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El "Idioma de Signos Nicaragüense"

Eine Gebärdensprache als Nachweis sprachlicher Universalien?

Title: El "Idioma de Signos Nicaragüense"

Bachelor Thesis , 2009 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Teresa Kretschmer (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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„There is a language faculty, that is, there is some part of the mind-brain, which is dedicated to the knowledge and use of language. That is a particular function in the body; it is a kind of language organ, roughly analogous to the visual system which is also dedicated to a particular task. Now, that is an assumption but there is good evidence that it is true.”
(Chomsky 2000: 3)

Die oben zitierte Aussage Noam Chomskys repräsentiert seine Hypothese, dass jeder Mensch genetisch mit einer angeborenen Sprachfähigkeit ausgestattet ist. Diese Sprachfähigkeit drückt sich in der Universalgrammatik aus, die in Chomskys Theorie eine Bezeichnung ist für „die Menge von grammatischen Prinzipien und Parametern, die allen Sprachen gemeinsam sind, weil sie auf ein angeborenes Inventar von Eigenschaften und Restriktionen zurückzuführen sind“ (Bußmann 2008: 764). Die genannten Prinzipien und Parameter werden sprachliche Universalien genannt. (...)An der Existenz von universalen sprachlichen Elementen gibt es heute kaum Zweifel, die Erklärung dieses Phänomens ist jedoch seit jeher eingehend diskutiert worden. Sind sprachliche Universalien auf die Abstammung aller Sprachen von einer gemeinsamen Ursprache zurückzuführen, auf eine gleiche Funktion von Sprache in den verschiedenen Sprachgemeinschaften oder aber, wie Chomsky es postuliert, auf eine gleiche biologische Ausstattung der Menschen bezüglich ihrer Sprachfähigkeit (Bußmann 2008: 764)?
Das Anliegen der vorliegenden Arbeit ist die Vorstellung und Diskussion eines relativ neuen Ansatzes, der Chomskys Hypothese der genetisch bedingten universalen Grammatik der Menschen zu beweisen versucht: Die Entwicklung der Idioma de Signos Nicaragüense, der Gebärdensprache Nicaraguas, die als Nachweis sprachlicher Universalien im Sinne Chomskys herangezogen werden soll. (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bickertons Theorie des Bioprogramms

3. Merkmale von Gebärdensprache

3.1 Phonologie

3.2 Morphologie

3.3 Syntax

3.4 Nicht-manuelle Artikulatoren

3.5 Zusammenfassung

4. Die Idioma de Signos Nicaragüense

4.1 Zur Entstehung der Gebärdensprache in Nicaragua

4.2 Studien zur Untersuchung der qualitativen Unterschiede von LSN und ISN

4.2.1 Studie zur Untersuchung des Einflusses von sprachbegleitenden Gesten bei der Entstehung von Gebärden

4.2.1.1 Untersuchungsmethoden

4.2.1.2 Resultate

4.2.2 Studien zur Untersuchung des Gebrauchs von räumlichen Modulationen als grammatisches Element

4.2.2.1 Untersuchungsmethoden

4.2.2.2 Resultate

4.2.3 Studie zur Untersuchung des Gebrauchs von Klassifizierern als grammatische Elemente

4.2.3.1 Untersuchungsmethoden

4.2.3.2 Resultate

4.3 ISN als Nachweis genetisch bedingter sprachlicher Strukturen

4.4 Kritik

5. Auswertung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Entstehung und Entwicklung der nicaraguanischen Gebärdensprache (Idioma de Signos Nicaragüense) als empirischer Beleg für die Theorie des Bioprogramms und damit für die Hypothese einer angeborenen, genetisch bedingten menschlichen Sprachfähigkeit herangezogen werden kann.

  • Chomskys Hypothese der universalen Grammatik
  • Derek Bickertons Theorie des Bioprogramms
  • Strukturelle Merkmale und Grammatik von Gebärdensprachen
  • Empirische Feldstudien zur Entwicklung der nicaraguanischen Gebärdensprache
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These der angeborenen Sprachfähigkeit

Auszug aus dem Buch

Die Theorie des Bioprogramms

Die Theorie des Bioprogramms liefert die Antwort auf diese Frage. Sie besagt, dass die menschliche Sprache in ihren Grundzügen angeboren ist und sich im Laufe des normalen Evolutionsprozesses zur heutigen Komplexität entwickelt hat (Bickerton 1981: 295). Ausgehend von dieser evolvierten sprachlichen Basis kann sich nach Bickertons Meinung jede natürliche Sprache entwickeln. Die natürlichen Sprachen entstehen im Rahmen der jeweiligen kulturellen Kontexte, wodurch die Eigenheiten und Unterschiede der verschiedenen Sprachen bestimmt werden. Bickerton legt hierzu Folgendes dar (Bickerton 1981: 296):

„Biological evolution […] hands out concrete features, concrete capacities for specific operations. What was passed on was precisely the capacity to produce a particular, highly-specified language, […]. This capacity had attained the level of contemporary creoles when the computational power it bestowed on its owners triggered the cultural explosion of the last ten millennia; and since cultural evolution works far faster than biological evolution, and since it operates at a far more abstract level, the effects of cultural evolution on language could not be transferred to the gene pool. Therefore, biological language remained right there where it was, while cultural language rode off in all directions.”

