Lehren und Lernen mit Neuen Medien

E-Learning an der Hochschule


Seminararbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Definition des Begriffs „Neue Medien“ – Formen und Funktionen
2.2 Vorteile und Mehrwerte von E-Learning
2.3 Stand des E-Learning im Hochschulbereich
2.3.1 Virtuelle Universitäten
2.3.2 Aktuelle E-Learning-Angebote an Präsenz- und Fernhochschulen
2.4 Dimensionen der Implementierung von E-Learning
2.4.1 Analyse
2.4.2 Erfahrungsberichte

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahren haben neue Medien immer mehr Einzug in verschiedene Bildungseinrichtungen gehalten. Es ist die Tendenz erkennbar, dass sich die Neuen Medien[1] zu einem immer bedeutenderen Bestandteil von Bildungsangeboten entwickeln werden. Ein besonderer Schwerpunkt innerhalb dieser Entwicklung wird seitens des Bundes bereits auf den Bereich Neue Medien in der Hochschule gelegt. Das große Interesse an hochschulspezifischen Projekten zeigt sich darin, dass zwischen den Jahren 2000 und 2004 alleine rund 100 Projekte im Hochschulbereich aus dem Förderungs-Gesamtbudget von 200 Millionen Euro finanziert wurden.[2]

Aus diesem aktuellen Anlass liegt der Fokus der vorliegenden Arbeit daher auf dem Potenzial der Neuen Medien für den Hochschulbereich. Dabei wird zunächst der Begriff der Neuen Medien zu klären sein (vgl. 2.1). Vor dem Hintergrund der allgemeinen Vorteile bzw. Mehrwerte von E-Learning (vgl. 2.2) stellt sich die Frage, inwieweit E-Learning für den Hochschulbereich nutzbar gemacht werden kann. In Kapitel 2.3 soll daher der aktuelle Stand der E-Learning-Angebote im Hochschulbereich dargestellt werden; dies umfasst die Aspekte der Virtuellen Universitäten, deren Unterschied zu virtuellen Studienangeboten an Präsenzuniversitäten erläutert werden muss, sowie der Angebote für Studierende und Hochschuldozierende an Fern- und Präsenzuniversitäten. In einem nächsten Kapitel werden die Dimensionen der Implementierung von E-Learning in der Hochschule analysiert und die Erfolgsfaktoren anhand konkreter Erfahrungsberichte aufgezeigt.

Ausgehend von diesen Darstellungen sollen im Verlauf der Arbeit folgende Fragen beantwortet werden: Welches Potenzial bieten virtuelle Studienangebote? Wo weist das klassische Präsenzstudium eventuell doch mehr Stärken auf? Und worin liegen die Erfolgsfaktoren für die Einführung E-Learning-basierter Veranstaltungen an der Hochschule?

Es soll nun versucht werden, alle diese Fragen gebührend und in sich schlüssig zu beantworten. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Analyse durchgängig mit aussagekräftigen Zitaten unterschiedlicher Autoren unterstützt wird, um die dargestellten Thesen und Argumente zu belegen.

2. Hauptteil

2.1 Definition des Begriffs „Neue Medien“ – Formen und Funktionen

Otto Peters beschreibt die neue Art des Lernens als „Anwendung von Verfahren und Methoden der Informations- und Kommunikationswissenschaft sowie auch der Computertechnologie“.[3] Diese Verfahren und Methoden beinhalten z. B. PowerPoint, Computerprogramme, weiterhin Angebote, die das Internet mit sich bringt, z.B. Internetrecherche, E-Mail, Download, webbased Newsgroups/Foren, E-Assignments/ Homework, Online-Bibliotheken, E-Lecture, E-Assessment, E-Learning-Kurse etc. Diese Liste ließe sich beliebig erweitern, doch bereits die aufgeführten Beispiele verdeutlichen: Die Funktionen der Neuen Medien eröffnen innovative Möglichkeiten des Lehrens und Lernens, im Idealfall mit der Zielsetzung der Optimierung dieser Bereiche. So kann beispielsweise das Internet nicht nur zur Bereitstellung von Informationen und zum Recherchieren in Datenbanken, sondern auch zur Kommunikation und zur „individuellen und gemeinsamen Konstruktion von Wissen“[4] herangezogen werden.

Laut Ludwig Issing und Jesko Kaltenbaek umfasst E-Learning folgende drei Bereiche: E-Learning als Fernlernen, E-Learning als Interaktion, Kommunikation und Transaktion sowie E-Learning als Unterstützung der Präsenzlehre.[5] Diese Funktionen sind im Hochschulbereich von besonderer Bedeutung und werden im Verlauf der Arbeit noch näher beleuchtet.

