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Michail Lermontov „I SKUČNO I GRUSTNO“ – eine Interpretation

Title: Michail Lermontov „I SKUČNO I GRUSTNO“ –  eine Interpretation

Term Paper , 2008 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Bogdanova (Author)

Russian / Slavic Languages
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Michail Lermontov zählt zu den größten russischen Poeten, geboren am 15. Oktober 1814 in Moskau, ist er am 27. Juli im Duell in Pjatigorsk gefallen.
An seine Mutter konnte er sich nicht erinnern: sie ist gestorben als er zwei Jahre alt war. Der verwitwete Vater lebte allein in seinem kleinen Anwesen in der Nähe von Tula. So ist Lermontov bei seiner Großmutter – einer wohlhabenden Frau adliger Herkunft – auf einem Gut in Tarchany nahe Penza aufgewachsen (Viskovatov 1987: 31).
Die Zeit, in der der Dichter lebte und wirkte, war von vielen politischen Ereignissen geprägt, welche die Geschichte Russlands entscheidend beeinflussten.
Der Aufstand von Dekabristen im Jahre 1825 hinterließ einen bleibenden Eindruck im Leben des jungen Poeten (Andronikov 1967: 548). Seine frühe Lyrik spiegelt dieses Thema häufig wider: vor allem die Zwiespalt, in der sich Lermontow befindet, durchdringt die ersten Gedichte – auf der einen Seite die große Liebe zu seiner Heimat und auf der anderen Seite die bittere Erkenntnis, dass dieses Land „kraj, gde stonet čеlovek ot rabstva i cepej“ ist (Andronikov 1967: 549). Er bewundert die Dekabristen, die den Mut aufbrachten, für ihre Ideale und Freiheit zu kämpfen, verehrt die Helden der damaligen Epoche und macht sich zur Aufgabe, die Gesellschaft wach zu rütteln und zum Handeln zu motivieren – aktiv kämpfen statt passiv dulden (Andronikov 1967: 565).
Lermontov verabscheute die Passivität und meinte, seine Plicht als Autor bestehe darin, die Gewissensstimme der Menschen zu werden, die kompromisslose Wahrheit zu sagen und somit „bolezn‘ togdašnego občšestva“ – „primirenie s dejstvitel’nost‘ju“ zu heilen (Andronikov 1967: 569).
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Gedicht „I skučno i grustno“ - „the one of Lermontov’s finest achievements“ (Vickery 2001: 191), das Michail Lermontov ein Jahr vor seinem Tod verfasste und in dem Band „Стихотворения“ veröffentlichte .
Abbruch seines Philologiestudiums an der Universität Moskau, Übersiedlung nach St. Petersburg, militärische Karriere bei der Kavallerie, Strafversetzungen in den Kaukasus, unglückliche Lieben – all das führte zu menschlichen Enttäuschungen und bestimmte die zentralen Themen seiner reifen Lyrik, die im hier behandelnden Gedicht besonders stark zum Ausdruck kommen. Das Dilemma eines Menschen, der sich einerseits aus der Gesellschaft ausgrenzt und andererseits auf sie angewiesen ist: „Nenužnyj člen v piru ljudskom“ (Viskovatov 1987: 85) – die daraus resultierende Ein

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formanalyse

2.1. Übersetzung des Gedichts

2.2. Reimschema, Strophengliederung und Versart

2.3. Analyse weiterer sprachlicher Stilfiguren

3. Inhaltsanalyse

3.1. Wiedergabe des Inhalts

3.2. Thematik

4. Literaturgeschichtliche Zuordnung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit bietet eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse des Gedichts „I skučno i grustno“ von Michail Lermontow. Ziel ist es, das Werk durch eine Kombination aus präziser Form- und Inhaltsanalyse sowie einer literaturgeschichtlichen Einbettung zu entschlüsseln und die zentralen existenziellen Motive des Dichters – wie Einsamkeit, Sinnsuche und Weltschmerz – herauszuarbeiten.

  • Strukturelle und metrische Untersuchung der elegischen Versform
  • Sprachanalytische Betrachtung stilistischer Mittel und phonologischer Gestaltung
  • Inhaltliche Exegese des lyrischen Monologs und seiner pessimistischen Grundtöne
  • Literaturhistorische Verortung im Kontext des späten Schaffens von Lermontow
  • Diskussion des autobiografischen Bezugs zwischen Autor und lyrischem Ich

Auszug aus dem Buch

2.3. Analyse weiterer sprachlicher Stilfiguren

Auf den ersten Blick wiederholt das Gedicht "I skučno i grustno" die typischen elegischen Motive der Trauer, Hoffnungslosigkeit und des Todes. Doch gleichzeitig ist man über die Natürlichkeit, Ehrlichkeit und Tiefe der nachdenklichen Töne über die Einsamkeit, die Liebe, die Wünsche verwundert. Die philosophischen Überlegungen sind charakteristisch für den „späten“ Lermontov (Korovin 1973: 121). Seine Gemütsbewegungen bringt er mittels der lebendigen Intonation zum Ausdruck, die den realen psychologischen Kontext offenbart. Das lyrische Ich redet mit sich selbst, denkt laut nach. Daher auch die Vielzahl von rhetorischen Fragen – Zeilen 3, 5, 7, 9, welche die Art des Gedankenganges und logische Entwicklung der Ausführungen hervorheben. Die Abwechslung dieser mit Ausrufesätzen zeigt die besondere Spannung und gibt dem Gedicht eine sinnliche Zielstrebigkeit (Kiriljuk 1965: 149).

