Die Bachelorarbeit wird auf die drei häufigsten psychischen Auffälligkeiten Angststörungen, Depressionen und dissoziale Störungen von Kindern und Jugendlichen eingehen. Jede Auffälligkeit wird zunächst anhand der Definition vorgestellt und anschließend werden sowohl die Symptome als auch die Ursachen zum weiteren Verständnis und zur Aufklärung des Störungsbildes aufgeführt. Da es bei den einzelnen psychischen Auffälligkeiten unterschiedliche Formen oder differenzierte Ausprägungen, wie bei der Depression gibt, wird die Bachelorarbeit auf diese näher Bezug nehmen und die Unterschiede hinsichtlich des Alters, der Dauer und den besonderen Merkmalen bearbeiten.
Psychische Auffälligkeiten entstehen häufig im Kindes- und Jugendalter und prägen die Entwicklung eines Menschen oft ein Leben lang. Es gibt unterschiedliche Ursachen dafür, warum Kinder und Jugendliche diese Auffälligkeiten entwickeln. Häufig spielen genetische, familiäre, soziale Bedingungen sowie Umweltfaktoren und psychologische Komponenten eine bedeutende Rolle. Meistens liegt nicht nur eine psychische Auffälligkeit vor, sondern eine Komorbidität mit weiteren psychischen oder physischen Störungen.
Die Bachelorarbeit gibt zunächst Auskunft darüber, wie eine psychische Auffälligkeit definiert wird und welche Eigenschaften diese kennzeichnen. Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen können anhand von zwei Klassifikationssystemen diagnostiziert werden, wobei sich die Arbeit auf die ICD-11 Klassifikation stützen wird. Um die Prävalenzen der psychischen Auffälligkeiten festzustellen, sind epidemiologische Studien erforderlich, die diese Auftretenshäufigkeiten an einzelnen Bezugsgruppen messen und aufzeigen können.
Bei den verschiedenen Studien und dem DAK Kinder- und Jugendreport werden die Prävalenzen psychischer Auffälligkeiten von Heranwachsenden im Alter von 3-17 Jahren evaluiert, wobei nicht nur Alter- sondern auch geschlechtsspezifische Unterschiede von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden.
Da sich die Covid-19 Pandemie erheblich auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt hat, wird sowohl die Copsy-Längsschnittstudie, die mehrere Befragungswellen durchgeführt hat, als auch der DAK- Kinder- und Jugendreport darauf verstärkt eingehen und anhand der Ergebnisse aufzeigen, inwieweit sich Unterschiede zu den Phasen vor der Pandemie erkennen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
2.1 Definitionsversuche Auffälligkeiten
2.2 Kriterien für Auffälligkeiten
2.3 Klassifikation psychischer Störungen
2.4 Epidemiologie psychischer Auffälligkeiten
3. Verschiedene Studien
3.1 Repräsentative Studie (KiGGS)
3.2 Bella Studie
3.3 DAK Kinder- und Jugendreport
3.4 COPSY Längsschnittstudie
3.5 Zusammenfassung der Studienergebnisse
4. Häufigste Störung: Angststörung
4.1 Definition, Symptome, Ursachen von Angst
4.2 Formen der Angst
4.2.1 Trennungsangststörung
4.2.2 Spezifische Phobie
4.2.3 Soziale Angststörung
4.2.4 Generalisierte Angststörung
4.2.5 Panikstörung
4.3 Therapeutische Interventionen
4.3.1 Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie
4.3.2 Weitere Interventionen
4.3.1 Psychopharmakologische Behandlung
4.3.2 Entscheidungshilfe: Interventionen bei Angststörungen
5. Depression
5.1 Definition, Symptome, Ursachen von Depression
5.2 Formen der Depression
5.2.1 Einzelne depressive Episode
5.2.1 Rezidivierende depressive Störung
5.2.2 Dysthyme Störung
5.2.3 Gemischte depressive Störung und Angststörung
5.2.1 Bipolare oder verwandte Störungen
5.3 Behandlungsmöglichkeiten
5.4 Therapeutische Interventionen
5.4.1 Psychotherapie
5.4.2 Kognitiv-behaviorale Behandlungsansätze
5.4.3 Psychopharmakotherapie
5.4.4 Weitere Interventionen
5.4.5 Entscheidungshilfe: Interventionen bei Depressionen
6. Disruptives Verhalten/dissoziale Störungen
6.1 Definition, Symptome, Ursachen dieser Störung
6.2 Formen der Störungen
6.2.1 Reaktive und aktive Aggression
6.2.2 Störung mit oppositionellem Trotzverhalten und Störung des Sozialverhaltens
6.3 Behandlungsmöglichkeiten
6.3.1 Psychotherapie
6.3.2 Weitere Interventionen
6.3.3 Multimodale Interventionen
6.3.4 Psychopharmakotherapie
6.3.5 Entscheidungshilfe: Interventionen bei Störung des Sozialverhaltens
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, Eltern und pädagogischen Fachkräften eine fundierte Entscheidungshilfe zur Auswahl geeigneter erzieherischer Interventionen bei psychischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen an die Hand zu geben. Dabei werden die häufigsten Störungsbilder sowie die Auswirkungen verschiedener Therapieansätze unter Berücksichtigung von Alter, Entwicklungsstand und individuellen Voraussetzungen untersucht.
