Mit der Hintergrund der weltweiten Finanzmarktkrise, für die strukturierte Finanzinstrumente maßgeblich verantwortlich sind, untersucht die Arbeit die Risiken von Subprime Collateralized Debt Obligations (CDOs). Es werden die Marktrisiken, wie Preis- und Liquiditätsrisiken, und Risiken aus der asymmetrischen Informationsverteilung der Prinzipal-Agenten-Theorie betrachtet. Hierbei werden die verschiedenen Akteure Kreditnehmer, kreditvergebende Bank (Originator), Investor, Angestellter, Ratingagentur und die staatliche Regulierung betrachtet. Weitergehend werden Lösungsvorschläge für die verschiedenen Konflikte gemacht. Abschließend wird der Verlauf der Finanzmarktkrise nachgezeichnet und Beispiele der verschiedenen Risikoquellen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Strukturierte Finanzinstrumente
2.1 Grundlagen
2.2 Rating
2.3 Systematisierung der Risiken
3 Die Risiken strukturierter Finanzinstrumente
3.1 Marktrisiken
3.2 Qualitätsunsicherheit
3.2.1 Kreditnehmer und Originator
3.2.2 Originator und Investor
3.3 Verhaltensunsicherheit
3.3.1 Originator und Investor
3.3.2 Angestellter und Eigentümer des Investors
3.3.3 Regulierung
4 Verlauf der Finanzkrise
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die systemimmanenten Risiken strukturierter Finanzinstrumente (CDOs) und analysiert, wie Informationsasymmetrien sowie Fehlverhalten der beteiligten Marktakteure zur Finanzkrise ab 2007 beigetragen haben.
- Struktur und Funktionsweise von Collateralized Debt Obligations (CDOs)
- Analyse von Marktrisiken, insbesondere Kredit- und Liquiditätsrisiken
- Untersuchung asymmetrischer Informationsverteilung (Qualitäts- und Verhaltensunsicherheit)
- Rolle von Ratingagenturen und deren Interessenkonflikte
- Einfluss staatlicher Regulierung und Mindestkapitalvorschriften
- Chronologischer Verlauf der Finanzkrise und Krisenbewältigung
Auszug aus dem Buch
3.1 Marktrisiken
Das Marktrisiko beinhaltet das Kreditrisiko der zugrunde liegenden Kreditforderungen der CDOs, das Risiko aus der Strukturierung und das Liquiditätsrisiko auf dem Markt für CDOs.
Das Kreditrisiko setzt sich aus dem Ausfallrisiko und dem Risiko vorzeitiger Rückzahlung und somit entgangener Zinszahlungen zusammen. Das Ausfallrisiko wird maßgeblich durch die Kreditnehmerqualität bestimmt. Durch eine Lockerung der Kreditvergabestandards sinkt die Kreditnehmerqualität. Ausgestaltungen können zum Beispiel eine geringere Dokumentation, Hypothekenkredite ohne Anzahlung, Vergabe von NINJA-Krediten und die Einführung von Teaserraten sein. Im Jahre 2006 haben 26% der Kreditgeber ihre Kreditvergabestandards gesenkt, gegenüber lediglich 2% im Jahre 2002. Die Änderung makroökonomischer Variablen hat ebenfalls einen starken Einfluss auf das Kreditrisiko. Steigende Löhne und sinkende Zinsen können zu einer gehäuften vorzeitigen Rückzahlung führen. Sinkende Löhne und steigende Zinsen erhöhen die Gefahr des Kreditausfalls. Sinkende Häuserpreise erhöhen den Verlust bei Ausfall des Kredites.
Durch die Strukturierung und den damit verbundenen Diversifikationseffekts entsteht eine Verschiebung individueller Risiken hin zu systematischen Risiken, die eine hohe Korrelation mit dem Gesamtmarkt aufweisen. Dies trifft insbesondere für Senior-Tranchen zu, die erst ausfallen, wenn die gesamte Wirtschaft einen Einbruch erlebt. Durch eine hohe regionale Konzentration der einzelnen Hypothekenkredite eines CDOs entsteht ein Klumpenrisiko.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Ausgangslage der Finanzkrise ab 2007 und Einordnung der Rolle von Finanzinnovationen wie CDOs.
2 Strukturierte Finanzinstrumente: Erklärung der Funktionsweise von CDOs, des Ratingsystems und einer ersten Systematisierung der Risiken.
3 Die Risiken strukturierter Finanzinstrumente: Detaillierte Analyse von Marktrisiken sowie Problemen durch asymmetrische Informationsverteilung bei Kreditnehmern, Originatoren und Investoren.
4 Verlauf der Finanzkrise: Chronologische Aufarbeitung der Ereignisse ab 2007, von den ersten Anzeichen der Krise bis hin zu staatlichen Rettungsmaßnahmen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Krisenursachen und Handlungsempfehlungen zur künftigen Stabilität des Finanzmarktes.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Strukturierte Finanzinstrumente, CDO, Subprime-Hypotheken, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Asymmetrische Information, Ratingagenturen, Moral Hazard, Verbriefung, Finanzregulierung, Basel II, Marktrisiko, Finanzmarktstabilität, NINJA-Kredite
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Risiken, die mit strukturierten Finanzprodukten, insbesondere CDOs, verbunden sind, und beleuchtet deren Rolle bei der Entstehung der Finanzkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Struktur von Verbriefungen, die Problematik asymmetrischer Informationen zwischen den Akteuren sowie die Auswirkungen von Marktversagen und Fehlregulierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern der Risikoverteilung bei CDOs aufzuzeigen und zu erklären, wie diese Instrumente zur Instabilität des globalen Finanzsystems beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine ökonomische Analyse des Rechts bzw. eine theoretische Untersuchung basierend auf der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Auswertung von Marktdaten zur Kreditrisikobewertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Produktstruktur, eine tiefe Analyse von Markt- und Verhaltensrisiken sowie eine chronologische Rekonstruktion des Krisenverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzkrise, CDO, Informationsasymmetrie, Kreditrisiko, Ratingagenturen und Moral Hazard charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Qualitätsunsicherheit bei verschiedenen Akteuren?
Die Arbeit differenziert zwischen der Unsicherheit beim Vertragsabschluss (z.B. Kreditnehmer/Originator) und der moralischen Verhaltensunsicherheit während der Vertragslaufzeit (z.B. Originator/Investor).
Warum spielt die staatliche Regulierung eine so große Rolle in der Analyse?
Regulierung wird als notwendiges Instrument gegen negative Externalitäten betrachtet, wobei die Arbeit kritisiert, dass sich Regulatoren oft zu stark auf Ratings verlassen haben, statt reale Risiken zu erfassen.
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- Jonathan Hillebrand (Author), 2009, Die Risiken strukturierter Finanzinstrumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144072