Die prosaische Wirkung wird durch die Lexik, Enjambements und Pausen (…) in den Zeilen 1, 2, 9 und 10 gestärkt, als wäre das lyrische Ich in seinen Gedanken unterbrochen worden. Die weiteren Zeilen sind keine Fortsetzung des Vorhergehenden, sondern greifen etwas Neues auf. Dieser Bruch der logischen Kette ist eins der wichtigsten Merkmale des Monologs (Korovin 1973: 121). Trotz der Unterbrechungen verliert sich der Sinn nicht, man spürt die Logik der Zusammenhänge in der inneren Rede: das Wort ist nicht gesagt, doch der Gedankengang ist klar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Dichter Michail Lermontow in seinen zeitgeschichtlichen Kontext und führt in das zentrale Thema der Einsamkeit sowie die Entstehungsgeschichte des Gedichts ein.

2. Formanalyse: In diesem Kapitel wird das Gedicht ins Deutsche übersetzt und eine detaillierte Untersuchung des Reimschemas, der Versart sowie der verwendeten sprachlichen Stilfiguren vorgenommen.

3. Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Ausdeutung, wobei die drei Strophen des Gedichts hinsichtlich ihrer thematischen Progression – von den Wünschen über die Liebe bis zur Erkenntnis der Sinnlosigkeit – analysiert werden.

4. Literaturgeschichtliche Zuordnung: Hier wird das Werk in die reife Schaffensphase Lermontows eingeordnet und der Einfluss persönlicher Krisen sowie gesellschaftlicher Ereignisse auf sein literarisches Schaffen beleuchtet.

5. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert, inwieweit das Gedicht als autobiografische Beichte des Dichters verstanden werden kann.

Schlüsselwörter

Michail Lermontow, I skučno i grustno, russische Lyrik, Einsamkeit, Weltschmerz, Elegie, Formanalyse, Sinnsuche, literarische Analyse, Romantik, Realismus, lyrisches Ich, existenzielle Krise, Sprachstil, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt eine tiefgehende Interpretation des Gedichts „I skučno i grustno“ von Michail Lermontow und untersucht dessen formale und inhaltliche Struktur.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die melancholische Weltsicht des lyrischen Ichs, die philosophische Auseinandersetzung mit Einsamkeit, die Vergänglichkeit von Leidenschaften und die existenzielle Sinnlosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die künstlerischen Mittel aufzuzeigen, mit denen Lermontow das Lebensgefühl seines lyrischen Helden ausdrückt und dieses innerhalb seines Gesamtwerks zu verorten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine methodisch kombinierte Analyse: eine formale Untersuchung (Metrik, Phonologie, Stilistik) gepaart mit einer inhaltsanalytischen und literaturhistorischen Auslegung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Formanalyse, eine inhaltliche Analyse der drei Strophen sowie eine Einordnung des Gedichts in die literaturgeschichtliche Epoche des späten Schaffens von Lermontow.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem russische Lyrik, Einsamkeit, existenzielle Sinnsuche, Formanalyse und literarische Beichte.

Wie bewertet die Autorin den autobiografischen Bezug?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Gedicht stark durch das turbulente Leben Lermontows geprägt ist und der Dichter in diesen Zeilen ein Bild seines eigenen Leids zeichnet.

Inwiefern unterscheidet sich das Gedicht von Lermontows früher Lyrik?

Laut der Arbeit reflektiert der Autor in seinen späten Gedichten die Umwelt intensiver und betrachtet das Leben kritischer und analytischer, während die frühe Lyrik die Außenwelt oft nur als bloße "Spielarena" behandelte.

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Details

Title
Michail Lermontov „I SKUČNO I GRUSTNO“ – eine Interpretation
College
University of Tubingen  (Slavisches Seminar)
Course
Russische Lyrik
Grade
1,3
Author
Julia Bogdanova (Author)
Publication Year
2008
Pages
13
Catalog Number
V143867
ISBN (eBook)
9783640553792
ISBN (Book)
9783640553471
Language
German
Tags
Russisch Lyrik Lermonotov Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Bogdanova (Author), 2008, Michail Lermontov „I SKUČNO I GRUSTNO“ – eine Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143867
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