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De dre daghe to vasteauende

Die Fastnachtspiele im spätmittelalterlichen Lübeck und ihre Funktion

Title: De dre daghe to vasteauende

Seminar Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Anne Reddehase (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die interessanteste Überlieferung der Vergangenheit ist die Literatur. Nicht nur die Schriften der alten Gelehrten, die lateinischen Bibeln, die überlieferten Zauber- und Segenssprüche, die höfischen Epen u.v.m., sondern auch die Dramen vergangener Zeiten zählen dazu. Die Fastnachtspiele gehören zu den wohl bedeutendsten Dramen der spätmitellalterlichen Zeit.
Jedoch stellt sich einem die Frage, was an diesen Fastnachtspielen so besonders war. Hierfür soll zuerst die Frage geklärt werden, auf welche Traditionen sich die Fastnacht überhaupt begründet. Desweiteren soll die Frage geklärt werden, wer die Organisatoren dieser Spiele waren. In vielen Städten mit Fastnachttradition organisierten die Handwerker diese Spiele. „Im Gegensatz [dazu] ist in Lübeck das [Fastnachtspiel] ein Privileg des städtischen Patriziats, nämlich der Zirkelbruderschaft.“ Wer aber war die Zirkelbruderschaft? Und welche Ziele verfolgten sie mit der Organisation dieser Spiele? Gab es hierfür politische oder ökonomische Gründe? Aber nicht nur die Gegebenheiten der damaligen Zeit sind interessant zu untersuchen, sondern auch die Fastnachtspiele an sich. „Eine genaue Vorstellung über ihre Entstehung und ihre Gestalt läßt sich jedoch nicht gewinnen, da wir mit Ausnahme eines einzigen Textes nur die Titel von 73 Stücken, die zwischen 1430 und 1515 gespielt wurden, besitzen.“ Durch die verlorengegangenen Fastnachtspiele steht die Wissenschaft vor vielen Rätseln. Dies ist für Historiker, Sprachwissenschaftler und Mediävisten eine große Herausforderung sowie ein großes Ärgernis, da sie sich nicht mit den Stücken direkt, sondern lediglich mit Vermutungen zu den einzelnen Titeln beschäftigen können. Das einzige überlieferte Fastnachtspiel aus Lübeck ist das ‚Henselyns boek‘. Die vorliegende Arbeit soll die aufgeworfenen Fragen beantworten und darüber hinaus auch noch einige weitere mittelniederdeutsche Fastnachtspiele, die aus der Frühen Neuzeit stammen und zum Teil überliefert wurden, erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fastnachtspiele in Deutschland

2.1 Fastnachtspiele im Mittelalter

2.2 Fastnachtspiele in der Frühen Neuzeit

3 Fastnachtspiele in Lübeck

3.1 Wirtschaftliche, politische und kulturelle Voraussetzungen

3.2 Die Zirkelbruderschaft

3.3 Themen der Fastnachtspiele

3.4 Das ‚Henselyns boek‘

4 Die Gründe für die Fastnachtspiele

5 Andere niederdeutsche Fastnachtspiele

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und den Kontext spätmittelalterlicher Fastnachtspiele in Lübeck, wobei insbesondere die Rolle der Zirkelbruderschaft und deren Motivation zur Ausrichtung dieser Stücke beleuchtet wird. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die politisch-ökonomischen Hintergründe und die Abgrenzung zu anderen deutschen Fastnachtstraditionen.

  • Die Rolle der Zirkelbruderschaft als Veranstalter der Lübecker Fastnachtspiele
  • Wirtschaftliche und politische Machtdemonstration des Patriziats
  • Die inhaltliche Ausgestaltung der Stücke (z.B. ‚Henselyns boek‘)
  • Der Übergang von der mittelalterlichen zur frühneuzeitlichen Aufführungspraxis
  • Vergleich zwischen den Lübecker Spielen und weiteren niederdeutschen Beispielen

Auszug aus dem Buch

3.4 Das ‚Henselyns boek‘

Das Henselyns boek ist das einzige überlieferte Fastnachtspiel aus Lübeck. „Der Text weist einen Umfang von 420 Versen auf […]; hinzu kommen ein Prosastück von 16 Zeilen und weitere 14 Verse.“ Die Handlung selber weist eine eher untragische Darstellungsweise auf, so dass jede der betroffenen Personen nur vier Verse zu sprechen hat, mit Ausnahme des Henselyns. Dieser rät am Ende jeder Strophe zum weiteren Vorgehen.

