Teilaufgabe 1: Vergleichen Sie mittels Textpassagen aus den
Romanen Bel-Ami und Pot-Bouille das Frauenbild,
welches dort entwickelt und dargestellt wird!
Teilaufgabe 2: ZOLA und BARBEY D’AUREVILLY versuchen in ihren
beiden Werken das Unmoralische anzuprangern. Vergleichen Sie anhand
von passenden Textbelegen deren Vorstellung davon, was unmoralisch
ist! Wie bzw. mit welchen Mitteln wird Ihrer Meinung nach die Kritik an der
Unmoral bei beiden Autoren zum Ausdruck gebracht? Ist dies gelungen?
Begründen Sie Ihre Aussagen und stützen Sie diese an geeigneter Stelle
auf Sekundärliteratur!
Inhaltsverzeichnis
Teilaufgabe 1: Vergleichen Sie mittels Textpassagen aus den Romanen Bel-Ami und Pot-Bouille das Frauenbild, welches dort entwickelt und dargestellt wird!
Teilaufgabe 2: ZOLA und BARBEY D’AUREVILLY versuchen in ihren beiden Werken das Unmoralische anzuprangern. Vergleichen Sie anhand von passenden Textbelegen deren Vorstellung davon, was unmoralisch ist! Wie bzw. mit welchen Mitteln wird Ihrer Meinung nach die Kritik an der Unmoral bei beiden Autoren zum Ausdruck gebracht? Ist dies gelungen? Begründen Sie Ihre Aussagen und stützen Sie diese an geeigneter Stelle auf Sekundärliteratur!
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht das Frauenbild und die Darstellung von Unmoral in ausgewählten Werken der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts, insbesondere bei Maupassant, Zola und Barbey d'Aurevilly.
- Instrumentalisierung von Frauen als Mittel zum sozialen Aufstieg
- Die Darstellung von Scheinmoral und gesellschaftlichem Verfall im Naturalismus
- Der Einfluss des christlichen Moralismus auf die Literaturkritik des 19. Jahrhunderts
- Vergleichende Analyse von Narrationsstrategien und Motivik in Romanen und Novellen
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung der Frauen im Roman
Die Darstellung der Frauen im Roman orientiert sich an Duroys Auffassung von ihnen als ledigliche Zweckobjekte, denen er in jedem Falle überlegen ist. Herablassend betrachtet er die Damenwelt um sich herum, verführt nach Belieben, sieht nicht den Menschen sondern kalkuliert nur den Nutzen (und sei es im konkreten Falle auch nur das momentane körperliche Vergnügen), den er aus der jeweiligen Figur ziehen könnte. Das weibliche Wesen an sich ist ihm dabei völlig egal. Und er ist sich dessen bewusst, Duroy zelebriert für sich und in sich genau diese berechnende Überlegenheit seiner Person gegenüber den Frauen:
[…] tout en marchant avec une joie intime, la joie du succès sous toutes ses formes, la joie égoïste de l’homme adroit qui réussit, la joie subtile, faite de vanité flattée et de sensualité contente, que donne la tendresse des femmes.
Er sieht in seinem Gegenüber dann nicht den Menschen, er beurteilt die Person nach dem Äußeren, und zeigt sich dabei als egoistisch-sinnlicher Genießer, der einzig und allein an den körperlichen Freuden und Genüssen interessiert ist, die ihm die Frau zu bieten hat:
Il eut une surprise en la voyant, tant il la trouva belle e jeune.
Elle était en toilette claire dont le corsage un peu fendu laissait deviner, sous une dentelle blonde, le soulèvement gras des seins. (…) il la jugea vraiment désirable.
Er nimmt die Faszination und den Reiz, den das Weibliche ausstrahlt, begierig in sich auf, er genießt beispielsweise die „émanations féminines“, allerdings achtet er dabei nicht den Menschen, Frauen sind für ihn wie Gegenstände mit einem momentanen Marktwert, der sich nach dem jeweiligen Nutzen berechnet. Sie sind für Georges Duroy etwas, an dem man sich nach Belieben bedienen kann ohne dass man sich irgend einer Verpflichtung hingeben müsste.