Man kann also davon ausgehen, dass die „‘Neuen Medien’ [...] neue Lernformen, neue Kommunikations- und Kooperationsformen und neue Möglichkeiten des Wissens-managements und der Vernetzung“[6] eröffnen, die man durchaus als Vorteile von E-Learning gegenüber der traditionellen Lehre betrachten kann. Wann von einem Mehrwert der Neuen Medien gesprochen werden kann wird noch zu klären sein. Im folgenden Kapitel soll neben der Erläuterung dieser beiden Aspekte auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit die allgemeinen vorteilhaften Aspekte des E-Learning auf den Hochschulbereich übertragbar sind.

2.2 Vorteile und Mehrwerte von E-Learning

Wie bei jedem didaktischem Konzept muss man sich auch bei E-Learning kritisch die Frage nach der Zweckmäßigkeit und dem Mehrwert stellen. Diese Frage hängt „in erster Linie von der Betrachterperspektive ab“.[7] Strebt man eine didaktische Alternative zur traditionellen Lehre mit dem Ziel ihrer Qualitätsverbesserung an, so sollten ökonomische Überlegungen allerdings zunächst außer Acht gelassen werden und in erster Linie psychologisch-didaktische und lernorganisatorische Aspekte im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.

Die Vorteile von E-Learning werden nicht selten nur in der Option des mobilen Lernens oder in der höheren Flexibilität von E-Learning im Vergleich zu Printmedien gesehen. Zwar sind diese Aspekte unbestrittene Vorteile des Lernens mit Neuen Medien, jedoch stellen sie keinen tatsächlichen Mehrwert dieses neuen Konzeptes dar. Von einem Mehrwert kann erst dann gesprochen werden, wenn die Neuerung wenigstens genauso effizient ist wie die bisherige Variante, bzw. wenn sich durch das neue Konzept sogar eine Qualitätsverbesserung in der Lehre einstellt. Nur wenn dies der Fall ist, wird sich E-Learning sowohl im Allgemeinen als auch speziell im Hochschulbereich dauerhaft etablieren können.

Rolf Schulmeister sieht die Vorteile des E-Learning in der „Überwindung bestehender Schranken“[8] – in der Überwindung u. a. der Zeit-, Raum- und Normenschranke. Bei Ludwig Issing und Jesko Kaltenbaek finden wir dieselben Überlegungen unter den Stichworten Multimedialität, Multimodalität und Multicodalität sowie Interaktivität, Globalität und Flexibilität.[9] Hierbei bedingen die Begriffe Multimedialität, Multimodalität und Multicodalität einander: Veranschaulichung und Abwechslung durch Medienintegration sowie vernetztes Lernen mit unterschiedlichen Codierungssystemen führen dazu, dass mehrere Sinneskanäle angesprochen werden und unterstützen hierdurch kognitive Verarbeitungsmodi.[10] Unter die Begriffe Interaktivität, Globalität und Flexibilität fallen alle jene Gesichtspunkte, in denen Rolf Schulmeister eine Expansion der Lernchancen als Ergebnis der Überwindung der Normenschranke erkennt.[11] Individualisierung, sozialer und internationaler Austausch, Kooperation, modulare Anwendbarkeit und wiederholte Nutzbarkeit – dies sind die zukunftsweisenden Schlagworte, das Potenzial, das in E-Learning liegen kann.

Hierbei lässt sich speziell bei zwei didaktischen Funktionen bereits ein Mehrwert vermuten, ohne dass man konkrete Erfahrungsberichte kennen muss. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass selbstgesteuertes Lernen aktives und konstruktives Lernen und hierdurch den Wissenserwerb überhaupt fördert.[12] Die Selbststeuerung von Lernprozessen bietet Studierenden die Chance, sich mehr Raum für aktives Tun, für das Konstruieren von Wissen und für den Austausch von Denkprozessen zu schaffen. Darüber hinaus ist die kooperative Komponente des virtuellen Lernens nicht zu vernachlässigen, die speziell für kleine und oft räumlich verteilte Arbeitsgruppen mit stark spezialisierten Studieninhalten von großem Vorteil sein kann, wenn sie eine Vernetzung dieser Gruppen herbeiführt, die wiederum in einer einheitlicheren Ausbildung eben dieser Gruppen resultieren kann. Eine derartige Vernetzung kann also ein hochschulübergreifendes und eventuell internationales Studium fördern. Es muss jedoch betont werden, dass diese Vorteile nur wirken können, wenn beim Lernenden bestimmte Voraussetzungen vorhanden sind. Zweifelsohne ist es von Nutzen, wenn bereits Vorkenntnisse im Bereich der Medienkompetenz vorhanden sind und der Lernende über eine gewisse Sozial- und Kommunikationskompetenz verfügt. Des Weiteren ist Selbstmotivation eine unerlässliche Voraussetzung für eigeninitiatives Lernen.

