Die Hausarbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten tiergestützter Interventionen mit Blick auf Menschen mit Sprach- und Sprechstörungen. Da die Hausarbeit im Rahmen der Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Interventionen des ITAT Institutes erstellt wird, verzichtet die Autorin an dieser Stelle auf eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Pro und Contra von tiergestützten Angeboten. Dies wurde, ebenso wie die Grenzen tiergestützter Arbeit im Rahmen der Weiterbildung ausführlich behandelt und wird als Basis der Hausarbeit zugrunde gelegt.
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in verschiedene Teile. Ein erster Teil beschreibt das Störungsbild der Zielgruppe in seinen Facetten, seiner Epidemiologie, seiner Ätiologie und seiner Symptomatik. Ebenfalls angesprochen werden an dieser Stelle die gängigen Behandlungsformen, sowie gängige pädagogische, helfende oder unterstützende Ansätze für diese Zielgruppe.
Anschließend wird anhand mehrere aus der Literatur entnommener Beispiele und Studien die tiergestützte Arbeit mit dieser Zielgruppe vorgestellt.
Der letzte Teil der Hausarbeit bezieht sich auf die eigenen Ideen der Autorin zum Einsatz verschiedener Tierarten in ihre eigene Arbeit mit dieser Zielgruppe.
Abgerundet wird die Hausarbeit mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Beschreibung der Zielgruppe
2.1.Epidemiologie
2.2.Ätiologie
2.3.Störungsbild
3. Gängige Behandlungsformen
4. Beispiele und Studien tiergestützter Interventionen mit der Zielgruppe
4.1. Studie zu den Effekten einer tiergestützten, bindungsgeleiteten Therapie bei selektivem Mutismus
4.2.Studie der ZUYD Hogeschool zum Einsatz eines ausgebildeten Hundes in der Logopädie auf die Motivation der Patienten
4.3. Therapiebegleithunde in der Logopädie- eine Beobachtungsstudie von Dorothee Dahl
4.4. Pferdegestützte Sprachtherapie – ein Konzeptentwurf von Lynn Aschenbach
5. Eigene Ideen zum zielführenden Einsatz tiergestützter Interventionen mit dieser Zielgruppe
5.1. Einsatz tiergestützter Pädagogik in der Sprachförderung als Gruppensetting
5.2. Einsatz tiergestützter Interventionen in der Förderung eines Kindes mit SES als Einzelsetting
6.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Anwendungsmöglichkeiten tiergestützter Interventionen bei Menschen mit Sprach- und Sprechstörungen. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen solcher Ansätze für die Sprachförderung und therapeutische Interventionen aufzuzeigen und durch theoretische Grundlagen sowie praktische Konzepte zu untermauern.
- Epidemiologie und Ätiologie von Sprach- und Sprechstörungen
- Überblick über gängige Behandlungsformen in der Logopädie
- Diskussion empirischer Studien zur Wirksamkeit tiergestützter Ansätze
- Konzeption praktischer Projektideen für Einzel- und Gruppenförderung
- Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung als Motivationsfaktor
Auszug aus dem Buch
4.1. Studie zu den Effekten einer tiergestützten, bindungsgeleiteten Therapie bei selektivem Mutismus
In einer Studie von Janet Langer, Maik Herrmann und Henri Julius, veröffentlicht im Jahr 2019 wurden die Effekte des Einsatzes eines Therapiehundes im Rahmen einer stationären Mutismustherapie erforscht und dargestellt. Der selektive Mutismus geht mit einer „als subjektiv sinnvoll erlebten Stressbewältigung in Form von Schweigen gegenüber bestimmten Personen bzw. Situationen einher“ (Langer, Herrmann, Julius, 2019). Die Studie bezieht sich auf drei Einzelfallstudien mit Jugendlichen im Alter zwischen 8 bis 12 Jahren. Jeder Klient für sich hatte bereits mehrfach ambulante Therapieversuche durchlaufen und wurde dann stationär in das Sprachheilzentrum in Meisenheim aufgenommen, in welchem die Studie stattfand. Die persönliche Ausgangssituation aller Probanden stellte sich unterschiedlich dar. Gleich war ihnen der selektive Mutismus, also eine umfassende Sprachlosigkeit in bestimmten Situationen gegenüber ausgewählten Personen.
