In der Schule ist man als Lehrer täglich mit verschiedenen Kulturen konfrontiert. Viele Kulturen bedeuten auch immer verschiedene Religionen, mit denen man lernen muss, umzugehen.
Als angehender Religionslehrer des christlichen, evangelischen Religionsunterrichts bin ich Lehrer und Vertreter einer Religion, welche sich als monotheistische Religion versteht. Dies hat zur Folge, dass wir andere Götter nicht als vorhanden bezeichnen. Dies kann zu einem Konflikt führen zwischen Lehrer und Schüler anderer Religionen.
Ich habe mich für diese Hausarbeit für das Thema „Von der Monolatrie zum Monotheimus“ entschieden, da in der Veranstaltung „Theologien im Alten Testament“ im Sommersemester 2009 an der Pädagogischen Hochschule Weingarten mein Interesse für die Thematik geweckt wurde. Ferner interessiere ich mich auch privat für die Geschichte des Christentums.
Beginnen wird die Arbeit mit den Begriffsklärungen des „Polytheimus“ und des „Monotheismus“. Der Hauptteil der Arbeit wird die historische und biblische Darstellung des Themas beinhalten.
In meiner abschließenden Reflexion werde ich meine subjektiven Gedanken zu der Thematik äußern und die gesamte Arbeit bewerten.
Das Ziel dieser Arbeit soll sein, dass der Leser / die Leserin einen umfangreichen Einblick in das Thema „Von der Monolatrie zum Monotheimus“ erhält.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Polytheismus
2.2 Monotheismus
2.3 Monolatrie
3 Von der Monolatrie zum Monotheismus
4 Reflexion
5 Literaturangaben
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den religionsgeschichtlichen Übergang von der Monolatrie zum Monotheismus im Kontext des Alten Testaments und reflektiert die daraus resultierenden theologischen Implikationen für das moderne christliche Gottesverständnis.
- Religionsgeschichtliche Entwicklung des Jahweglaubens
- Abgrenzung der Begriffe Polytheismus, Monotheismus und Monolatrie
- Biblische Exegese zum Absolutheitsanspruch Gottes
- Auseinandersetzung mit der Problematik von Satan und Trinität
Auszug aus dem Buch
3 Von der Monolatrie zum Monotheismus
Der Dekalog beginnt mit dem ersten Gebot: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (Vgl. Luther 1984, S. 80)
Oftmals wird dieser erste Vers des Dekalogs als das wichtigste Gebot angesehen. Auf den ersten Blick hin sagt das Gebot, dass die Israeliten keine anderen Götter haben sollen. Betrachtet man das Gebot näher, dann fällt auf, dass die Formulierung andere Gottheiten durchaus akzeptiert, diese aber nicht verehrt werden sollen. Mehrere solche Formulierungen sind im Alten Testament zu finden. So heißt es im Psalm 136, dass Jahwe der Gott Israels als „der Gott Herr der Herren und der Gott der Götter“ gepriesen werden soll.
„Sogar beim Apostel Paulus, der zweifellos auf dem Boden des jüdischen Monotheismus steht, finden wir eine Aussage, in der beides unmittelbar nebeneinander steht, nämlich die Ausschließlichkeit des einen Gottes und die Aussage, dass es andere Götter geben mag. Dort heißt es einerseits “wir wissen, dass es keinen Götzen gibt in der Welt und keinen Gott als einen“ und er fährt dann fort, „und obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott.“ Die Unterscheidung, um die es hier geht, ist die Unterscheidung zwischen Monotheismus und Monolatrie. Monolatrie bedeutet Alleinverehrung.“ (Vgl. Kreuzer 2002, S. 3)
Aber es stellt sich die Frage, wie es religionsgeschichtlich zu dem Monotheismus gekommen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Themenwahl im Kontext seines Lehramtsstudiums und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen fachwissenschaftlichen Begriffe Polytheismus, Monotheismus und Monolatrie als theoretische Basis.
3 Von der Monolatrie zum Monotheismus: Der Hauptteil analysiert biblische Belege für den Absolutheitsanspruch Jahwes und diskutiert die historische Entwicklung der Gottesverehrung im Alten Israel.
4 Reflexion: Der Autor reflektiert kritisch sein persönliches Gottesbild vor dem Hintergrund der Erkenntnisse über Monolatrie und hinterfragt klassische christliche Glaubensdogmen.
5 Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Monotheismus, Monolatrie, Polytheismus, Jahwe, Altes Testament, Religionsgeschichte, Gottesbild, Dekalog, Alleinverehrung, Transzendenz, Trinität, Theologie, Israel, Religionsunterricht, Glaubensaussagen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt die religionsgeschichtliche und biblische Entwicklung vom Glauben an einen Gott, der neben anderen Göttern existiert (Monolatrie), hin zum exklusiven Monotheismus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Definition von Götterglaubensformen, die Exegese zentraler biblischer Texte zum Absolutheitsanspruch Jahwes sowie die persönliche Reflexion über das christliche Gottesbild.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, dem Leser einen umfangreichen Einblick in die Thematik zu geben und zu verstehen, wie sich das Verständnis des einen Gottes im Alten Testament entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus fachwissenschaftlicher Begriffsdefinition, historisch-kritischer Analyse biblischer Texte und einer abschließenden subjektiven Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse des Dekalogs, der Rolle des Propheten Hosea sowie der Spannungsfelder zwischen der Verehrung Jahwes und dem Einfluss anderer kultureller Gottheiten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Monolatrie, Monotheismus, Jahwe, Volksgott, Transzendenz und Exklusivität.
Warum hält der Autor den Begriff "Monolatrie" für passender als "Monotheismus" für das Christentum?
Der Autor argumentiert, dass die Existenz von Gegenspielern wie Satan sowie das Konzept der Trinität logisch schwer mit einem reinen Monotheismus zu vereinbaren sind und eher von einer "monolatrischen Religion" zeugen.
Wie steht der Autor zur Existenz anderer Gottheiten?
Der Autor verneint die Existenz anderer Götter aus anderen Religionen, räumt aber ein, dass er andere "Mächte" (wie das Böse) durchaus als real betrachtet, ohne diese jedoch als Gottheiten zu klassifizieren.
- Citation du texte
- Simeon Handte (Auteur), 2009, Von der Monolatrie zum Monotheismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144005