Inhaltlich geht es um drei Brüder, die von ihrem Vater in die Welt entsandt werden, um die ‚rechtverdicheyt‘ zu finden. Sie machen sich auf die Suche und werden von dem Diener Henselyn begleitet. Nacheinander suchen sie die verschiedenen Stände des Mittelalters auf, fangen bei dem Papst und dem Kaiser an, befragen Edelleute und Fürsten, Priester und Mönche, aber auch Landsknechte und Bauern. Nirgendwo können sie die Gerechtigkeit finden und sie werden immer weiter geschickt. Entmutigt kommen sie wieder zu ihrem Vater nach Hause, der ihnen rät, niemals die Suche aufzugeben. Der schlaue Henselyn jedoch klärt die Brüder auf, „wo die Gerechtigkeit zu finden sei: in der Seele des Menschen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der spätmittelalterlichen Fastnachtspiele ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Lübecker Zirkelbruderschaft.

2 Fastnachtspiele in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die historischen und religiösen Ursprünge der Fastnacht sowie die Entwicklung der Fastnachtspiele im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Deutschland.

3 Fastnachtspiele in Lübeck: Hier werden die spezifischen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen Lübecks analysiert, die die Organisation der Spiele durch die Zirkelbruderschaft prägten.

4 Die Gründe für die Fastnachtspiele: Der Abschnitt verdeutlicht die Funktion der Spiele als Instrument der Selbstdarstellung und der gesellschaftlichen Konsolidierung des Patriziats.

5 Andere niederdeutsche Fastnachtspiele: Dieses Kapitel vergleicht das Lübecker Beispiel mit anderen überlieferten Werken wie dem ‚Zwiegespräch zwischen Leben und Tod‘.

6 Schluss: Der abschließende Teil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Fastnachtspiele als Spiegel stadtbürgerlicher Machtinteressen.

Schlüsselwörter

Fastnachtspiele, Lübeck, Zirkelbruderschaft, Spätmittelalter, Henselyns boek, Patriziat, Ständekritik, Fastnacht, Literaturgeschichte, Theatergeschichte, Politische Funktion, Niederdeutschland, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Überlieferung der Fastnachtspiele im spätmittelalterlichen Lübeck und deren spezifischer gesellschaftlicher Funktion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die Organisation durch die Zirkelbruderschaft, die wirtschaftlichen Machtverhältnisse in Lübeck sowie die inhaltliche Moralität der Spiele.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird geklärt, wer die Akteure hinter den Lübecker Spielen waren und welche politischen sowie ökonomischen Interessen mit deren Aufführung verfolgt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine literatur- und kulturgeschichtliche Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und historischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Voraussetzungen der Stadt Lübeck, die Rolle der Zirkelbruderschaft, die Themen der Stücke sowie spezifische Werkanalysen, insbesondere zu ‚Henselyns boek‘, dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fastnachtspiele, Lübeck, Zirkelbruderschaft, Patriziat und soziale Selbstdarstellung geprägt.

Inwiefern unterscheidet sich die Lübecker Fastnachtstradition von anderen Städten?

Anders als in vielen anderen Städten, wo Handwerker die Spiele organisierten, waren in Lübeck die kaufmännischen Eliten (Zirkelbruderschaft) die exklusiven Veranstalter.

Welche Rolle spielt die Zirkelbruderschaft konkret?

Sie nutzte die Fastnachtspiele als Instrument der Machtrepräsentation, um ihren Stand gegenüber der Stadtbevölkerung zu festigen und ihre hohe Bildung zu demonstrieren.

Wie steht es um die Überlieferungssituation?

Die Überlieferung ist sehr lückenhaft; das einzige vollständig erhaltene Werk aus Lübeck ist das ‚Henselyns boek‘, während von anderen Stücken oft nur noch die Titel bekannt sind.

Welche Bedeutung hat das ‚Henselyns boek‘?

Es dient als wichtiges Zeugnis für die zeitgenössische Ständekritik und den moralisch-belehrenden Charakter der Spiele, wobei die Kritik an den eigenen Ständen subtil gehalten wurde.

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Details

Title
De dre daghe to vasteauende
Subtitle
Die Fastnachtspiele im spätmittelalterlichen Lübeck und ihre Funktion
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistisches Institut)
Course
Literarische Überlieferung einer Stadt am Beispiel Lübecks
Grade
1.0
Author
Anne Reddehase (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V143816
ISBN (eBook)
9783640531608
ISBN (Book)
9783640531813
Language
German
Tags
Fastnachtspiele Lübeck Funktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Reddehase (Author), 2009, De dre daghe to vasteauende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143816
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