischer Antagonist zu den unruhigen Filmsequenzen eingesetzt, um eine Distanz zu schaffen und eine „emotionale Atempause“ zu ermöglichen.

Warum spielt die direkte Blickrichtung der Protagonistin in die Kamera eine so wichtige Rolle?

Der Blick in die Kamera bricht die vierte Wand und etabliert eine verschwörerische, intime Verbindung zwischen der Figur Bess und dem Zuschauer, die die emotionale Teilnahme intensiviert.

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Details

Title
Auf der Suche nach Unmittelbarkeit und Authentizität: Das visuelle Konzept von Lars von Triers Breaking the Waves
College
LMU Munich  (Institut für Germanistik)
Course
Filmanalyse
Grade
2,0
Author
Babette Kraus (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V14372
ISBN (eBook)
9783638197915
Language
German
Tags
Suche Unmittelbarkeit Authentizität Konzept Lars Triers Breaking Waves Filmanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Babette Kraus (Author), 2001, Auf der Suche nach Unmittelbarkeit und Authentizität: Das visuelle Konzept von Lars von Triers Breaking the Waves, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14372
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