Zusammenfassung der Kapitel
Teilaufgabe 1: Vergleichen Sie mittels Textpassagen aus den Romanen Bel-Ami und Pot-Bouille das Frauenbild, welches dort entwickelt und dargestellt wird!: Der Abschnitt verdeutlicht, wie Georges Duroy und Octave Mouret Frauen als rein instrumentelle Objekte für ihren sozialen Aufstieg und persönlichen Vorteil missbrauchen. Es wird aufgezeigt, dass beide Autoren Frauen in ihren Werken eine moralisch negative und funktionale Rolle zuweisen.
Teilaufgabe 2: ZOLA und BARBEY D’AUREVILLY versuchen in ihren beiden Werken das Unmoralische anzuprangern. Vergleichen Sie anhand von passenden Textbelegen deren Vorstellung davon, was unmoralisch ist! Wie bzw. mit welchen Mitteln wird Ihrer Meinung nach die Kritik an der Unmoral bei beiden Autoren zum Ausdruck gebracht? Ist dies gelungen? Begründen Sie Ihre Aussagen und stützen Sie diese an geeigneter Stelle auf Sekundärliteratur!: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Ansätze von Zola und Barbey d'Aurevilly zur Anprangerung gesellschaftlicher Unmoral. Während Zola eine naturalistische, soziale Kritik übt, verbindet Barbey d'Aurevilly seine Kritik mit christlichen Moralvorstellungen.
Schlüsselwörter
Frauenbild, Naturalismus, Instrumentalisierung, Unmoral, Scheinmoral, Bel-Ami, Pot-Bouille, Les Diaboliques, sozialer Aufstieg, Gesellschaftskritik, 19. Jahrhundert, Zweckobjekte, Doppelmoral, literarische Analyse, Sittenroman.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Analyseaufgabe grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie bedeutende französische Autoren des 19. Jahrhunderts gesellschaftliche Missstände, das Frauenbild und moralische Verwerflichkeit in ihren Romanen darstellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Instrumentalisierung von Frauen durch männliche Protagonisten, der Kritik an bürgerlicher Scheinmoral und dem Streben nach Macht und Geld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein vergleichender Nachweis, wie die Autoren durch ihre Erzählweisen die Amoralität ihrer Zeit entlarven und kritisieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textpassagen aus Primärquellen zitiert und in einen Kontext mit theoretischer Sekundärliteratur stellt.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teilaufgaben: den Vergleich der Frauenbilder in Maupassants "Bel-Ami" und Zolas "Pot-Bouille" sowie die Analyse der Mittel zur Unmoralkritik bei Zola und Barbey d'Aurevilly.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Naturalismus, Gesellschaftskritik, Scheinmoral, instrumentelle Vernunft und literarische Aufarbeitung sozialer Missstände.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Barbey d'Aurevilly von der Zolas?
Während Zola das Milieu als naturwissenschaftlich beobachtbares Sozialfresko darstellt, betrachtet Barbey d'Aurevilly den Sittenverfall primär als Resultat der Abkehr von christlichen Moralprinzipien und durch eine christlich-moralische Brille.
Warum wird das Haus in "Pot-Bouille" als zentrales Symbol verwendet?
Das Haus dient Zola als geschlossenes System, in dem das "Vorderhaus" ehrwürdigen Schein wahrt, während der "Hinterhof" die wahre Unmoral und soziale Realität entlarvt.
Welche Rolle spielt die "Scheinmoral" für die Charaktere?
Die Scheinmoral ermöglicht es den Figuren, ihr utilitaristisches Handeln zu legitimieren, indem sie sich selbst als unbescholten darstellen und Schuld von sich weisen.
- Quote paper
- Hendrik Keilhauer (Author), 2009, Werkanalyse zu: Maupassant - "Bel Ami", Zola - "Pot-Bouille", Barbey d'Aurevilly - "Les Diaboliques", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143967