Für die Beurteilung eines Mehrwertes können letztlich die ökonomischen Faktoren nicht mehr gänzlich unberücksichtigt bleiben. Die didaktische und die ökonomische Dimension sind für die Bewertung der Implementierung von E-Learning an der Hochschule gleichermaßen wichtig, denn der didaktische Nutzen muss auch vor dem Hintergrund der Rentabilität des Ressourceneinsatzes gesehen werden.[13] Dies bedeutet, dass das Endresultat den finanziellen Aufwendungen, der Kompetenzentwicklung und dem Zeitaufwand gerecht werden sollte. Um die Implementierung von E-Learning an der Hochschule so effizient wie möglich zu gestalten ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass unterschiedliche Rollenträger – die Hochschulleitung, Professoren, Dozierende und Studierende – zusammenarbeiten und gemeinsam lernen.[14]

[...]


[1] Der Ausdruck „Neue Medien“ wird in dieser Arbeit als Eigenname verwendet. Definition vgl. 2.1.

[2] Vgl. Holger Horz, Anja Wessels und Stefan Fries: Gestaltung und zyklische Nutzung virtualisierter Präsenzlehre. In: Ulrike Rinn und Joachim Wedekind (Hrsg.): Referenzmodelle netzbasierten Lehrens und Lernens. Virtuelle Komponenten der Präsenzlehre. Münster u.a.: Waxmann, 2002, S. 71.

[3] Otto Peters: Ein didaktisches Modell für den virtuellen Lernraum. In: Grundlagen der Weiterbildung – Praxishilfen, 34, 5.160, 1999, S. 2.

[4] Renate Schulz-Zander: Neue Medien als Bestandteil von Schulentwicklung. In Stefan Aufenanger, Renate Schulz-Zander und Dieter Spanhel (Hrsg.): Jahrbuch Medienpädagogik 1. Opladen: Leske + Budrich, 2001, S. 266.

[5] Vgl. Ludwig J. Issing und Jesko Kaltenbaek.: E-Learning im Hochschulbereich – Stand und Ausblick. In: Rolf Arnold und Markus Lermen (Hrsg.): E-Learning-Didaktik. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2006, S. 50. (Grundlagen der Berufs- und Erwachsenenbildung, Bd. 48)

[6] Dorothee M. Meister: Online-Lernen und Weiterbildung. In: Dorothee M. Meister (Hrsg.): Online-Lernen und Weiterbildung. Wiesbaden: VS-Verlag, 2004, S. 7.

[7] Jasmina Hasanbegovic: Kategorisierungen als Ausgangspunkt der Gestaltung innovativer eLearning Szenarien. In: Dieter Euler und Sabine Seufert (Hrsg.): E-Learning in Hochschulen und Bildungszentren. Gestaltungshinweise für pädagogische Innovationen. München: Oldenbourg, 2004, S. 257.

[8] Rolf Schulmeister: E-Learning: Einsichten und Aussichten. München/Wien: Oldenbourg, 2006, S. 206.

[9] Vgl. Issing und Kaltenbaek 2006, S. 51.

[10] Vgl. Karin Naumann und Lothar Lemnitzer: Lernen im Chat: Ergebnisorientierte Kommunikation in einem synchronen Virtuellen Seminar. In: Ulrike Rinn und Joachim Wedekind (Hrsg.): Referenzmodelle netzbasierten Lehrens und Lernens. Virtuelle Komponenten der Präsenzlehre. Münster u.a.: Waxmann, 2002, S. 209.

[11] Vgl. Schulmeister 2006, S. 207.

[12] Vgl. Sigmar-Olaf Tergan: Hypertext und Hypermedia: Konzeptionen, Lernmöglichkeiten, Lernprobleme. In: Ludwig J. Issing und Paul Klimsa (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Beltz PsychologieVerlagsUnion, 1997, S. 130.

[13] Vgl. Dieter Euler und Sabine Seufert: Von der Pionierphase zur nachhaltigen Implementierung – Facetten und Zusammenhänge einer pädagogischen Innovation. In: Dies. (Hrsg.): E-Learning in Hochschulen und Bildungszentren. München: Oldenbourg, 2005, S. 12.

[14] Vgl. Hasanbegovic 2004, S. 258.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Lehren und Lernen mit Neuen Medien
Untertitel
E-Learning an der Hochschule
Hochschule
Universität Stuttgart  (Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Veranstaltung
Lehren und Lernen mit neuen Medien
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V143909
ISBN (eBook)
9783640547494
ISBN (Buch)
9783640552283
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Internet, Hochschule, E-Learning, Lehren, Lernen
Arbeit zitieren
Melanie Möger (Autor), 2008, Lehren und Lernen mit Neuen Medien , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143909

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