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"Community" - eine kritische Betrachtung

Titel: "Community" - eine kritische Betrachtung

Essay , 2010 , 7 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thilo Trost (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im täglichen Leben begegnet man dem Begriff „Community“ immer öfter. Dabei haben wir
alle uns sicherlich schon einmal gefragt: Was bedeutet dieser Begriff eigentlich auf Deutsch?
Was versteht man unter einer „Community“? Hier tut sich zunächst die Frage auf, wie
Community in den allgemeinen und soziologischen Sprachgebrauch zu übersetzen ist. Sind
die im Englischen und Deutschen dem Begriff zugeordneten Verständnisse deckungsgleich
oder lassen sich Differenzen ermitteln?
Sucht man nach einer populärwissenschaftlichen Definition der Gesellschaft und der
Gemeinschaft, offeriert das Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
treffende lexikalische Einträge. Dieses beschreibt eine Gesellschaft im allgemeinen Sinne als
ein Kollektiv von Menschen, „deren Verhältnis zueinander durch Normen, Konventionen und
Gesetze bestimmt ist“ und sich durch „eine stärker rationale (zweck-, nutzenorientierte)
Begründung des Zusammenlebens auszeichnet“. Die Gemeinschaft hingegen ist als „eine
wechselseitige Verbindung von Personen oder Staaten, die nicht ausschließlich (rational)
zweckorientiert, sondern auch auf Zuneigung und innere Verbundenheit angelegt ist“
dargestellt. Weiterhin steht die soziale Gemeinschaft „teilweise kritisch den modernen
anonymer werdenden (Massen-)Gesellschaften gegenüber“.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Alltagserfahrungen mit dem Begriff "Community"

2. Soziologische und populärwissenschaftliche Definitionen von Gemeinschaft und Gesellschaft

3. Subkultur und "Style" als Formen der Community nach Hebdige

4. Gemeinschaft, Gesellschaft und die Bedeutung von "Society"

5. Ferdinand Tönnies: Abgrenzung von Gemeinschaft und Gesellschaft

6. Bildung, Idealismus und Ausschlussmechanismen in Communities

7. Kommunitäre Politisierung und die Rolle der Interessenvertretung

8. Fazit: Zwischen gesellschaftlicher Interessenvertretung und individuellem Verkanntwerden

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische und gesellschaftliche Bedeutung des Begriffs "Community" im Kontrast zum soziologischen Begriff der "Society" (Gesellschaft). Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Gemeinschaften bilden, welche Rolle Interessenvertretung spielt und welche Gefahren durch Ausschlussmechanismen für das Individuum in einer zunehmend durch Communities geprägten Welt entstehen.

  • Differenzierung zwischen den Begriffen "Community" (Gemeinschaft) und "Society" (Gesellschaft).
  • Analyse der Theorie von Dick Hebdige zu Subkulturen und deren "Style" als Ausdruck von Community.
  • Betrachtung von Ferdinand Tönnies' Unterscheidung zwischen organischem Leben und mechanischer Bildung.
  • Untersuchung der "kommunitären Politisierung" und des Wandels durch globale Vernetzung.
  • Reflektion über die Gefahr des Ausschlusses von Minderheiten und die notwendige Angliederung an Mainstreams.

Auszug aus dem Buch

Ferdinand Tönnies: Abgrenzung von Gemeinschaft und Gesellschaft

Die Schwierigkeit der wissenschaftlichen Abgrenzung des Gesellschaftsbegriffes gegenüber dem Begriff der Gemeinschaft behandelte auch Ferdinand Tönnies in seiner Abhandlung „Gemeinschaft und Gesellschaft“: Tönnies bezeichnet Gemeinschaft als „reales und organisches Leben“, Gesellschaft hingegen als „ideelle und mechanische Bildung“. Er geht so weit, Gemeinschaft als das „lebendige[n] Organismus“ zu bezeichnen, Gesellschaft hingegen ist nur ein „vorübergehendes und scheinbares [...] ein mechanisches Aggregat und Artefakt“. Tönnies nennt die Gesellschaft „öffentliche Leben“, womit man meines Erachtens das vertraute Zusammenleben innerhalb einer Gemeinschaft durchaus dem Gesamtkontext der Gesellschaft unterordnen könnte.