- Epidemiologie und Klassifikation psychischer Störungen
- Analyse aktueller Studien (KiGGS, Bella, DAK-Report, COPSY)
- Detaillierte Untersuchung von Angststörungen, Depressionen und dissozialen Störungen
- Strukturierte Entscheidungshilfen für Interventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
4.1 Definition, Symptome, Ursachen von Angst
Schneider et al betonen, dass sich Angststörungen vor allem im Kindes- und Jugendalter entwickeln und diese Phase als Hauptrisikoperiode gilt. Kessler et al bestätigen diese Annahme anhand von Studien, indem sie belegen, dass sich ungefähr die Hälfte aller Angststörungen bis zum 11. Lebensjahr entwickeln und 75% von allen Angststörungen zum ersten Mal vor dem 21. Lebensjahr auftreten.
Klicpera et al definieren Angst als: „(…) ein allgemeines, grundlegendes Gefühl mit negativer Tönung. Angst ist ein oft unbestimmtes, aber überlebensnotwendiges Warnsignal in bedrohlichen Situationen.“
Demnach ist Angst ein essentielles Gefühl, das Menschen automatisch einsetzen, wenn eine Gefahr droht und sie sich davor schützen möchten. Angst wird in emotionaler als auch physischer Form wahrgenommen, indem sich körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Erröten oder Verspannungen bemerkbar machen. Im Kleinkindalter sind Ängste noch konkret und werden von Reizen ausgelöst (z.B. Angst vor Dunkelheit), während Ängste etwa ab dem 7. Lebensjahr und in der Adoleszenzphase immer abstraktere Formen annehmen, weil sich die Heranwachsenden auf Ereignisse fokussieren, die eintreten könnten (z.B. Angst vor der Klasse zu sprechen).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Entscheidungshilfen für Interventionen bereitzustellen.
2. Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel definiert psychische Störungen, erläutert diagnostische Kriterien und Klassifikationssysteme (ICD-11/DSM-5) und beleuchtet die epidemiologischen Grundlagen.
3. Verschiedene Studien: Hier werden zentrale Studien wie KiGGS, Bella, DAK-Report und COPSY analysiert, um Prävalenzraten und geschlechtsspezifische Unterschiede bei psychischen Störungen im Zeitverlauf darzustellen.
4. Häufigste Störung: Angststörung: Dieses Kapitel behandelt die Definition, Formen, Ursachen sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten bei Angststörungen, inklusive einer praktischen Entscheidungshilfe.
5. Depression: Der Fokus liegt auf der Definition, verschiedenen Formen und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen, ergänzt durch eine Übersicht der therapeutischen Interventionen.
6. Disruptives Verhalten/dissoziale Störungen: Das letzte inhaltliche Kapitel untersucht Störungen mit disruptivem Verhalten, deren Ursachen und differenzierte Ansätze der Intervention.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den Forschungsbedarf bei Interventionen und unterstreicht die Notwendigkeit maßgeschneiderter pädagogischer Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Psychische Auffälligkeiten, Kinder und Jugendliche, Angststörungen, Depression, Dissoziale Störung, ICD-11, Psychotherapie, Interventionen, Prävention, Epidemiologie, Elternarbeit, Verhaltenstherapie, Entscheidungshilfe, Störungsbild, Kindesentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen und bietet Hilfestellungen bei der Auswahl passender pädagogischer und therapeutischer Interventionen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Epidemiologie psychischer Störungen, die Analyse aktueller Studien sowie die detaillierte Behandlung von Ängsten, Depressionen und Störungen des Sozialverhaltens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Fachkräften und Eltern anhand strukturierter Tabellen eine Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter therapeutischer Maßnahmen anzubieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich etablierter Studien und der Auswertung klinischer Leitlinien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Studien die Krankheitsbilder Angst, Depression und Störungen des Sozialverhaltens einzeln beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Psychische Auffälligkeiten, Interventionen, Psychotherapie, Entscheidungshilfe, Kindesentwicklung und Prävention.
Wie unterscheidet sich die Arbeit bei den verschiedenen Störungsbildern?
Für jedes Krankheitsbild gibt es eine spezifische Entscheidungshilfe am Ende des Kapitels, die auf die Besonderheiten der jeweiligen Störung eingeht.
Warum spielt die Elternbeteiligung so eine zentrale Rolle?
Die Arbeit unterstreicht, dass Bezugspersonen maßgeblich zur Stabilisierung und zum Therapieerfolg beitragen können, weshalb Elterntrainings als wirksame Interventionsform gelten.
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- Anonym (Author), 2023, Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438385