Eine kindgerechte Leistungskultur zeichnet sich nach Meinung des Grundschulverbands durch kindgerechte Gestaltung des Schulanfangs, Respekt vor den Unterschieden der Kinder, Förderung der Leistungen im schulischen Alltag und mehr Zeitaufwand für die Kinder in Form von Ganztagsschulen aus, d.h. sie soll individuell die „Leistungen aller Kinder entwickeln und fördern“. Im Rahmen des Mittelseminars “Lernen und Leisten in der Grundschule“ unter der Leitung von ******** im Sommersemester ***** wurden die verschiedenen Aspekte des Leistungsprinzips und die unterschiedlichen Formen der Leistungsbeurteilung behandelt, von denen ausgewählte Aspekte im Folgenden zusammengefasst und mit persönlichen Reflexionen versehen werden.
Inhaltsverzeichnis
A) Vorwort
B) Leistungsbeurteilung in der Grundschule
1. Leistung
1.1 Definition von Leistung
1.2 Pädagogischer und gesellschaftlicher Leistungsbegriff
1.3 Leistungsmessung und -bewertung
2. Arten der Leistungsbeurteilung und Zeugnisse
2.1 Ziffernnoten/Notenzeugnisse
2.2 Verbalzeugnisse
2.3 Zeugnisse in der Grundschule
3. Mögliche Folgen der Leistungsbeurteilung
4. Neue Formen der Leistungsbeurteilung
4.1 „Neue Leistungskultur“
4.2 Portfolio - Konzept
4.3 Weitere neue Formen
C) Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld der Leistungsbeurteilung im Grundschulalter, analysiert bestehende Bewertungsformen wie Ziffernnoten und Verbalbeurteilungen und erörtert alternative Konzepte wie das Portfolio, um eine kindgerechte, individuelle Förderung zu ermöglichen.
- Grundlagen des Leistungsbegriffs im pädagogischen und gesellschaftlichen Kontext
- Kritische Reflexion von Notenzeugnissen im Vergleich zu Verbalbeurteilungen
- Analyse der psychologischen Auswirkungen auf das Selbstkonzept und die Motivation der Kinder
- Evaluation alternativer Beurteilungsformen und der sogenannten „neuen Lernkultur“
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition von Leistung
Zur Hinführung auf das Thema des Seminars wurde versucht, eine Definition des Begriffs Leistung zu erstellen, wobei es sich als schwierig erwies, eine allgemeingültige und konkret die Bedeutung erfassende Erklärung zu finden. Im Seminar wurde geklärt, dass der naturwissenschaftliche Explikationsversuch „Leistung = Arbeit : Zeit“, der den meisten Studenten bekannt ist und ihnen als erstes beim Hören dieses Wortes in den Sinn kommt, jedoch nur oberflächlich den Begriff Leistung erfasst und keinesfalls in dieser Art auf menschliche Leistung projizierbar ist, denn er beachtet nicht die Qualität der Leistung und stellt keinen individuellen Bezug zur leistenden Person dar.
Die etymologische Herleitung erfolgt aus dem Germanisch/Gotischen „laistjan“, d.h. „einer Spur nachfolgen“, was auch im übertragenen Sinne wiederzufinden ist in dem davon abgeleiteten Wort „die Leisten“ eines Schusters. Man orientiert sich also an einer Spur, die vorgegeben ist, verfolgt ein Ziel und das Resultat der eigenen Arbeit wird an etwas Vorhandenem gemessen. Weitere Definitionen sind bei Klafki und speziell für Schulleistung bei Krapp zu finden: „Leistung ist das Ergebnis und der Vollzug einer Tätigkeit, die mit Anstrengung und gegebenenfalls Selbstüberwindung verbunden ist und für die Gütemaßstäbe anerkannt werden, die also beurteilt wird.“ (Klafki, 1976) Und im engeren Sinn bedeutet das: „Mit Schulleistung bezeichnet man das Ergebnis von Lernprozessen, die durch Unterrichtsmaßnahmen initiiert und/oder gesteuert wurden.“ (Krapp, 1976)
Zusammenfassung der Kapitel
Leistung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schulleistung aus etymologischer, wissenschaftlicher und pädagogischer Sicht und grenzt ihn vom alltagssprachlichen Verständnis ab.
Arten der Leistungsbeurteilung und Zeugnisse: Hier werden traditionelle Ziffernnoten und moderne Verbalzeugnisse gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Funktionen und methodischen Mängel untersucht.
Mögliche Folgen der Leistungsbeurteilung: Dieser Abschnitt beleuchtet den Einfluss der Bewertung auf das kindliche Selbstkonzept und die Leistungsangst, unter anderem durch das Phänomen des „Fischteich-Effekts“.
Neue Formen der Leistungsbeurteilung: Das Kapitel stellt alternative Ansätze wie das Portfolio-Konzept und Lernkontrakte vor, die eine stärkere Prozessorientierung und individuelle Förderung anstreben.
Schlüsselwörter
Leistungsbeurteilung, Grundschule, Ziffernnoten, Verbalzeugnisse, Schulleistung, Selbstkonzept, Leistungsangst, neue Lernkultur, Portfolio, individuelle Förderung, Lernprozess, pädagogischer Leistungsbegriff, Feedback-Kultur, Pädagogik, Leistungsmessung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Formen der Leistungsbeurteilung in der Grundschule und hinterfragt kritisch, wie diese den Lernprozess beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Schulleistung, dem Vergleich zwischen Noten und Verbalbeurteilungen sowie der Einführung alternativer, prozessorientierter Bewertungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine gerechte Leistungsbewertung gelingen kann, die trotz notwendiger Standards die individuelle Entwicklung der Kinder in den Vordergrund stellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur und deren kritischer Reflexion im Kontext des Lehramtsstudiums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Leistungsmessung, die Auswirkungen verschiedener Zeugnisformen sowie Konzepte der modernen Lernkultur wie das Portfolio.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Leistungsbeurteilung, Ziffernnoten, Verbalzeugnisse, Portfolio, Selbstkonzept und individuelle Förderung.
Warum wird der „Fischteich-Effekt“ in der Arbeit thematisiert?
Dieser Effekt wird angeführt, um zu verdeutlichen, wie soziale Vergleichsprozesse in der Klasse das Selbstbild und die Motivation von Schülern negativ beeinflussen können.
Was spricht aus Sicht der Autorin für eine gemischte Zeugnisform?
Die Autorin argumentiert, dass eine Mischung aus Noten und verbalen Erläuterungen sowohl dem Bedürfnis nach objektiver Vergleichbarkeit als auch dem Wunsch nach individueller Rückmeldung gerecht wird.
- Citation du texte
- Cornelia Kassens (Auteur), 2008, Leistungsbeurteilung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143772