Mitglieder einer Gemeinschaft sind automatisch auch Mitglieder einer Gesellschaft; anders herum ist dies- selbst nach soziologischer Definition- eben nicht der Fall, da die Gesellschaft eine übergeordnete Struktur der Gemeinschaft ist. Etwa die Subkulturen- entnommen aus der Theorie Hebdiges- lassen sich mit den Theorien Stehrs, Grundmanns und Tönnies’ als Community im Sinne einer Gemeinschaft einordnen, doch im Umkehrschluss muss eine Community muss nicht unbedingt eine Subkultur sein, da sich Communities aus jeglichen Personengruppen jeglicher Interessensziele bilden können (oftmals um Interessen zu „bündeln“ und diese, durch die Gruppe, besser in der öffentlichen Welt, der Gesellschaft, vertreten zu sehen).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Alltagserfahrungen mit dem Begriff "Community": Der Autor führt anhand des persönlichen Beispiels der Plattform "Communio.de" in die alltags- und soziologische Relevanz des Community-Begriffs ein.

2. Soziologische und populärwissenschaftliche Definitionen von Gemeinschaft und Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die lexikalische Unterscheidung zwischen Gesellschaft als rationale Struktur und Gemeinschaft als Verbund aus Zuneigung und Verbundenheit.

3. Subkultur und "Style" als Formen der Community nach Hebdige: Basierend auf Dick Hebdige wird dargestellt, wie sich Subkulturen durch spezifischen "Style" und Protest vom Mainstream abgrenzen und eigene Communities formen.

4. Gemeinschaft, Gesellschaft und die Bedeutung von "Society": Die Gegenüberstellung von "Community" und "Society" zeigt, dass auch im Englischen keine klare Differenzierung existiert und Gesellschaft als Sammelbegriff für diverse soziale Subsysteme fungiert.

5. Ferdinand Tönnies: Abgrenzung von Gemeinschaft und Gesellschaft: Hier wird Tönnies' klassische Theorie angeführt, die Gemeinschaft als organisch und Gesellschaft als mechanisch-artifiziell klassifiziert.

6. Bildung, Idealismus und Ausschlussmechanismen in Communities: Das Kapitel analysiert, wie Gemeinschaften durch die Idealisierung gemeinsamer Ansichten und den Ausschluss Andersdenkender entstehen.

7. Kommunitäre Politisierung und die Rolle der Interessenvertretung: Es wird die Entwicklung hin zum Kommunitarismus diskutiert, bei dem Gemeinschaften als Instanzen der Interessenvertretung an Bedeutung gewinnen.

8. Fazit: Zwischen gesellschaftlicher Interessenvertretung und individuellem Verkanntwerden: Abschließend wird die Gefahr des Konformitätsdrucks reflektiert, der Individuen dazu zwingen kann, sich einem Mainstream anzuschließen, um nicht ausgeschlossen zu werden.

Schlüsselwörter

Community, Gesellschaft, Gemeinschaft, Soziologie, Subkultur, Hebdige, Tönnies, Mainstream, Interessenvertretung, Identität, Ausschluss, Kommunitarismus, soziale Verbundenheit, Individuum, Polemik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und der praktischen Bedeutung von Gemeinschaften (Communities) sowie deren Abgrenzung zur Gesellschaft (Society).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen soziologische Klassifizierungen, der Einfluss von Subkulturen auf die Identitätsbildung und die politische Dimension von Interessensgruppen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Komplexität und den Wandel des Community-Begriffs zu ergründen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Individuum in Bezug auf Konformität und soziale Teilhabe zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und kulturwissenschaftlicher Standardwerke sowie der Reflexion anhand alltagspraktischer Beispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Gegenüberstellung von Gesellschaft und Gemeinschaft, die Rolle von "Style" und Kommunikation nach Hebdige sowie den Wandel vom Individualismus zum Kommunitarismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Community, Gesellschaft, Subkultur, Interessenvertretung und soziale Identität.

Inwiefern beeinflusst der "Mainstream" das Handeln innerhalb von Communities?

Der Mainstream fungiert als Norm, der sich Individuen unterordnen, um der Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft zu entgehen, was einen erheblichen Konformitätsdruck erzeugt.

Welche Gefahr sieht der Autor für das Individuum in der "kommunitären Politisierung"?

Die Gefahr besteht darin, dass Minderheiten, die den Mehrheitsmeinungen der Communities nicht entsprechen, systematisch ausgegrenzt oder in ihrer gesellschaftlichen Wahrnehmung verkannt werden.

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Details

Titel
"Community" - eine kritische Betrachtung
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,3
Autor
Thilo Trost (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
7
Katalognummer
V143981
ISBN (eBook)
9783640535019
ISBN (Buch)
9783640534760
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Community Betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thilo Trost (Autor:in), 2010, "Community" - eine kritische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143981
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Leseprobe aus  7  Seiten
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