Diese Arbeit behandelt Neologismen in der deutschen Sprache. Zu Beginn wird der Weg zum ersten deutschen Neologismenwörterbuch untersucht, welcher mit einer Definition des Begriffs des Neologismus beginnt. Anschließend wird die Ausgangslage für das Pilotprojekt erstes deutsches Neologismenwörterbuch beleuchtet, sowie der zeitliche Erfassungsraum und die selektiven Kriterien für potenzielle Kandidaten dargelegt und besprochen. Darauf folgt dann ein Bericht über das Ergebnis des Selektionsprozesses, sowie eine Erklärung über die von der IDS genutzten Materialien, welche für dieses Projekt vonnöten waren.
Wörterbücher sind allgegenwärtig. Keine Disziplin kommt ohne die Hilfe von ihnen aus, sei sie noch so verzweigt.
Prominente Beispielbereiche wären z.B. Religion, Bildungswesen, Politik, Wirtschaft und natürlich auch die Linguistik.
Die sog. Lexikografie ist eine sehr vielschichtige Disziplin, die ihre Spuren zu allen Zeiten dieser Erde in der Geschichte hinterlassen hat. Speziell Neologismen bzw. sog. "Wortneuschöpfungen" nehmen dabei eine zentrale Rolle ein.
Das sprachliche Phänomen Neologismus ist schon seit längerer Zeit ein Punkt, welcher im Interesse der Öffentlichkeit liegt und laut vielen Menschen ein Werkzeug ist, um die deutsche Sprache zu bereichern. Aus diesem Grund erfreuen sich Nachschlagewerke, welche sich ausschließlich mit dem Thema Neologismen beschäftigen, äußerster Beliebtheit, da diese fruchtbaren Nährboden für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen bereitstellen und darüber hinaus auch für fachfremde Individuen zumindest als Unterhaltungsmedium verwendet werden können. Lexikografische Werke dieser Art bieten der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich gezielt über Neologismen zu informieren und ggf. einen vergangenen Sprachwandel nachzuvollziehen. Was ein Neologismus mit Sprachwandel zu tun hat, wird im Laufe dieser Arbeit aufgelöst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Weg zum deutschen Neologismuswörterbuch
2.1. Was ist ein Neologismus?
2.2. Die Ausgangslage für das erste deutsche Neologismenwörterbuch
2.3. Der Erfassungszeitraum
2.4. Der Auswahlprozess für geeignete Kandidaten
2.5. Das Ergebnis der Selektion
2.6. Welche Materialien wurden ausgewertet?/Materialbasis
3. Von der Internetversion zur Printversion und wieder zurück
4. Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, methodische Herangehensweise und die technologische Transformation des ersten deutschen Neologismuswörterbuchs, welches vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim entwickelt wurde. Dabei wird analysiert, wie lexikografische Kriterien zur Identifikation von Neologismen definiert und in der Praxis angewendet wurden sowie welcher Wandel bei der Publikation vom Printmedium hin zur digitalen Online-Datenbank vollzogen wurde.
- Definition und lexikografische Einordnung von Neologismen
- Prozess der Auswahl und Selektion von Neologismus-Kandidaten
- Strukturelle Analyse der IDS-Materialbasis und Korpusdaten
- Technologische Transformation: Von der Printausgabe zur XML-basierten Online-Datenbank
- Zukunftsperspektiven der Neologismenforschung und automatisierte Verfahren
Auszug aus dem Buch
2.1. Was ist ein Neologismus?
Das Wort Neologismus soll um die Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Weg aus dem Französischen ins Deutsche gefunden haben. In der deutschen Sprachwissenschaft taucht der Begriff des Neologismus jedoch erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf. Wie den Lexikographen Steffens, Herberg und Kinne zu entnehmen ist, sind Neologismen an bilaterale lexikalische Einheiten gebunden, welche sowohl Ausdrucks-, als auch Inhaltsseite in sich vereinen. Sie unterteilen den Begriff des Neologismus nochmals in zwei Unterkategorien, nämlich zum einen in die Gruppe der neuen lexikalischen Einheiten und zum anderen in die Gruppe der neuen Bedeutungen. Erstere bezieht sich auf Einwort- bzw. Neulexeme und Mehrwortlexeme bzw. Neuphraseologismen, die entweder brandneu sind oder erst vor kurzem in der deutschen Sprache aufgekommen sind. Dabei spielt der ursprüngliche Entlehnungsgrad aus anderen Sprachsystemen keine Rolle. Zweitere bezieht sich auf bereits standardisierte mono- oder polyseme lexikalische Einheiten, welche zusätzlich zu bereits etablierten Bedeutungen noch weitere Bedeutungen erhalten.