Dabei beschreibt die Studie das Störungsbild des Mutismus aus ätiologischer Perspektive, als eine fehlende Bewältigungsstrategie im Umgang mit stresshaften Bedingungen. Die Aussagen zur Ätiologie des selektiven Mutismus deuten darauf hin, dass die Jugendlichen Erfahrungen machen mussten, die ihnen eine altersadäquate Entwicklung angemessener Bewältigungsstrategien nicht ermöglicht haben. Stattdessen folgt als Reaktion auf ein großes Belastungserleben ein Rückzugsverhalten in Form von Schweigen. Diese Kommunikationsstörung ist jedoch nicht nur auf die verbale Kommunikation begrenzt, sondern betrifft auch non-verbale Kommunikationsmittel wie Mimik, Gestik, Bewegung oder den emotionalen Ausdruck.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung des Themas und des Aufbaus der Arbeit, die sich auf Möglichkeiten tiergestützter Interventionen bei Sprach- und Sprechstörungen konzentriert.
2.Beschreibung der Zielgruppe: Definition und epidemiologische Darstellung von Sprach- und Sprechstörungen sowie deren Ätiologie und Erscheinungsbilder.
3. Gängige Behandlungsformen: Überblick über traditionelle logopädische Ansätze und die wachsende Bedeutung frühzeitiger Interventionen sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit.
4. Beispiele und Studien tiergestützter Interventionen mit der Zielgruppe: Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien, die den Einfluss von Tieren als Motivationsfaktor und Kommunikationsinitiator belegen.
5. Eigene Ideen zum zielführenden Einsatz tiergestützter Interventionen mit dieser Zielgruppe: Präsentation eigener pädagogischer Konzepte zur Sprachförderung im Kindergartenalltag mittels Meerschweinchen und Hunden.
6.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Herausforderungen bei der Implementierung tiergestützter Sprachförderung.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Interventionen, Sprachstörungen, Sprechstörungen, Logopädie, Sprachentwicklungsstörung, selektiver Mutismus, Tiergestützte Pädagogik, Sprachförderung, Kommunikation, Motivationssteigerung, Mensch-Tier-Beziehung, Therapiebegleithund, Meerschweinchen, Bindungsgeleitete Therapie, Frühförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Tieren bei der Förderung und Therapie von Menschen, insbesondere Kindern, mit Sprach- und Sprechstörungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den theoretischen medizinischen und logopädischen Grundlagen wird der aktuelle Forschungsstand zu tiergestützten Ansätzen mit praktischen Konzepten kombiniert.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Anwendungsmöglichkeiten tiergestützter Interventionen als Ergänzung zu therapeutischen Maßnahmen darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich primär um eine Literaturarbeit, die existierende Studien der letzten Jahre analysiert und diese mit eigenen pädagogischen Entwürfen vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klinischen Störungsbilder, die Evaluation verschiedener Studien zur Wirksamkeit und die Vorstellung von zwei konkreten Interventionskonzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Tiergestützte Interventionen, Sprachentwicklungsstörungen, Sprachförderung, Logopädie und Motivation gehören zu den zentralen beschriebenen Themen.
Warum spielt die Mensch-Tier-Beziehung bei Sprachstörungen eine Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Tiere als emotionale Anker und Motivationsspender nonverbale Kommunikation anregen und so Hemmschwellen bei sprachgestörten Patienten senken können.
Welche Tiere werden in den eigenen Konzepten der Autorin vorgeschlagen?
Die Autorin schlägt den Einsatz von Meerschweinchen im Gruppensetting für den Kindergartenalltag sowie einen eigenen Hund zur Einzelförderung vor.
- Quote paper
- Kerstin Welter (Author), 2023, Tiergestützte Interventionen mit Menschen mit Sprach- und Sprechstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1439014