Die Richtigkeit von Bickertons Theorie des Bioprogramms, die die von Chomsky aufgestellte Hypothese der angeborenen menschlichen Sprachfähigkeit hätte beweisen können, wurde stark diskutiert. Kritiker bemängelten vor allem, dass die Argumente sich auf viel zu spezifische Details stützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Noam Chomskys Hypothese der genetisch bedingten Sprachfähigkeit und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der nicaraguanischen Gebärdensprache, als mögliches Beweismittel.

2. Bickertons Theorie des Bioprogramms: Darstellung der Theorie von Derek Bickerton, die auf der Entstehung von Kreolsprachen basiert und die angeborene menschliche Sprachstruktur erklären soll.

3. Merkmale von Gebärdensprache: Systematische Erläuterung der phonologischen, morphologischen und syntaktischen Eigenschaften von Gebärdensprachen, um deren Status als natürliche, voll entwickelte Sprachen zu belegen.

4. Die Idioma de Signos Nicaragüense: Analyse der Entstehung und Entwicklung der nicaraguanischen Gebärdensprache anhand verschiedener empirischer Studien sowie kritische Diskussion der Ergebnisse.

5. Auswertung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die Bickertons Theorie untermauert, unter Berücksichtigung der vorgebrachten Kritik und des aktuellen Forschungsstands.

Schlüsselwörter

Gebärdensprache, Idioma de Signos Nicaragüense, Sprachfähigkeit, Universalgrammatik, Bioprogramm, Kreolsprache, Spracherwerb, grammatische Innovation, linguistische Universalien, Sprachentstehung, kritische Phase, räumliche Modulation, Klassifizierer, Sprachgenetik, Chomsky.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die spezifische Sprachentwicklung der nicaraguanischen Gebärdensprache als Beweis für die Theorie dient, dass der Mensch über eine angeborene, genetisch verankerte Sprachfähigkeit verfügt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse der generativen Grammatik, insbesondere Chomskys Hypothese, mit Bickertons Theorie des Bioprogramms und wendet diese auf die empirische linguistische Forschung an Gebärdensprachen an.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erörtern, ob die in der zweiten Generation der nicaraguanischen Gebärdensprachler beobachteten grammatischen Neuerungen spontan durch eine angeborene Sprachfähigkeit entstanden sind oder durch externe Imitation erklärt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender empirischer Feldstudien basiert, um Argumente für und gegen die Theorie des Bioprogramms zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Bioprogramm-Theorie), eine linguistische Beschreibung von Gebärdensprachen und eine detaillierte Analyse spezifischer Studien zur nicaraguanischen Gebärdensprache.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachuniversalien, Bioprogramm, nicaraguanische Gebärdensprache, Spracherwerb und genetische Sprachgrundausstattung beschreiben.

Welche Rolle spielen die "homesigns" bei der Entstehung der Gebärdensprache in Nicaragua?

Die "homesigns" bildeten das idiosynkratische Rohmaterial, das taube Individuen mit in die Schulen brachten; durch die Interaktion dieser Systeme entstand schließlich die komplexere nicaraguanische Gebärdensprache.

Wie unterscheidet sich die zweite Generation der Gebärdensprachler von der ersten?

Die zweite Generation entwickelte signifikante grammatische Innovationen, wie die sequenzierte Darstellung von Bewegungen und eine systematische Nutzung räumlicher Modulationen, die in der ersten Generation so noch nicht vorhanden waren.

Was kritisiert William Stokoe an der Argumentation der Autoren?

Stokoe bezweifelt die These der angeborenen Sprachfähigkeit und führt die Entwicklungen in der nicaraguanischen Gebärdensprache auf ein natürliches menschliches Streben nach Verbesserung und Effizienz zurück.

Was bedeutet die "kritische Phase" im Kontext der Arbeit?

Die kritische Phase bezeichnet das Zeitfenster in der kindlichen Entwicklung, in dem der Spracherwerb optimal erfolgt und Kinder über die Fähigkeit verfügen, unvollständigen Input durch ihre angeborene Sprachfähigkeit zu reanalysieren und grammatisch zu strukturieren.

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Details

Title
El "Idioma de Signos Nicaragüense"
Subtitle
Eine Gebärdensprache als Nachweis sprachlicher Universalien?
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Teresa Kretschmer (Author)
Publication Year
2009
Pages
32
Catalog Number
V143728
ISBN (eBook)
9783640541287
ISBN (Book)
9783640541751
Language
German
Tags
Idioma Signos Nicaragüense Eine Gebärdensprache Nachweis Universalien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Teresa Kretschmer (Author), 2009, El "Idioma de Signos Nicaragüense", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143728
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