Laut Kinne liegt jedoch kein Neologismus des Typs neue Bedeutung vor, wenn die frühere Bedeutung des Wortes durch die neu-aufkommende verdrängt oder ersetzt wird. Um tiefer in die Thematik einsteigen zu können muss nun endlich geklärt werden, wie Neologismen definiert werden. Diese Arbeit fokussiert sich auf die Definition von Doris Steffens, Dieter Herberg und Michael Kinne, die folgendermaßen lautet: „Ein Neologismus ist eine lexikalische Einheit bzw. eine Bedeutung, die in einem bestimmten Abschnitt der Sprachentwicklung in einer Kommunikationsgemeinschaft aufkommt, sich ausbreitet, als sprachliche Norm allgemein akzeptiert und in diesem Entwicklungsabschnitt von der Mehrheit der Sprachbenutzer über gewisse Zeit hin als neu empfunden wird.“ Mit anderen Worten: sprachliche Phänomene oder Neubenennungen, die zu Beginn eines Erfassungszeitraums aufkommen und am Ende des festgelegten Zeitbereichs als mehr oder weniger etabliert gelten, sind als Neologismen anzusehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung lexikografischer Arbeit ein und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung bezüglich des Neologismuswörterbuchs des IDS Mannheim.
2. Der Weg zum deutschen Neologismuswörterbuch: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Neologismus, analysiert die Ausgangslage für die Forschung sowie die Kriterien für den Erfassungszeitraum und den Auswahlprozess der Stichwörter.
2.1. Was ist ein Neologismus?: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Neologismusbegriffs sowie seine Unterkategorien detailliert erläutert.
2.2. Die Ausgangslage für das erste deutsche Neologismenwörterbuch: In diesem Teil wird die Notwendigkeit und der Forschungsstand zur Neologismenlexikografie vor Entstehung des IDS-Projekts beleuchtet.
2.3. Der Erfassungszeitraum: Dieses Kapitel begründet die Wahl des Zeitraums der 1990er Jahre für das Pilotprojekt auf Basis gesellschaftlicher und historischer Ereignisse.
2.4. Der Auswahlprozess für geeignete Kandidaten: Hier werden die methodischen Filterkriterien dargelegt, die zur Reduktion der Wortliste notwendig waren.
2.5. Das Ergebnis der Selektion: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Resultate der Selektion, einschließlich der Herkunft und Wortartenzugehörigkeit der identifizierten Neologismen.
2.6. Welche Materialien wurden ausgewertet?/Materialbasis: Die verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie die Rolle von Internetkorpora werden hier beschrieben.
3. Von der Internetversion zur Printversion und wieder zurück: Das Kapitel beschreibt die technische Evolution und die Herausforderungen bei der Überführung zwischen Print- und Online-Publikation.
4. Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert künftige Entwicklungen in der Neologismenforschung und die Potenziale digitaler Datenbanken.
Schlüsselwörter
Neologismus, Lexikografie, IDS Mannheim, Wortschatz, Sprachwandel, Internetkorpus, Neologismenforschung, Sprachentwicklung, Lexik, Sprachnorm, Digitale Lexikografie, Wortbildung, Sprachbenutzer, Datenbasis, Online-Datenbanken
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der systematischen Erfassung von Neologismen im Deutschen, insbesondere im Kontext der Arbeit des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS).
Welche Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Neben der theoretischen Fundierung des Neologismusbegriffs stehen die methodische Selektion von Sprachdaten, die materielle Basis der Forschung und die mediale Transformation von gedruckten Wörterbüchern zu Online-Angeboten im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Werdegang des ersten deutschen Neologismuswörterbuchs nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie lexikografische Standards zur Dokumentation von Sprachwandel in den 1990er Jahren angewendet wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive linguistische Vorgehensweise, welche die Auswertung von Korpusdaten, die Analyse von Primärquellen und den Vergleich lexikografischer Strategien kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil behandelt chronologisch die Definition von Neologismen, die Erarbeitung der Materialbasis, die strengen Auswahlkriterien für Stichwörter sowie die technische Implementierung in der Online-Datenbank elexiko.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Neologismus, Lexikografie, Sprachwandel, IDS Mannheim und Digitale Lexikografie.
Wie unterscheidet sich laut Autor der Neologismus von einem Okkasionalismus?
Ein Neologismus durchläuft Prozesse der Usualisierung, Akzeptierung und Integration im Sprachgebrauch, während ein Okkasionalismus als spontane Gelegenheitsbildung diesen Prozess noch nicht durchlaufen hat.
Warum war der Übergang von der Printversion zur Online-Datenbank eine technische Notwendigkeit?
Der Übergang wurde durch technische Anforderungen an XML-Codierung, den Wunsch nach Aktualität und die Notwendigkeit zur effizienteren Datenverwaltung bedingt, da gedruckte Medien flexiblen Datenbankstrukturen unterlegen sind.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2020, Neologismen in der deutschen Sprache. Vom ersten Neologismenwörterbuch bis zum Einfluss auf den Sprachwandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1437843